Der 8. Mai 1945 und wir. Linke Politik, deutscher Imperialismus und Faschismus

Vorträge und Diskussion mit Frank Deppe und Hans Christoph Stoodt
Dienstag, 8. Mai 2007, 19 bis 21.30 Uhr
Gewerkschaftshaus Frankfurt

„Wir haben in der jüngeren Geschichte dreimal sehr
viel Geld investiert und nur einmal ist eine positive
Dividende Herausgekommen“

(Günther Gloser, Staatsminister im Auswärtigen Amt,
über den Vorteil der Investitionen in die Entwicklung der EU
gegenüber denen in den Ersten und Zweiten Weltkrieg,
JW, 19. Februar 2007)

1914 – 1918 / 1933 – 1945 / 1990ff: diese drei Zeitabschnitte meint der Staatssekretär in seinem Zitat. Sie markieren ebenso viele Versuche des deutschen Imperialismus, endlich seinen „Platz an der Sonne“ zu finden. Wir sind Zeuginnen und Zeugen des dritten Versuchs.

Das historische Ergebnis des 8. Mai 1945 kann in zwei grundlegenden Texten zusammengefaßt werden: dem des Potsdamer Abkommens mit seinem Gebot der dauerhaften Zerschlagung des deutschen Faschismus und Militarismus und dem des Schwurs der Häftlinge von Buchenwald, die die Vernichtung des Faschismus „mit seinen Wurzeln“ zur gesellschaftlichen Aufgabe machten. Der bald nach dem Sieg der Anti-Hitler-Koalition einsetzende Kalte Krieg trug dazu bei, dass diese Forderungen nie verwirklicht wurden.

Die weltweite Nachkriegsordnung beruhte fast 50 Jahre auf der politischen, ideologischen und militärischen Konfrontation der beiden Systeme. Dieses Zeitalter ging in den Jahren der weltpolitischen Wende zwischen 1989 und 1991 zu Ende. Die Reaktionäre triumphierten. Der alte Präsident Bush verkündete eine neue Weltordnung, beherrscht von den USA und ihren
Verbündeten. Neue Kriege stehen auf der Tagesordnung.

Die gesellschaftlichen Verhältnisse Deutschlands wandelten sich: ebenso das Auftreten im europäischen und globalen Maßstab. Deutschland führt Krieg, es strebt nach europäischer
Hegemonie. Dafür wird nach innen ein entsprechendes gesellschaftliches Bewußtsein und die Möglichkeit straffen Durchgreifens gegen VertreterInnen von Systemalternativen durchgesetzt.

Das hat einerseits Tradition und andererseits eine neue Qualität erreicht, die linke Politik zur aktualisierenden Neubestimmung des Verhältnisses von deutschem Faschismus und Imperialismus zwingt.

Die heutigen Nazis verbreiten seit Jahren die alten rassistischen, antisemitischen, faschistischen Positionen und drängen sich in Antikriegs- und globalisierungskritische Demonstrationen und Aktionen gegen den Sozialabbau hinein. Sie bauen ein bundesweites Netz von Schulungszentren und Akademien auf. Lokal versuchen sie, sich in Dörfern und Städten durch Infiltration bestehender Vereine und Aktivitäten zum selbstverständlichen Teil der Gesellschaft zu machen.

Bis zur Verwechselbarkeit imitieren heutige Nazi-Aufrufe und Flugblätter linke Positionen. Sie versuchen, die Tradition des Internationalismus rassistisch umzudeuten, aufzufangen und zu beerben – jedem sein „Volk“, jedem Volk seine eigene „Volksgemeinschaft“. So soll es auch
beim G8-Gipfel in Heiligendamm sein. Ihre Aufrufe geben sich betont antikapitalistisch, globalisierungskritisch und ethnopluralistisch – und stellen sich deutlich in die „nationalrevolutionäre“ Tradition der historischen SA.

• Was bedeutet aktuell antifaschistische und friedenspolitische Arbeit?
• Welche Ziele müssen wir uns in der antifaschistischen Arbeit aktuell stecken und wie parlamentarische und außerparlamentarische Arbeit verbinden?
• Wie verhindern wir erfolgreich Naziaufmärsche?

Veranstalter:
Beirat zur Unterstützung einer gemeinsamen linken Partei in Hessen

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