3.2., 17:00, Saalbau Ronneburg: Alexander Gauland und der AfD die Tür weisen!

Am kommenden Mittwoch will Alexander Gauland, stellvertrtetender AfD-Bundesvorsitzender und führender  Repräsentant dieser neofaschistischen Partei, in Frankfurt Wahlkampf machen. AntifaschistInnen werden das nicht einfach hinnehmen. In den vergangenen Wochen hat die AfD die “nationalliberale” Maske fallen lassen. Die Äusserungen von Höcke zum biologischen “Reproduktionstyp” von ihm missliebigen Menschen, die Forderung Frauke Petry’s, die Polizei an den Grenzen möge doch bitte endlich auf refugees scharf schiessen, die Bestätigung dessen seitens Beatrix von Storch, ja, damit seien ausdrücklich auch Frauen und Kinder gemeint, ihre nachfolgende Korrektur, nein, nur auf Frauen solle auch geschossen werden, auf Kinder nicht – allein schon das alles reicht aus, der AfD  zeigen, wo der Zimmermann das Loch gelassen hat. Es reicht jetzt endgültig.

Darum kommt ALLE, am Mittwoch, 3.2., 17:00, zum Saalbau Ronneburg!

Klaus Willkomm ist gestorben

DSC_0449Vor wenigen Tagen ist unser Freund, Kollege und Genosse Klaus Willkomm-Wiemer nach einem Jahr schwerer Krankheit gestorben. Wir sind darüber sehr traurig und stehen in dieser Trauer mit seiner Familie und mit seinen Freundinnen und Freunden zusammen.

Klaus war seit Gründung der ANK im September 2002 viele Jahre in unseren Reihen aktiv und gehört über längere Zeit dem Sprecher*innenkreis der ANK an. Als politischer Sekretär der IG Metall vertrat er seine Organisation in unseren Reihen.

Seine Erfahrung, seine Ideen waren wichtig für uns. Seine Ruhe und Klugheit, seine Entschlossenheit und Klarheit werden uns fehlen – besonders aber auch sein trockener Humor.

Wir trauern um einen sehr liebenswerten Menschen. Die Trauerfeier findet am Montag, den 25. Januar, um 11.45 Uhr in der Halle des Hauptfriedhofes statt.

Klaus – presente!

AfD: gestört und vergittert. Demnächst besucht?

Gestern abend versuchten die um PEGIDA, BFF und AfD gruppierte Kräfte mal wieder, in Frankfurt eine zuvor groß beworbene Veranstaltung durchzuführen. Nachdem man zuerst couragiert im BIKUZ Höchst angemeldet hatte, zog man sich dann doch lieber ins leichter zu sichernde Gebäude des Saalbau Gutleut zurück. Es tröpfelten etwa einhundert AfDler ein, denen 350 – 400  Antifaschist*innen verschiedener Gruppen gegenüberstanden, dazwischen wie so oft Bereitschaftspolizei und BFE.
Unter diesen Umständen konnte wie so oft von einer öffentlichen Wahlkampfveranstaltung der extrem Rechten aus der Höcke-Partei keine Rede sein: die Besucher*innen mußten teilweise von Polizeibeamt*innen zum Eingang geleitet werden, wo sie eine Leibesvisitation seitens privater Securities über sich ergehen lassen mußten, die von der AfD angeheuert worden waren. Irgendwelche nicht sowieso schon von der AfD überzeugten “besorgten Bürger” dürften darum kaum in der Veranstaltung zu finden gewesen sein.
Über hundert Antifaschist*innen hatten zuvor den Eingang zum Absperrgitter vor dem Haupteingang durch eine Sitzblockade gesperrt, wurden aber dann geräumt. Dabei und bei der Abwehr eines fast gelungenen antifaschistischen Durchbruchs am Absperrgitter vor dem Eingang setzt die Polizei Knüppel und Reizgas ein.

Über die Veranstaltung selbst ist nicht weiter zu berichten (vgl. dazu FR, FNP). Die Mobilisierung der antifaschistischen Seite verlief erstaunlich gut für die wenige Arbeit, die dafür investiert worden war.
Den Vogel der bizarrsten Vorberichterstattung schoß mal wieder BILD ab, deren Autor von “brennenden Barrikaden im Gutleut” oder gar einer “europaweiten Mobilisierung” gegen diese AfD-Miniversammlung phantasiert hatte. Ob der diesen BILD-Sinn verfassende Journalist bei Abfassung seines Textes bekifft war, oder ob ihm aus Versehen der letztjährige Blockupy-Berichterstattungs-Textbaustein in die Zeilen gerutscht und das dem gegenlesenden Redakteur entgangen ist – wir werden es wahrscheinlich nie erfahren. Ist aber auch egal. Uns hat es womöglich bei der Mobilisierung geholfen.
Die Situation im Gutleut war jedenfalls nicht von Bürgerkriegsstimmung geprägt, auch wenn der FOCUS dort “Tumulte” gesehen haben will. Aus den Fenstern umliegender Aktionen gab es sogar Applaus für uns.

Am 24.2. möchte, wie zu hören ist, die AfD eine weitere “Großveranstaltung” dieses Typs im Nordwestzentrum durchführen. Wie man ebenfalls hört, soll es schon viele Interessent*innen geben, die den, wie zu Wahlkampfzeiten üblich, intensiven Dialog besorgter Antifaschist*innen mit der “Alternative für Deutschland” diesmal im Saal führen möchte. Das ist dann auch deutlich wärmer als gestern.
Bereitet Euch vor: unauffällige Kleidung, ein paar nette Mitstreiter*innen, gute Argumente, Wahlkampfstimmung, Konfetti, Tröten, die Bereitschaft zum jubilierenden Dauerbeifall usw. Wir sollten darauf achten, daß unsere Proteste inhaltlich und der Form nach nicht zum berechenbaren Ritual werden.

Wohin auch immer möglicherweise diesmal die Veranstaltung verlegt worden sein sollte – wir informieren Euch hier oder über @ank_ffm sowie NoFragida auf Facebook.

 

Gemeinsam und entschlossen am 20. 1. 2016 der AfD entgegen treten!

[update: die AfD hat den Ort ihrer Veranstaltung  geändert. Sie findet nun unter dem Motto “Kriminalität und Sicherheit in Frankfurt” im Saalbau Gutleut, Rottweiler Straße 32, Nähe Basler Platz, statt.  Die Veranstaltung soll von 19 – 22 Uhr stattfinden. Antifaschist*innen sind ab 17:00 Uhr vor Ort.] 

Frankfurt hat es 2015 geschafft, Heidi und Mathias Mund, Erster Seitz, Michael Stürzenberger, Michael Mannheimer, Fragida, und was immer da an rechten Gruppen öffentlich auftreten wollte, von den Plätzen unserer Stadt zu vertreiben.Auch den parlamentarischen Arm von PEGIDA in Frankfurt, Wolfgang Hübners BFF, konnten wir erfolgreich davon abhalten, Ereignisse wie den Anschlag auf Charlie Hebdo Anfang Januar 2015 für sein rassistisches Gedankengut zu mißbrauchen.
Die AfD hat soeben mit Björn Höcke eine neue Qualität von Rassismus in die öffentliche Debatte eingebracht. Die AfD ist eine Partei, in der es möglich ist, im Stil eines biologistischen Rassismus über den “afrikanische Ausbreitungstyp” von Menschen oder einen vermeintlichen Antagonismus von Judentum / Christentum und Islam zu reden. Dem werden wir entgegentreten. Einen Auftritt der Höcke-Partei werden AntifaschistInnen in Frankfurt nicht dulden.

Jetzt will die AfD in Frankfurt zur Kommunalwahl antreten. Eine zentrale Wahlkampfveranstaltung am 20. Januar in Höchst soll dazu ihren Wahlkampf eröffnen. Dagegen haben wir etwas.

Wir wollen am 20. Januar klarmachen, daß wir die AfD in Frankfurt nicht wollen. Nicht auf unseren Plätzen, nicht in unseren Sälen oder der Stadtverordnetenwersammlung.
NeofaschistInnen, die braunes Gedankengut wie der Thüringer Rassisten-Propagandist und AfD-Sprecher Höcke in modernisierter Form unter die Leute bringen wollen, bezeichnen und bekämpfen wir als das, was sie sind. AfD und PEGIDA sind der Anfang einer faschistischen Massenbewegung in Deutschland. Auf ihr Konto gehen allein 2015 mehr als 1600 Brand- und Mordanschläge auf MigrantInnen und Flüchtligseinrichtungen. Ein Auftritt der AfD in Frankfurt ist von daher eine hangreifliche Morddrohung gegen unsere migrantischen KollegInnen, FreundInnen, NachbarInnen. Das lassen wir nicht unbeantwortet. Wir lassen uns nicht spalten!

Am 26. Januar 2015 haben wir ein starkes Zeichen in Frankfurt gesetzt.
20.000 Menschen waren unterwegs um zu zeigen, dass PEGIDA in Frankfurt keine Chance hat. Insgesamt sechzehn Mal haben in den Monaten danach verschiedene neofaschistische Grüppchen rund um PEGIDA, AfD, BFF, NPD, REPs, Dritter Weg, Freies Netz Hessen und so weiter immer wieder gemeinsam versucht, öffentlich Rassismus, Islamhass und Neofaschismus zu propagieren. Sie sind damit jedes Mal gescheitert. Fast auf den Tag genau ein Jahr später knüpfen wir genau daran an.

Dazu treffen wir uns am 20. Januar, vor dem BIKUZ Höchst, Gebeschusstraße 6-19,65929 Frankfurt am Main, um 17.00 Uhr.

Grenzen einreißen – auf den Straßen, in den Köpfen! Demo am 10. Dezember


Aufruf des Netzwerks Konkrete Solidarität zur Demonstration am 10. Dezember 2015
(bisherige Unterstützer*innen des Aufrufs, weitere Infos zur Demo hier
,
Hashtag zur Demo #2012ffm)

Zwar hat sich die Bundesregierung zuletzt mit einer „Willkommenskultur“ gerühmt, die aus dem „Herzen der Menschen“ gekommen und „um die Welt gegangen“ (Merkel) sei.

Zeitgleich brennen in diesem Land aber zahlreiche Flüchtlingsunterkünfte und es werden die „schärfsten Regeln zur Flüchtlingsbegrenzung“ (Seehofer) durchgesetzt, die in der Bundesrepublik jemals existierten.

Dabei ist die Lebensrealität von Geflüchteten bereits jetzt von mangelnden Selbstbestimmungsrechten, desolaten Unterbringungssituationen und Isolation gekennzeichnet.

Die fortschreitende Aushöhlung elementarer Grundrechte und die rigorose Rhetorik lassen nicht auf eine Besserung hoffen.

Am Tag der Menschenrechte wollen wir deutlich machen, dass wir keine rassistischen Gesetze akzeptieren.
Wir fordern eine offene Gesellschaft und menschenwürdige Politik für alle.

Jede*r – unabhängig von Herkunft, kultureller oder religiöser Zugehörigkeit, Geschlecht und sozialem Status – hat das Recht, darüber zu entscheiden, wo sie*er lebt.

Deshalb fordern wir sichere Fluchtrouten, menschenwürdige Wohn-­ und Lebensbedingungen sowie kostenfreie Bildung und Krankenversorgung für alle!

Selbstbestimmung, physisches und psychisches Wohl sind kein Privileg einzelner, sondern das Recht aller.
Wir rufen daher zu einer Demonstration am 10. Dezember 2015 in Frankfurt/Main auf, die der rassistischen Politik eine laute Absage erteilt.

Die Demo startet um 17 Uhr vor dem Frankfurter Hauptbahnhof (Kaisersack).
Um ein starkes Zeichen zu setzen, brauchen wir bereits im Vorfeld Dich, Euch und viele andere, die unseren Aufruf [auf https://nksnet.wordpress.com%5D unterstützen.

Wie das geht? Schickt eine Mail an [teachers-­‐ffm@nksnet.org] mit der Betreffzeile „Aufruf 10. Dezember 2015“ und lasst euch als Institution, Organisation, Gemeinschaft oder Einzelperson namentlich in die Unterstützer*innen‐Liste eintragen. Die Liste wird unter unserem Aufruf veröffentlicht.

Verteilt Flyer, schickt den Aufruf (Übersetzungen in verschiedenen Sprachen findet ihr auf https://nksnet.wordpress.com) an alle, die unsere Aktion unterstützen wollen.
In Frankfurt, in der Umgebung, überall.

Grenzen einreißen.
Auf den Straßen. In den Köpfen.

Zeigen wir, dass wir viele sind!

Hitlergruß in Weinheim: bewaffneter Staats-Schutz für rechten Terror

Was sich am Vorabend des 21.11 bereits ankündigte, eskalierte am Samstag, 21.11. in Weinheim rund um den Bundesparteitag der neofachistischen NPD vollends. Zum jetzigen Zeitpunkt kann man davon ausgehen, daß die Art und Weise, wie die Polizei in Weinheim gegen Antifaschist*innen vorging, zu etwa 200 Festnahmen und 140 verletzten Menschen führte. Eine Antifaschistin soll einen Halswirbelbruch erlitten haben. Ein Journalist der kurdischen “Özgür Politika” wurde polizeilich zusammengeschlagen, seine Kamera zerstört. Einen Einblick ins polizeiliche Vorgehen gibt zum einen das folgende Video, zum anderen Berichte u.a. auf Störungsmelder, Indymedia, Beobachternews und Nofragida.
Das alles zum Schutz von etwa 200 NPD-Neofaschisten. Damit klar wird, was das politisch bedeutet: nach Auskunft des Bundesinnenministeriums von 2014 gab es von 1990 bis heute in der BRD vermutlich (ganz genau weiß das niemand) 746 schwere Gewaltangriffe mit 849 Todesopfern und Schwerverletzten als Ergebnis rassistischen und rechten Terrors. Die NPD ist natürlich nicht die einzige faschistische Organisation des Landes. Aber sie ist der kontinuierlichste organisatorische Ausdruck des extrem rechten Gesamtspektrums, dessen organisiertes Sammelbecken, Partei und “Bewegung”. Zum Schutz dieser rechten Terrororganisation bietet die Exekutive der BRD seit Jahren alles auf, was ihr lieb und teuer ist. Und so war es auch gestern.

Knapp über 80 Antifaschist*nnen aus Frankfurt kamen mit dem ANK-Bus gegen 6:30 an der B 3 vor einer ersten Straßensperre nördlich von Weinheim an, stiegen aus dem Bus und setzten sich zu Fuß in Bewegung Richtung Stadthalle. Nach etwa einer halben Stunde Weg schlossen sich uns etwa 150 gerade angekommenen Antifas aus Heideberg und Mannheim an. Kurz darauf stieß diese gesamte Gruppe an der Ecke Bergstraße/Gutleuthausstraße, schräg gegenüber der zum Greifen nahen Stadthalle auf eine erste Polizeiabsperrung. Unsere Versuche, das Absperrgitter zu überwinden, wurden sofort mit Pfefferspray beantwortet. Eine Aktivistin wurde dabei aus nächster Nähe getroffen und am Auge verletzt. Kurz darauf rannte die Heidelberg/Mannheimer-Gruppe nach dem Ruf  “da hinten kommt eine Hundertschaft!” von der Blockadestelle weg in Richtung EDEKA-Parkplatz. Die Absperrung wurde zeitgleich verstärkt, die bisherigen Beamten ausgewechselt und mit ausgetauschten “Reizgassprühgeräten” versehen. Da an dieser Stelle kein Durchkommen mehr war, zogen wir weiter und kamen nach einigen Umwegen auf die Weschnitzbrücke direkt vor der Stadthalle, wo sich mehr und mehr Menschen sammelten. Im Lauf des Tages gab es dann weitere Blockadepunkte an der B 3, im Bereich der Nördlichen hauptstraße und vor allem in der Birkenauer Talstraße. Hier fuhr die Polizei einen Wasserwerfer auf und setzte Hundestaffeln gegen eine Blockade dieses östlichen Zugangswegs zur Stadthalle ein, über der stundenlang ein Hubschrauber kreiste. Es kam zu brutalen Schlägen, Tritten, polizeilichen Kung-Fu-Einlagen, dem genannten Angriff auf einen Journalisten und schließlich zu einem Kessel von etwa 100 Personen, der dort über Stunden blieb. An ihm vorbei setzte die Polizei einen Konvoi von Privat-PKWs mit Delegierten des NPD-Parteitags durch. Von denen provozierten vor dem Eingan der Stadhalle einige Antifas zB. mit dem demonstrativen Zeigen des Hitlergrußes, was selbstverständlich polizeilich toleriert wurde.

Ab 13:00 demonstrierten 1000 Menschen durch Weinheim, während gleichzeitig noch immer die meisten Festgenommen im Kessel an der Birkenauer Talstraße saßen. Sie wurden einzeln abgeführt, erkennungsdienstlich behandelt und dann, mit Kabelbindern gefesselt, in Busse des ÖPNV-Anbieters VRN gesetzt. Nach ihrem Transport nach Mannheim saßen sie dort noch über Stunden in der GeSa.
Mit dem Ende der Demo ebbten die Aktivitäten deutlich ab. Auf der Weschnitzbrücke harrten noch einige Antifas aus, konnten aber nicht mehr eingreifen.

Die Infostrukturen in Weinheim sind ebenso verbesserungsfähig wie unsere eigenen auch. Ein großer Dank den Demosanitäter*innen und den Sambatistas!!!, die einen eiskalten und verregneten Aktionstag aushaltbarer machten, als er sonst gewesen wäre.

Die Zusammenarbeit der ANK mit ihren BündnispartnerInnen in Weinheim, der Initiative Nazifreies Weinheim,  funktioniert gut – Danke an die AktivistInnen dort! Wir fanden und finden im Unterschied zu anderen den Ansatz, möglichst früh und möglichst nah am zu besetzenden Ort zu sein, weiterhin richtig. Er entsprach der angenommenen und dann auch vorgefundenen Kräfteverteilung. Gute Zusammenarbeit gab es mit antifaschistischen Gruppen einer ganzen Reihe von Städten – Danke an die Genoss*innen dort. Laßt uns die Zusammenarbeit stärken!
Es bleibt aber: wir hätten viel mehr erreichen können, wenn wir mehr gewesen und entschlossener aufgetreten wären. Um in einer solchen Situation wirklich organisiert und eingriffsfähig durchziehen zu können, was wir uns vorgenommen haben, müssen wir organisierter, klarer und massiver auftreten. Daran werden wir arbeiten. Eine kritische / selbstkritische Bilanz dazu wollen wir in den nächsten Tagen im eigenen Kreis und mit unseren Bündnispartner*innen ziehen, deren Ergebnisse wir hier veröffentlichen wollen, soweit sie dazu geeignet sind. Zu diesem Zweck werden uns wir uns nicht an anderen, von uns für nicht weiterführend gehaltenen Entwürfen und Bündnissen abarbeiten, sondern uns bemühen, unsere eigenen Strukturen zu stärken.

Zum Abschluss noch ein Wort zu den beiden anderen Weinheimer Bündnissen (“Weinheim bleibt bunt” / “Weinheim gegen rechts”). Beide waren nicht vor Ort zu bemerken, wo es anstrengend und brenzlig wurde. Sie hielten sich sorgfältig fern. In einer Rede dreihundert Meter vom Ort des Geschehens, der Stadthalle, entfernt, sah sich Bürgermeister Bernhard, SPD, vor allem bemüßigt, Antifaschist*innen und Nazis auf eine Stufe zu stellen und sich unter Applaus bekannter Teile der Zivilgesellschaft von beiden zu distanzieren sowie der Polizei zu danken, die zeitgleich mit einem längeren Konvoi von Einsatzfahrzeugen an ihm vorbeibrauste, um Antifas in der Birkenauer Talstraße zu einkesseln.
Es war ein besonderes Erlebnis, auf dem Weg zurück zum Bus am Festzelt von “Weinheim bleibt Bunt” vorbei zu gehen: Humtata-Musik, Bier und Wurscht, Zufriedenheit und volle Backen allerorten. Nicht anders tönte es vom anderen Ufer der Weschnitz aus dem “Guckhin-Camp”, nur dass die Musik um Nuancen besser klang.  So sieht sie aus, die heile Welt. Und direkt daneben: ein NPD-Parteitag, eine unter Polizeischutz kaum gestörte Versammlung der Flüchtlingsheim-Brandstifter, NSU-Freunde, Rassisten und Mords-Nationalisten, aber auch: zusammengeschlagene Antifas, Pfefferspray- und staatliche Knüppelattacken.

Es gibt viel zu tun. Ansätze haben wir.

Und: sollte die NPD 2016, wie angekündigt, wieder einen NPD-Parteitag nach Weinheim einberufen, ist die gesamte linke und antifaschistische Bewegung des Landes aufgerufen, diesem Spuk ein ähnlich verdientes Ende zu bereiten, wie dem Dresdner Naziaufmarsch.