Archiv für August 2010

Echzell und seine Nazis: Patrick „Schlitzer“ Wolf, die „Old Brothers“ und eine Gaskammer als Partygag

Am kommenden Samstag, 28.8, veranstaltet ein antifaschistisches Bündnis in Echzell / Wetterau ein Festival gegen Rechtsaussen. AktivistInnen der ANK werden sich daran beteiligen. Zum Hintergrund veröffentlichen wir hier die Ergebnisse einer Recherche über die dortige Naziszene rund um Patrick „Schlitzer“ Wolf und die von ihm dominierte Gruppierung „Old Brothers“.

Kammerparty beim „Schlitzer“.
Ein Neonazi veranstaltet Partys mit Gaskammer-Ambiente in der Wetterau

Echzell, November 2009 – wieder einmal wird auf der Hofreite des Neonazis Patrick Wolf gefeiert. Mittelpunkt des Geschehens ist die sogenannte „Brausekammer“, hinten im Hof des Anwesens gelegen. Hinter einer unscheinbaren Tür mit einem kleinem Drahtglasfenster ein Raum von etwa 45 qm, schmucklos, einige Tische, gemauerte Bänke mit hölzerner Sitzfläche, eine vertikale „Table Dance“-Stange. Menschen an einer L-förmigen Theke, es wird viel getrunken, leere Schnapsflaschen stehen herum. Über der Bar ist eine dünne Rohrleitung montiert, daran befestigt einige Brauseköpfe, die Leitung ist an eine Nebelmaschine aus dem Disco-Zubehör-Handel angeschlossen. Zur Erbauung der Gäste legt der Hausherr selbst Hand an: Wolf schaltet die Maschine ein, Nebel strömt aus den Brauseköpfen, Gaskammer-Atmosphäre macht sich breit. Das zentrale Angstszenario des industriellen Judenmords, die „Vergasung“, wird zum Partygag. Weiterlesen ‘Echzell und seine Nazis: Patrick „Schlitzer“ Wolf, die „Old Brothers“ und eine Gaskammer als Partygag’

Dortmund stellt sich quer, um Naziaufmarsch am 4. September zu verhindern

„Zum 6. Mal in Folge wollen Neofaschisten anlässlich des Antikriegstages durch Dortmund marschieren. Für den 4. September mobilisieren sie europaweit in die Ruhrgebietsmetropole. Nach dem erfolgreich verhinderten Großaufmarsch der Neonazis in Dresden gilt der so genannte „Nationale Antikriegstag“ in Dortmund als wichtigste Nagelprobe der so genannten „Autonomen Nationalisten“ bundesweit.
Dortmund stellt sich quer!
Dortmund hat sich in den vergangenen Jahren zu einer Hochburg militanter Neonazis entwickelt. Brutale Übergriffe auf MigrantInnen und linke Jugendliche, auf alternative Buchläden und Zentren, Parteibüros und Privatwohnungen von Antifaschistinnen und Antifaschisten häufen sich. Am 1. Mai 2009 griffen Neofaschisten die 1. Mai-Demo des DGB an.“
Ein breites Bündnis ruft daher zum Widerstand gegen den Naziaufmarsch auf: „Dortmund stellt sich quer! Sie werden nicht durchkommen! Die Nazis sagen, Dortmund sei ihre Stadt. Wir sagen: Niemals!“ (Aufruf)
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Messerstecherei: Marcel Wöll mal wieder vor Gericht

Der ehemalige Landesvorsitzende der hessischen NPD, der wegen Körperverletzung und Volksverhetzung, Holocaustleugnung vorbestrafte Marcel Wöll (der wohl nach Sachsen-Anhalt abgewandert ist), steht seit letztem Donnerstag mal wieder vor Gericht, angeklagt wegen gefährlicher Körperverletzung auf einem Nazi-Grillfest der Kameradschaft „Schwarze Division“ (im Jahr 2004), wie der Wiesbadener Kurier (19.08.2010) berichtet:

„Die Staatsanwaltschaft wirft dem 27-Jährigen vor, am 29. August 2004 auf einen heute 36 Jahre alten Mann aus dem Raum Montabaur eingestochen zu haben. Zwei der Messerstiche hatten das Opfer in der Nähe seiner Nieren getroffen, ein dritter Stich hatte Richtung Herz gezielt. [...]
Mit der Messerstecherei war in der Nacht des 29. August ein Grillfest in Hünstetten-Görsroth eskaliert, zu dem die Kameradschaft „Schwarze Division“ per SMS geladen hatte. So schilderte dies am Donnerstag das Opfer, Michael Z.. Schon zu Beginn des Grillfestes sei es zu ersten Reibereien gekommen, weil auch Mitglieder des MSC28 eingeladen worden waren, eine Vereinigung, die nach außen als Motorsportclub auftritt, die tatsächlich aber rechtsextremistische Mitglieder haben soll (die 2 stünde nach dieser Theorie für B wie Blood, die 8 für H wie Honour).“

Weit über 1 Mio BesucherInnen der ANK-Seite, Danke!

Wie das so ist, da übersieht mensch schnell ein kleines Jubiläum, denn vor einiger Zeit konnte dieses Blog seine/n einmillionste/n Besucher/in begrüßen und hat’s verschlafen ;-) Wir möchten uns aber dafür jetzt bei Euch für das Interesse an unserer Arbeit, unseren Postings und Eure Kommentare bedanken!


Merci sagt die Anti-Nazi-Koordination Frankfurt

Rechtsrock-Konzert in Frankfurt am Samstag, Veranstaltungsort geheim

Die sog. „Hooligan“-Band „Kategorie C“ aus Bremen will am kommenden Samstag in Frankfurt ein Konzert geben, der Ort wird absichtlich verschwiegen, um Gegenproteste zu verhindern und aus Angst, das Konzert könnte deswegen platzen, wie es auch auf der Homepage der Band heißt:

„Wie Ihr wisst sind wir der Staatsfeind Nr. 1. Deswegen gehen wir auf Nummer sicher und geben den genauen Ort aus Sicherheitsgründen erst am Sonnabend ab 10.00 Uhr über unser Infotelefon bekannt. Da in der Vergangenheit einige genehmigte Konzerte einfach vereitelt wurden. [...] sport-frei“

Auch die FR berichtet über das geplante Konzert und schreibt:
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Neonazis dürfen in Bad Nenndorf marschieren, Gegendemonstration verboten

Der seit 2006 jährlich veranstaltete Nazi-Aufmarsch in Bad Nenndorf wurde vom Verwaltungsgericht Hannover erlaubt, die Gegendemonstration des Deutschen Gewerkschaftsbundes und der Protest eines breiten, bürgerlichen Bündnisses („Bad Nenndorf ist bunt“) dagegen verboten, Begründung:

„Das Gericht teilt die Einschätzung eines Polizeinotstands und erheblicher Gefahren für Menschen und Sachen, sollten beide Demonstrationen stattfinden. Es brauche dafür mehr als 2000 Polizisten, und diese stünden nicht zur Verfügung. Allerdings könnten die vorhandenen 2000 eine der beiden Demonstrationen schützen und im Übrigen die Gefahrenlage beherrschen. Der Beschluss falle dabei zulasten des DGB aus, weil die Rechtsextremen ihre Versammlung zuerst angemeldet hätten. Darüber hinaus sei „entscheidend“ gewesen, dass „offenkundig deutlich mehr gewalttätiges Potential aus dem linksautonomen Spektrum zu erwarten“ gewesen sei.“
(spiegel.de, siehe auch Pressemitteilung des Gerichts)

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28. August: Veranstaltung gegen Nazis in Echzell

Am 28. August wird es in Echzell eine Veranstaltung gegen die Nazis um Patrick „Schlitzer“ Wolf geben, der sich mit einer Reihe weiterer „Old Brothers“ seit einiger Zeit in Echzell breit macht. Eine örtliche Anti-Nazi-Initiative und andere organisieren ein Fest, das den BewohnerInnen des Ortes Mut machen soll, sich mit dem streckenweise auch von der Polizei geduldeten Treiben nicht abzufinden. Wir werden ebenfalls mit einigen AktivistInnen dabei sein.  Alle AntifaschistInnen sind willkommen, Nazis müssen draußen bleiben.

17. August: Fortsetzung des Prozesses gegen Katinka Poensgen

Am kommenden Dienstag, 17. August, 10 Uhr, geht der Prozess des Landes Hessen gegen die Frankfurter Antifaschistin Katinka Poensgen in die möglicherweise und hoffentlich letzte Runde. Nachdem eine ursprünglich angekündigte Auswechslung der bisher amtierenden Richterin ohne Angabe von Gründen rückgängig gemacht worden war, trifft man sich nun erneut im Gerichtsgebäude B, Raum 132 (sofern der Raum nicht wieder verlegt werden muß). Noch immer klagt das Land Hessen auf auf Zahlung von Schadenersatz wegen eines einwöchigen Verdienstausfalls eines Beamten der Bereitschaftspolizei, den Katinka am 20.11.2007 als Notwehr in den Daumen gebissen hatte, nachdem dieser sie als Versammlungsleiterin angegriffen hatte. Wir bitten um möglichst viele Menschen im Zuschauerraum!


ANK-Twitter via: @ankffm
ANK-identi.ca via: @ank


no nazi in frankfurt

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2009 Friedberg Anti-Nazi-Demo 02

2009 Friedberg Anti-Nazi-Demo  01

2009 Frankfurt: Wir zahlen nicht für eure Krise (01)

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