Lagergemeinschaft Auschwitz: Presse-Erklärung zum bevorstehenden Prozess gegen Marcel Wöll (NPD)

lagergemeinschaft auschwitz
Lagergemeinschaft Auschwitz – Freundeskreis der Auschwitzer e.V.
PRESSEERKLÄRUNG (als PDF-Datei)

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Berufungsverfahren gegen Nazi Marcel Wöll

In einer Kreistagssitzung des letzten Jahres hatte der Nazi und damalige NPD-Landesvorsitzende Marcel Wöll u.a. den Holocaust geleugnet und wollte Gelder des Kreises für Gruppenfahrten nach Auschwitz gestrichen haben. Der Kreistag ließ sich jedoch nicht beeindrucken, sondern erhöhte die Gelder für Fahrten in das weltweit größte Vernichtungslager. In der Zwischenzeit sind viele Schüler- und Jugendgruppen aus der Region Mittelhessen an diesem Ort des Grauens gewesen, kamen tief beeindruckt zurück und konnten die Leugnung des Massenmordes in Anbetracht der Reste von mehreren Gaskammern nicht verstehen.

Gleichzeitig liefen Strafanzeigen gegen den Nazi Wöll, was zunächst bei dem Amtsgericht Friedberg vier Monate Gefängnis ohne Bewährung einbrachte.
Hiergegen legte der Staatsanwalt in Anbetracht der Schwere der Tat Berufung mit dem Ziel einer Straferhöhung ein. Die Lagergemeinschaft Auschwitz ist jetzt bei der 8. kleinen Strafkammer des Landesgerichts Gießen vorstellig geworden und wollte wissen, wann denn nun die Hauptverhandlung in dieser Sache sei. Der gemeinnützige Verein wollte ein erneutes „Vergessen“ verhindern und hat nach der langen Verhandlungspause Bedenken, dass eine zu milde Strafe ausgesprochen wird. Jetzt hat das Gericht mitgeteilt, dass die öffentliche Hauptverhandlung auf den 25. Juni 2008 terminiert ist. Die Lagergemeinschaft Auschwitz wünscht nun, dass Wöll seiner gerechten Strafe zugeführt wird und er wenigstens 6 Monate Freiheitsentzug mit der Folge des Verlustes seines Mandats als Kreistagsabgeordneter erhält.

Für Schulklassen und interessierte Bürgerinnen und Bürger soll der 25.06. 2008 als Hauptverhandlungstag ein Lehrstück in Sachen Demokratie sein. Hierzu Stamm: „Wer so wie Wöll die Morde in Auschwitz leugnet, gehört hinter Schloss und Riegel, da er ansonsten eine Gefahr für die öffentliche Ordnung darstellt. Schüler können bei einer solchen Verhandlung sehen, wie der Rechtsstaat mit den Leuten umgeht, die ihn zerstören wollen“. Die Lagergemeinschaft Auschwitz kann sich vorstellen, dass Wöll nach Absitzen seiner Strafe nach Auschwitz geschickt wird, um sich vor Ort in Begleitung sachkundiger Personen die Dinge anzusehen, deren Realität er leugnet.

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