Bundeswehr-Heimatschutz: „Amtshilfe“ am 7. Juli?

7. Juli 2007 Frankfurt a.M (11) - Industriehof

Möglicherweise hat die Bundeswehr, wie schon in Heiligendamm, am 7. Juli auch in Frankfurt „Amtshilfe“ geleistet. Das wurde bereits vor der Nazidemonstration am 7.7. vermutet. Nun gibt es Fotos, die es zu belegen scheinen.

Der Bundeswehr-„Heimatschutz“ residiert seit einigen Monaten im Technischen Rathaus. Am 28. Juni gab es bereits eine Demonstration gegen ihn unter dem Motto „Notstand der Republik“ (Flugblatt “Heimatschutz” (PDF)). Nun zeigt eine Serie von Fotos, die am 7. Juli gegen 13.30 Uhr am Frankfurter Industriehof aufgenommen wurden: Zivilisten, Plizeibeamte (Mitte und ganz rechts im Bild) sowie Bundeswehrangehörige beobachten das Geschehen am Industriehof vom Flachdach einer gegenüber der U-Bahnstation gelegenen Bundeswehr-Kaserne aus. Einer der Soldaten fotografiert. Freizeitbeschäftigung wird das für die Soldaten nicht gewesen sein. Sie tragen Uniform. Im Rahmen der „Zivil-Militärischen Zusammenarbeit“ umfasst der Dienst von Bundeswehrsoldaten nach der im oben genannten Flugblatt zu sehenden Aufnahme vom Februar 2007 u.a. auch den Einsatz gegen streikende Arbeiter („Soldaten des Jägerbataillon 292 bei der Übung gegen Demonstranten im Blaumann, [Europäische Sicherheit 2/2007])„). Zumindest scheint das geübt zu werden. Bereits Heiner Halberstadt hatte in einem Bericht über den 7. Juli die These aufgestellt, hier sei für noch ganz andere innere und soziale Konflikte geübt worden. Das paßt.

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7 Gedanken zu “Bundeswehr-Heimatschutz: „Amtshilfe“ am 7. Juli?

  1. Sehr geehrte Damen und Herren,
    ja sie tragen Uniform. Sie tragen sogar Waffen denn sie sind Feldjäger (Militärpolizisten) und befinden sich innerhalb einer militärischen Liegenschaft. Warum tun sie das? Das sie es nicht zum Freizeitvertreib tun ist schon geklärt, sie tragen ja Uniform. Wollen sie eine Militärdiktatur errichten? Wollen sie auf hilflose Demonstranten schießen? Gar Arbeiter- und Soldatenräte bilden?

    Wahrscheinlich nicht. Das sollte sogar ihnen einleuchten.

    Ich habe etwas sinniert und bin zu einigen ziemlich abwegigen Folgerungen gekommen.

    1. Die Bundeswehr unterhält Gebäude und Anlagen in der BRD.
    2. In diesen werden oftmals, von Berufs wegen, Waffen und Munition gelagert.
    3. Die Bw ist dazu in der Lage diese Einrichtungen zu schützen und tut es auch.
    4. Sie überlässt es aber in erster Linie der Polizei da es die ureigenste Aufgabe der Polizei ist. Polizei vorm Tor, Bw hinterm Tor – ganz einfach!
    5. Eine Demonstration kann sich oft verändern und andere Formen annehmen als geplant. Es sei denn es demonstrieren schwangere Frauen oder Kinder.
    6. Man sollte daran denken und dafür Schutzmaßnahmen treffen.

    Vielleicht konnte ich ja einige Denkanreize geben.

    Mit freundlichem Gruß

    Christoph Meyer

  2. Christoph Meyer – aber was soll dann der Polizist auf dem Dach der BuWe (ganz links, unschwer an der Dienstwaffe zu erkennen…?
    Ist der auf dem Dach vor dem Tor oder was? Und wer sind Sie?

  3. Sehr geehrter Herr Stoodt,

    der Polizist steht meiner Ansichtnach, vollkommen friedlich, rauchend auf dem Dach um wahrscheinlich einen guten Überblick über das Spektakel zu haben. Ich denke, wissen tue ich dies keinesfalls, das er „einfach nur so“ raufgelassen wurde.
    Übrbigens tragen, so wie ich das sehe, alle Uniformträger auf dem Dach eine Dienstwaffe.
    Ich selbst bin, um ihrer Anfrage nachzukommen, Soldat. Aber ist mein Dienstgrad so gering das meine Meinung keinesfalls die der Bw, welches übrigens die richtige Abkürzung der Bundeswehr ist, darstellt oder wiederspiegelt.

    Mit freundlichem Gruß

    Christoph Meyer

  4. Auch während der stundenlangen Einkesselung einiger hundert Demonstranten am Rödelheimer Bahnhof hielten sich außerhalb des Kessels uniformierte BW-Angehörige auf. Mindestens 90 Minuten lang standen hinter der letzten Polizeikette wiederholt junge Männer in Tarnuniform und mit blauen Baretten (Sanitäter). Die fränkischen Ordnungshüter wollten zu deren Anwesenheit – wen wundert’s – keine Auskünfre erteilen

  5. Aber unterstützende Beobachtungen von Risikogebieten hab ich bisher immer anders wahrgenommen. Da standen dann ein Einsatzleiter mit vielleicht zwei anderen Beamten, gegebenfalls eine Kamera für Schulungszwecke. Die Personen auf dem Foto sehen mir nicht nach einem Beobachtungstrupp aus. Wenn da noch ein Grill stehen würde und einer mit ner Schürze und einem Wender würd ich das glatt glauben!

  6. @Christoph Meyer, Mirco:
    Inzwischen haben wir weitere Fotos. Sie zeigen die eindeutig mit BuWe-Uniformen bekleideten Herren beim Fotografieren. Gehörte das auch zum Grillen auf dem Flachdach? Seit wann dürfen uniformierte Soldaten der BuWe ihre Freizeit auf dem Kasernendach damit verbringen, demonstrierende BürgerInnen mit dem Teleobjektiv zu dokumentieren? Seid Ihr so naiv oder tut Ihr nur so?

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