Seitenblick: China – Tibet

Der derzeit alles beherrschende öffentliche Konflikt um die Olympischen Spiele, die Situation in der VR China und Tibet ist an sich kein Gegenstand für die Arbeit der Anti-Nazi-Koordination. Trotzdem werden wir bisweilen aufgefordert, uns dazu zu äußern. Etwa so: „habt Ihr eigentlich schon was an Aktionen gegen den Chinesischen Terror in Tibet geplant???„. Haben wir nicht. Denn wir sind ein Aktionsbündnis zur Verhinderung von Nazi-Auftritten in Frankfurt. Aber dem allgemeinen „Verhindert den Fackellauf!“-Hype kann man ja schlecht entgehen – und auch wir lesen Zeitung. Da findet sich so mancherlei:

junge Welt, 10.4.2008

Vorschlag für eine Olympia-Resolution:
Anläßlich der aktuellen Tibet-Debatten im EU-Parlament hat jW-Leserin Elisabeth Hoffmann einen Vorschlag für eine Olympia-Resolution ausgearbeitet:
Die Vergabe der Olympischen Spiele 2016 an Chicago soll nur erfolgen, wenn die USA folgende Bedingungen erfüllen:
1. Abschaffung der Todesstrafe
2. Einstellen aller Kriegshandlungen
3. Abzug ihres Militärs aus allen von den USA besetzten Gebieten
4. Entlassung der US-Kolonie Puerto Rico in die Unabhängigkeit
5. Rückgabe des Staates Hawaii an seine Ureinwohner und Wiedereinführung der hawaiianischen Monarchie
6. Entlassung aller politischen Gefangenen in den USA und den von ihnen betriebenen Gefängnissen in anderen Ländern, sowie insbesondere Entschädigungszahlungen der seit mehreren Jahrzehnten inhaftierten Gefangenen der Black Panther Party, des American Indian Movement und der puertoricanischen Befreiungsbewegung
7. Erfüllung der Verträge mit den amerikanischen Ureinwohnern von 1870
8. Einhaltung der Menschenrechte
9. Normalisierung der Wirtschaftsbeziehungen mit Kuba sowie die Entlassung der in den USA inhaftierten Kubaner
10. Verhandlungen auf gleicher Augenhöhe des/der amerikanischen Präsidenten/-in mit Vertretern der Taliban, der irakischen Milizen, Hisbollah, Hamas, FARC und aller anderen Gruppierungen und Parteien, gegen die die USA Krieg führen
11. Entschädigungszahlungen an Chile, Guatemala, Nicaragua, Nordkorea, Vietnam, Puerto Rico, Haiti, Panama, Sudan, Serbien und Somalia.
Sollten die USA diese Forderungen nicht erfüllen und dennoch die Zusage zu den Olympischen Spielen 2016 erhalten, werden all die Aktivisten, die nun schon im Vorfeld der Spiele in Peking ihre Fähigkeit im Sabotieren der olympischen Idee unter Beweis gestellt haben, dahingehend aufgefordert, das gleiche wieder tun. Finanziert werden sollen diese Kräfte dann durch die europäischen Geheimdienste.

Sollten die Spiele 2016 jedoch an Madrid gehen, möge das EU-Parlament den spanischen Staat dazu auffordern:
– das Baskenland in die Unabhängigkeit zu entlassen
– alle baskischen Gefangenen freizulassen
– Folter in spanischen Gefängnissen zu verbieten
etc. etc. …

Und wer eine etwas eingehendere und trotzdem nicht dem allgemeinen mainstream folgende Analyse zur Frage der Verhältnisse in der VR China lesen will, sei hiermit auf einen aktuellen Artikel von Domenico Losurdo verwiesen. Auch er mag keineswegs der Weisheit letzter Schluß sein. Aber wenn man ihn überdenkt, hat man den Vorteil, sich nicht automatisch mit der Bildzeitung, dem gesamten Europaparlament von der Linken bis einschließlich zu den Faschisten in ein und demselben Boot zu befinden, was ja doch auf keinen Fall eine richtige Position sein kann: Domenico Losurdo, Den Widerspruch des Sozialismus beherrschen.
Informationen zu Verwicklung der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung in die von langer Hand geplanten Unruhen in Tibet: German Foreign Policy.

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4 Gedanken zu “Seitenblick: China – Tibet

  1. Fackellauf: Wer hats erfunden? – Die Nazis

    Mit dem olympischen Fackellauf scheint sich die chinesische Propaganda zurzeit die Finger zu verbrennen. 1936 hatten die deutschen Nazis mehr Glück. Aber die hatten das Ritual auch neu erfunden.

    VIDEO
    http://www.20min.ch/news/wissen/story/24336667

    http://antifasozialbetrug.siteboard.de/antifasozialbetrug-about334.html

    Olympia-Boykott wegen Tibet?
    http://antifasozialbetrug.siteboard.de/antifasozialbetrug-about259.html

  2. Klar – und die Nazis hatten andererseits auch große Interessen an Tibet: man denke an die insgesamt sieben SS-Expedition dorthin weil Himmler ie Idee hatte, Tibet bzw. das mythologische Shangrila sei der Überrest des sagenhaten Atlantis: http://de.wikipedia.org/wiki/Shangrila.

  3. Wenn ich dem Fernsehbericht gestern Glauben schenken darf, gab es 1936 auch Störungen des Nazi-Fackellaufs mit einem Anschlag in der Tscheschoslowakei, bei dem die Fackel ausging und großen Protesten in San Francisco, von dem wurden auch Bilder gezeigt.

  4. Betrifft Tibet, China, die Olympischen Spiele und alles…

    Täglich erreichen mich Anfragen von Tibetfreunden und von mehr oder weniger harten Verteidigern der chinesischen Regierung, mich im aktuellen Konflikt jeweils auf ihre Seite zu schlagen (”Mach doch mal was zu…”) oder es wird gleich m….

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