Aufruf des Römerbergbündnis zum 19. und 20. Januar 2008

Das Römerbergbündnis (Jüdische Gemeinde, Katholische und Evangelische Kirche, DGB, Stadtjugendring) will gegen die Kundgebungen von NPD und REPs im Januar 2008 aktiv werden. Gefordert wird ein Verbot der Kundgebungen und für den Fall seiner Erfolglosigkeit der freie Zugang aller BürgerInnen zum Römerberg. Dazu soll es am 14. Januar 2008 um 12 Uhr auch eine Pressekonferenz des Bündnis im Refektorium des Dominikanerklosters, Kurt-Schumacher-Straße 23, 60311 Frankfurt, geben. Aufruf:

Betreff: Gegen den Aufmarsch von Rechtsextremisten am Frankfurter Römerberg

Das Römerbergbündnis mit seinen Repräsentanten von Evangelischer und Katholischer Kirche, Jüdischer Gemeinde, Deutschem Gewerkschaftsbund und Frankfurter Jugendring hat bei seiner Zusammenkunft die für Januar angekündigten Veranstaltungen der Rechtsextremisten auf dem Frankfurter Römerberg für Demokraten als unerträglich bezeichnet.
Das Bündnis wiederholt seine Forderung, alle rechtsstaatlichen Mittel auszuschöpfen, um die Veranstaltungen von NPD und REPs zu unterbinden. Der Römerberg, auf dem die Nazis 1933 mit der Bücherverbrennung ein Fanal gegen die Demokratie setzten, darf nie wieder Tummelplatz von Rechtsextremisten sein. Das Römerbergbündnis wird den menschenverachtenden Ideologien ein positives demokratisches Weltbild entgegenstellen. Es wird sich dafür einsetzen, dass Frankfurts Bürgerinnen und Bürger am 19. und 20. Januar 2008 auf dem Römerberg ihre Meinung zum Ausdruck bringen können.

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3 Gedanken zu “Aufruf des Römerbergbündnis zum 19. und 20. Januar 2008

  1. Frankfurt, 18.12.2007

    Offener Brief an den Magistrat, die demokratischen Parteien im Römer, das Römerbergbündnis

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    NPD und Republikaner haben für den 19. und 20. Januar Wahlkampf-Veranstaltungen auf dem Frankfurter Römerberg angemeldet.
    Von diesen Kundgebungen ist zu erwarten, dass sie das friedliche Zusammenleben im weltoffenen Frankfurt gefährden. Aufrufe zu einem Volksbegehren „Ja zum Minarettverbot“, das Wahlplakat „Ali, mach mich nicht an“, die Verteilung der „Schulhof-CD“ und antisemitische Plakate vor einigen Frankfurter Schulen schüren Hass und vergiften das Klima. Wir wissen, dass den Hetzparolen tätliche Übergriffe folgen können, die Brandanschläge von Rostock, Mölln, Solingen, die zahlreichen Opfer rechtsradikaler Gewalt zeigen:
    „Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen.“

    Die menschenverachtende Ideologie von Rassisten und Neonazis steht im völligen Widerspruch auch zum Hessischen Schulgesetz, insbesondere §2 (2):
    „Die Schulen sollen die Schülerinnen und Schüler befähigen …. , andere Kulturen in ihren Leistungen kennenzulernen und zu verstehen, Menschen anderer Herkunft, Religion und Weltanschauung vorurteilsfrei zu begegnen und somit zum friedlichen Zusammenleben verschiedener Kulturen beizutragen, sowie für die Gleichheit und das Lebensrecht aller Menschen einzutreten.“

    Wir unterstützen in den Frankfurter Schulen Projekte zur Erinnerung an die NS-Zeit, Programme gegen Fremdenfeindlichkeit, wir haben gemeinsam mit dem Jugendbildungswerk ein erfolgreiches „Fußballturnier gegen Rassismus“ für alle weiterführenden Schule auf der Konstablerwache organisiert, wir bereiten ein Konzert gegen Neofaschismus vor..
    Wir unterstützten auch den KreisschülerInnenRat in Offenbach am am 15. Dezember 2007. Dort haben Gegendemonstranten erfolgreich einen Marsch der NPD durch ihre Stadt verhindert. Dort hat die Polizei das Recht der demokratischen Öffentlichkeit auf Störung der NPD-Redebeiträge durch Kirchenglocken, Sprechchöre, Trillerpfeifen, auf eine gewaltfreie Blockade respektiert. Der Einsatzleiter der Polizei veranlasste schließlich den Demonstrationleiter der NPD, den Weitermarsch durch die Offenbacher Innenstadt abzubrechen und zum Ostbahnhof zurückzukehren.

    Wir hoffen, dass der Magistrat für ein Verbot der Kundgebungen von NPD und Republikanern eintritt.
    Falls ein Verbot der Kundgebungen vor den Gerichten keinen Bestand habe sollte, appellieren wir an die SchülerInnen in den weiterführenden Schulen, an die Eltern, LehrerInnen, Studierenden, Kirchen und Gewerkschaften, an das Römerbergbündnis, an alle demokratischen Parteien, in einem gemeinsamen Akt der Zivilcourage und der gewaltfreien Aktion, den Römer an beiden Tagen nicht den politischen Brunnenvergiftern von NPD und Republikanern zu überlassen.
    Wir sind selbstverständlich gern zu entsprechenden Kooperationsgesprächen bereit.

    Mit freundlichem Gruß,
    Madalina Drahici, Geschäftsführerin,
    Eric Krausch, Stadtschulsprecher,
    Anschrift: SSR Frankfurt, c/o G. Hauptmannschule, Hanauer Landstr. 26, 60 314 Frankfurt

    Zu den ErstunterzeichnerInnen gehören der Gesamtpersonalrat der Lehrerinnen und Lehrer beim SSA Frankfurt, der ASTA der Fachhochschule Frankfurt,
    Lothar Blome (Betriebsrat der Telekom)
    Prof. Reiner Diederichs (Vorsitzender der Kunstgesellschaft)
    Roland Haas (Personalrat der HeLaBa),
    Janwillem van de Loo (eheml. Stadtschulsprecher in Frankfurt)
    Hermann Schaus (ver.di, Landesbezirk Hessen)
    Angelikka Wahl (Stadtverbindungslehrerin, Personalrat der GBS)

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