“Wie nationalsozialistisch ist der Widerstand Ost-West?”

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Die Facebookseite der PEGIDA-GegnerInnen in Nürnberg, Nonügida, entwickelt sich gerade zu einer Fundgrube für die praktische Vernetzung sowie die politische Ideologie des faschistischen “Widerstands Ost-West” um Ester Seitz und Michael Stürzenberger. Bemerkenswert an dieser Verwicklung auf beiden Ebenen ist, daß die tiefen Verflechtungen ins Nazi-Milieu von diesen beiden ProtagonistInnen bereits in der Münchner BAGIDA eine Rolle spielten und nun erweitert werden.
Den Hintergrund dafür spielt, wie an anderer Stelle schon vermutet, das strategische Ziel Stürzenbergers, mit Hilfe der nach vorne geschobenen Ester Seitz PEGIDA im Westen der Republik zu verdrängen und eine eigene Struktur an ihrer Stelle aufzubauen: rund um “Die Freiheit”, “Die Rechte”, die Reste der “Pro-“Parteien, NPD, Hools, die “Ortsgruppen” des Blogs “Politically Incorrect” (PI).  PI, seit bald zehn Jahren Zentralorgan des antiislamischen Rassismus im Internet,  ist als gemeinsamer Bezugspunkt und streckenweise auch lokaler Organisator hierbei wichtig. Über viele Jahre hat dort Michael Stürzenberger noch zu seinen Zeiten als Sprecher der CSU unter dem Pseudonym “Byzanz” rassistischen und nationalistischen Islamhass in einem Milieu verbreitet, das er nun auf die Straße bringen möchte.

An den HoGeSa-Hools haben – wie vorher auch schon Heidi Mund – Seitz und Stürzenberger einen besonderen Narren gefressen. Warum das so ist, kann man in dem unebdingt sehenswerten Video: “Rechte Gewalt – vom Stadion auf die Straße” (MDR) sehen.

Zu Recht weist NoNügida darauf hin, daß dieses Spektrum auch am 20.6. in Frankfurt eine entscheidende Rolle spielen, aus dieser Kundgebung so etwas wie “ein zweites Köln” machen will:

“Nazi-Hools Gemeinsam-Stark Deutschland vor der Sendung: “Vorausahnend schicken wir schon mal ein freundliches, “Lügenpresse – halt die Fresse”, an den MDR.” Mit bei GSD dabei scheint auch der erste Anmelder der HoGeSa-Kundgebung in Hannover, Uwe Mindrup, zu sein. Heute soll er neben Ester Seitz als einer der Organisatoren von “Widerstand Ost West” gelten, die am 20. Juni in Frankfurt aufmarschieren wollen. Nazihools, Freie Kameradschaften, Naziparteien – sie alle bewerben Frankfurt und wollen ein zweites Köln!

Im oben verlinkten Video des MDR erläutert unter anderem der Journalist Olaf Sundermeyer ab min 20:00, warum es eine Wunschvorstellung von Nazi-Hools ist, so wie 1933 Seite an Seite mit der Polizei als “neue SA” auftreten zu können.

Das erklärt auch den nur scheinbaren Widerspruch, daß Seitz und Co. in Aufrufen für die Frankfurter Demo am 20.06., in staats- und polizeiunterwürfiger Manier für “mehr Polizei” werben und dies zugleich als “Widerstand stilisieren. Dabei tun sich nicht zuletzt die von Seitz hofierten “Berserker Pforzheim” (Video oben, ab min 25:45) hervor, die zum eingetragenen Verein (!!) Gemeinsam Stark Deutschland” (GSD e.V) gehören.

Als AntifaschistInnen können wir hieraus den Schluß ziehen: es ist ein schwerer Irrtum, zu meinen, die Frankfurter Kundgebung des “Widerstands Ost/West” sei nur ein verspäteter Nachtrab-Versuch nach dem vermeintlich sowieso schon eingeläuteten Ende der PEGIDA-Bewegung. Dies ist der Versuch der Gruppe um den Erzrivalen Lutz Bachmanns, Michael Stürzenberger, aus dem Schatten der bisher erfolgreicheren “Ost”-PEGIDAs zu treten und die Führung dieser “Bewegung” an sich zu reißen.

NoNügida: “Wie nationalsozialistisch ist der “Widerstand Ost-West (WOW)?
NoNügida: “Wettkampf! Bachmann gegen Stürzenberger

Helft mit, dem Nationalismus und Faschismus des “Widerstands Ost-West” das verdiente Ende zu bereiten!
Kein Zentimeter für sie am 20.06. in Frankfurt!
Helft mit, unseren Aufruf zu verbreiten – mobilisiert überall!
Kommt am 20.06. zum Rossmarkt  – bringt Eure Freund_innen, Kolleg_innen, Bekannten mit!

No pasarán!

Widerstand Ost / West fordert mehr Polizei, ein freundliches Verhältnis zum Faschismus und ein Verbot der Antifa

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Der “Widerstand Ost/West” hat versucht, ein Manifest zu verfassen.
In Verballhornung eines weltgeschichtlich wichtigen Textes, dessen letzter Satz bekanntlich lautet “Proletarier aller Länder, vereinigt euch!“, heißt es bei den Nazihools um die als VS-Agentin verdächtigte Ester Seitz: “Patrioten dieses Landes, vereinigt euch!

Damit ist eigentlich schon fast alles gesagt. Nicht ist konformistischer, angepasster, kleinkarierter, mainstreamiger als dieser Text, der sich selbst für ein Dokument des “Widerstands” hält, aber im Wesentlichen die Politik deutscher Behörden,  die mörderische Praxis der FRONTEX, den rassistischen sound von BILD-Schlagzeilen, den Pickelhaubenklang von Gauck-Reden, und die staubige Redaktionsstubenatmosphäre von FAZ-Lokalredakteuren atmet.

So fordert der “Widerstand Ost-West” als wohl einziger “Widerstand” dieser Erde mehr Polizei, mehr Verhaftungen, mehr Verbote von allem möglichen.  Wozu man dafür ein “Widerstand” sein muß, weiß nur Ester Seitz. Selbst alle Hooligans freuen sich schon ganz dolle auf mehr Polizei.

Ausdrücklich werden mehr Abschiebungen und weniger Asylberechtigte gewünscht. Dabei wird gefordert, zu diesem Zweck müsse zwischen angeblichen “Asylmißbrauchern” und “berechtigten Kriegsflüchtlingen” unterschieden werden, als ob es für diesen nützlichkeitsrassistischen Zweck nicht bereits seit Jahrzehnten eine ganze Behörde der BRD sowie die Bundespolizei gäbe.
Mißbraucher” sollten an den Grenzen Europas abgewiesen werden – schon mal was von FRONTEX gehört? 24.000 Toten im Mittelmeer seit dem Jahr 2000? Das ist dem “Widerstand Ost/West ” offenbar noch nicht genug.

Dieser sogenannte “Widerstand Ost/West” fordert im Mut- und Wutgestus, was es schon längst als rassistische und menschenfeindlich Praxis von BRD und EU gibt. Er ist ganz einfach nicht informiert.

Gefordert wird eine “Entschärfung des Islam” und eine Textzensur des Koran, der von sämtlichen Strafdrohungen und sonstigen Gewaltpassagen zu reinigen sei.
Der sich albernerweise so nennende “Widerstand” fordert also eine religiöse Zensurbehöde – denn wer sonst soll eine solche “Koranreinigung” leisten?
Und warum nur der Koran? Kennen die Verfasser des angeblichen “Widerstands” die Bibel nicht? Todesstrafe durch Steinigung für Ehebruch, Homosexualität, Mord, Gotteslästerung, Majestätsbeleidigung usw. usf. Ester Seitz möge mal ihre Bibel abstauben und darin lesen!
Es hat schon einmal 1933 ff ähnlich Forderungen gegeben. Damals waren es die NSDAP-nahen Deutschen Christen, die die Streichung des Alten Testaments als  “jüdische Viehhändlergeschichten” aus der Bibel  und die Predigt eines – angeblich –  “arischen und heldischen Christus” forderten. Mit sehr ähnlichen “Argumenten” wie die heutigen VerteidigerInnen des Abendlands.
Die Scharia“, heißt es heute, das islamische Religionsgesetz, sei als grundgesetzwidrig zu verbieten. Abgesehen davon, daß es “die Scharia” sowenig gibt wie “die halacha” oder “die christliche Lehre”: was soll mit den Muslimen in der BRD  geschehen, die an ihren religiösen Traditionen festzuhalten und ihr weiteres Leben nicht an den Befehlen von Ester Seitz oder den “Berserkern Pforzheim” zu orientieren gedenken?
Abschiebung? Internierung? Zwangs-pegidisierung – und zwar: “friedlich und gewaltfrei“?
Das alles ist nicht neu und nicht “Widerstand“, das ist BRD- mainstream: “Kopftuchverbot”, “Burka-Verbot”, “Schächtverbot”, “Minarettbauverbot”, “Beschneidungsverbot”, “Islamverteilverbot” – war oder ist ja alles schon in der Diskussion oder sogar Gesetz. So stellt sich PEGIDA das “Abendland” offenbar vor: als Zwangsgemeinschaft.

PEGIDA fordert “ein Zuwanderungsgesetz, das die Interessen der eigenen Bevölkerung wahrt“, mithin also eine Überordnung des vermutlich irgendwie kulturell-blutsmäßig fixierten Mehr-Wertes der “deutschen” Bevölkerung Deutschlands (nichts anderes ist der rassistische Sinn von “WIR sind das Volk“) über die Verpflichtung zur Hilfeleistung zB. für Verhungernde, Fliehende oder Ertrinkende.
Auch das ist wohlbekannt: “Recht ist, was dem deutschen Volke nützt“, hieß das bei den Nazis.
Beide Testamente der Bibel fordern natürlich das genaue Gegenteil – gemeinsam mit europäischer Aufklärung, Sozialismus und Internationalismus. Soviel nur zum “jüdisch-christlichen Abendland” und seinen vor PEGIDA zu schützenden Traditionen.

Konsequent wird darum auch ein positiveres Verhältnis zur deutschen Geschichte gefordert.
Wir wissen schon, was gemeint ist, wenn es heißt: “Von keinem Volk der Erde – außer dem deutschen Volk – wird verlangt, dass es seine Schuld zelebriert (sic!) und seine Identität verleugnet.” Zur deutschen Identität des “Widerstand Ost / West” gehört offensichtlich auch der 1930 erschossene SA-Kriminelle  Horst Wessel.
Weil man also selber “deutsch” und krachrechts ist, muß natürlich alles Böse links oder “islamisch” sein. Daraus folgt messerscharf, daß schwarz weiß ist: “Die – eigentlich linke – Ideologie der Nationalsozialisten darf nicht länger als ein Hebel zur Verunglimpfung und Kriminalisierung einer natürlichen Heimat- und Vaterlandsliebe … instrumentalisiert werden“, heißt es hier unter konsequenter Weiterverwendung des faschistischen Propagandabegriffs “Nationalsozialismus“, dem, siehe die beiden eingangs gegenübergestellten Zitate, von vornherein nie etwas entsprach: Sozialismus ist seinem Begriff nach internationalistisch. Man möchte sich aber nun endlich nicht mehr als “Nazi” beschimpfen lassen, oder man holt – na klar, die Polizei: “Die unbegründete Diffamierung von kritischen, patriotischen und unbescholtenen Bürgern als ‘Nazi’ muss aufhören und strafrechtlich verfolgt werden!” quengelt Seitz’ Gemeinde.

Das alles fließt zusammen in einem einzigen finalen Aufschrei: “Die Polizei muß in Deutschland wieder für Ordnung und Sicherheit sorgen dürfen!
Der “Widerstand Ost/West” würde gerne komplett als Hilfs-Sheriff-Verein anheuern. Ein selten staatsfrommes und polizeiunterwürfiges Dokument. Nach “oben” buckeln, nach “unten” treten – das ist der ganze “Widerstand  – ein “Widerstand” von zutiefst gartenzwergigen wütend-verängstigten KleinbürgerInnen, die zwischen Selbstmitleid und Gewaltphantasien schwanken und im Zweifel nach dem Herrn Wachtmeister, der Bundeswehr oder der NATO rufen. Verglichen mit diesem “Widerstand” ist Pumuckl ein Revolutionär.

Auf der Facebookseite dieses sogenannten Widerstands heißt es schwülstig-vieldeutig: “Patrioten dieses Landes, vereinigt euch!

Falls das als eine Maßnahme gegen den in rechten Kreisen gern prognostizierten alsbaldigen “Volkstod” oder die angebliche Selbstabschaffung Deutschlands angedroht sein soll, wären wir dankbar, wenn sie nicht öffentlich auf dem Rossmarkt vollzogen würde. Wer mag so etwas mitansehen müssen?

Darum: Nationalismus, Rassismus und Faschismus raus aus den Köpfen!
Nazihools und Rassisten raus aus Frankfurt!
Verhindern wir gemeinsam und entschlossen den Naziaufmarsch des “Widerstands Ost/West” am 20.6. in Frankfurt!
Ob Ost, ob West – nieder mit der Nazipest!

Informationsveranstaltung: Fünf Monate Widerstand gegen Pegida in Frankfurt

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Dienstag, 26.05., 19:00, Saalbau Gallus
Seit fünf Monaten treten Neonazis und Rassisten unter verschiedenen Namen in Frankfurt auf und verbreiten ihre Hass-Propaganda gegen Flüchtlinge, Migranten und den Islam. Seit fünf Monaten leisten Menschen Widerstand – auch gegen die Polizeieinsätze, die die Rassistenaufmärsche durchsetzen. Wir wollen Bilanz ziehen und über die nächsten Schritte sprechen.

1. Was ist Pegida?
2. Warum sind wir gegen Meinungsfreiheit für Neonazis und Rassisten?
3. Welche Bedeutung hat der anti-islamische Rassismus?
4. Wie ist die Polizeitaktik der letzten fünf Monate gewesen?
5. Perspektiven mit Schwerpunkt zu den Vorbereitungen für den 20.06.

Frankfurt: PEGIDA zerbröckelt

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Von den insgesamt vier PEGIDA-Fraktiönchen, die seit dem 5. Januar in Frankfurt existierten, ist nur noch eine übrig:

  • “Fragida” wurde im Januar von H.-P. Brill (AfD) gemeinsam mit der NPD gegründet und sofort wieder für beendet erklärt: PEGIDA sei in Frankfurt undurchführbar;
  • “PEGIDA Frankfurt” um Heidi Mund, Bertelsmann-preisgekrönte Integrationspädagogin (!) der Bildungseinrichtung Firmamus, benannte sich nach saftiger Kritik von Lutz Bachmann (PEGIDA Dresden e.V.)  im März in “Freie Bürger für Deutschland” um. Nach zwölf Kundgebungsversuchen mit zuletzt 18 Personen stellt Heidi Mund diesen Quatsch  nun vorläufig ein  und will künftig lieber Videokundgebungen im Internet abhalten;
  • von “PEGIDA Hessen” hat seit Wochen niemand mehr etwas gehört – die Gruppe besteht anscheinend aus Internet-Zombies;
  • bleibt “PEGIDA Frankfurt Rhein-Main” um Hans Joachim Weber, AfD Bad Homburg, die nach Wochen gestern an der Hauptwache mal wieder einen Kundgebungsversuch angekündigt hatten.

26 Personen erschienen ab 19:30 an der Hauptwache im schon bekannten Gitterpferch. Beobachter der Szenerie bezeichneten die Anwesenden als “Trinkhallenpublikum”. Ihnen standen laut Polizeibericht dort 550 antifaschistische GegendemonstrantInnen entgegen – ein Verhältnis von 1:20.
Von PEGIDA war nichts oder kaum etwas zu hören. Jubel gab es, als von der Besucherplattform des Kaufhofs ein riesiges Transparent herabgelassen wurde, das einen deutschen Fußballfan mit Hitlergruß und den drei Sätzen zeigte: “Ihr seid Weltmeister – Ihr seid das Volk – Ihr seid Rostock-Lichtenhagen!” Nach knapp anderthalb Stunden verzog sich die peinliche Versammlung von Rettern des Abendlands polizeigeschützt und im Laufschritt in die U-Bahn zur PEGIDA-typischen Schwarzfahrt Richtung Sachsenhausen.

Die ANK hatte sich für den Abend das Ziel gesetzt, auf jeden Fall eine Demo der PEGIDioten zu verhindern. Das ist gelungen. Mehr wäre aber möglich gewesen. Der Transporter von PEGIDA wurde bei der Anfahrt an der Sportarena kurzfristig blockiert. Mit etwas mehr Entschlossenheit und mehr AktivistInnen wäre es durchaus machbar gewesen, dem Wahnauftritt  der nationalistischen Islamhasser ein frühes Ende zu bereiten.
Wir hatten als ANK nach vorheriger Anmeldung, die erstaunlicherweise vom Ordnungsamt akzeptiert worden war, einen Lautsprecherwagen auf der Hauptwache. Der polizeiliche Einsatzleiter Groß stresste von Anfang an damit herum, wollte den amtlich festgelegten Ort des Lauti, der ausdrücklich und schriftlich als direkt “an der Absperrung” festgelegt worden war, nicht akzeptieren und legte selbstherrlich eine Dezibelgrenze von 85 dB für die Lautstärke fest. Zum Ort des Lauti erklärte er wörtlich, die Absperrung sei “hier, wo ich gerade stehe“, nämlich 20 Meter von der realen Absperrung entfernt. Er wurde mehrfach darauf hingewiesen, daß es für seinen anmaßenden Forderungen keine Rechtsgrundlage gebe und sie sogar die Anordnungen des Ordnungsamts missachteten. Der Herr Einsatzleiter wollte einfach darüber hinweg entscheiden: legal, illegal, scheißegal. Da aber die Dezibelobergrenze vom Ordnungsamt nicht festgelegt worden, also rein willkürlich polizeibegrenzt werden sollte, wurde sie erfolgreich ignoriert. Ein Versuch der Polizei, den Lauti daraufhin einzukesseln, wurde durch eine große Zahl von Aktivistinnen zurückgewiesen, die beteiligten Polizistinnen selber kurzfristig eingekesselt. Sie zogen sich daraufhin zurück und verzichteten auf einen weiteren Besuch.

Rund um die Katharinenkirche standen drei Gruppen an wichtigen Stellen bereit, um einen möglichen Demoversuch von PEGIDA zu behindern. Die für diesen Tag bestimmte Demoleitung, Organisation und Kommunikation untereinander funktionierten gut.

Der Abgang von PEGIDA allerdings verlief aus unserer Sicht nicht optimal.
Aufgrund der zeitgleichen Auseinandersetzung mit der Polizei um den ANK-Lauti viel zu wenige von uns waren rechtzeitig in der B-Ebene der Hauptwache anwesend, um sich PEGIDA und der Polizei entgegenstellen zu können, bevor wieder einmal alle Gitter an den Zugängen herabgelassen wurden. Dort kam es erneut zu Pfefferspray- und Knüppeleinsätzen. AktivistInnen wurden aus der U-Bahn gezerrt, in die sich PEGIDA, wie immer ohne Fahrscheine gerettet hatte, misshandelt und geschlagen. In einem Fall wird es deshalb unsererseits zu Ermittlungen gegen einen Beamten kommen, der mit dem Ruf “Raus hier, sonst wird es ungemütlich” gewaltsam gegen AntifaschistInnen in der U-Bahn vorging, einer Genossin den Arm verdrehte und sie gegen eine Wand warf. Ein Fotograf wurde von einem PEGIDA-Nazi mit der Faust ins Gesicht geschlagen, diesen Faustschlag wiederholte ein direkt daneben stehender Polizist, als sich der Fotograf bei ihm beschwerte. Solche Vorgänge geschehen immer dann, wenn es vergleichsweise wenig Öffentlichkeit gibt.

Im Anschluß an den übertönten PEGIDA-Auftritt gelang es aber, die meisten GegendemonstrantInnen nicht zuletzt zum Schutz vor den an dieser Stelle üblichen Polizeizugriffen zusammenzuhalten und dann zu einer lautstarken Spontandemo aufzubrechen. Dabei wurde die Gelegenheit benutzt, die Demostrecke entlang Kaiserstraße – Willy-Brandt-Platz mit Aufklebern für den 20.6. zu bepflastern. Zur sichtlichen Verwirrung der Polizei zog die Demo dann im Zickzack durch das Bahnhofsviertel zum Platz der Republik, und legte dort als Protest gegen das Polizeiverhalten und die nazitoleranten politisch Verantwortlichen für die Polizei in Landesregierung und Magistrat für 20 Minuten den Verkehr lahm. Danach lösten wir die Demo auf und zogen uns geordnet zurück.

Fazit
Der Abend verlief weitgehend so, wie wir uns das vorher vorgestellt hatten. Insgesamt ist deshalb die ANK , was unseren Anteil an diesem Abend betrifft, zufrieden, und betrachtet ihn als gute Vorbereitung für die bevorstehende Auseinandersetzung um den angekündigten Naziaufmarsch am 20.6. Dafür müssen wir allerdings noch viel mehr werden und nicht erst nach ersten Schubsereien mit der Polizei, sondern von Beginn der Aktivitäten an organisierter und aktiver auftreten. Inzwischen hat sich eine Reihe neuer Bezugsgruppen gebildet, was wir sehr gut finden. Sie geben uns allen gemeinsam die Möglichkeit, entschlossener aufzutreten. Weitere Bezugsgruppen sind dringend erwünscht und nötig.
Die ANK lädt zu einem offenen Treffen am Dienstag, 26. Mai, 19:00 Uhr in das Haus Gallus ein. Dort wollen wir über “Fünf Monate Widerstand gegen PEGIDA – Bilanz und Perspektiven” beraten. Ebenso kann es dort Absprachen zu Aktionstrainigs für Bezugsgruppen geben. Die Verhinderung der Nazi-Demo des “Widerstand Ost/West” um Ester Seitz wird dabei einen wichtigen Platz einnehmen.

Neues vom PEGIDA-Zirkus: Heidi Mund distanziert sich von Ester Seitz. Diese wird von Lutz Bachmann als “VS-Agentin” geoutet

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Es ist nicht leicht, PEGIDiot zu sein.

Ester Seitz ruft zur finalen Abrechnung nach Frankfurt auf: “Wo ist ein besserer Ort, um sich gemeinsam der Islamisierung, der verfehlten Asylpolitik und dem linksradikalen Terror entgegenzustellen, als in Frankfurt am Main, dem Zentrum des gewalttätigen, roten Mobs? Im Sinne von “Nicht links, nicht rechts – immer geradeaus!” ist JEDER ERWACHTE BÜRGER Deutschlands, der für Demokratie steht, aufgefordert am 20. Juni 15 nach Frankfurt zu kommen“, trompetet sie “gegen islamischen und linksradikalen Faschismus” und stellt sich so selbst “immer geradeaus” in die Tradition der bekannten SA-Parole “Deutschland, erwache!

Im Vorfeld der von Ester Seitz vollmundig als “Großereignis” von tausend Nazis und Hools beworbenen Demo des “Widerstands Ost/West” distanziert sich Heidi Mund von Seitz, mit der sie zuvor noch mehrere Kundgebungen an Hauptwache und Rossmarkt durchgeführt hatte. Eine kurze Facebookfehde zwischen den beiden Hoffnungsträgerinnen des Abendlands ist die Folge.

Ein Admin der Facebooseite für die Nazidemo am 20. Juni ruft zur Jagd auf Antifas auf. Der Beitrag wird anschließend gelöscht und als Handlung eines Einzeltäters verniedlicht.

Dann sieht sich Seitz genötigt, durch eine auf Facebook gepostete eidestattliche Erklärung klarzustellen, daß sie weder für den Verfassungsschutz noch für den Staatsschutz arbeite. Dessen hatte sie, ebenfalls auf Facebook, der große Ober-PEGIDiot aus Dresden bezichtigt: “die kleine Spalterin von der VS-Gehaltsliste“… Unfein.

Dafür schwelgt Seitz seit längerem über eine ganz tolle Idee, wie sie die Demo am 20.6. am Rossmarkt in etwas unvergesslich  Großes verwandeln will: “Was wir geplant haben, ist ein komplett neues Konzept, es wird ANDERS, es wird GROSS – und (Verzeihung) es wird GEIL!  Wir freuen uns jetzt schon auf die verblüfften Gesichter der roten Straßenkampftruppe auf der anderen Seite des Zaunes!” – hinter dem Seitz mit ihren HoGeSas aber dann doch offenbar lieber bleiben will. Sicher ist sicher :-)

Wahrscheinlich stellt sich als nächstes heraus, daß Ester Seitz in Wahrheit eine Agentin von Lutz Bachmann ist, deren Auftrag darin besteht, Michael Stürzenberger zu diskreditieren. Von dem ist in letzter Zeit so merkwürdig wenig zu hören…

So belustigend das auch alles ist, wir bestellen kein Popcorn.

Wir rufen noch einmal für den 20.6. auf: lasst uns den Naziaufmarsch blockieren und unverrichteter Dinge nach Hause schicken!

Organisiert Euch in Bezugsgruppen und beteiligt Euch an der Vorbereitung. Es geht Seitz darum, im Westen der Republik durch ein “Großereignis”  eine PEGIDA-Bewegung ins Leben zu rufen, die über zersplitterte Mini-Demos und -kundgebungen hinausgeht – und zwar in offenkundiger Konkurrenz zu den sehr viel größeren regelmäßigeren Veranstaltungen in Dresden und Leipzig. 
Daraus wird nichts. Schluss mit den PEGIDA-Nazis und -Rassisten überall!
No pasarán!

Montag, 18.5., 18:30 Hauptwache: PEGIDA Frankfurt Rhein-Main verhindern / Heidi Mund zieht sich zurück

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Für den kommenden Montag, 18.5. und den darauf folgenden Feiertag Pfingstmontag haben Heidi Munds “Freie Bürger für Deutschland” sich vom lokalen PEGIDA-Zirkus abgemeldet.
Ob diese Entscheidung endgültig ist, wird sich zeigen.
An der Hauptwache will sich nun ab 19:30 PEGIDA Frankfurt Rhein-Main versammeln.
Wir sind sicher: wieder mit Nazi-Anhang.

Die ANK ruft dazu auf, ab 18:30 vor Ort zu sein.
Weitere Infos folgen spätestens im Lauf des Montagvormittags.

update 18.5.:
NPD, Identitäre, Freies Netz Hessen und andere Nazis werden auch heute nach unseren Informationen wieder an der Hauptwache PEGIDA unterstützen. Wie das beim letzten Auftritt von PEGIDA Frankfurt Rhein-Main aussah, hat der Hessische Rundfunk unter anderem in einem Kurzinterview mit Stephan Jagsch (NPD, neben ihm Daniel Lachmann von derselben Partei) verewigt: “PEGIDA darf nicht sterben” . Auf den Facebookseiten von PEGIDA Frankfurt Rhein-Main wird aktuell gegen die Aufnahme von Flüchtlingen in Hanau gehetzt. Das soll so sicher auch heute an der Katharinenkirche geschehen.

Solidarität mit refugees – kein Meter für PEGIDA!

Am 20.6. – Naziaufmarsch blockieren!

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NAZI-AUFMARSCH BLOCKIEREN!

Für den 20.06. rufen Neonazis und Rassisten zu einer Großkundgebung in Frankfurt/Main auf. Unter dem Namen „Widerstand Ost-West“ wollen die Islamhasser von Pegida und die Nazi-Hooligans von Hogesa gemeinsam auftreten. Sie wollen an diesem Tag gegen den Islam und gegen Linke hetzen. Uns ist es egal, unter welchem Namen und welcher Parole oder unter welcher “Führung” Nazis, Hooligans und Rassisten wo auch immer auf die Straße gehen wollen. Diese Leute nutzen ihren wahnhaften Hass auf “den Islam” als kleinsten gemeinsamen Nenner für ihre unterschiedlichen nationalistischen, rassistischen, faschistoiden Ziele. Sie stellen eine Gefahr für migrantische Kolleginnen und Kollegen, für Linke, für alle Menschen dar, die sich dem Weltbild von Nationalismus und Rassismus nicht fügen. Das ist nicht nur eine Frage menschenverachtender Gedanken und Einstellungen: Seit dem Beginn des Aufstiegs der PEGIDA-Bewegung haben sich die gewalttätigen Angriffe auf islamische Einrichtungen, auf Flüchtlingsheime, auf MigrantInnen drastisch erhöht. Sie liegen für 2015 heute bereits so hoch, wie für die Jahre 2013 und 2014 zusammen. Das ist das Ergebnis von PEGIDA. Sie versuchen derzeit, so etwas wie den Keim einer faschistischen Massenbewegung zu gründen. Die Demonstration in Frankfurt soll offenbar ein Schritt in diese Richtung werden. Diesen Brandherd gilt es darum jetzt auszutreten, bevor er um sich greifen kann. Darum werden wir ihnen überall gemeinsam, entschlossen und solidarisch entgegentreten – am 20. Juni in Frankfurt. Wir rufen alle AntifaschistInnen und DemokratInnen dazu auf, sich an den Blockaden zu beteiligen. Wir wollen gemeinsam den Aufmarsch der Neonazis verhindern.

aktuelle Infos:

antinazi.wordpress.com https://antinazi.wordpress.com
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