Die Sicherheitslage diesseits des G8-Zauns – im „Sachsensumpf“: Kinderprostitution, Frauenhandel, Immobilienhaie, Antiziganismus

Alle Welt bewundert unsere kompetenten Sicherheitsbehörden in ihrem wackeren Kampfe gegen gewaltbereite Fanatiker, die zum Beispiel einhundertfünfzigtausend Hungertote pro Tag als Folge der kapitalistischen Weltordnung nicht widerspruchslos hinnehmen wollen und den harmonischen und friedlichen Gipfel der politischen Welteliten in Heiligendamm zu stören drohen.

Ein martialischer Sicherheitszaun, 16.000 Polizeibeamte, Demonstrationsverbote, grundrechtswidrige Razzien, Postüberwachungsaktionen, Schnüffelhunde soll die „Störer“ Mores lehren. Das finden nicht alle gut. Selbst Hans Magnus Enzensberger, im Jahre 2003 noch gläubiger Bewunderer der US-Kriegsführung im Irak, hat nun Zweifel angesichts dieses Szenarios und rät den HerrInnen der Welt, sich doch am besten künftig auf immer derselben abgelegenen Pazifik-Insel zu treffen und der übrigen Welt den Gipfelrummel an ständig wechselnden Orten zu ersparen. Damit wäre dieses Problem dann elegant gelöst.

Aber es gibt ja auch ein Leben diesseits des Zauns. Nicht immer und überall können die OrdnungshüterInnen gleich intensiv ihrer Tätigkeit nachgehen. Intensivere Grenzkontrollen können ihrem Wesen nach halt kein Dauerzustand sein. Im normalen Alltag, also diesseits des Zauns, befindet sich seit den frühen 90ern zB. der von Beobachtern so genannte „Sachsensumpf„: ein trautes Ineinander von die DDR abwickelnden Immobilienhaien, Frauenhandel, Kinderprostitution besonders mit sogenannten „Zigeunerkindern“, die vor allen in Dresden, Leipzig und Chemnitz als „Frischfleisch“ mißbraucht wurden – und zur harmonischen Abrundung des in den Gefilden des Sachsensumpfes bekanntlich völlig neuen Geschmacks von Freiheit und Abenteuer: Mordanschläge, Verbindungen zur Mafia sowie Unterschlagung von Ermittlungsdokumenten. Hohe und höchste Kreise der Politik und des Sicherheitsapparats bis hin zum „Leitenden Oberstaatsanwalt“ sind anscheinend involviert – die Spuren führen, wie das Internetportal „German Foreign Policy“ berichtet, „in Berliner Regierungskreise“ (weitere Informationen hier). Nachvollziehbar ist die Schlußfolgerung: „Während die deutschen Grenzbehörden mit ausgefeilter Technik Jagd auf Migranten und Asylbewerber machen, gelingt es ihnen nicht, schwerwiegende Verstöße gegen elementare Menschenrechte zu unterbinden und die Organisatoren der Kinderprostitution, ihre Profiteure sowie die politischen Paten dingfest zu machen – warum, zeigen die Ereignisse in Sachsen.
Anschauungsunterricht in Sachen Sicherheit: es ist in diesen Tagen lehrreich zu registrieren, gegen wen sich diese „Sicherheit“ richtet und gegen wen nicht, wessen Interessen sie dient und wessen Rechtlosigkeit sie sprach-und tatenlos ignoriert – ganz genau so wie die jedes Mal wiederholte Beobachtung, wem die Polizei bei Nazidemonstrationen den Rücken zukehrt, und wen sie schlägt. Es sind die Sicherheitsbehörden und ihr Staat, der sich auf diese Weise immer wieder selber positioniert.

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