Günter H. Oettinger: Neue Referentin aus dem „Studienzentrum Weikersheim“

Nach dem Debakel um seine Filbinger-Beweihräucherungs-Rede hatte Günter Oettinger zunächst einmal verkündet, er wolle seine in der Öffentlichkeit heftig kritisierten Beziehungen zum Studienzentrum Weikersheim, einer Filbinger-Gründung, ruhen lassen. Das Studienzentrum Weikersheim, nach dem Titel einer kritischen Untersuchung seiner Aktivitäten auch als „Club der rechten Denker“ bekannt, ist eine rechtskonservative Kaderschmiede mit Scharnierfunktion zum Rechtsextremismus.

„Eine Reihe von Kritikern, darunter Autoren des ehemaligen IDGR, des Duisburger Instituts für Sprach- und Sozialforschung sowie der Sprecher der SPD-Fraktion für Verfassungsschutz- und Extremismusfragen, Stephan Braun, siedeln das Studienzentrum in einer Grauzone zwischen Rechtskonservatismus und Rechtsextremismus an. Es überschreite die Grenzen zwischen diesen Lagern gezielt, um zur Enttabuisierung rechtsextremer Positionen beizutragen.“(Wikipedia).

Oettinger arbeitet seit Jahren dort mit und hat sich unter öffentlichem Druck taktisch vom Studienzentrum distanziert, nachdem zum Schluß auch noch bekannt geworden war, daß dort demnächst der antisemitische Ex-CDU-Bundestagsabgeordnete Martin Hohmann (Reserveoffizier der Bundeswehr und ehemaliger BKA-Beamter) und General a.D. Reinhard Günzel sprechen sollten. Afghanistan-Veteran Günzel war dort ehemaliger KSK-Kommandeur und zuletzt aufgefallen wegen einer Veröffentlichung, in der die auf terroristische Sabotageaktionen spezialisierte historische Wehrmachtseinheit „Brandenburger“ als Vorbild für Bundeswehreinheiten dargestellt wurde. Er war zuvor bereits wegen Unterstützung Martin Hohmanns seines Kommandos enthoben worden. (SWR-Bericht). Nun hat sich Oettinger mit Dorothea Beetz (Mannheim) eine Referentin in seine unmittelbare Umgebung geholt, die zeitweilig als Vorstandsmitglied der Weikersheim-Nachwuchsorganisation „Jung Weikersheim“ fungierte (weiterer SWR-Bericht). Merke: wenn Oettinger nicht mehr nach Weikersheim kann, dann kommt „Jung Weikersheim“ eben ins Büro Oettinger. Das ist nicht nur superschlau ausgedacht – nein: so sieht eine wirklich glaubwürdige Distanzierung von einer konservativen Kaderschmiede mit offener Flanke zum Rechtsextremismus aus. Wir finden: das ist eine weitere Höchstleistung Günter H. Oettingers!

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