„Gruppe Morgenthau“

Eine subversive kleine Fraktion aus der Redaktion des Satiremagazins „Harry S. Truman“ hat, möglicherweise undercover gesponsort vom „Zentralverband der Schwäbischen Häuslebauer“, einen Spaßguerilla-Coup gelandet und unter dem an sich ja ehrwürdigen Pseudo-Namen „Gruppe Morgenthau“ einen konsequent gegen jegliche islamischen Umtriebe gerichteten Internet-Text lanciert, den wir keinem vorenthalten wollen. Er soll angeblich am morgigen Tag bei der von vielen schon mit gespannter Ungeduld erwarteten revolutionären „Veranstaltung für die alsbaldige nukleare Bombardierung des Iran durch die Kräfte des Friedens und der Freiheit – wipe them off, let’s roll!“ immerhin wenigstens eine einleitende Rolle spielen dürfen. Die inkognito im Publikum sitzenden AutorInnen werden sich sicher königlich darüber amüsieren. Sollte jemand zB. durch einen Schwimmbadbesuch verhindert sein, sich an der so lohnenden Veranstaltung zu beteiligen (das Wetter soll ja morgen leider wieder schön sein und sympathischerweise wird, wie gerüchteweise verlautet, die genannte Veranstaltung auch von einer Gruppe namens „Hedonistische Mitte“ sowie die verdienstlichen Aufklärer von „politically incorrect“ unterstützt werden – wer denkt da nicht dankbar an Bratwurst, Bier und Kegeln beim letztjährigen Sommerfest von „pro Köln„!): hier ein Link zum Text. Das tut endlich einmal gut gegen das völkische und islamophile Geschmier etwa der Anti-Nazi-Koordination, darum: bitte bald mehr von solchen Texten!

[update:] wie verlautet, soll bei der Veranstaltung auch eine Resolution gegen die neue Frankfurter Integrationsbeauftragte Nargess(!) Eskandari(!)-Grünberg(!) verabschiedet werden, die sich in typischer Gutmenschen-Tour für den Bau der Moschee in Hausen eingesetzt und dabei gegen Einheimische gehetzt hatte. Weiter so!

[update 2]: allerliebst auch die folgende Formulierung auf dem antideutsch-und-dennoch-morgenthau-kritischen blog unter dem herrlichen namen „wartezeit überbrücken … bis zum communismus“, wo bezüglich der anti-nazi-koordination von der „naiven Zivilgesellschafterei und Demokratieverfechterei der Anti-Nazi-Koordination und ihres Bandenchefs H.-C. Stoodt“ die rede ist.
ups! mit banden sollte man sich aber wirklich besser nicht abgeben, sonst treten nämlich nach guter deutscher sitte die Organe der Bandenbekämpfung in aktion – das ist ja schon länger bekannt … !

[update 3:] … und jetzt verlieren die herrschaften ganz die fassung. während sie selbst energisch „kritik statt satire“ fordern, liest sich diese ihre kritik umgekehrt so: „Der antisemitische christendepp Hans Christoph Stoodt verfasst auf dem Blog der Anti-Nazi- & Anti-Israel Koordination Ffm. einen sich Satire nennenden Hassartikel gegen die Gruppe Morgenthau. read more“. Und statt „more“ kommt dann aber gar nix mehr. Tja. Das mit dem „hassprediger“ gabs doch neulich schon zweimal: einmal von Wolfgang Hübner und einmal von Volker Stein. Da stellen sich welche ganz von selber in die richtige ecke.

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36 Gedanken zu “„Gruppe Morgenthau“

  1. Auch wenn die sogenannte „Gruppe Morgenthau“, so wie es beim oberflächlichen betrachten ihres Blogs aussieht, nicht besonders toll zu sein. Aber was für eine Satire soll das denn sein? Warum die Leute nicht einfach kritisieren, statt einfach Unwahrheiten erzählen?

  2. Hallo Abendthau,

    das ist deshalb so, weil die „Gruppe Morgenthau“ wie auch ihr siamesischer Zwilling, die „Gruppe 8. Mai“ Ansichten vertritt, an denen gemessen jede Kritik schon beim Schreiben gar nicht anders kann, als zur Satire werden. Wie der antike Schriftsteller Juvenal in seinen „Satirae“ sagt: difficile est, satiram non scribere. Ich hatte das ursprünglich nicht so geplant, ich schwöre!

  3. Die Satire ist gut, ernst nehmen muss man das Thema leider trotzdem und sich gegen die Kriegstreiber stellen.
    Zur Information zur heutigen Veranstaltung im KOZ:

    Am Samstag, den 10.05.2008 wird im vom ASTA verwalteten Café KOZ eine Veranstaltung stattfinden, zu der rassistische und Kriegstreiberische Gruppen und Organisationen aufrufen. Die vier ReferentInnen vertreten in ihren Texten ebenfalls rassistische und kriegstreiberische Positionen.
    Nachdem wir den ASTA darauf hingewiesen haben, welche Inhalte die veranstaltenden Gruppen und die Referentinnen vertreten, war dieser zwar besorgt, konnte sich aber nicht dazu durchringen, die Veranstaltung abzusagen.
    Stattdessen wurde eine Art Regelkatalog aufgestellt.
    – Das Tragen von Pali-Tüchern ist bei dieser Veranstaltung verboten. Zur Begründung wurde angeführt, dass eventuell anwesende Betroffene des Holocausts sich verletzt fühlen könnten durch selbiges. Auf Nachfrage konnte diese Annahme nicht begründet werden.
    – Für Zwischenrufe und Störaktionen gibt es eine Verwarnung, beim zweiten Mal wird mensch aus dem Raum verwiesen, weigert mensch sich zu gehen, wird die Polizei gerufen.
    – Der Wunsch der Veranstalter, einen eigenen Saalschutz zu stellen, der entscheidet wer die öffentlich beworbene Veranstaltung besuchen darf und wer nicht, wurde vom ASTA untersagt!
    – Der ASTA wird die Veranstaltung beobachten und bei rassistischen und kriegstreiberischen Äußerungen eingreifen.
    – Es gibt einen Beschluss des ASTA, dass an der Universität keine rassistischen und kriegsbefürwortenden Positionen vorgetragen werden dürfen und Gruppen mit rassistischen und kriegstreiberischen Positionen keine Veranstaltungen machen dürfen!

    Um sich ein Bild von den ReferentInnen und den VeranstalterInnen machen zu können, haben wir im Folgenden Zitate der Gruppe Morgenthau (Moderation), des Referenten Thomas von Osten-Sacken, sowie von Mitgliedern der Kampagne „Stop the Bomb“, in deren Rahmen diese Veranstaltung stattfindet, aufgeführt

    Gruppe Morgenthau (Die Moderatoren der Veranstaltung)
    „Statt den aktionsfähigen Fortsetzern des Nationalsozialismus mit allen Mitteln den Abgang zu bereiten, herrscht gerade im europäischen Hinterland Einverständnis mit der islamischen Zivilisationsfeindschaft und dem begrölten Recht auf Judenhass.“
    Internetseite der Gruppe Morgenthau, „Gegen jeden Antisemitismus…“(gruppemorgenthau.blogsport.de)

    „Zu tief sitzt das neudeutsche Bedürfnis nach total befriedetem Elend, als dass man klare Worte für militärische Interventionen fände, die Entbarbarisierung und Besserung zumindest noch in Aussicht stellen. (…) In der Weigerung, den Unterschied zwischen ‚Westen’ und ‚Islam’, den Unterschied zwischen marktvermittelter Konkurrenz und unmittelbarem Terror gegen die Individuen zu benennen, ist die Kollaboration mit der bandenförmigen Menschenschinderei schon angedeutet.“
    Internetseite Gruppe Morgenthau, „Neues aus der Problemzone“

    Tomas von Osten-Sacken: „Warum ich für den Krieg bin“
    „Israels Krieg gegen die Hisbollah ist nötig. Der Westen sollte sich vor einem faulen Frieden hüten. (…) Einen faulen Frieden aber, wie ihn die Europäer wünschen, einen Frieden, der keiner ist, weil er keine Probleme löst, den wünsche ich niemandem. Möge man mich deshalb einen Bellizisten nennen.“
    Tageszeitung „Welt“, 25. Juli 2006

    Prozionistische „Linke“ zum Irak-Krieg
    „Die Feststellung, dass eine historische Verbesserung stattgefunden hat, ist unvermeidbar. Ob es nun die tatsächliche Entmachtung der Baath-Eliten ist, der Aufbau der Infrastruktur oder die Demokratisierung des Landes, nichts davon wäre ohne den Krieg auch nur vorstellbar gewesen. Dieser Umstand ist die konkrete Bestätigung dafür, dass der Krieg ebenso richtig war wie das Eintreten dafür.“
    Internetseite der Prozionistischen „Linken“: „Iraqi Freedom statt deutscher Frieden“ (prozion.de)

    Benny Morris bei einer Konferenz der „Stop the Bomb“-Kampagne Anfang Mai in Wien:
    „Da sich Teheran selbst durch das israelische Atomarsenal nicht abschrecken lasse, sagte Benny Morris, gebe es nur eine Option. Israel müsse einen Präventivschlag gegen das iranische Atomprogramm führen: „Mit konventionellen Waffen. Und wenn das nicht reicht, dann mit unkonventionellen.“ Morris stellte also ohne Umschweife einen nuklearen Präventivkrieg in Aussicht. „Viele unschuldige Menschen würden dabei sterben“, räumte der Israeli ein. Aber das sei immer noch besser als ein nuklearer Holocaust in Israel.
    (Zitiert aus „Junge Welt“, 06.05.08)

    Benny Morris, in einem Interview mit der FAZ vom 7.05.08:
    „Deshalb bleiben Israel nur zwei Optionen: zuzulassen, dass Iran nukleare Waffen entwickelt oder selbst Nuklearwaffen einzusetzen, um Irans nukleare Waffen zu zerstören. (…) Wenn es darum geht zu entscheiden, ob Israel sterben muss oder Iran, sollte der Iran sterben.“

  4. „[update:] wie verlautet, soll bei der Veranstaltung auch eine Resolution gegen die neue Frankfurter Integrationsbeauftragte Nargess(!) Eskandari(!)-Grünberg(!) verabschiedet werden, die sich in typischer Gutmenschen-Tour für den Bau der Moschee in Hausen eingesetzt und dabei gegen Einheimische gehetzt hatte. Weiter so!“

    Das ist gelogen.

    „Er soll angeblich am morgigen Tag bei der von vielen schon mit gespannter Ungeduld erwarteten revolutionären “Veranstaltung für die alsbaldige nukleare Bombardierung des Iran durch die Kräfte des Friedens und der Freiheit – wipe them off, let’s roll!”“

    Hat niemand gesagt, egal.

    „(das Wetter soll ja morgen leider wieder schön sein und sympathischerweise wird, wie gerüchteweise verlautet, die genannte Veranstaltung auch von einer Gruppe namens “Hedonistische Mitte” sowie die verdienstlichen Aufklärer von “politically incorrect” unterstützt werden – wer denkt da nicht dankbar an Bratwurst, Bier und Kegeln beim letztjährigen Sommerfest von “pro Köln“!)“

    Noch mal ne fette Lüge.

    Und hier noch ein Zitat nicht aus dem Repertoire des Links-Pfaffen, sondern seines großen Idols, the master himself, GOTT: „Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.“ (aus den 10 Geboten)

    Nun zur Rödelheimer Reaktion:

    Zum Regelkatalog:

    – „Das Tragen von Pali-Tüchern ist bei dieser Veranstaltung verboten. Zur Begründung wurde angeführt, dass eventuell anwesende Betroffene des Holocausts sich verletzt fühlen könnten durch selbiges. Auf Nachfrage konnte diese Annahme nicht begründet werden.“

    Nein. Auf Nachfrage wollte dies nicht begründet werden. Wer nicht versteht, warum ein jüdischer Überlebender des Holocausts, der in Israel Schutz suchte und u.a. die Hisbollah fand, sich durch ein Palituch bedroht fühlt, dem ist nicht mehr zu helfen. (Aber vielleicht hilft ja dieses Bild: http://www.qwertzwerk.de/wp-content/uploads/2006/07/hisbollah.jpg)

    – „Der ASTA wird die Veranstaltung beobachten und bei rassistischen und kriegstreiberischen Äußerungen eingreifen.“

    Stimmt, weshalb einige Leute aus dem Umfeld von kritischebildung.de des Saales verwiesen wurden.

    Zu den Zitaten:

    Das meist lasse ich einfach unkommentiert – wer diese Zitate nicht versteht, soll an ihrer Quelle nachlesen – nur kurz:

    „Möge man mich deshalb einen Bellizisten nennen.“ Thomas v.d. Osten-Sacken

    Die entscheidende Differenzierung, die hier vorzunehmen ist, ist die ob gesagt wird „Ich bin ein Bellizist“ oder „Möge man mich so nennen“. Im ersten Fall handelt es sich tatsächlich um einen Bellizisten, im zweiten Fall um die Beschreibung einer wahnhaften Projektion der eigenen Feinde.

    Warum Benny Morris zitiert wird, ist mir unklar. Er sitzt nicht auf dem Podium. Inwiefern die Aussagen von Benny Morris zu verstehen sind, wurde von Stephan Grigat auf der Veranstaltung bereits hinreichend erläutert: Es geht um einen Schlag gegen das iranische Atomprogramm, nicht um einen Schlag gegen den Iran als solches. Das würde bspw. eine Bombardierung der Herstellungsstätten von Nuklearmaterial bedeuten, nicht etwa die Bombardierung von Stätten oder ähnlichem.
    Der Einsatz von Nuklearwaffen, den Morris vorschlägt, fand übrigens bei den PodiumsteilnehmerInnen der Veranstaltung im KOZ auch keine Freunde, obwohl, und das gilt es zu betonen, der Einsatz „kleinerer“ Bomben gemeint waren, die einen sehr begrenzten Wirkradius haben und somit in erster Linie die Produktionsstätten in Schutt und Asche legen.
    Achja, bevor es bei der Diskussion vergessen wird: zwar kann dem Iran ein Atomwaffenprogramm nicht sicher nachgewiesen werden, Israel aber auch nicht… Dass das nicht heißt, dass mensch keine Atomwaffen hat, lässt sich eben gerade an Israel sehen.

  5. Morgenthau Youth,

    es ist Dir offenbar nicht gegeben, einen satirischen Text von einer Fakten-Aufzählung, wie Du sie anscheinend forderst, zu unterscheiden. Nur zu Erinnerung: es gibt auch kein Satiremagazin “Harry S. Truman”. Und natürlich hat nicht Wolfgang Hüber Eure Texte zum Islam oder zu Nargess Eskandari-Grünberg verfasst. Man könnte bloß meinen, es sei so…

    Aber okay, was soll’s? Da aber schon ein anderer aus Eurer Gruppe gebieterisch Kritik statt Satire eingefordert hat, möchte ich dazu kurz Stellung nehmen.

    Eine politische Position zu kritisieren heißt, sie argumentativ zumindest potentiell für wahrheitsfähig zu halten. Das will mir bei den Positionen der Gruppe Morgenthau nicht gelingen. Der Grund ist der folgende: die Gruppe Morgenthau unterstellt in ihrem Text der ANK völkische Ideologie. Damit rückt sie uns in die Nähe von Nazis.

    Würdest Du, frage ich Dich, mit Nazis diskutieren? Würdest Du damit nicht mindestens potentiell für möglich halten, daß einige ihrer Argumente auch nur potentiell wahr sind? Nein? Eben!

    Wer die Anti-Nazi-Koordination durch Formulierungen wie “Aus den scheinbar dissidenten Pamphleten der Anti-Nazi-Koordination trieft die Kumpanei mit Staat und Volk” angreift oder uns “Volksgemeinschaftler gegen Rechts” nennt (Letzeres übrigens fast wortgleich eine Formulierung Wolfgang Hübners zum 7. Juli 2007, als er die Anti-Nazi-Koordination als “Volksgemeinschaft neuen Typs bezeichnete!” ) und damit begrifflich in die Nähe von Nazis rückt, kann schon aus Gründen seiner eigenen politischen Selbstachtung nicht mehr mit uns diskutieren oder im politischen Bündnis sein wollen. Oder wollt Ihr etwa mit menschen reden, zu denen Euch zuvor nur noch die Formulierung einfällt, wir seien „die am meisten verlogenen Mitmacher in einer Welt, in der es einfach nicht gelingen will, zumindest die „cliquenmäßige Verkommenheit auf allen Gebieten“ (K. Kraus) zu zerschlagen.“? So verkommen könnt doch noch nicht einmal Ihr sein!

    Dasselbe gilt für uns umgekehrt, einen Schritt weitergedacht: ich würde nicht mit Menschen an einer Diskussion teilnehmen, die mit Halbnazis diskutieren. Also auch nicht mit Euch, da Ihr uns für Halbnazis mit völkischer Ideologie haltet. Das widerspricht nicht nur unserer Selbstachtung, sondern auch unseren politischen Prinzipien.

    Und daraus folgt: es gibt keine Diskussion mit Euch. Und auch keine Kritik Eurer Positionen. Denn, siehe oben, damit würde ich ja selber behaupten, Ihr könntet vielleicht in Ansätzen Recht haben (und damit ich vielleicht ein Nazi, ein Antisemit, ein Rassist usw. sein). Und deshalb gibt es statt Kritik an dieser Stelle hier allenfalls Satire. Allein deine obigen Äußerungen zum Thema Atomwaffen bestätigen das übrigens. Das ist auch Satire – Realsatire: wie wird der Atomschlag gegen das iranische Atomwaffenprogramm fein säuberlich auf dieses begrenzt und “Iran” ausgespart (hier wird auf einmal von Nationen geredet, anstatt von Menschen – ist das nicht in Euerem Verständnis selber nationalistisch und damit “strukturell antisemitisch”)?

    Ich werde mich dafür einsetzen, daß es in Frankfurt keinerlei antifaschistisches Bündnis mit wem auch immer gibt, der /die Eure Positionen auch nur in Ansätzen teilt.

    Und Dir , Morgenthau-Youth empfehle ich, Dich schon mal zur Bundeswehr zu melden. Der Iran-Krieg kommt bestimmt, und dann heißt es endlich auch für Euch: „Im Frühtau zu Berge …!“

  6. och, es ist doch mehr als possierlich, den sektieren der völlig marginalisierten morgenthaunasen beim verzweifelten versuch zuzusehen, wie sie persoenlich diffamierend und luegend versuchen, nicht im strudel von tatsachen und argumenten oder von simpler satire unterzugehen, dazu passt wirklich nur noch hihi und kopfschuetteln…

    … neben humorlosigkeit scheint auch kritikunfaehigkeit ein markenzeichen hedonistischer morgenthaunasen zu sein. das sogenannte blog der gruppe morgenthau ist lediglich eine verlautbarungsplattform des morgenthau-zk, denn diskutieren ist dort verboten.
    im pseudoblog wird unterstellt, gelogen und verbogen, dass es kracht, kritische kommentare allerdings unerwuenscht. da wird dann lieber bei anderen die wohnung verstaenkert und statt sich sachlich den argumenten zu stellen, lediglich die eigene kotze ueber andere gekuebelt und beleidigt und diffamiert – jetzt verstehe ich auch, warum diese sekte eine solche ist und bleiben wird, meine reste an sympathie fuer euch morgenthaunasen sind nun endgueltig in eurem eigenen sauersaft vergoren. dann weiterhin viel spass beim sud kochen und wohl bekomm’s…

  7. Prima, wenn mensch selbst nix mehr machen muss und die Reaktion sich selbst entlarvt…

  8. @ etwan und alle: ich schwöre, DIESER text, auf den du hier verlinkst, ist keine satire und nicht etwa heimtückischerweise von mir! Danke für die aufklärung: „antideutsch“ sein ist demzufolge im wesentlichen eine frage des STILS! und der MODERNITÄT (was auch immer das für dich bedeutet…). alles klar. viel spaß bei der miss-wahl!

  9. We’re not celebrating Israel’s anniversary

    * The Guardian,
    * Wednesday April 30 2008
    * Article history

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    This article appeared in the Guardian on Wednesday April 30 2008 on p33 of the Leaders & reply section. It was last updated at 12:44 on April 30 2008.

    In May, Jewish organisations will be celebrating the 60th anniversary of the founding of the state of Israel. This is understandable in the context of centuries of persecution culminating in the Holocaust. Nevertheless, we are Jews who will not be celebrating. Surely it is now time to acknowledge the narrative of the other, the price paid by another people for European anti-semitism and Hitler’s genocidal policies. As Edward Said emphasised, what the Holocaust is to the Jews, the Naqba is to the Palestinians.

    In April 1948, the same month as the infamous massacre at Deir Yassin and the mortar attack on Palestinian civilians in Haifa’s market square, Plan Dalet was put into operation. This authorised the destruction of Palestinian villages and the expulsion of the indigenous population outside the borders of the state. We will not be celebrating.

    In July 1948, 70,000 Palestinians were driven from their homes in Lydda and Ramleh in the heat of the summer with no food or water. Hundreds died. It was known as the Death March. We will not be celebrating.

    In all, 750,000 Palestinians became refugees. Some 400 villages were wiped off the map. That did not end the ethnic cleansing. Thousands of Palestinians (Israeli citizens) were expelled from the Galilee in 1956. Many thousands more when Israel occupied the West Bank and Gaza. Under international law and sanctioned by UN resolution 194, refugees from war have a right to return or compensation. Israel has never accepted that right. We will not be celebrating.

    We cannot celebrate the birthday of a state founded on terrorism, massacres and the dispossession of another people from their land. We cannot celebrate the birthday of a state that even now engages in ethnic cleansing, that violates international law, that is inflicting a monstrous collective punishment on the civilian population of Gaza and that continues to deny to Palestinians their human rights and national aspirations.

    We will celebrate when Arab and Jew live as equals in a peaceful Middle East.

    Seymour Alexander
    Ruth Appleton
    Steve Arloff
    Rica Bird
    Jo Bird
    Cllr Jonathan Bloch
    Ilse Boas
    Prof. Haim Bresheeth
    Tanya Bronstein
    Sheila Colman
    Ruth Clark
    Sylvia Cohen
    Judith Cravitz
    Mike Cushman
    Angela Dale
    Ivor Dembina
    Dr. Linda Edmondson
    Nancy Elan
    Liz Elkind
    Pia Feig
    Colin Fine
    Deborah Fink
    Sylvia Finzi
    Brian Fisher MBE
    Frank Fisher
    Bella Freud
    Catherine Fried
    Uri Fruchtmann
    Stephen Fry
    David Garfinkel
    Carolyn Gelenter
    Claire Glasman
    Tony Greenstein
    Heinz Grunewald
    Michael Halpern
    Abe Hayeem
    Rosamine Hayeem
    Anna Hellman
    Amy Hordes
    Joan Horrocks
    Deborah Hyams
    Selma James
    Riva Joffe
    Yael Oren Kahn
    Michael Kalmanovitz
    Paul Kaufman
    Prof. Adah Kay
    Yehudit Keshet
    Prof. Eleonore Kofman
    Rene Krayer
    Stevie Krayer
    Berry Kreel
    Leah Levane
    Les Levidow
    Peter Levin
    Louis Levy
    Ros Levy
    Prof. Yosefa Loshitzky
    Catherine Lyons
    Deborah Maccoby
    Daniel Machover
    Prof. Emeritus Moshe Machover
    Miriam Margolyes OBE
    Mike Marqusee
    Laura Miller
    Simon Natas
    Hilda Meers
    Martine Miel
    Laura Miller
    Arthur Neslen
    Diana Neslen
    Orna Neumann
    Harold Pinter
    Roland Rance
    Frances Rivkin
    Sheila Robin
    Dr. Brian Robinson
    Neil Rogall
    Prof. Steven Rose
    Mike Rosen
    Prof. Jonathan Rosenhead
    Leon Rosselson
    Michael Sackin
    Sabby Sagall
    Ian Saville
    Alexei Sayle
    Anna Schuman
    Sidney Schuman
    Monika Schwartz
    Amanda Sebestyen
    Sam Semoff
    Linda Shampan
    Sybil Shine
    Prof. Frances Stewart
    Inbar Tamari
    Ruth Tenne
    Martin Toch
    Tirza Waisel
    Stanley Walinets
    Martin White
    Ruth Williams
    Naomi Wimborne-Idrissi
    Devra Wiseman
    Gerry Wolff
    Sherry Yanowitz

  10. Israel probt im großen Stil einen Angriff auf Iran. Bericht in der FAZ dazu hier: http://www.faz.net/s/RubDDBDABB9457A437BAA85A49C26FB23A0/Doc~EC70BCBB4600746D7B6C046AFA055543D~ATpl~Ecommon~Scontent.html
    Zum in der FAZ genannten israelischen Militärhistoriker Martin Creveld und seinen extrem patriarchalischen, militaristischen und mit Zeitschriften wie „Sezession“ und „Junge Freiheit“ kompatiblen Ansichten: http://de.wikipedia.org/wiki/Creveld.

    Die Morgenthau’ler können stolz von sich sagen, sie hätten wenigstens geistig mitgeschossen … darüber diskutiert haben sie nun genug!

  11. Erinnerst Du Dich an einen gewissen deutschen Politiker namens Joschka Fischer, der die deutsche Teilnahme am NATO-Krieg gegen Jugoslawien als „Fortsetzung des bewaffneten antifaschistischen Kampfes“ bezeichnete, während sein Amtskollege, der deutsche Verteidigungsminister Rudolf „Ballermann“ Scharping vor dem Kosovo-Krieg einen nichtexistenten serbische Angriffsplan in die Luft hielt und sprach: „Wir reden hier von Selektion, und ich sage bewußt: Selektion!“ In deren Tradition hast Du Dich soeben gestellt.

    Für Leute wie die und Dich ist anscheinend keine Begriffsverdrehung unmöglich, solange, bis „Krieg“ dann „Frieden“ heißt.

    Du argumentierst wie die deutsche Sozialdemokratie vor dem 1. Weltkrieg, die unter Verweis auf einen Engels-Brief aus den 1890er Jahren den Kriegskrediten zustimmte, solange es nur gegen Rußland gehe. Der Kaiser war ganz gerührt und kannte fortan nur noch Deutsche. Dann ging das große Gemetzel los. Was Liebknecht, Luxemburg und Lenin dem entgegengesetzt haben, internationalistische Linke also, denen jede Sympathie für die zaristische Autokratie absolut fremd war, dürfte oder sollte Dir bekannt sein. Unter den Bedingungen, die derzeit im Nahen Osten herrschen, kann es keinen „gerechten“ Krieg Israels gegen den Iran oder umgekehrt geben, von beiden Seiten aus gesehen nicht. Dieser Aspekt macht die Situation vergleichbar mit der am Vorabend des 1. Weltkriegs, eines von allen Seiten ungerechten imperialistischen Raubkrieges. Sie kann nicht durch die Parteinahme für e i n e n Staat beantwortet werden, noch nicht einmal im taktischen Sinne, wenn man von einer linken, antiimperialistischen und antifaschistischen Seite her argumentiert. Die antideutsche Argumentation unterwirft die Suche nach der Wahrheit einer politischen Position letztlich ethnischen und religiösen Kategorien (ihr würdet vermutlich sagen: „völkischen“): wahr ist, was Israel nützt – wobei so, wie Wilhelm II. nur noch „Deutsche“ und keine Parteien mehr kannte, in Eurer Argumentation nur noch „Israel“ auftaucht, als sei das ein irgendwie harmonisches und homogenes Gebilde, während die Palästinenser in Eurer der Entwicklung vorweggenommener Sicht gleich ganz eliminiert sind. Haltet Ihr eine solche Argumentation ernsthaft für links, oder gar „communistisch“?

  12. … ach E.G. und noch was … lies doch bitte mal den Wikipedia -Artikel zu Martin Creveld, auf den ich oben verlinkt habe. Nachdem Du ihn gelesen hast und nochmal seine Position im oben genannten FAZ-Artikel zur Kenntnis genommen hast, beantworte mir doch bitte einmal die Frage: ist Martin Creveld wirklich Deiner Meinung nach Repäsentant einer, wie Du es nennst „antifaschistischen Selbstverteidigungsmaßnahme“? Dieser Männerbündler, Kriegsverherrlicher, Nazi-Freund („Junge Freiheit“, „Sezession“ ) – und zugleich israelischer Offizier??? Bist also auch Du ein Antifaschist im Sinne Martin Crevelds???? Bist also mithin auch Du ein Mensch, der als Antifaschist mit deutschen Nazis („Sezession“ ist eine Veröffentlichung des „Instituts für Staatspolitik“, Junge Freiheit das wichtigste Organ der deutschen „Neuen rechten“ ) den Schulterschluß übt?

  13. Die IDF ist Repräsentant antifaschistischer Selbstverteidigungsmaßnahmen, in ihr und durch sie hindurch entfalten sich die antifaschistischen Selbstverteidigungsmaßnahmen, die Juden und Jüdinnen, und jenen die dafür angesehen werden weltweit u.v.a. in Israel Schutz vor antisemitischer Verfolgung gewährleisten bzw. gewährleisten sollen.
    Damit dass das was die Deutschen und ihre Hilfsvölker verübt haben für ewig singulär bleibt!

  14. Danke für Dein Glaubensbekenntnis, E.G., aber hier ging es nicht um Deine religiöse Überzeugung, die will Dir niemand nehmen. Sondern es ging und geht um die Frage, ob nicht auch Du es etwas merkwürdig findest, daß Du mit dieser Position da bruchlos einer Meinung mit Martin van Crefeld bist, der nicht nur IDF-Offizier und führender israelischer Militärtheoretiker ist, sondern auch gleichzeitig noch Gewährsmann der FAZ, Freund deutscher Nazis und bekennender Antifeminist. Seine militärwissenschaftlichen Schriften werden gleichermaßen von deutschen Nazis gepriesen (weil er die Nazi-Wehrmacht darin als ihren Gegnern überlegen schildert) wie auch von der US-Armee zur Pflichtlektüre für ihre Offiziere gemacht (weil er sich am besten mit der sogenannten asymmetrischen Kriegsführung auskennt: ein gemeinsames militärisches Problem der Nazi-Weihrmacht in der „Bandenbekämpfung“, israelischer und US-Militärs im nahen Osten). Und dann schreibt er auch noch Bücher, in denen er darüber quengelt, Männer seien heutzutage gegenüber Frauen von Geburt an das „benachteiligte Geschlecht“. Solche Positionen sind schlicht reaktionär. Und sie werden auch dadurch nicht besser, daß ein Israeli sie äußert. Oder ist das für Dich in dem Falle dann etwas anderes?

  15. Hab ich irgendwo geschrieben das antifeministische Äußerung nur weil sie von einem Israeli geäußert wurden in Ordnung gehen? – ich meine nicht! Den Beweis ihrer Behauptung und damit den Gegenbeweis anzutreten, lege somit an Ihnen…
    Es ist aber bezeichnend, wie hier versucht von der eigentlichen Thematik, nämlich die der Legitimität und Notwendigkeit der antifaschistischen Selbstverteidigung Israels (und damit auch deren Einübung) abzulenken… (oder Sie erklären mir was der Antifeminismus den Sie Crefeld attestieren – mit der antifaschistischen Selbstverteidigung Israels zu tun hat).

  16. Der in der FAZ zitierte IDF-Sprecher, Martin van Crefeld, argumentiert exakt wie Sie. Und ich halte es eben schon für bezeichnend, daß die unbedingte Verteidigung Israels als Staat, selbst um den Preis eines Nuklearschlages und / oder der (Selbst)vernichtung, von Personen geäußert wird, die auf anderen Politikfeldern absolut reaktionäre Positionen wie etwa die Nähe zu deutschen Nazis oder offenen Antifeminismus äußern. Das ist das logische Ergebnis der Bezugnahme nicht auf eine emanzipatorische Bewgung oder gesellschaftliche Gruppe, Klasse oder dergleichen, wie sie für Internationalisten normal ist, sondern Ihre rein ethnisch-religiös-etatistische Haltung zu Israel als Staat. Wer so argumentiert, landet schnell mit Personen wie van Crefeld auf seiner Seite. So hängt das zusammen.

  17. Gut wenn Sie meinen auf diese Weise argumentieren zu müssen, kann ich ebenso die Frage in den Raum stellen, warum Ihre Sichtweise auf die Bedrohung Israels durch den Iran bzw. generell auf die USA und Israel mit der Sichtweise von Hamas, Hisbollah, Ahmadinejad oder deutscher nationaler Sozialisten so große Parallelen aufweist…? Vielleicht ist auch dies das logische Ergebnis der Bezugnahme auf Antizionisten jeglicher coleur, egal ob rot, braun oder grün.
    Wer dann so argumentiert – könnte ich, dann ihrer Logik und ihrem Jargon folgend, auch entgegen – müsste sich dann nicht wundern mit Leuten wie Ahmadinejad oder seinen deutschen Freund bzw. Bewunderen wie Marcel Wöll, auf einer Seite landen. Vielleicht hängt auch dies so zusammen?

  18. Im Übrigen bin ich nicht weiter verwundert, dass meine Argumentation der eines (jüdischen) Israelis ähnelt, der eine (berechtigte) Angst vor einem zweiten Holocaust hat (den der Iran anstrebt).

  19. Der Unterschied zwischen Ihnen und mir ist einfach der: ich habe schon mehr als einmal gegen Wöll und alles, wofür er steht, demonstriert, aber Sie werden nie gegen van Crefeld demonstrieren. Und das, obwohl van Crefeld in Machwerken wie „Junge Freiheit“ und „Sezession“ veröffentlicht. Die Anti-Nazi-Koordination hat 2006 explizit zu einer Demo gegen Ahmadinedschad aufgerufen. Mit dem Versuch, uns irgendeine Sympahtie für irgendwelche historischen oder aktuellen Antisemiten anzuhängen, werden Sie scheitern.

  20. Es ist schon bezeichnend wie Sie beständig versuchen etwas in Aussagen hineinzulegen, was dort so einfach nicht steht – aber jede und jeder kann ja nachlesen, was obenstehend geschrieben wurde und was nicht. Weiter ist es bezeichnend, dass der Aktivismus bzw. „die blinde Wut des Machens“ als Schibboleth für den „wahren“ Antifaschismus herhalten soll..in dessen Verlauf dann auch aufgefordert (wieder) gegen (israelische) Juden zu demonstrieren.
    Wenn Sie gegen Wöll und alles, wofür er steht, stehen, warum demonstrieren Sie dann nicht gegen die Islamische Republik Iran und für die antifaschistische Selbstverteidigungsmaßnahmen Israels und für ein antifaschistische Engagement der USA im Iran?
    Können Sie eigentlich noch weitere (Nicht-)Ereignisse in meiner Zukunft voraussagen (machen Sie das per Kaffeesatz oder bevorzugen Sie die Methode des Kartenlesens)? – oder woher wissen Sie sonst was ich nie machen werde?

  21. Herr E.G., ich hatte oben geschrieben:
    „Die Anti-Nazi-Koordination hat 2006 explizit zu einer Demo gegen Ahmadinedschad aufgerufen.“ Da ich einer der Sprecher der Anti-Nazi-Koordination bin, verstehe ich nicht so ganz, wie Sie darauf antworten können: „warum demonstrieren Sie dann nicht gegen die Islamische Republik Iran?“

    Es gibt offenbar keinen Unterschied zwischen Ihnen und mir was
    (a) die Ablehnung von heutigen deutschen Nazis angeht und
    (b) die Verurteilung von antiisraelischen Vernichtungsdrohungen seitens der iranischen Staatsführung betrifft (doch dazu näher unten). Klar ist auch, daß die Anti-Nazi-Koodination die unbezweifelbar antisemitische und den Holocaust leugnende Haltung der iranischen Staatsführung verurteilt. Das war auch der Hintergrund, vor dem wir für den 17. Juni 2006 zu einer Demonstration aufriefen, die sich gegen die Ahmadinedschad-bejubelnde hessische NPD und deren auf dem Opernplatz angemeldete Demo „Päsident Ahamdinedschad – willkommen bei Freunden“ wandte. Anmelder war Marcel Wöll (damals NPD-Landesvositzender) für eine „Gruppe Nationale Sozialisten“. Wir riefen zur aktiven Verhinderung dieser antisemitischen Provokation auf. Von der „Gruppe Morgenthau“ war damals weder etwas zu hören noch zu sehen. Aber das nur nebenbei.

    Der Dissens zwischen unseren Positionen liegt für mein Verständnis darin, daß Sie allen Ernstes die israelische Drohung mit einem Nuklearschlag gegen Iran, die ja, wie diesem Blog und Eintragung aus Ihrer Morgenthau-Gruppe zu entnehmen ist, sogar in Ihren Kreisen schon beifällig und bellizistsich diskutiert wird (offen war anscheinend nur das Kaliber der Atomwaffen … ), für „antifaschistisch“ halten und dabei standhaft zu einer Person wie Martin van Crefeld schweigen.

    Es ist ja klar, warum: dieser Mann ist keine x-beliebige Persönlichkeit, sondern ein Top-Sicherheitsexperte des Staates Israel. Zugleich schreibt er männerbündlerische Bücher gegen die Frauenbewegung, verteidigt als Militärwissenschaftler die deutsche Wehrmacht und veröffentlicht Artikel in „Junge Freiheit“ und sogar „Sezession“. Ihn können Sie – jedenfalls nach meinem und jedem mir vorstellbaren Verständnis – schwerlich als „Antifaschisten“ bezeichnen, und das genausowenig, wie die gesamte militärpolitische Haltung des Staates Israel Iran und dem gesamten Nahostkonflikt gegenüber.

    Israel als Staat verhält sich politisch und militärisch seit Jahrzehnten schlicht macchiavellistisch. Dafür stehen heute ganz offen Personen wie etwa Ben Morris. Die Beatzungspolitik ist seit Jahrzehnten völkerrechtswidrig, sie bricht zahlreiche UN-Resolutionen. In Israel werden die Menschenrechte gebrochen, es wird gefoltert, es werden Gefangene über unbestimmt lange Zeit ohne Anklage oder rechtliches Gehör gefangen gehalten. Mehrere hundert mißliebige AktivistInnen auf palästinensischer Seite wurden ohne jedes juristische Verfahren gezielt durch israelisches Militär ermordet – die letzte mir bekannte Zahl dieser extralegalen Maßnahmen beträgt 360, aber sie ist zwei Jahre alt. Die Regierung Israels raubt der palästinensischen Bevölkerung Land und Wasser,aber auch Bodenschätze und Fischereirechte, zerstört, wie besonders im Jahre 2000 geschehen, planmäßig Grundlagen für den Tourismus, sofern er an in Palästina gelegenen Orten stattfinden soll (Bethlehem). Der Herrschenden im Staat Israel legen damit schon heute den Grundstein für weitere blutige Konflikte. Die Verhältnisse im Gazastreifen spotten jeglicher Beschreibung – der Kommentar Olmerts dazu lautet, dafür sei er nicht zuständig. Die Verhältnisse in den nur noch mit Apartheid-Bantustans vergleichbaren Besetzten Gebieten sind so, daß nicht nur von Ihnen möglicherweise als Antiimperialisten und Internationalisten geschmähte Menschen wie ich (in Ihrem Verständnis sind das ja Schimpfworte, für mich sind es unverzichtbare Positionen linker Politik), sondern vor allem, und das sollte ja entscheidend sein, auch die israelische Linke, darunter auch ZionistInnen, sie komplett ablehnen und ihr sofortiges Ende fordern (ich schweige von zionismuskritischen, nicht- oder antizionistischen Israelis jüdischer Herkunft, die in Ihrer Welt wahrscheinlich gar nicht vorkommen, zum Beispiel Uri Avnery, Felicia Langer, Ron Hacohen, Moshe Zuckermann, Michael Warshavsky, Jesha’jahu Leibovitz, Meir Margalith, Gruppen wie Machsom Watch, B’Tselem, der KP Israels, sowie vor allem, last but not least, den israelischen StaatsbürgerInnen zweiter Klasse weil palästinensischer Herkunft).

    Wie ist denn Ihr Verhältnis zu denen? Sind das keine Israelis, denen Ihre Solidaität gilt? Belehren Sie die etwa auch in puncto „Antifaschismus“, wenn sie Krieg und Besatzung ablehnen? Sie können nicht mit ihnen und Martin van Crefeld oder Kadima oder Mapai oder Schas … zugleich solidarisch sein. Das ist politisch und logisch unmöglich. Wie also entscheiden Sie sich denn da? Sind nur prozionistische Isarelis gute Israelis? Was sind dann die anderen?

    Sie sehen: es gibt „Israel“ sowenig wie es „Deutschland“ oder „Grönland“ gibt. Es gibt in all diesen Ländern fortschrittliche und reaktionäre Positionen, und es gibt die internationalistische Solidarität der Linken untereinander. Wenn Sie dem nicht zustimmen wollen oder können, weil Ihre Solidarität einem bloß abstrakt denkbaren „Israel“ als irgendwie über allen Klassen, Gruppen, politischen Positionen vor Ort schwebendem Ganzem gelten soll, dann haben sie sich aus jeder linken Position verabschiedet, für die ja überall auf der Welt kennzeichnend ist, davon auszugehen, daß jede bürgerliche Gesellschaft, also auch die Israels, eine in antagonistische und nichtantagonistische gesellschaftliche Gegensätze gespaltene, also nur als widerspruchsvoll denkbare Einheit ist.

    Oder macht Israel da Ihrer Meinung nach aus unerfindlichen Gründen eine Ausnahme? Wenn Sie das so sehen sollten, haben Sie wiederum gegen die meisten der oben zitierten linken israelischen Positionen dezidiert Stellung bezogen und stehen somit objektiv (und ich vermute: auch subjektiv) auf der Seite der israelischen (und deutschen) Rechten. Dorthin stelle nicht etwa ich Sie, daran habe ich gar kein Interesse. Dahin stellen Sie sich mit solchen Äußerungen selbst.

    Mit irgendeiner Form fortschrittlicher Politik hat die Politik des seit langen Jahren herrschenden rechten und chauvinistischen Flügels der zionistischen Politik Israels nichts zu tun. Diese Feststellung soll selbstverständlich kein Vorwurf sein, schon gar kein moralischer. Der Staat Israel ist ein bürgerlicher Staat und engster Verbündeter der USA. Einem solchen Staat den Vorwurf zu machen, er sei, was er sei, ist albern, abgesehen davon, daß es, s.o., sowieso abgeschmackter Quatsch ist, einem Staat etwas vorzuwerfen (oder ihn umgekehrt als Objekt seiner Solidarität zu sehen).

    Und das genau ist auch der Grund, weshalb die „Solidarität mit Israel“ als Staat in die Irre geht. Ja zur Solidarität mit der israelischen und palästinensischen und iranischen Linken – keine Solidarität mit den Kriegsbefürwortern in Israel, Iran und Palästina!

    Wobei, und das muß da schon auch einmal angemerkt werden, eine solche Position in sich schon wieder fragwürdig ist, ist doch Israel seit vielen Jahren die einzige Nuklearmacht der Region. Angesichts dessen erinnert die Forderung an alle Seiten, Frieden zu halten, ein bisschen an Anatole France‘ s Diktum, vor der Majestät des Gesetzes sei es Reichen und Armen gleichermaßen verboten, unter Brücken zu schlafen.

    Hinzu kommen zwei weitere Punkte:
    (a): die Frage, ob Iran ein Nuklearwaffenprogramm durchführt, ist umstritten. Nicht nur Iran bestreitet das, auch die IAEO behauptet es nicht und noch vor wenigen Tagen, Sie können es unter dem FAZ-Link oben nachlesen, hat Rußlands Außenminister Lawrow explizit die Existenz eines solchen Programms bestritten;
    und (b): die Vernichtungsdrohungen gegen Israel aus dem Munde von Ahmadinedschad sind, nachdem sie zwei Jahre lang in der gesamten westlichen Presse so kolportiert wurden, als fordere Ahmadinedschad, „Israel von der Karte zu tilgen“ inzwischen nach heftigen Auseinandersetzungen als (wahrscheinlich absichtsvoller) Übersetzungsfehler eingestanden worden, u.a. auch von der Bundeszentrale für Politische Bildung und dem Übersetzungsdienst des Deutschen Bundestags, also zwei Instanzen, die Ihnen politisch erheblich näher stehen dürften als mir. Ausführliche Infos zu diesem bemerkenswerten Vorgang unter: http://www.jungewelt.de/2008/06-19/059.php.

  22. Lieber Hans-Christoph,

    leider hat Ahmadinejad seinen Vernichtungsfantasien gegen Israel mehrfach Ausdruck gegeben. Ein Blick auf die englischsprachige Website des iranischen Präsidenten hilft hier mehr als alle wohl- oder übelmeinenden Übersetzungen von MEMRI bis Arbeiterfotografie/Junge Welt. Dort heißt es, nachdem alle (islamischen) Länder gewarnt wurden, Israel anzuerkennen: „He (Ahmdinejad) further expressed his firm belief that the new wave of confrontations generated in Palestine and the growing turmoil in the Islamic world would in no time wipe Israel away.“ Wie bitte würdest du dies übersetzen, wenn nicht damit, dass er hofft, Israel würde weggewischt (und die umstrittene Landkarte wäre hier m.E. lediglich eine stilistische Ergänzung und keine Verfälschung). Im Anschluss wird freudig gegen die „Teufel“ Israel und USA gehetzt. Quelle: http://www.president.ir/eng/ahmadinejad/cronicnews/1384/08/4/index-e.htm (unten)
    Im übrigen zeigt ein kurzer Blick auf die Berichte dieser Website, dass hier Israel und „zionistisches Besatzungsregine“ absolut synonym verwandt werden, so dass alle Erklärungen, Ahmadinejad meine nur das Besatzungsregime über die 1967 von Israel eroberten Gebiete, in die Irre führen. Für ihn ist ganz Palästina von den Zionisten besetzt und es gilt ihm selbstverständlich ganz Palästina zu befreien.
    In einem anderen Artikel auf der selben Seite heißt es: „He (Ahmadinejad) added that a world without the US and Israel would be possible“

    Die Gleichsetzung Israels und des Zionismus geht auch aus dem Interview Ahmadinejads mit dem Spiegel hervor:
    >>Ahmadinedschad: Ich freue mich, dass Sie ehrliche Menschen sind und sagen, dass Sie verpflichtet sind, die Zionisten zu unterstützen.
    SPIEGEL: Das haben wir nicht gesagt, Herr Präsident.
    Ahmadinedschad: Sie haben Israelis gesagt.<>SPIEGEL: Die Palästinenser sind bereit zu einer Zwei-Staaten-Lösung, während Sie Israel das Existenzrecht absprechen.
    Ahmadinedschad: Sie täuschen sich. Sie haben doch gesehen, dass das Volk bei der freien Wahl in Palästina die Hamas gewählt hat. …
    SPIEGEL: Die Palästinenser haben das Recht auf ihren eigenen Staat, aber die Israelis unserer Ansicht nach selbstverständlich auch.
    Ahmadinedschad: Wo sind die Israelis hergekommen?<<

    Mit anderen Worten: Die Juden sollen in ihre „Herkunftsländer“ zurückkehren.

    Auf die einfache und mehrfach wiederholte Frage des Spiegel „Wollen Sie Nuklearwaffen für Ihr Land?“ antwortet Ahmadinejad immer wiederausweichend. Er spricht über die Atomwaffen anderer Länder und die Souveränität des Iran, versichert die allgemeine Friedfertigkeit des Iran, erwähnt die Nuklearverträge des Westens mit dem Schahregime. Aber ein simples „Nein, ich keine Atomwaffen für den Iran“ oder „Nein, unser Atomprogramm ist rein zivil“ geht ihm einfach nicht über die Lippen. Dies macht zumindest sehr mißtrauisch.

  23. Lieber Stephan, das weiß ich natürlich, und deshalb haben wir ja auch 2006 gemeinsam dagegen mobilisiert, daß diese unsäglichen Positionen Ahmadinedschads hier in Frankfurt auch noch von Nazis gefeiert werden können. Da gibt es aus meiner Sicht keinen Dissens. Allerdings ist die Verfälschung eines Zitates von sozusagen PR-strategischer Bedeutung wie dem hier in Frage stehenden auch nicht gerade von Pappe. Ich möchte allerdings darauf hinweisen, daß auch in meiner jüngsten Antwort auf den mir unbekannten Blogger E.G. kein Zweifel blieb, daß Ahmadinedschad nach verschiedenen seiner Äußerungen, von denen Du gerade wesentliche zitiert hast, als Antisemit und Holocaustleugner einzustufen ist. An dieser meiner Haltung hat sich seit 2006 natürlich auch nichts geändert. Allerdings bleibe ich auch bei der Aussage unseres damaligen gemeinsamen Aufrufs, daß wir in Übereinstimmung mit der iranischen Opposition jeden Krieg gegen Iran ablehnen. Du erinnerst Dich. Jetzt sollten wir auch dafür gemeinsam eintreten. Ich werde es jedenfalls tun.

    Aber wie stehst Du zu van Crefeld?

    Hier ein Zitat zu van Crefeld aus dem Wikipedia-Artikel über ihn:
    „In Deutschland ist van Creveld vor allem bekannt geworden durch seine umfassende Arbeit über die deutsche Wehrmacht, deren Kampfkraft und innere Geschlossenheit er – ohne sie moralisch zu beurteilen – als im Vergleich zu den anderen Streitkräften des Zweiten Weltkriegs überlegen einstuft. Hier finden seine Thesen auch Anklang in rechtskonservativen Medien wie der Zeitschrift Sezession und der Zeitung Junge Freiheit, die er auch öffentlich politisch unterstützt. Abgelehnt wird dort jedoch die Feststellung van Crevelds, dass ohne „aktive oder passive (Mit-)Wirkung“ der Wehrmacht der Holocaust „unmöglich gewesen“ wäre.“

    Lieber Stephan: wie würdest Du einen deutschen Militärhistoriker beuteilen, der die Rolle der deutschen Wehrmacht um die Kleinigkeit der Shoah dekontextualisiert und ausdrücklich „moralfrei“ auf diese Weise einstuft? Das tut ja noch nicht einmal Nolte!

    Und zur „Gruppe Morgenthau“: wenn am kommenden Samstag die Herrschaften des IfS in Frankfurt gastieren wollen (https://antinazi.wordpress.com/2008/06/23/freunde-des-hakenkreuzes-in-frankfurt-will-am-28-juni-das-institut-fur-staatspolitik-im-intercity-hotel-poststrase-8-hauptbahnhof-tagen/), dann haben wir es mit exakt den deutschnationalen Figuren zu tun, die van Crefeld als Zeugen für ihre Sicht der Wehrmacht und des Feminismus nutzen: die „Sezession“, in der van Crefelds „Thesen Anklang finden“ (s.o.), und die er „öffentlich unterstützt“ (s.o.), ist ein direktes Erzeugnis des „Instituts für Staatspolitik“. Und die „Junge Freiheit“ ist ebenfalls eng mit Weißmann und dem IfS verbandelt. Im Herbst 2006 kündigte Weißmann lauthals an, er werde sich dafür einetzen, daß die „Junge Freiheit“ demnächst die zweitauflagenstärkste Wochenzeitschrift Deutschlands nach der Zeit werde, wofür ein geeigneter Werbeetat bereits zur Verfügung stehe („Der rechte Rand“ Nr. 103, Nov./Dez. 2006, S.19). Naja.
    Aber wie dem auch sei: ist van Crefeld nach Ansicht der Gruppe Morgenthau etwa dumm – oder doch ein genuin Rechter? Auf welcher Seite steht dann eigentlich die „Gruppe Morgenthau“? Verteidigt sie aus Gründen der Israelsolidarität die Herren Weißmann und Kubitschek, weil die ja immerhin einen angeblichen israelischen „Antifaschisten“ publizieren? Oder bleibt sie zu Hause? Oder hilft sie mit, gegen die Anwesenheit dieser unsäglichen Interessenten des Hakenkreuzes in Frankfurt zu protestieren? Ich bin gespannt.

  24. Ahmadinejad hat laut seiner Website gesagt, er habe die feste Zuversicht/Glauben, dass Israel durch den aufkommenden Aufruhr/Aufstand der islamischen Welt weggewischt wird. Daraus wurde dann, er wolle Israel von der Landkarte tilgen. Einen politischen Unterschied erkenne ich zwischen diesen beiden Aussagen nicht und dementsprechend kann ich darin keine böswillige Verfälschung oder Kriegstreiberei erkennen.

    Selbstverständlich bin ich immer noch gegen eine Besetzung des Irans („Regime-Change“ durch US-Intervention). Allerdings bin ich unsicher, wie die Sicherheit Israels weiter erhalten werden kann, wenn das iranische Atomprogramm weiter vorangetrieben wird. Daher hätte ich gegebenenfalls Verständnis für eine begrenzte militärische Aktion Israels gegen die Inbetriebnahme nuklearer Anlagen im Iran nach dem Vorbild der Bombardierungen des irakischen Reaktors Osiris Anfang der 80er oder der Atomanlage in Syrien vor wenigen Monaten.

    Ich weiß nicht viel über Martin van Creveld, was ich im Wikipedia-Artikel gelesen habe, hat ihn mir nicht gerade sympathisch gemacht. Macker, Sexist, wahrscheinlich militaristisch. Was soll ich von so jemandem halten?
    Allerdings ist mir die Bedeutung Martin van Crevelds nicht klar. Soweit ich sehe, hat er keine Funktion in der israelischen Regierung.
    Interviews mit der „Jungen Freiheit“ und der „Sezession“ finde ich unmöglich. Die Junge Freiheit will ihr braunes Image aufmöbeln, indem sie ein breites Spektrum von Interviewpartnern präsentiert. Die Strategie scheint gut aufzugehen. Von Grünen und SPD-Politikern über CDUler bis zu offenen Rechten geben der jf Interviews. Zu meinem großen Entsetzen gehörte auch Immanuel Wallerstein, dessen „Rasse, Klasse, Nation“ zu den Grundlagenwerken für die linke Rassismusdiskussion zählt, zu den Interviewpartnern der jf.
    Sehr gerne interviewt die Junge Freiheit Juden, weil sie sich von ihnen eine Art Persilschein erhofft. Auch hier reicht die Palette von konservativ-rechts (Creveld, Shaul Yahalom) über Vertreter der Arbeitspartei (Shlomo Ben-Ami) bis links (Ury Avnery, Tony Judt, Michael Mandel) und zu den Repräsentanten der jüdischen Gemeinde in Deutschland (Charlotte Knobloch, Michel Friedmann). Diese Strategie der jf ist außerordentlich gefährlich, aber es hat doch keinen Zweck, diese Interviews nach politischer Brauchbarkeit aus dem Köcher zu ziehen.
    In dem von Wikipedia verlinkten jf-Interview mit Creveld tritt er zum Unwillen seiner Interviewpartner zwar für die weitere Existenz des Waffen-SS-Denkmals in Marienfels ein, will es aber zu einem Mahnmahl umwidmen, welches auch auf die Verbrechen der Waffen-SS hinweist. Ich halte dies im Fall von Marienfels nicht für die richtige Strategie, grundsätzlich aber für einen möglichen Umgang mit Nazi-Denkmälern, Straßennamen etc. Es kommt wie so oft auf die Details an, wie ein solches Mahnmal dann gestaltet wird und ob seine bisherige Funktion als Heldendenkmal tatsächlich gebrochen wird. Und in dem anderen Interview hat Creveld laut Wikipedia deutlich gemacht, dass die Wehrmacht für den Holocaust mitverantwortlich ist. Auch darin unterscheidet sich Creveld bei aller Kritik von Weißmann und Co.

    Ich weiß nicht, was die Morgenthaus am Sonntag machen. Ich hoffe, dass sie gemeinsam mit uns gegen die Weißwäscher der Wehrmacht und intellektuellen Vorkämpfer der deutschen Rechten demonstrieren.

  25. Noch weiß ich nicht ob Ihre Obsession bzgl. van Crefeld größer ist oder ob der Gruppe Morgenthau; eine Obsessesion Ihrer ist es wohl auf alle Fälle, andersweitig kann ich mir Ihr permanentes Aufgreifen jener, das Konstruieren von (vermeintlichen) Verbindungslinien und die Abpressung ob eines jeden bzgl. einer Meinung zu diesen – auch bzw. gerade wenn es nichts direkt mit der Thematik zu tun hat, nicht erklären – vielleicht können sie es ja?
    Aber der Reihe nach; Sie entgegen meiner Frage warum sie denn nicht gegen die Islamische Republik Iran demonstrieren, mit dem Verweis darauf dass sie für eine Demo gegen Ahmadinejad aufgerufen haben (als Sprecher o.ä. der ANK) – nun das beantwortet meine Frage keineswegs, so mag Ahmadinejad durchaus ein Repräsentant jener sein, er ist sie aber nicht. Die Islamische Republik Iran gab es vor einem Präsidenten Ahmadinejad und wird es vermutlich auch noch nach einem Präsidenten Ahmadinejad geben, sofern es zu keinem Regime change kommt. Also haben sie meine Frage weder bereits im Vorfeld noch im Nachhinein beantwortet. Wenn die ANK-Demo am 17. war, hätten sie am Vorabend ja noch bei jener von .a. der auf dem ANK-Blog verlinkten AK Antifa Mainz mitorganisierten Demo: http://mainz.antifa.net/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=37&Itemid=30
    vorbeischauen können, vielleicht hätten Sie dort auch die Objekte ihrer obsessiven Begierde (den sie Untätigkeit diesbzgl. vorwerfen) finden können u. damit was von hören und sehen können, den sie Untätigkeit diesbzgl. vorwerfen – wer weiß?
    So zum nächsten Punkt, nirgendwo hab ich geschrieben, wie Sie mir vorwerfen, einen Nuklearschlag für antifaschistisch zu halten (ob Ich das tue oder nicht ist eine andere Frage – aber geäußert hab ich mich nie dazu) weder auf diesem Blog (den Gegenbeweis anzutreten läge erneut wieder bei Ihnen) noch in der Meinigen Morgenthau-Gruppe, weil ich die Gruppe Morgenthau nicht die meinige nenne und auch gar nicht nennen kann und könnte.
    Es ist die Erkenntnis, das Staat Israel sich politisch und militärisch „macchiavellistisch“ verhält, nicht einmal mehr nur eine Binsenweisheit zu nennen, da wie jeder – spätestens seit Hegel – wissen sollte, dass Staaten sich nun einmal im Naturzustand zueinander befinden.
    Erst recht ein Staat der die staatsgewordene Fortsetzung des Aufstandes des Warschauer Ghettos bedeutet. Dass er dabei UN-Resolutionen bricht und brechen muss, sit dabei auch keineswegs verwunderlich oder gar verwerflich, ist doch die UN auch nichts weiter als die Summe ihrer Mitglieder und somit in großen Teilen nichts weiter als die antiionistische Vollversammlung im globalen Maßstab, in der dann auch gerne der Zionismus als ein Rassismus gebrandmarkt wird – per UN-Resolution. Bezeichnenderweise fällt auch Ihnen – ganz in diesem Jargon und Duktus verweilend – nichts anderes als das Gezetere der Apartheid ein. 1,2 Millionen nicht-jüdische arabische Israelis sprechen eine andere Sprache, das Miteinander von Menschen mit schwarzer, weißer oder whatever Hautfarbe in Israel, egal ob mit osteuropäischen oder äthiopischen Essgewohnheiten auch – Apartheid sieht anders aus (und ich denke das wissen auch Sie) – oder wie erklären Sie sich bspw. die Operation Salomon oder Moses durchgeführt von einem angeblichen „Apartheid-Regime“.
    Und somit sind auch Leute wie Uri Avnery oder Felicia Langer sicherlich keine Personen denen ich Sympathie entgegenbringe.
    Die Selektion zwischen „guten Israelis“ und „bösen Israelis“ überlasse ich getrost Ihnen, meine Solidarität gilt dem Staat Israel und seiner Aufgabe, nämlich denen (weltweit) Schutz zu gewähren die Opfer antisemitischer Verfolgung waren und/ oder sind.
    Denn solange es ein Denken in NAtion wie Deutschland oder Grönland gibt und sich dies in Staaten wie Bundesrepublik Deutschland oder Dänemark ausaagiert, solange ist ein Staat Israel notwendig um jenen die durch dieses Denken als asymetrische Dritte ausgeschlossen werden und zu Vergewisserung der Identität als Nichtidentisches vernichtet werden sollen. Mag sein dass ich mich damit außerhalb der deutschen Linken zu stellen, ich habe auch kein Interesse mich innerhalb dieser zu stellen (schon allein Ihr Festhalten an (angeblich) unrückbare Kategorien wie links und rechts zeigt wessen Geistes Kind sie sind – denn das was in Israel (oder auch teilweise in den USA) als rechts gilt hat nunmal ziemlich wenig mit dem zu tun was in Dtld. als rechts gilt – was die Linke angeht dafür leider um so mehr) – und wenn sie Solidarität mit der palästinensischen Linken einfordern – fordern Sie dann auch Solidarität mit PFLP und Konsorten ein – sind ja schließlich Linke, oder?
    Zu den restlichen Entschuldigungsversuchen for Ahmadinejad hat ja Stehan schon was geschrieben… und selbst wenn dieser Satz so nicht stimmen sollte, tut dies seinem Ansinnen keinen Abbruch, denn was soll er sonst auf Konferenzen wie „Eine Welt ohne Zionismus“ oder einer Holocuastleugnerkonferenz? Oder ist das etwa auch von den Medien so manipuliert worden? Bezeichnend auch, sich über die „Junge Freiheit“ seitenlang zu echauffieren und dann das nationalbolschewistische Schmierblättchen „Junge Welt“ als Beweis verlinken, dass immer wieder durch ihren aggressiven Antizionismus und Antiamerikanismus auffällt und immer noch jmd. wie dem ewig hasserfüllt antizionistisch und antimaerikansich geifernden Werner Pirker eine Plattform bietet.

    P.S. Bei der bpb gibt es in der Tat interessante Bücher wie bspw. von Broder, Aly oder Lozowick, und dazu noch sehr günstig.

  26. Lieber Stephan,
    in einer Antwort sich auf die Veranstaltung am 10. mai im KOZ beziehenden Antwort aus dem Morgenthau-Bereich hier in dieser Debatte hieß es zur Frage eines „begrenzten Nuklearschlages“ gegen Iran:

    „Der Einsatz von Nuklearwaffen, den Morris vorschlägt, fand übrigens bei den PodiumsteilnehmerInnen der Veranstaltung im KOZ auch keine Freunde, obwohl, und das gilt es zu betonen, der Einsatz “kleinerer” Bomben gemeint waren, die einen sehr begrenzten Wirkradius haben und somit in erster Linie die Produktionsstätten in Schutt und Asche legen. Achja, bevor es bei der Diskussion vergessen wird: zwar kann dem Iran ein Atomwaffenprogramm nicht sicher nachgewiesen werden, Israel aber auch nicht… Dass das nicht heißt, dass mensch keine Atomwaffen hat, lässt sich eben gerade an Israel sehen.“

    Das steht ein paar Kommentare hier drüber und ist natürlich nichts anderes als die verschämte Zustimmung zu einem Einsatz solcher Waffen, zu denen es, wie jeder weiß, auch durchaus kommen kann, umrahmt von einer abstrakten Ablehnung. Im Übrigen wird hier auch wieder zwischen guten und bösen unterschieden: Modechai Vanunu ist nach Auffassung dieser leute anscheinend inexistent. Sonst könnte man ja nicht darüber faseln, Israel sei nicht Nuklarmacht (die einzige der Region).

    Auf Martin van Crefelds Rolle reite ich hier natürlich deswegen so herum, weil er (a) in dem zu Beginn dieser neuerlichen Debatte stehenden FAZ-Artikel quasi als Sprecher des TzaHaL (IDF) auftritt u n d gleichzeit, wie Du auch für meine Begriffe richtig schreibst, Militarist, Sexist und Kooperator von deutschen Rechtsextremisten ist. Ich glaube kaum, daß es richtig ist, wenn man ihn als Trottel dargestellt, der nicht merkt, daß ihn die Rechten vor ihren braunen Karren spannen wollen. Komisch, daß derselbe Trottel noch vor kurzem an US-Militärakademien lehrte, sich heute als Sprecher für die Israelische Armee zitieren läß usw.

  27. E.G., Danke für Ihre Klarstellungen.
    Ihre psychologischen Vermutungen („Obsession“ ) an meine Adresse können Sie sich sparen. In Ihren Kopf passt es offfenbar nicht, daß jemand, der anders denkt und handelt als sie, gleichzeitig noch ganz bei Sinnen sein kann. Sehr interessant. Auch für solche Vorstellungen gibt es fachpsychologische Termini …

    Die ANK hat, wie oben berichtet, 2006 zur Demonstration gegen Ahmadinedschad aufgerufen, meines Wissens, bevor das irgendjemand anderes getan hat. Mit keinem Wort habe ich Ahmadinedschad „entschuldigt“, wie Sie behaupten. Der konkrete Anlaß zum Aufruf im Juni 2006 war der Aufruf der NPD, Ahmadinedschad antisemitisch zu bejubeln. Es gehört nicht zum Aufgabenbereich der ANK, sich ansonsten zu Ahmadinedschad oder dem Iran zu äußern, da sich die ANK als aktionsorientiertes Bündnis zur Verhinderung von Nazi-Auftritten in Frankfurt (manchmal: plus Umgebung) versteht. Es ist natürlich jeder und jedem, der in der ANK aktiv ist, unbenommen, sich darüberhinaus auch weitergehend politisch zu betätigen.

    Zur Frage eines Nuklearschlages gegen Iran: Ihre Argumentation hält sich streng an den Rahmen dessen, was ich einen Kommentar weiter oben im Dialog mit Stephan aus einem Morgenthau-Eintrag hier in Erinnerung gerufen habe. Das ist natürlich nichts anderes als eine verklausulierte Zustimmung. Anders kann ich das wirklich nicht verstehen.

    Sie schreiben doch tatsächlich hier auch noch hin:
    „Die Selektion zwischen “guten Israelis” und “bösen Israelis” überlasse ich getrost Ihnen, meine Solidarität gilt dem Staat Israel und seiner Aufgabe, nämlich denen (weltweit) Schutz zu gewähren die Opfer antisemitischer Verfolgung waren und/ oder sind.“
    Danke, quod erat demonstrandum. Ihr Solidarität gilt, das haben Sie ja jetzt wirklich wörtlich gesagt, nicht individuellen Menschen oder Gruppen, Klassen, Bewegungen von Menschen, sondern einem Staat. Nichts anderes halte ich Ihnen ja die ganze Zeit vor. Sie bestätigen es hiermit ausdrücklich.

    Als nächstes schreiben Sie:
    „Denn solange es ein Denken in NAtion wie Deutschland oder Grönland gibt und sich dies in Staaten wie Bundesrepublik Deutschland oder Dänemark ausaagiert, solange ist ein Staat Israel notwendig um jenen die durch dieses Denken als asymetrische Dritte ausgeschlossen werden und zu Vergewisserung der Identität als Nichtidentisches vernichtet werden sollen.“
    Denksportaufgabe: stellen Sie sich mal vor, Sie müssten als, sagen wir, freiwillige Aushilfslehrkraft, exakt diesen Satz 15 oder 16-jährigen PalästinenserInnen in Gaza erläutern. Die würden den sehr gut verstehen. Besonders die rührende Passage mit den „durch dieses Denken als asymmetrische Dritte ausgeschlossenen“. Und würden Ihnen sicher sehr schön verdeutlichen, daß es für sie und ihre Lebenserfahrung nur eine Perspektive in einem Staat Palästina gibt. Und welche Anstregungen Israel seit Jahrzehnten unternimmt, um genau den zu verhindern. So ist das halt mit Ausnahmen von der Regel: sowie man es unternimmt, einen besonderen, nämlich letzten Endes ethnisch-religiös bestimmten Staat (wer Jüdin / Jude ist, bestimmt die halacha), als einzig berechtigten zum Objekt seiner Solidarität zu machen, sieht man sich sofort von den dadurch unter die Räder Gekommenen, den, wie sie so schön schreiben, Ausgeschlossenen Nichtidentischen, mit der Forderung nach einer Ausnahme von der Ausnahme von der Regel konfrontiert. Das nennt man Dialektik. Letzten Endes entkommen Sie den Konsequenzen dieses Denkens jetzt nur noch unter der mehr oder weniger verdeckten Preisgabe der Vorstellung, alle Menschen seien als Menschen erst einmal mit mit unveräußerlichen gleichen Rechten ausgestattet. Sie wissen ja, wie man so etwas nennt.

    Zur Frage der UN-Resolutionen: das schließt sich hier sofort logisch an. Wer so argumentiert wie Sie, muß natürlich auf dem Recht Israels als einzigem Staat bestehen, UN-Resolutionen brechen zu dürfen, ja geradezu zu müssen. Da aber die Welt nicht nur aus Israel besteht, ergibt sich heraus (eine Grenze ziehen, heißt, sie überschreiten – Hegel) sofort das Problem, wessen Rechte denn damit tangiert sind. Ist Ihnen egal.

    Zur Frage der Apartheid: Sie lesen ungenau. Ich hatte mich mit dem Apartheid-Vergleich nicht auf die Verhältnisse iraelischer Staatsbürger unterschiedlicher Sprache und / oder Kultur bezogen, sondern auf die Bantustan-ähnlichen Verhältnisse in den Besetzten Gebieten. Ich kenne sowohl diese Gebiete als auch Südafrika vor 1989 ein bisschen und weiß, wovon ich rede.

    Schließlich schreiben Sie noch: „schon allein Ihr Festhalten an (angeblich) unrückbare Kategorien wie links und rechts zeigt wessen Geistes Kind sie sind “ …
    Danke. Ein typisch rechtes Argument. Sie können darauf wetten: wenn jemand sagt, die Kategorien „links“ und „rechts“ seien doch nun wirklich überholt, dann ist es immer ein Rechter. Deshalb beantworten Sie auch folgerichtig für Ihr ganz und gar unobsessives Denken meinen Hinweis auf „Junge Freiheit“ und „Sezession“ als, gelinde gesagt, doch etwas fragwürdige Publikationsorgane für einen angeblichen Antifaschisten und führenden isarelischen Militärtheoretiker, mit dem reflexhaften Aufschrei, die „junge Welt“ sei „nationalbolschewistisch“. So sieht leider aus, was von der Totalitarismustheorie noch übrig bzw. bei Ihnen angekommen ist: ein anklagend nach Links weisender Zeigefinger, um von den Sauereien Rechts abzulenken. Aber damit stehen Sie voll und ganz auf dem Boden des, sagen wir mal, Sächsischen Gedenkstättengesetzes.

    Die antideutsche Ideologie ist nichts anderes, als der irrationale Ausduck deutscher Zustände, eine Sumpfdotterblume des imperialistischen deutschen Zeitgeistes.

  28. Es macht mich unsäglich wütend und es lässt mich für die Zukunft Schlimmstes befürchten, wie hier und in anderen Blogs von Leuten die zum Großteil das Glück hatten bisher keinen Krieg zu erleben, und schon gar keinen in dem Nuklearwaffen eingesetzt werden, leichtfertig über den Einsatz eben dieser diskutiert wird. Die aber reihenweise in Panik ausgebrochen sind als in Russland ein Reaktor explodierte (soviel zur zivilen Nutzung der Atomkraft….) Es kann doch nicht euer aller Ernst sein, die ihr den Angriff auf Iran befürwortet, oder zumindest „Verständnis aufbringen“ würdet, ganz egal ob es sich dabei um „chirurgisch genaue Operationen auf strategisch wichtige Ziele“ (haben wir ja schon erlebt wie gut das funktioniert) handelt oder lieber gleich der Flächendeckende Angriff gewünscht wird, dass ihr euch hinstellt und Bombardements, „Kollateralschäden“, Vernichtung von Lebensgrundlagen und Infrastruktur, Verseuchung von Wasser und Böden usw usw als antifaschistische Notwendigkeit begreift.
    Zumal wir ja wohl alle wissen, dass gerade die nukleare Verseuchung die Angewohnheit hat nicht an der Grenze einer Nation haltzumachen. (Auch nicht bei den kleinen Bömbchen und auch dann nicht wenn „nur“ nukleare Anlagen bombardiert werden). Aber ist das dann egal, weil Israel weit genug weg ist? Wollen wir mal hoffen dass der Wind nicht dreht!

    Verdammt nochmal die Welt ist doch kein Computerspiel! Nuklearwaffen sind keine Gänseblümchen!

  29. Niemals äußerte ich mich in diesem Blog dazu ob Sie noch bei Sinnen sind, oder nicht; es dennoch zu vermuten, dass ich sie als nicht mehr ganz bei Sinnen bezeichnet hätte ist somit eine Interpretation/ Projektion ihrerseits, ich für meinen Teil habe dazu nichts geschrieben (denn Gegenbeweis anzutreten läge erneut bei Ihnen). Was Obsessionen angeht, nahezu jeder Mensch hat ein oder mehrere Obsessionen, meine Feststellung bezog sich lediglich darauf, dass die ihrige wohl bei van Crefeld und der Gruppe Morgenthau liegen müsse, ein Blick in den vorliegenden Thread legt diesen Schluß ziemlich nahe, wie bereits im vorigen Post angeführt, können sie mir gerne erklären warum diese Fixierung vorliegt, andersweitig muss ich eben von einer Obsession ausgehen – oder?
    Nirgendwo, aber auch nirgendwo äußerte ich mich in diesem Blog – bis zu ihrer Behauptung ich täte es (und zwar in positiver Absicht) – zu einem (möglichen) Nuklearschlags Israel gegen den Iran; es liegt immer noch bei Ihnen, diese ihre Behauptung mit irgendetwas zu untermauern, begründen o.ä.; ansonsten muss ich es als reine Propaganda/Lüge/ Projektion o.ä. abtun. Oder können Sie mit der gleichen Kristallkugel mit der sie offenbar in meine Zukunft schauen können und sehen was ich dort NICHT tue, auch sehen was in meinem Kopf vorgeht bzw. zwischen meinen Zeilen geschrieben steht?
    Selbstverständlich gilt meine Solidarität dem Staate Israel und seiner Aufgabe des (weltweiten) Schutzes antisemitischer Verfolgter vor dem Zugriff ihrer Verfolger, ihr triumphales „Quod erat demonstratum“ ist somit nicht einmal dem Aufdecken einer Binsenweisheit geschuldet, denn nichts anderes ließ ich von Anbeginn verlauten – alle investigative Recherche wohl umsonst gewesen? Personifizierung und Personalisierung überlasse ich somit getrost anderen Menschen, die dann zwischen „guten Israelis“ und „bösen Israelis“ selektieren und/ oder sich beständig zu einzelnen Personen verhalten (müssen). Denn schließlich kritisiere ich ja auch das Kapitalverhältnis als solches und nicht die „Bonzen“ Ackermann, Bubis oder Trump für ihre angeblichen Gemeinheiten, auch dies überlasse ich getrost anderen – und Frankfurt hat ja diesbzgl. schließlich eine Tradition aufrechtzuerhalten.
    Ebenso muss ich mich deswegen auch nicht zu jedweder Person verhalten (würde bei nahezu 7 Milliarden auch etwas schwer fallen (und da sind historische Personen ja nicht einmal eingerechnet) – egal ob sie nun van Crefeld, Wöll, Morgenthau, Stoodt oder Ahmadinejad heißen (sondern höchstens insofern als das sie als Repräsentant einer Institution o.ä. fungieren – und dann auch nur unter der Prämisse ihrer aufgetragenen Repräsentanz).

    Es ist schon eine Ungeheuerlichkeit, wenn Sie die Menschen im Gazastreifen und der Westbank, offensichtlich als die neuen, durch das Denken in nationalen Kategorien als asymetrische Dritte Ausgeschlossen sehen, die zur Vergewisserung und Bildung der Identität als Nichtidentisches vernichtet werden sollen. Wo sind die israelischen Schulbücher in den die Menschen aus Gaza/ Westbank als die Brunnenvergifter dargestellt werden, oder als Plutokrat/ Bolschewist zugleich, oder als über der Welt thronende Krake? Wo sind die Lager zur Vernichtung derer in Israel? Oder sind in ihrem Denken auch Gaza/ Westbank die neuen KZs?
    Und so entpuppt sich auch die bewusste/unbewusste Lüge von Israel als einem ethnisch-religiösen Staat (was jetzt ethnisch oder religiös, oder sehn sie in den Juden und Jüdinnen gar die Verquickung von Ethnie und Religion, wie der von ihnen gebrauchte Wortlaut ja zumindest nahe legt) schon alleine bei der Betrachtung der – wie bereits oben erwähnten 1,2 Millionen nicht-jüdischen arabischen Israelis, wie bspw. den Drusen; aber vielmehr und grundlegender ist, dass das Einwanderungsrecht eben nicht ein Produkt der Halacha war, sondern sich ex negativo aus den Erfahrungen mit den Nürnberger Rassegesetzen ableitete, denn letztendlich bestimmt – wie Sartre es einmal treffend formuliert hat – immer noch der Antisemit wer Jude ist; und eben nicht die Halacha. Eben darauf reagierte Israel, als zu spät gekommene Notwehrmaßnahme gegen die Vernichtung der Juden und Jüdinnen durch die Deutschen, als Zuflucht und Schutz für alle vom Antisemitismus Verfolgten adäquat, denn „dass nicht die Glorie Herzls über Israel schwebt, sondern der traumatisierende Schatten Hitlers“ (Eike Geisel) ist zugleich die Bürde, denn auch die daraus resultierende Aufgabe des israelischen Staates.
    Und jeder der Staat hat das Recht, wenn nicht gar die Pflicht, UN-Resolutionen zu brechen, die seine Vernichtung incl. die seiner Staatsbürger zum Ziel hat; und gerade ein Staat Israel der eben aus jenem Anspruch heraus gegründet wurde, nie wieder widerstandslos der angestrebten Vernichtung gegenüberzutreten, den Aufstand der Juden und Jüdinnen im Warschauer Ghetto weiterzutragen.

    Niemals schrieb ich dass die Kategorien links und rechts überholt seien, wie sie es mir unterstellen. Die Kategorien von links und rechts machen in einem Land, in der die politische Landschaft in ihrem Hass auf Israel, die USA, die „Bonzen“ (und damit die Sphäre der Zirkulation) und den Kosmopolitismus (und auch sie legen ja offensichtlich Wert darauf als Internationalist zu gelten (was ja den Kosmopolitismus logisch ausschließt) kein links, kein rechts noch eine „Mitte“ mehr kennen will, schlichtweg keinen Sinn. Wenn das irgendwelche „Rechte“ auch schon erkannt haben mögen bitte…hält mich nicht davon ab dies auch zu konstatieren.
    Schade, dass Sie auf meine Frage ob sie sich denn auch mit der PFLP (eine linke Gruppe) solidarisieren (nachdem sie zuvor Solidarität mit der pal. Linken einforderten) nicht beantwortet haben bzw. nicht beantworten wollen….
    Im Übrigen hab ich gelesen, dass gegen eine Vergiftung von Sumpfdotterblumen eine Magenspülung notwendig/ hilfreich ist.

  30. Hallo Antifaschistin,

    wie kommst du darauf, dass ich einen Angriff auf bereits aktive Atomanlagen meinen könnte? Die beiden von mir genannten Beispiele, die israelischen Angriffe aus den irakischen Atomreaktor Osirak und die (mögliche) Atomanlage bei Deir-az-Zor in Syrien, betrafen doch eindeutig Anlagen die entweder kurz davor standen mit Brennstäben beladen zu werden (Osirak) oder noch weit von der (vermuteten) Fertigstellung entfernt waren (Syrien). Daher ist es in beiden Fällen selbstverständlich nicht zur nuklearen Verseuchung der Umgebung gekommen. Mir zu unterstellen, ich hätte abertausende von Strahlenopfern im Iran einkalkuliert, hat wirklich nichts mit dem zu tun, was ich hier gepostet habe.

  31. Hallo Stephan,

    dass du dich angesprochen und angegriffen fühlst ist ja schon mal was. Das macht zumindest deutlich, dass solche Vorstellungen bei dir ein ungutes Gefühl auslösen.

    Ausgelöst war mein Wutanfall u.a. durch deine Verständnisbekundung, beziehen tut er sich aber ganz klar, auf die Gesamtdiskussion in diesem Zusammenhang, in der die Befürworter eines Angriffs auf Iran scheinbar kein ungutes Gefühl bei ihren Vorschlägen haben. Und die sind nicht harmlos.

    Also solltest auch du dir gut überlegen in welchen Zusammenhang du dich stellst wenn du Verständnis für militärische Operationen äußerst. Denn Kriegstreiberei bleibt Kriegstreiberei. Auch wenn jene die diese betreiben von antifaschistischem Selbstverteidungskampf reden. Soweit ich mich erinnere haben weder die Palästinenser noch der Iran den Holocaust zu verantworten.

    Und Kriegseinsätze (egal welcher Art) als Friedensmissionen, antifaschistische oder gar Frauenbefreiende Aktionen zu verkaufen, ist Augenwischerei eben dieser Kriegstreiber die den Blick vernebeln soll auf die Gründe weshalb Kriege immer noch und immer schon geführt wurden und werden. Dabei geht es nach wie vor um Macht, um Ressourcen, um die Sicherung der Transportwege, um Land und Wasser. Auch in Palästina/Israel muss die Frage nach dem Grund von Landbesetzungen gestellt werden. Muss die Frage gestellt werden wieso nicht geduldet wird, dass Palästinenser sich eine eigene Infrastruktur aufbauen, muss gefragt werden welche strategische Notwendigkeit die Besiedelung palästinensischer Gebiete durch israelische Siedler hat. Muss gefragt werden wieso es so wichtig ist Gesellschaften zu zerstören in dem sie in Kriegsgesellschaften verwandelt werden. Sich aus der, nicht zu leugnenden Schuld die Deutschland mit dem Nationalsozialismus auf sich geladen hat, pauschal hinter eine Solidarität mit Israel zu stellen, egal um welchen Preis, egal mit welchen Mitteln und egal mit welchen Konsequenzen im Land selbst und in der Region, führt dazu die Welt in gute und schlechte Nationen und Religionen einzuteilen. Sie führt dazu Bevölkerungen einer Region der Welt für etwas verantwortlich zu machen das andere Bevölkerungen in anderen Teilen der Welt zu verantworten haben. (Und entschuldigt bitte: Kassamraketen und Selbstmordanschläge sind schlimm, aber sie sind kein Holocaust!)

    Ich bin grundsätzlich gegen die zivile und die militärische Nutzung von Atomkraft, ich halte sie für eine der größten Gefahren die je entwickelt wurden. Die Ablehnung von Nuklearanlagen ist für mich keine Frage der Nationen. Die USA haben in den 50er Jahren große Teile der amerikanischen Bevölkerung und der Bevölkerung anderer Länder mit Atomwaffentests verseucht und sie haben die Bombe auf Hiroshima geworfen. In den europäischen Ländern sind vermutlich Millionen Menschen durch radioaktive Strahlen aus „zivilen“ Atomanlagen verseucht (auch wenn Studien das immer wieder wegretuschieren). Die CDU setzt nun wieder auf Atomkraft weil dies die sauberste Energie sei. Es gibt viele Länder die in der Lage sind Atomwaffen zu bauen oder die bereits ein ganzes Arsenal davon besitzen. Keines davon kann soweit mir bekannt, als Garant für eine herrschaftsfreie und friedliche Zukunft gesehen werden. Sollen wir das israelische Militär darum bitten ein paar begrenzte Bömbchen auf Biblis, Brokdorf und Krümmel zu werfen? Denn bitte wer gibt uns denn die Garantie dass nicht auch in Deutschland jetzt oder in Zukunft Atomwaffen hergestellt werden, und dass dann damit nur „friedenschaffende und erhaltende“ Aktionen durchgeführt werden?

    Eine polemische Antwort? JA! Denn es gibt Punkte an denen es mir äußerst schwer fällt in wohlgesetzten und durchdachten Worten zu debattieren. Und ich denke jede und jeder sollte sich sehr genau überlegen wo sie oder er steht, wenn es um die Frage geht ob die aggressive Umsetzung kapitalistischer Interessen durch Krieg unterstützt wird oder nicht. Denn eines geht sicher nicht, den Krieg der aus kapitalistischen Gründen geführt wird befürworten und umdichten in eine humanitäre Aktion, die Kriegstreiber unterstützen und gleichzeitig von einer Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung zu träumen.

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