Die NPD, der Molotow-Cocktail, die Polizei und die FAZ

Nazi-Video-70707-Ffm-Molotowcocktail Die Frankfurter Polizei und ein Teil der Medien, allen voran die FAZ, äußerte ohne Grund und Beweis wenige Tage vor dem NPD-Aufmarsch am 7. Juli einen üblen Verdacht. Demzufolge hätte „die Antifa“ selber einen Videoclip ins Netz gestellt, in dem eine lispelnde NPD-Aktivistin mit einem Molotow-Cocktail hantiert. Dieser Verdacht wurde auch von Polizeisprecher Linker in die Öffentlichkeit getragen – objektiv ein Entlastungsangriff zugunsten der NPD. Nun dürfte er denen, die ihn nach angeblicher „Antifa-Gewalt“ hechelnd äußerten, auf die eigenen Füße fallen.

Der von Linker und der FAZ geäußerte Verdacht war von vornherein logisch unsinnig. Denn die NPD, nach der Logik Linkers Hauptgeschädigte des vorgeblichen „Antifa“-Fakes, hat sich niemals öffentlich von diesem Video distanziert, was sie sicherlich getan hätte, wäre sie zu Unrecht eines weiteren Gewaltaufrufs bezichtigt worden. Zudem ist unter dem gleichen YouTube-Account schon seit ca. 2 Monaten das offizielle NPD-Werbevideo „07.07.07 AntikapDemo FFM Werbevideo“ online (das auch auf der offiziellen NPD-Propagandaseite zum Nazi-Aufmarsch mit dem YouTube-Account verlinkt ist).
Die NPD-Kommunikationsstrategie, man kann es auch heute noch nachlesen (www.npdhessen.de), bestand in der Behauptung, eine völlig friedliche Demonstration abliefern zu wollen. Nun stellt sich heraus, dass für diese „friedliche Demonstration“ möglicherweise aus dem Umkreis des Anmelders selbst mit dem Molotow-Cocktail in der Hand geworben wurde – ein gutes Beispiel für das Verhältnis von Maske und Gesicht des Faschismus zu allen Zeiten.
Ein aktueller Propaganda-Erguß des Nazi-Accounts lautet übrigens „Nazis vs. BRD“, in dem gegen Bundesregierung und Ausländer, USA und Israel gehetzt wird (Zitate: „Ihr Berliner Bonzen habt nur ein Ziel, noch mehr Ausländer in unser Land zu holen, um unser Land weiter zu überfremden. […] Uns kotzt an, daß ihr der USA und Israel in den Arsch kriecht…“).
Bilder (Screenshots) vom Nazi-Account bei YouTube:
nazi-hessen-account-youtube_01 nazi-hessen-account-youtube_02 nazi-hessen-account-youtube_03

Inhalt einer Presse-Erklärung des Vorsitzenden der Römerfraktion „Die Linke“, Lothar Reininger, der aufgrund eigener Recherchen den nicht unbegründeten Verdacht äußert, das Nazi-Molli-Video stamme aus dem unmittelbaren Bereich von Demonstrationsanmelder Marcel Wöll. Für den kommt es ja nun auf eine Strafanzeige mehr oder weniger auch nicht mehr an. Und Saubermann Jörg Krebs sollte man zur Sicherheit vor der nächsten Römer-Sitzung gründlich leibesvisitieren…
Text der Presse-Erklärung:

Presseerklärung
Aufruf zur Gewalt ist auf der NPD-Seite verlinkt

In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) war in den letzten Tagen mehrfach zu lesen, dass es Zweifel an der Echtheit eines Videos gibt, in der eine NPD-Anhängerin mit einem Molotow-Cocktail in der Hand zur Teilnahme an der Nazi-Demonstration am 7.7. aufruft. Nach Ansicht des Polizeisprechers Jürgen Linker stamme der Videoclip möglicherweise nicht von der NPD, sondern sei von der Antifa produziert, um ihre Anhänger „scharfzumachen“ (FAZ vom letzten Samstag). Dazu erklärt die Fraktion DIE LINKE im Römer:

Entweder hat Herr Linker keine Ahnung von der Materie, dann sollte er einen solchen Verdacht nicht äußern. Oder er betreibt bewusst eine Desinformationspolitik, die tief blicken lässt.

Um ein Video in das Portal YouTube einzustellen, ist eine Anmeldung erforderlich. Mit wenigen Mausklicks kann man also nachvollziehen, welcher angemeldete Benutzer dieses Video eingestellt und – in diesem Fall besonders wichtig – welche weiteren Videos dieser Benutzer eingestellt hat. Zudem hat jeder Benutzer die Möglichkeit, die von ihm eingestellten Videos auf einer eigenen Internetseite zu bewerben.

Der Nutzername unter dem das in den letzten Tagen diskutierte Video eingestellt wurde lautet „exvodsPhoenix“. Dieser Nutzer hat seine Videos unter einer eigenen Seite beworben, die man unter der Adresse http://www.youtube.com/user/exvodsPhoenix erreichen kann. Alle dort verlinkten Videos haben einen rechtsextremen und Gewalt verherrlichenden Hintergrund. Zudem liegt die Vermutung nahe – da es auch hierzu Verlinkungen gibt – dass es sich bei dem Nutzer um Marcel Wöll (NPD-Vorsitzender in Hessen) selbst oder Leute aus seinem Umfeld handelt, da sich hier Links auf Seiten befinden, die laut Impressum von dem bekennenden Neonazi betrieben werden.

Die Vermutung, das Video mit der jungen Frau, die mit einem Molotowcocktail in der Hand zur Teilnahme an dem rechten Aufmarsch in Frankfurt aufgerufen hat, wäre ein Produkt der Antifa, ist polizeiliche Desinformationspolitik bzw. unseriöser Meinungsjournalismus!

Kontakt:
Lothar Reininger, …

UPDATE, siehe auch:
Klaus Oberberg, AG Medien der Anti-Nazi-Koordination
Das Molotow-Cocktail-Video – eine Produktion aus dem Hause Marcel Wöll (NPD): Präsentation (PDF)

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4 Gedanken zu “Die NPD, der Molotow-Cocktail, die Polizei und die FAZ

  1. durch ein bisschen googlen und indizien sammeln lässt sich schnell rausfinden, dass sich hinter dem usernamen „exvodsPhoenix“, unter dem die diversen nazi-videos bei youtube eingestellt wurden, ein 18-jähriges bürschchen aus butzbach verbirgt. der vorname könnte „kevin“ sein, das muss aber natürlich nicht stimmen. er treibt sich ansonsten v.a. in gamer-portalen rum und hat dort mehrfach sein profil hinterlassen, inkl. geburtsdatum (immer das gleiche, daher wahrscheinlich sogar das richtige), email-adresse, ICQ-nummer und sogar foto (!), z.b. auf folgenden seiten:
    http://www.consoles.net
    http://sc.gosugamers.net
    http://www.myskulls.com

    aber man findet ihn auch in nazi-portalen wie diesem hier:
    http://www.pro-patria.de

    vermutlich handelt es sich um den kleinen bruder eines butzbacher nazis o.ä.

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