Das Oktoberfest-Attentat vom 26. September 1980 war der folgenschwerste Bombenanschlag in der Geschichte der Bundesrepublik: 13 Menschen wurden an diesem Tag auf der Theresienwiese getötet. Verübt wurde der Anschlag von dem mit der faschistischen „Wehrsportgruppe Hoffmann“ in Verbindung stehenden Studenten Gundolf Köhler und sehr wahrscheinlich mindestens einer weiteren, bis heute nicht identifizierten Person. Die Tat, von den herrschenden Kreisen des Landes sofort „den Linken“ zugeordnet, wurde nie vollständig aufgeklärt, im Zug der Ermittlungen häuften sich Merkwürdigkeiten wie zB. die Vernichtung wichtiger Beweisstücke durch die Ermittlungsbehörden. Inzwischen ist durch die in zwei Monographien niedergelegten Recherche-Ergebnisse mit an Sicherheit grenzender wahrscheinlichkeit davon auszugehen, daß in die Tat Sicherheitstkreise der Bundesrepublik und der NATO-Untergrundarmee „Gladio“ selbst verwickelt waren. In diesem Zusammenhang wurde zu Recht immer wieder auf Parallelen zwischen dem Oktoberfestattentat und dem faschistischen Anschlag auf den Bahnhof von Bologna vom 2. August 1980 hingewiesen – beide Ereignisse passen in die seinerzeitige „Spannungsstrategie“ der sogenannten Inneren Sicherheit.
Aktuelle Zusammenfassung des Stands der Erkenntnisse von Claudia Wangerin (jW): „Die Mär vom Einzeltäter„, hier auch weiterführende Literatur zum Thema. Krimiautor Wolfgang Schorlau hat außerdem eine durchaus spannend zu lesende Version der Ereignisse in seinem jüngsten Buch „Das München-Komplott“ veröffentlicht, in dem er ebenfalls alle derzeit bekannten Fakten aus linker Sicht eingebaut hat.
Archiv für September 2010
Nazis, NATO, Oktoberfest: zum Attentat vor 30 Jahren
Veröffentlicht 25. September 2010 Antifa , Deutscher Imperialismus , Erinnern , Neonazis, Nazis , Polizei 1 KommentarSarrazin-Rassisten heimgeschickt
Veröffentlicht 9. September 2010 Allgemein , Anti-Nazi-Koordination , Pressemitteilung , Rassismus 8 Kommentare
Etwa 35 AnhängerInnen des Antisemiten und Rassisten Thilo Sarrazin, die sich trotz der angeblich zuvor erfolgten Absage ihrer Veranstaltung vor dem Frankfurter Markus-Krankenhaus versammelt hatten, um von dort einen „Schweigemarsch“ zur Bundesbank zu zelebrieren, wurden am heutigen 9. September von knapp 100 AntifaschistInnen heimgeschickt. Während die eine Gruppe von ca. 10 Rechten einige Zeit lang, umgeben von etwa 30 GegendemonstrantInnen direkt vor der Bundesbank verharrten, aber für ihre Kundegbung nicht zum Zug kamen, wurde der Rest der RassistInnen auf halber Höhe der Wilhelm-Eppstein-Straße durch eine Kette von AntifaschistInnen daran gehindert, zur Gruppe an der Bundesbank aufzuschließen. Schließlich sahen sie es ein und verzogen sich sang- und klanglos nach Hause. Das Grüppchen an der Bundesbank machte ebenfalls seiner Stehparty schnell ein Ende, als es sah, daß sich nun die gesamte Gruppe von AntifaschistInnen zu ihnen auf den Weg machte.
Insgesamt war das geschlossene Auftreten der AntifaschistInnen ansonsten unterschiedlicher Positionen ein erfreulicher Erfolg, vor allem gemessen an der kurzen Vorlaufzeit bis zur Aktion. Es gab auf unserer Seite, soweit bekannt, eine einzige Festnahme – aus nichtigem Grund. Ansonsten hielt sich die „normale“ Polizei sichtlich zurück, während ein Beamter der eingesetzten BFE-Truppe vor lauter Frust die eigenen KollegInnen anbrüllte.
[Update: Zum Geisteszustand und Grad an Realitätszurechtbiegung der sichtlich geknickten Sarrazin-Anhänger kann sich ein Bild machen, wer den Bericht über die oben geschilderten Ereignisse auf dem Rassistenblog PI-News nachliest. Allein schon dessen Überschrift "Mauermörder attackieren Bürger" ist Goldes wert und könnte quasi fast direkt der "Titanic" entsprungen sein. Sehr unterhaltsam auch die zahlreichen Kommentare, insbesondere derjenige des ja schon bekannten Buben aus Hausen (Kommentar #56) - köstlich!.]
Nazis und Rassisten rufen zu Pro-Sarrazin Demo in Frankfurt auf
Veröffentlicht 7. September 2010 Allgemein , Hübner , Neonazis, Nazis , Neue Rechte , NPD, Reps, DVU , Rassismus 8 KommentareUpdate 08.09.: Wie in einer Pressemitteilung und der Presse zu lesen ist, haben die AnmelderInnen die Demo offenbar abgesagt, siehe z.B. FR „Keine Demo für Sarrazin“ und Kommentar unten. Ob sich davon unbeeindruckt trotzdem Sarrazin-Jünger morgen an geplanter Stelle einfinden, wird im Netz heftig diskutiert und zu beobachten sein …
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07.09.: Für den 9. September rufen die NPD Hessen, eine „re:conquista-Gruppe Rhein-Main“, mehrere rassistische und rechtsextreme Internetseiten (wie z.B. Gesamtrecht oder Politically Incorrect) zu einer Pro-Sarrazin-Demo in Frankfurt a.M. unter dem Motto „Für die Meinungsfreiheit“ auf, die offenbar von einer kruden „Sarrazin-Bewegung“ organisiert wird. Diese „Bewegung“ speist sich wohl aus der „wer-kennt-wen“-Gruppe „Thilo Sarrazin hat recht“. Die Demo, auch als „Trauermarsch“ tituliert, soll am Donnerstag, den 9.09. um 18:00 Uhr an der Ginnheimer Landstraße / Ecke Wilhelm-Epstein-Straße starten.
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