Ordnungsdezernent Stein (FDP) fordert Versetzung von Stoodt

Der Sicherheits- und Ordnungsdezernent des schwarz-grünen Magistrats, Volker Stein, FDP, hat die Evangelische Kirche öffentlich aufgefordert, den Sprecher der Anti-Nazi-Koordination Frankfurt, Pfarrer Dr. Hans Christoph Stoodt, strafzuversetzen (nur zur Erinnerung: ein Interview mit Stoodt, in dem er vor einigen Monaten an einem konkreten Beispiel seine Positionen zu Antifaschismus, Demokratie und Staat darlegte). Stoodt habe die Polizei zu heftig kritisiert und „zum Hass“ aufgerufen (FR, FNP). Stein, so heißt es auf der offiziellen Homepage der Stadt Frankfurt (!) wörtlich, „forderte den Kirchenpräsidenten auf, sich für eine Versetzung Stoodts zu verwenden„, und äußerte die Hoffnung, „Stoodt möge seinen Dienst an einem anderen Ort als Frankfurt wahrnehmen, wenn er schon nicht aus dem kirchlichen Dienst entlassen werden könne.“ Stein hat neben seiner politischen Funktion auch das Amt eines Stellvertretenden Vorsitzenden des Evangelischen Regionalverband Frankfurt inne. Der Reserve-Oberst der Bundeswehr (das erklärt vielleicht die ultimative Wortwahl an die Adresse des Kirchenpräsidenten) war am Wochenende auf dem Römerberg dadurch aufgefallen, daß er einzelne Teile seiner Militär-Uniform trug.
Dazu Stoodt in einer Stellungnahme: „Ich habe mit keinem Wort zum Hass aufgerufen. Allerdings halte ich es für meine Pflicht als Theologe und Bürger, Klartext zu sprechen, wenn es offenen Nazis und Rassisten erlaubt wird, auf dem Römerberg zu demonstrieren, anstatt, wie es in anderen hessischen Gemeinden und Städten durchaus geschieht, solche Zumutungen zu verbieten, wozu sich aber der dafür verantwortliche Volker Stein nicht bereit erklären wollte. Die Forderung des Sicherheitsdezernenten, in einer solchen Situation „zum Frieden aufzurufen“, erinnert mich an den biblischen Propheten Jeremia, wo im Kapitel 6, Vers 14 genau diese Haltung kritisiert wird. Martin Luther griff im Jahr 1517 dieses biblische Wort in seinen 95 Thesen so auf: „Deshalb fort mit all den Propheten, die dem Volke sagen „Friede, Friede“, und ist kein Friede.“ (These 92). Dem habe ich nichts hinzuzufügen.

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4 Gedanken zu “Ordnungsdezernent Stein (FDP) fordert Versetzung von Stoodt

  1. Ginge man bei Ordnungsdezernent Stein von pathologischen Wahnvorstellungen aus, bestünde wenigstens eine Chance auf Heilung durch eine kompetente psychologisch geschulte Fachkraft.

    Leider müssen wir eher von einem durch und durch antidemokratischen und autoritären Staats- und Selbstverständnis ausgehen. Der Staatsdiener möchte hier in das private Arbeitsverhältnis eines Bürgers hineinregieren. Derlei feudale Attitüden sind wohl die Folge von zu langer Mitgliedschaft in der Bundeswehr. Vom nationalliberalen Flügel der FDP ist man ja einiges gewohnt. Man sollte halt nicht jeden Stein umdrehen. Wer weiß was sonst darunter hervorkriecht.

  2. Der ehrenwerte Herr Stein mit seiner obrigkeitsstaatlichen Mentalität ist als demokratische Identifikationsfigur weder für die Evangelische Kirche, noch für die Stadt Frankfurt geeignet. Wäre er bei der Kommunalwahl gewählt worden, statt bloß ernannt, man müßte sich als Bürger von Frankfurt schämen für solche Antidemokraten.

  3. Also, wenn man sich die erfolgreichen Veranstaltungen von NPD, Polizei und Republikaner am Wochenende ansieht, muss man zur Erkenntnis kommen, die haben irgendwo einen richtig großen „Stein“ im Brett (ich denke es muss das Brett vor den jeweiligen Köpfen sein).
    Jaja, der Herr Ordnungsdezernent Stein!
    Unternimmt im Namen des Magistrats nichts dagegen, dass die braunen Säcke hier nicht zur Entfaltung kommen können und stellt ihnen noch ein Römerbergfreiluftgehege für ihren Hassbotschaften zur Verfügung.
    Und diffamiert dann im Gegenzug aktive Antifaschisten Sie würden zum „Hass mahnen“.
    Dazu muss ich sagen, der Schwarz-Grüne Magistrat sollte sich bewusst sein:
    Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit dem „Stein“ werfen!

  4. Typen dieses Kalibers sind so berechenbar, wenn man zuläßt, dass sie Begriffe wie „Hassprediger“ an gesellschaftlichen Minderheiten ausprobieren, wenden sie die bei Erfolg irgendwann auf die übrige Opposition an. Wenn „Terroristen“ erschossen werden, fragt niemand mehr nach und „Hassprediger“ werden halt ausgewiesen (aus Frankfurt). Vorsicht Herr Stoodt sonst beginnt der Ordnungsdezernent noch mit Ahnenforschung in ihrer Familie und leitet ein Denaturalisierungsverfahren ein! Stein, Koch, Schlierer , Apfel, Wöll alles nur Schattierungen derseben Farbe: Braun

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