Bruchköbel: Erfolgreiche Gründung des „Bündnis gegen Rechtsextremismus“

In Anwesenheit von fast 250 Bürgerinnen und Bürgern der Gemeinde Bruchköbel, darunter dem Bürgermeister des Ortes, dem 1. Stadtrat, dem Landtagsabgeordneten des Wahlkreises, VertreterInnen aller in der Stadtverordnetenversammlung präsenten Parteien, der Schulen des Ortes, der Kirchen, zahlreichen Antifa-AktivistInnen aus der Region, Jugendorganisationen und unterschiedlichen Initiativen wurde am 26.2.07 im Bürgerhaus Bruchköbel das Bündnis „Gemeinsam gegen Rechts“ gegründet. Das Bündnis wird sich künftig aktiv mit den in der Region auftretenden Nazis aus dem Dunstkreis der NPD auseinandersetzen (Vorankündigung FNP, Bericht FR). Nachdem Lars Manecke (SDAJ) die Veranstaltung eröffnet hatte, sprach der Erste Stadtrat Uwe Ringel (GRÜNE) ein Grußwort, in dem er verdeutlichte, daß nicht nur er als Person, sondern nach einem zu erwartenden positiven Votum der Stadtverordnetenversammlung der Magistrat der Stadt dem an diesem Tag zu gründenden Bündnis beitreten wolle, dem er für seine Arbeit viel Erfolg wünschte.
Im Anschluß daran zählte Lars Manecke eine Reihe von Zwischenfällen auf, die in den vergangenen Jahren deutlich genug auf die Existenz organsisierter Neonazis im Ort und in der Region hinwiesen. Sie fanden ihren ersten Höhepunkt in der Gründung einer NPD-Ortsgruppe Bruchköbel-Nidderau im vergangenen Jahr, der nach eigener Aussage 26 organisierte Nazis angehören sollen. Hierauf reagiere nun die überwältigende Mehrheit der Gemeinde mit der Gründung eines antifaschistischen Bündnis.
Hans Christoph Stoodt (Anti-Nazi-Koordination Frankfurt) referierte über aktuelle Veränderungen in Strategie und Auftreten der hessischen Nazis und die Erfahrungen der Frankfurter AntifaschistInnen.
Es schloss sich eine rege und solidarische Diskussion über das gemeisame aktive Vorgehen gegen die Nazis an, in der zahlreiche BürgerInnen über eigene Erlebnisse mit Nazis oder rassistischen Stimmungen im Ort berichteten und Vorschläge einbrachten, wie in der Gemeinde ein Klima geschaffen werden könne, das den Nazis der NPD und anderen Rechten die Lust zu weiteren öffentlichen Auftritten nehme. Am Ende trugen sich zahlreiche VertreterInnen von Organisationen und Einzelpersonen in die Listen des neugegründeten Bündnis ein.
Nach der Gründung ähnlicher Bündnisse im Main-Taunus-Kreis und Darmstadt (2006), Butzbach, Südhessen und Wiesbaden (2007) ist damit zu Beginn des Jahres 2008 ein weiteres antifaschistisches Bündnis in der Region gegründet worden. Das erste Bündnistreffen findet am Mittwoch, 5.3., 19.30 Uhr im Bürgerhaus Bruchköbel statt. AntifaschistInnen sind willkommen!

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5 Gedanken zu “Bruchköbel: Erfolgreiche Gründung des „Bündnis gegen Rechtsextremismus“

  1. Ich selbst war am Dienstag Abend im Bürgerhaus in Bruchköbel dabei, meines Wissens war aber nicht der (noch amtierende) Bürgermeister Roth anwesend, sondern sein designierter Nachfolger Maibach.

  2. Genau der war gemeint. Der amtierende Bürgermeister Roth war sicherlich nicht anwesend!

  3. Hallo guten Tag
    Ich bin 1950 geboren in Bruchköbel.
    Mein Vater war Nazi und im Krieg.
    Das hat mich schon immer sehr belastet. Ich schäme mich auch dafür.
    Ich will hier eine Begebenheit vom Bruchköbeler Bürgerfest ende der siebziger Jahre erzählen:
    Es war am Montag Abend.Die Feuerwehrkapelle Spielte zum Ende des Festes unsere Nationalhymne.Ich stand mit Freunden an der Biertheke.
    Als plötzlich die erste Strophe und nicht die Dritte angestimmt wurde.Ich war dermaßen entsetzt und empört darüber,das es fast zu einer verbalen Auseinandersetzung gekommen war.Meine Freunde konnten schlimmeres verhindern.
    Seit diesem Abend bleibe ich solchen Festen fern.
    Ich wohne jetzt im Rothar gebirge und möchte allen Mut machen sich gegen die Unverbesserlichen Braunen in Unserer Gesellschaft zur Wehrzu setzen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Euer Walter Müller

  4. hallo
    ich wundere mich doch immer wieder über diese städte die immer nur die rechten bekämpfen wollen aber nie etwas gegen die linksextremen unternehmen, da diese meiner meinung nach das größere problem in der BRD sind. jeden tag sehe ich auf den strassen linksextreme welche gewaltbereit sind, rechtsextreme hingegen lassen sich kaum noch blicken weil die linksextremen längst immer mehr macht bekommen und die rechten keine chance mehr haben.

  5. Sven Müller,

    ich weiß ja nicht wo Du lebst, aber gewaltbereite Linke sehe ich nirgendwo. Die Fakten sprechen gegen Dich. Rechte, Nazis und Rassisten haben zwischen 1989 bis heute 139 Menschen umgebracht, weil sie nicht in ihre Vorstellung von „Volksgemeinschaft“ passten: MigrantInnen, Obdachlose, Schwule, Linke, AsylbewerberInnen. Falls Du ein besonders empörendes Beispiel lesen willst, aus dem auch deutlch hervorgeht, auf welcher Seite häufig genug der Staat steht, lies mal das hier – ein Redebeitrag zum Brandanschlag in Solingen.

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