Evangelische Kirchen veröffentlichen Erklärung gegen Neonazis zum 8. Mai

brille putzen ekd gegen rechtsextremismusDie „Föderation Evangelischer Kirchen in Mitteldeutschland“ (EKM) hat zum 8. Mai eine Erklärung gegen Neonazis veröffentlicht. Darin heißt es unter anderem: Auf der Grundlage des biblischen Zeugnisses stellt die Kirchenleitung fest, dass Rechtsextremismus und christlicher Glaube unvereinbar sind. Die Kirchenleitung fordert deshalb die Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen auf, rechtsextremes und fremdenfeindliches Gedankengut auch in ihren eigenen Reihen wahrzunehmen und dagegen anzugehen. Die Kirchenleitung unterstützt Kirchengemeinden in ihren Aktivitäten gegen rechtsextreme und fremdenfeindliche Umtriebe. Wir ermuntern jeden Einzelnen: Schauen Sie nicht weg, wenn in Ihrer Umgebung rechtextreme Haltungen deutlich werden. Widersprechen Sie den einfachen Parolen und menschenverachtenden Vorurteilen. Werden Sie aktiv, wenn Menschen zu Opfern von Gewalt werden.
Video der EKM mit Interview zu der Erklärung

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4 Gedanken zu “Evangelische Kirchen veröffentlichen Erklärung gegen Neonazis zum 8. Mai

  1. Nun möchte ich doch den hier bloggenden Vertreter der betreffenden Kirche rückfragen, wieso eben diese mit dem völkischen Wahn so unvereinbare ‚Orga‘ mit offenbaren Sitzen in Magdeburg (SaAn, jedoch Kirchenprovinz Sachsen?) und Erfurt sich so unkompliziert als ‚Mitteldeutschland‘ begreift, wo doch Sachsen – nun ja – zumindest in meinem politischen Koordinatensystem von der Neisse begrenzt und damit really ‚Osten‘ ist?
    Oder entgeht mir als Unein-/Geweihter soeben eine weitere kleine Kirchenprovinz dieseits der Neisse, weswegen ‚ihr‘ euch geopolitisch-korrekt in eurer sächsischen Filiale in ‚Mitteldeutschland‘ wa(e)hnen dürft?

  2. Mrs Adornix, der Einwand ist in meinen Augen absolut berechtigt. Ich finde das auch sehr seltsam – kann es aber nicht ändern. Veröffentlicht wurde das Dokument deshalb, weil es – verglichen mit dem Schweigen anderer Landeskirchen zum 8. Mai – eher erfreulich offen und praktisch-gegenwartsbezogen anstatt rein historisch-betrachtend ist. Im Übrigen bin ich selber kein Mitglied einer der dort zitierten Kirchen, sondern der hiesigen. Nach evangelischer Anschauung sind die unterschiedlichen Landeskirchen selbstständig. Gruppierungen wie die obige „Föderation“, die EKD oder andere zB. konfessionelle Zusammenschlüsse sind kirchenrechtlich äußerlicher Art und berühren die Unabhängigkeit der Landeskirchen letztlich nicht.
    Beste Grüße…

  3. liebe westelbische christInnen und nichtchristInnen,
    vielleicht hilft ein blick auf die evangelische kirchenlandkarte (www.ekd.de/kirche/karte.html): die förderation evangelischer kirchen in mitteldeutschland, von der das erstaunliche dokument stammt, ist der zusammenschluss von zwei landeskirchen, die sich weder in ihrer geographischen ausdehnung noch in ihrer bezeichnung an die grenzen von bundesländern halten. das hat kirchengeschichtliche gründe und ist wohl kaum ein revisionistischer versuch, deutschland zu erweitern.
    viele grüsse aus dem heidnischen osten,
    m.k.

  4. sicherlich eine durchaus sinnvolle und begrüssenswerte Aktion, auch sind verschiedentlich Gemeinden aus den evangelischen Landeskirchen – so beispielsweise gegen die Naziaufmärschen in HH oder Lübeck oder in der Flüchtlingsunterstützungsarbeit – aktive und zuweilen zentrale Bestandteile antifaschistischer und antirassistischer Bündnisse. Ein grosses Problem bleibt weiterhin aber folgender, in der Erklärung angesprochener Sachverhalt:

    „Auf der Grundlage des biblischen Zeugnisses stellt die Kirchenleitung fest, dass Rechtsextremismus und christlicher Glaube unvereinbar sind.

    Die Kirchenleitung fordert deshalb die Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen auf, rechtsextremes und fremdenfeindliches Gedankengut auch in ihren eigenen Reihen wahrzunehmen und dagegen anzugehen“

    … so tummeln sich in den Landeskirchen der EKD leider immer noch eine ganze Reihe von wichtigen Grau-Braunzone-Gestalten (bekannte Sprecher der „Evangelischen Allianz“ wie die Gebrüder Motschmann & Konsorten), WahlkandidatInnen rechter Parteien (kürzlich in HH z.B. Christian Rüß) Junge-Freiheit-AutorInnen & -InterviewpartnerInnen, Judenmissionare, die „Evangelische Notgemeinschaft“, etc. … wäre zu wünschen, dass dieses Problem von den Landeskirchen nicht ausgesessen werden wird

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