Die NPD kündigt eine Kundgebung auf dem Römerberg an: Samstag, 19. Januar 2008, 13 – 21 Uhr

Zwischen dem Ende der Weihnachtsferien und dem Höhenpunkt der närrischen Saison wird es im kommenden Januar auf dem Frankfurter Römerberg unzeitgemäß heiß hergehen: nun will auch die NPD dort demonstrieren. Was ihren rassistischen Gesinnungskameraden und gleichzeitig messerscharfen Wahlkonkurrenten von den REPs einen Tag später, am 20. Januar, nach Aussage von Sicherheitsdezerent Volker Stein leider, leider nicht verboten werden kann und darum recht ist, das soll der NPD jetzt auch einen Tag zuvor bereits billig sein, wünscht sie sich, und meldet sich für den 19. Januar gleich für neun Stunden auf dem Frankfurter Römerberg an: 13 – 21 Uhr. Als Sprecher der NPD ist der pausbäckige sächsische Landtagsabgeordnete Holger Apfel angekündigt. Auch das ist rechts, wenn auch vermutlich keineswegs billig: seinem Kollegen Jürgen Gansel hatten 3400 hessischen Ordnungshüter ja schon im Oktober die Demoroute in Frankfurt-Hausen freigehalten. Das ist ein echtes Erfolgsrezept: auf diese Weise entwickelt sich Frankfurt langsam aber sicher zum beliebten Ausflugsziel für Nazi-Demo-Touristen. Innenminister Bouffier und Polizeipräsident Thiel machen es ja neuerdings jedes Mal möglich – und wenn es auch Millionen kosten sollte! Wir sind gespannt auf die Reaktion des Sicherheitsdezernenten, des schwarz-grünen Magistrats sowie des Römerbergbündnis.
Für uns macht das die Sache diesmal allerdings leichter: eine einzige Mobilisierungskampagne für gleich zwei Nazi-Aufmarschversuche – das ist mal eine Doppeldemo der etwas anderen Art und wird auf antifaschistischer Seite sicherlich weite Kreise ziehen. Bis auf weiteres erklären wir hiermit: unser Aufruf zur Besetzung des Römerbergs am 20. Januar 2008 gilt auch schon für den 19.!

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Ein Gedanke zu “Die NPD kündigt eine Kundgebung auf dem Römerberg an: Samstag, 19. Januar 2008, 13 – 21 Uhr

  1. Textauszug aus der Gedenktafel am Römerberg: „An dieser Stelle verbrannten am 10. Mai 1933 nationalsozialistische Studenten die Bücher von Schriftstellern Wissenschaftlern Publizisten und Philosophen… Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen. Heinrich Heine…“
    Volker Stein im Interview mit der Frankfurter Rundschau am 15.12.2007 zur Kundgebung der NPD auf dem Römerberg: „Das Bundesverfassungsgericht sieht das Demonstrationsrecht als ein ungemein hohes Gut an. Und dieses Recht steht nun einmal auch NPD und Republikanern zu…Aber das ist nicht nur ihr Recht, das ist sogar der Zweck ihrer Veranstaltung. Denn nur so können sie ja auf ihr Anliegen aufmerksam machen.
    Damit setzt der Sicherheitsdezernent Stein in dreister Offenheit das politische Signal für die geistigen Brandstifter, immer wieder nach Frankfurt zu kommen und unter massivem Polizeischutz ihr nationalsozialistsches Gedankengut zu verbreiten.

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