Deutsche Zustände in Nidda und Frankfurt

Nidda, Eisenbahnbrücke über die Kreisstraße 196
Im Niddaer Kreisanzeiger erschien vor kurzem eine Todesanzeige. Unterschrift: „Unsere Ehre heißt Treue!„. Da fand erstmal niemand was dabei. Warum auch? Nach Ansicht der Frankfurter Staatsanwaltschaft wäre das sicher nicht strafbar, wie so vieles, was auch in Hessen legal, nach allgemeiner Ansicht also irgendwie „normal“ zu sein scheint (vgl. Dokumentation des apabiz). Also setzen die ortsansässigen Nazis (von der lokalen Verwaltung jahrelang ignoriert und von gewissen Leuten in im Ergebnis nicht unähnlicher Pose kritischer Kritik als „politisch marginalisierte Trottel“ gartenzwerghaft verniedlicht) noch eins drauf, nachdem sie vor einigen Monaten bereits vergeblich durch eine Demonstration gegen den Bau einer Moschee auf sich aufmerksam machen wollten.
Sie verzierten jüngst die Eisenbahnbrücke zwischen Nidda und Dauernheim (Kreisstraße 196) mit dem schönen Durchhalte-Sinnspruch „Treue bis zum Ende“ sowie zwei Wolfsangel-Runen, dem traulichen Symbol des „Werwolf“ (Abb. oben).
Da kann ja nun niemand was dagegen haben – im Grunde fällt so etwas unter die „Freiheit der Kunst“. Sowas ist deutsch, gehört nach Ansicht der zeitgeist-avantgardistischen Antifa-Gruppe Morgenthau deshalb vermutlich eher zum Lokalkolorit und ist mithin nicht „terroristisch“ – immerhin sind Wolfsangeln ja wenigstens keine Halbmonde!

So mainstream-deutsch kann im praktischen Ergebnis die Ideologie und Politik der „antideutschen“ Fraktion der Antifa sein, daß ihnen der real-existierende Antisemitismus und NS-Faschismus vor der eigenen Haustür offenbar scheißegal ist, ja, daß sie ihn schulterzuckend-großzügig als niedliche Trottelei abtun und praktischen Widerstand dagegen für „ehrenamtliches Rumtrotteln als Loyalitätsbekundung“ denunzieren (konkret gemeint waren damit lt. Gruppe Morgenthau die Aktionen von einigen Antifa-Gruppen und der Anti-Nazi-Koordination gegen NPD und REPs im Januar auf dem Frankfurter Römerberg) – 136 Todesopfer der vermeintlich marginalisierten Nazis seit 1989 hin oder her.
Antisemitismus in Iran liegt da natürlich um vieles näher als die Wetterau – die, oder auch den Römerberg oder was auch immer sollte man gemäß der zitierten avantgardistischen Ansicht, ganz wie es ja auch der Polizeibericht in schöner deutscher Regelmäßigkeit behauptet, dem politisch sinnfreien Kampf der einen Trottel gegen die anderen (den, wie es bei Morgenthaus so nett polizeikonform und totalitarismustheoretisch lautet, „stets wiederkehrenden Konkurrenzkämpfen zwischen Links und Rechts„) überlassen … und wahrscheinlich statt dessen auf Empfehlung der hoffnungsvollen und todesmutigen Nachwuchsrevolutionäre der Gruppe „KAO“ lieber ein wenig hedonistisch-mittig koksen – Recht haben sie! Nutzt die Zeit, bevor Ihr Außenminister werdet! Vorher bisschen Radikalität – das bringt Farbe, style und points für den Lebenslauf und macht rechtzeitig talkshow-kompatibel!

Den Morgenthau‘ lern und Konsorten zum wahrscheinlich höchsten ennui („Appell an den Staat – pfui! das ist nicht comme il faut!„) fand sich hier aber dann dennoch ein ganz normaler koksfreier Antifaschist, fotografierte das Ganze, erstattete Strafanzeige gegen Unbekannt und informierte uns davon. Danke!

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35 Gedanken zu “Deutsche Zustände in Nidda und Frankfurt

  1. Lieber Herr Stodt,

    langsam reicht es aber: Wenn sie sich von den unbedeutenden Wichtigtuern von der Gruppe Morgenthau persönlich beleidgt fühlen ist das ihre Sache.

    Eine ganz andere ist es aber, wenn sie hier Jugendantifa Gruppen mit Drogenkonsum in Verbindung bringen und mit ihrer Obsession gegen angeblich antideutsche Gruppen nicht zuletzt die tatsächliche Anti-Nazi-Arbeit in Frankfurt und Umgebung gefährden.

    Und wenn Sie eine Kritik am Rassimus und Kritik am Islamismus (als politischer Bewegung) nicht zusammen denken können ist das wirklich ihr Problem.

    Grüße

    Svenja

  2. Hallo Svenja,

    ich will wirklich niemandem Unrecht tun, aber ich habe jede meiner Äußerungen belegt – einfach den Links folgen.

    Ich habe im Übrigen nichts zum Thema Drogenkonsum gesagt, sondern zitiert, was auf der Seite der Gruppe kao steht (http://kaoffm.blogsport.de/2007/12/07/soliparty/: die in manchen Kreisen ja schon länger hippe Forderung “koksen, kotzen, communismus”. Es wäre nicht schlecht, wenn die Morgenthaus des Rhein-Main-Gebiets sich genau darauf beschränken würden. Dann könnten alle anderen gemeinsam etwas gegen Nazis tun.

  3. Lieber Hans Christoph,

    das etwas interpretationsbedürftige „Koksen, Kotzen, Communismus“ ist aus der Anmerkung eines Besuchers der Webseite von „Kritik, Aktion, Organisation“. Es kann nicht direkt der Gruppe zuheordnet werden.
    Die „Gruppe Morgenthau“ ist meines Wissens weder ihren Selbstverständnis noch ihrer Praxis nach ein Antifa-Gruppe. Und KOA hat zwar zu der Veranatltung am 10. Mai aufgerufen, sich damit aber noch nicht alle anderen Texte der Morgethaus zu eigen gemacht.

    Hallo Svenja,

    die Frage ist, was hier unter Islamismus verstanden wird? Die Morgenthaus haben hier eine sehr weiten Begriff, so dass kaum noch ein Unterschied zwischen (moderaten) Moslems und Islamisten gemacht wird. Angesichts des völkischen Mobs in Hausen Parolen zu verbreiten wie „Wer Moscheen sät wird Islamismus ernten“, finde ich höchst problematisch. Mal abgesehen davon, dass Islamisten auch in Hinterhofgebetsräumen „geerntet“ werden können.
    Es leben nun mal ein paar Millionen Moslems in Deutschland und die haben das Recht, ihrem Gott in würdigen und repräsentativen Räumen zu huldigen. So wie ich das Recht auf Blasphemie und Satire gegenüber Religionsstiftern habe und gegen Moslems verteidige.

  4. Lieber Stephan – das ist klar. Dennoch sind auch die Kommentare, sofern sie geduldet oder nicht vom Verantwortlichen eines Blogs kritisch kommentiert oder gar gelöscht werden, immer auch Ausdruck des Hinergrunds eines solchen Blogs.

    Zum Inhalt des Slogan “Koksen, Kotzen, Communismus”: ich find`s schon witzgig, daß gerade diejenigen, die sich besonders intensiv für Religionskritik (gegen den Islam!) einsetzen, das “Koksen” propagieren, als hätte es nicht vor nunmehr über 150 Jahren das berühmte Opium-Diktum von Marx über die Religion gegeben. Ich kann zwischen der Opium- und der Koks-Metapher keinen großen Unterschied entdecken. Beide sind wahrlich, um Marx zu zitieren, “Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt einer herzlosen Welt, … Geist geistloser Zustände”. Das kann man gerade bestens studieren.

    Deine Position zur Hetze gegen Muslime unter dem Deckmantel der Krtik des Islamismus teile ich voll und ganz. Es ist ungeheuerlich, daß Leute, die sich Antifas nennen, mit Gruppen wie “Politically Incorrect” oder deren allerbesten Freund von der “Achse des Guten”, Herrn Broder, zusammenarbeiten. Auf dem Blog dieser zuerst genannten bräunlichen Rassisten nämlich wurde im Zusammenhang mit dem Hausener Moscheebaustreit öffentlich zum bewaffneten Kampf gegen Muslime in Frankfurt, zum Einsatz von Mollies gegen das Generalkonsulat des Iranm aufgerufen und die Verunreinigung des Hausener Moscheebauplatzes mit Schweinepisse (!) propagiert:
    https://antinazi.wordpress.com/2007/09/27/internet-aufruf-zum-bewaffneten-kampf-gegen-muslime-in-frankfurt-hausen/.

    Die darin uzum Ausdruck kommende, sich bloß noch hinter Blog-Pseudos verbergende rassistische Mentalität hindert “Antideutsche” offenbar nicht, mit diesen faschistoiden Kleinbürgern zusammenzuarbeiten, wenn es, wie im vergangenen Jahr, um die Störung einer Veranstaltung mit der jüdisch-israelischen Kommunistin Felicia Langer geht: http://www.palaestina-portal.net/deutsch/palestina/Honestly_Concerned/honestly_concerned_felicia_langer_bonn.htm

    By the way: der unter “Hausener Bub” firmierende Volksgenosse aus der oben verlinkten Zitatensammlung zum Moscheebaustreit war am 12. April anlässlich der Demo gegen Polizeirepression als Fotograf aktiv. Er hat dort nicht Islamisten- sondern Antifa-Fotos gesammelt. So schließt sich der absurde Kreis, zu dem auch noch gehört, daß sich die von Dir zu recht kritisierte Äußerung „Wer Moscheen sät, wird Islamisten ernten“ in keiner Weise von dem Diktum des hessischen NPD-Landesvorsitzenden Jörg Krebs vor der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung unterscheidet: „Erst bauen sie Moscheen und danach werfen sie Bomben!“, wofür er bekanntlich selbst von der CDU heftig kritisiert wurde (https://antinazi.wordpress.com/2007/09/17/dulden-heist-beleidigen-zum-bau-der-hazrat-fatima-moschee-in-frankfurt-hausen/). Wer denkt und redet wie die NPD, schließt sich selbst aus jedem linken Diskurs aus und hat in einem antifaschistischen Bündnis nichts zu suchen.

    Zu meiner eigenen Position zum Thema Islamismus möchte ich nur anmerken, daß ich – gegen zum Teil heftige Kritik aus den eigenen Reihen – bereits in der Diskussion um den 11. September 2001 hier in Frankfurt die Aktionen von al-Qaida als Faschismus-ähnlich bezeichnet habe. In den zeiten des „Frankfurter Bündnis gegen den Krie“ habe ich mich als deren Sprecher grundätzlich dagegen ausgesprochen, abstrakte Solidaritätsadressen für alle Strömungen des irakischen Widerstands auszusprechen. Diese Position halte ich bis heute für richtig. Sie veranlasst mich aber keineswegs zu einem Bündnis oder auch nur der Kooperation mit Leuten, die ihrerseits hier vor Ort kein Problem mit dem Schulterschluß zu einer Type wie Stefan Herre haben. Denn mit “Politically Incorrect” oder ähnlichen Leuten zusammenarbeiten, heißt unter Umständen ganz buchstäblich (s.o.), mit der Anti-Antifa zu kooperieren. Das macht deutlich, wohin “antideutsche” Positionen führen können.

  5. ich finde nirgends bei mir bekannten „blogpseudos“ eine „zusammenarbeit“ zwischen „politcally incorrect“ und als solchen identifizierbaren „antideutschen“. ein link wäre hilfreicher als die gehässigen behauptungen.
    und zu felicia langer hätten sie gleich zu Ihrer eigenen veranstaltung 2006 verlinken können, die ebenfalls von „antideutschen“ „gestört“ und kommentiert wurde: http://www.copyriot.com/sinistra/reading/flugis/antizionistisches%20referat.html

  6. Dissi,

    ich verstehe zwar nicht, was Sie mit „Pseudoblogs“ meinen, aber lesen Sie doch bitte einfach unter dem bereits oben genannten Link http://www.palaestina-portal.net/deutsch/palestina/Honestly_Concerned/honestly_concerned_felicia_langer_bonn.htm nach, was dort zur einträchtigen Zusammenarbeit von „I love Israel“, „Honestly Concerned“ und „Politically Incorrect“ anlässlich der Aktion gegen Felicia Langer in Bonn, 2007, steht. Danke.

  7. … undzur Kooperation von „ILI“ und der „Bahamas“-Redaktion: „Bereits mehrfach wurde auf den schlichten Fakt hingewiesen, dass selbige Redaktion noch vor mehreren Monaten mit den Organisator_innen der inkriminierten Demo, ili und honestly conernced, aufs Engste zusammengearbeitet hat.“ (http://waiting.blogsport.de/2007/01/).

  8. ‚…Ich kann zwischen der Opium- und der Koks-Metapher keinen großen Unterschied entdecken. Beide sind wahrlich, um Marx zu zitieren, “Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt einer herzlosen Welt, … Geist geistloser Zustände”. Das kann man gerade bestens studieren…‘

    Ich lasse es mal dahingestellt sein, ob die Reihung ‚Koksen, Kotzen(?), Communismus‘ tatsächlich die Metapher als rhetorische Figur anstrebt, oder ob es sich nicht dabei vielmehr um einen (zugegeben provokativen) Pleonasmus handeln soll…
    Immerhin ist das ja mal eine recht anschauliche Vorstellung fürs dann bereits auf Erden versprochene Himmelreich. Und alles andere fällt ja nun unter organiserten Aberglauben, oder?

    By the way:

    „…Wer denkt und redet wie die NPD, schließt sich selbst aus jedem linken Diskurs aus und hat in einem antifaschistischen Bündnis nichts zu suchen…“

    Kein Grund zur Aufregung, gegen die „Schurken Ohne (Hof-)Staat“ kommt die NPD tatsächlich „eher uncool“:

    „…Hamas und Hisbollah sind in Reaktion auf die Besetzung und als Gegner einer linken Bewegung entstanden und aufgebaut worden. Sie sind keine emanzipatorischen Kräfte. Aber sie sind in weiten Gebieten die einzige soziale Organisation, die die existenziellen Bedürfnisse der Menschen befriedigt und zumindest die Hisbollah ist die einzige Kraft, die militärischen Widerstand leistet und leisten kann…“

    (Vgl: http://antifa-frankfurt.org/innerlinke_Diskussion/sos.html)

    „I walk the line“,
    yours,
    mrs adornix.

  9. bei waiting ist nicht an der zitierten stelle überhaupt nicht von „pi“ die rede. was das „palestina-portal“ berichtet, ist mir ehrlich gesagt relativ schnuppe, da es wohl kaum als seriöser als „honestly concerned“ einzustufen ist. jedenfalls wird da auf einen link berufen, der nicht funktioniert. und selbst wenn herre gegen die langer-veranstaltung gegeifert haben sollte, lässt sich daraus noch keine „zusammenarbeit“ konstruieren, wie Sie es hier mehrfach getan haben:
    „Es ist ungeheuerlich, daß Leute, die sich Antifas nennen, mit Gruppen wie “Politically Incorrect” […] zusammenarbeiten.“

  10. Bei „Waiting“ wird, was anderes habe ich auch nicht behauptet, s.o., die „engste Zusammenarbeit“ von Bahamas und ILI als „Fakt“ behauptet. ILI, Politically Incorrect und Honestly Concerned haben, und das war mein beispiel einer Zusammenarbeit von Kräften aus dem bereich „antideutscher“ Positionen, HC und PI, im Sommer 2007 gemeinsam gegen die jüdische Kommunistin Felicia Langer gehetzt. das ist unbestreitbar.

  11. @ Dissi –

    es hilft doch nichts, Dissi, jetzt mit Verweis auf irgendwelche anderen in diesem Palästina-Infoportal beschriebenen Sachverhalte, beiseite wischen zu wollen, daß HC, PI, ILI und andere unisono dasselbe sagen. Oder behauptest Du etwa, die Aktionen aller der Initiativen gegen die Bonner ver.di-Veranstaltung mit Felicia Langer sei eine erfundene Unwahrheit? Praktisch zeitgleich hetzte der „Hausener Bub“ in faschistoider Manier in PI gegen den Frankfurter Moscheebau (s.o.). Das kannst Du nicht einfach so wegwichen.
    Und was sagst Du denn dazu, daß ein Satz wie: “Wer Moscheen sät, wird Islamismus ernten” (s.o.) sich in Diktion und politischer Richtung einfach nicht mehr von der NPD unterscheidet, deren heutiger Landesvorsitzender im Frankfurter Moscheebaustreit gesagt hatte: “Erst bauen sie Moscheen und dann bauen sie Bomben.”?
    Man könnte das ja von mir aus als eine unbedeutende und unglückliche Koinzidenz beiseite schieben und ignorieren – aber schlimmer und bedeutungsvoller ist doch: wo wart Ihr denn, als in Hausen tatsächlich mal der völkische Mob tobte und im Gefolge dessen Nargess Eskandari-Grünberg offen antisemitisch attackiert wurden? Dröhnendes Schweigen aus dem antideutschen Lager!
    Ich finde es mehr als tragisch und schlimm, daß Leute, die sich als Linke verstehen wollen, nicht durchschauen, wie sehr die Isalmfeindschaft hierzulande und schon seit einiger Zeit für alles als ideologische Begründung dient: Kriegseinsätze, Überwachungshysterie, ideologische Aufrüstung … warum macht Ihr das so unkritisch mit? Merkt Ihr das nicht? Wo würdet Ihr denn heute stehen, wenn es hierzulande zuginge wie derzeit in Italien? Auf welcher Seite steht Ihr dann? Fini, Bossi, Berlusconi, Alemanno – alle waren für den Irakkrieg, alle setzen sich für eine unverbrüchliche Solidarität mit Israel ein … und planen gleichzeitig die rassistische Abschiebung von Roma und Sinti, rechtfertigen zynisch die Ermordung eines Antifas in Verona vor wenigen Tagen mit dem Argument, eine Demonstration, bei der Menschen wie dieser umgebracht werde sei weniger schlimm als eine gleichzzeitige in Turin, wo eine US- oder Israelfahne verbrannt worden seien … was sagt Ihr dazu??
    Was werdet Ihr tun, wenn im Herbst voraussichtlich die nächsten Bundeswehrkontigente in den Mittleren Osten starten – auf welcher Seite steht Ihr dann? Gibt es für Euch überhaupt so etwas wie Antimilitarismus? Was sagt Ihr zum UNIFIL-Einsatz der Marine? Was ist für Euch die Bundeswehr? Ein Werkzeug des Friedens im Sinne des Marxschen Imperativs etwa??
    Kein Ton von Euch zu allen diesen Fragen. Nichts.
    Bzw. doch: in Ihrem Pamphlet zum 19. und 20. Januar “Brutalstmögliche Aufklärer” rechtfertigt die Gruppe Morgenthau schulterzuckend die damalige Polizeieinsatzstrategie. Und das in einer Situation in Frankfurt, in der diese Polizeieinsatzstrategie am 7.7.07 das unbehinderte Gegröhl heftigster antisemitischer und rassistischer Parolen ermöglicht hat. Kein Ton von dieser Gruppe auch dazu. Der real-existierende Antisemitismus hier und heute ist dieser Gruppierung in Wahrheit völlig gleichgültig. Sie benötigt diesen Begriff in ungeheuerlicher Leichtfertigkeit lediglich als poltische Metapher für etwas ganz anderes. Ich überlasse es Dir, das zu bewerten.
    Wäre es Eurer Meinung nach etwa möglich, sich über Ungeklärtheiten solcher Tragweite hinweg auf irgendein gemeinsames Projekt zu einigen? Da bin ich aber gespannt.

  12. es ist schwer eine sinnvolle diskussion zu führen, wenn kommentare bzw. antworten nur nach der wahl des moderators veröffentlicht werden und es letztlich eh nur darum geht, stattdessen eine absolut lächerliche behauptung zu unterstreichen.

    „daß HC, PI, ILI und andere unisono dasselbe sagen“
    vorhin waren es noch irgendwelche „antifas“, womit sie wohl die „gruppe morgenthau“ meinen, was die behauptung in keiner weise sinnvoller macht.

    nach dieser logik der gleichsetzung hätten sie überhaupt kein recht, eine vereinfachung dieser seite / dieses blogs gegenüber zu kritisieren, würde man sie gleichsetzen mit den antisemiten, die nachweislich beim „palästina-portal“ mitarbeiten, wie eben nicht zuletzt erhard arendt, der neben andreas molau („deutsche stimme“/npd), arne hoffmann („junge freiheit“), sowie mitgliedern von milli görus etc. den extremisten der website „muslim-markt“ interviews gegeben hat.
    das wäre eine unzulässige und unverschämte behauptung, die sie zu recht zurückweisen würden, auch wenn sie sich via links tatsächlich auf solche quellen und beispielsweise die nationalbolschewistische „junge welt“ berufen.

  13. Entschuldigung – war das jetzt die Antwort auf meine obigen Fragen?
    Dann spricht die Antwort wohl für sich.

  14. @ Mrs. Adornix
    „Ich lasse es mal dahingestellt sein, ob die Reihung ‘Koksen, Kotzen(?), Communismus’ tatsächlich die Metapher als rhetorische Figur anstrebt, oder ob es sich nicht dabei vielmehr um einen (zugegeben provokativen) Pleonasmus handeln soll…
    Immerhin ist das ja mal eine recht anschauliche Vorstellung fürs dann bereits auf Erden versprochene Himmelreich. Und alles andere fällt ja nun unter organiserten Aberglauben, oder?“

    sorry – Du hast sicher auch schon mal einen Berg bestiegen, Mozart gespielt, ein langes Gespräch geführt, Adorno gelesen, in der Sonne gelegen … – und kannst Dir deshalb sicher vorstellen, wie gottserbärmlich jammervoll es ist, statt all diesen wundervollen, sinnlichen, geistreichen und begeisternden Tätigkeiten „Koksen, Kotzen, Communismus“ als heilige Dreifältigkeit des „bereits auf Erden versprochenen Himmelreichs“ zu verstehen. Koksen und Kotzen ist sicherlich das glatte Gegenteil davon, und was „Communismus“ sein soll, wag ich nicht, mir vorzustellen. Kommunismus ist ein mir sehr wohl bekannter und teurer Begriff, aber „Communismus“? Keine Ahnung. Bekommt man das vom Koksen oder vom Kotzen?

  15. naja, haben sie auf so was hier antworten erwartet? :

    „daß Leute, die sich als Linke verstehen wollen, nicht durchschauen, wie sehr die Isalmfeindschaft hierzulande und schon seit einiger Zeit für alles als ideologische Begründung dient: Kriegseinsätze, Überwachungshysterie, ideologische Aufrüstung … warum macht Ihr das so unkritisch mit? Merkt Ihr das nicht?“

    das ist ein bisschen viel kraut und rüben im anklagenden ton, zumal ich gar nicht weiß, wen sie mit „ihr“ meinen. wir können uns auch gerne duzen.

    den abschnitt da oben finde ich ganz exemplarisch. ich mache gar nichts unkritisch mit, weil ich weder als soldat an kriegseinsätzen teilnehme, noch videokameras aufstelle, sondern im gegenteil vermutlich eher vom verfassungsschutz beobachtet werde als sie, da ich keinen kirchlichen segen für mein politisches interesse beanspruchen kann. und das letzte verstehe ich nicht ganz: „ideologische aufrüstung“, was soll das denn sein?
    gegen was denn? die „islamfeindschaft“ hatten sie ja bereits aufgezählt und behauptet, das wäre die eigentliche begründung für alles böse, was politik so macht. das ist ein arger unsinn.
    der irak-krieg wurde doch nicht aus „islamfeindschaft“ geführt, das ist ja die argumentation von paranoiden glaubensbrüdern in der region, die eine verschwörung der christlichen kreuzritter mit den jüdischen zionisten bestätigt sehen wollen.
    aber selbstverständlich und warum soll ich das denn verheimlichen, fände ich es fantastisch und wundervoll, wenn die taliban in afghanistan nichts mehr zu sagen hätte. ich fände es genauso toll, wenn die menschen im iran ihre apokalyptische regierung stürzen und eine säkulare gesellschaft erkämpfen könnten. ich fände es zwar unglaublich und wäre übermäßig skeptisch, würde aber schüttelfrost vor aufregung bekommen, wenn die menschen im gazastreifen nicht nur die schnauze voll hätten, dass die milliarden dollar zuwendungen durch geberkonferenzen, eu, usa, israel an die palästinensische autonomiebehörde spurlos im sand versickern und stattdessen endlich eine faire und realistische möglichkeit zu einer koexistenz zweier staaten anstreben würden, anstatt von einem großpalästinensischen reich zu träumen.
    antifaschismus endet eben nicht an der kreisstraße 196.

  16. dissi, für was sollte der vs einen aufrechten staatsfan wie dich denn überwachen? dafür das du in bester bullenmanier denunziantenfotos auf deinem kruden blog veröffentlicht hast? wohl kaum, viel spaß noch beim träumen weiterhin.

  17. @ dissi:
    Spannend: jetzt hast du genau an der Stelle aufgehört, an der ich angefangen hatte zu fragen. Denn wie sollen all die wünschenswerten Zustände in Afghanistan, Iran, Irak, Gaza denn erreicht werden? Mit der Losung “germans to the front”?
    Aber da endet deine extrem individualisierte Antwort (”ich habe nicht dieses, ich habe nicht jenes …gesagt, getan, aufgestellt” etc.pp.) leider schon vorher. Das ist echt noch viel kürzer als bloß bis zur Kreisstraße 196 – tut mir leid!

  18. … und wenn schon nicht durch die Bundesmarine, dann vielleicht durch Clusterbomben (http://www.shortnews.de/start.cfm?id=638493)?
    Ich gebe zu, daß Krieg als Mittel der Verteidigung unter bestimmten historischen Bedingungen möglicherweise nicht auszuschließen war oder ist (sicher aber nicht im Libanon 2006!) – aber Clusterbomben (http://de.wikipedia.org/wiki/Streubombe)? Welchen militärischen Sinn hat das – außer dem, auf Jahre hinaus Terror zu säen, buchstäblich?

  19. den terrorismus, der von islamistischem klerikalfaschismus ausgeht, als gegenwehr oder reaktion zu verharmlosen, ist ganz schön fragwürdig und beschönigend.

    was die stelle angeht, wo ich aufgehört habe: nicht nur der libanonkonflikt 2006 hat gezeigt, wie wenig es wert wäre, pazifistische gelübde abzulegen, wenn man scheinbar gleichzeitig stets auf das schlimmste gefasst sein muß.
    anderes beispiel: die angebliche „apartheidsmauer“. palästinenser haben sich nicht wegen der bösen mauer in die luft gesprengt, sondern umgekehrt: 2002 gab es während der „zweiten intifada“ hunderte tote zivilisten in israelischen straßencafe’s, bussen und diskotheken, 2006 konnten terroranschläge leider immer noch 23 menschen in den tod reißen, allerdings eben deutlich weniger.
    israel in der situation der ständigen bedrohung mit einem forderungskatalog in richtung abrüstung zu kommen, ist ganz schön pervers.
    die antwort liegt woanders: das beste mittel, einen „krieg gegen den iran“ abzuwenden, den ich allerdings auch insgesamt für sehr unwahrscheinlich halte (da halten wirklich zu krasse wirtschaftliche interessen, u.a. deutschlands, dagegen), zu verhindern, wäre logischerweise ein heftiger internationaler druck und spürbare schmerzvolle sanktionen, die das regime in die knie zwingen sollten.
    und da kann ich auch fragen: was ist da bei „Euch“ in der national-egozentrischen „friedensbewegung“ los, die dem regime ausschließlich verbale schützenhilfe leistet, die einseitig amerika als kriegstreiber darstellt oder quasi auf irans „recht“ auf atomwaffen pocht ?
    es ist absurd.

    mit der bundeswehr hat das alles allerdings wenig bis gar nichts zu tun, denn die darf sich „dank“ der deutschen vergangenheit sowieso aus allem raushalten, was meiner meinung nach nur leute gut finden können, die die tatsache, daß deutschland überhaupt noch existiert, nicht weiter stört.

  20. Danke für Deine Ausführungen. Sie wären eine ausführliche Diskussion durchaus wert. Diskussionen dieser Art haben vermutlich sowohl Du als auch ich schon x mal geführt. Auf ein weiteres Mal kommt es nicht an. Aber ist Dir noch klar, was der Ausgangspunkt dieser Debatte war? Für Dich mag ja die Kreisstraße 196, Nazis in der Wetterau, polizeilich geschützter Antisemitismus in Frankfurt, antiislamischer und rassistischer völkischer Mob in Hausen – für Dich mag das alles viele Nummern zu unbedeutend und gemessen an dieser Debatte hier völlig wurscht sein. ich weiß nicht, wie Du das siehst. Anti-Nazi-Koordination und Antifa mögen manches falsch sehen oder auch machen gegen diese in Deinen Augen vielleicht unbedeutenden Erscheinungen. Aber wir tun was gegen die Nazis hier, so gut wir können. Würdest Du das von der Gruppe Morgenthau auch sagen? Oder von Dir? Was tust Du? oder denkst auch Du: nazis in Deutschland sind „marginalisierte Trottel“ und wir sind „ehrenamtliche Trottel“ völkischer Provenienz (beides O-Ton Morgenthau).Schließt Du Dich dieser neuesten Variante der Totalitarismustheorie an? Oder lehnst Du sie ab? Ich finde es total interessant, auf was hier viele reagieren – und auf was mit keinem Wort. In Bocholt bedrohen Nazis einen Gewerkschafter mit dem Tod, in Italien faseln die großen Israelfreunde Bossi, Berlusconi, Fini etwas von „Ratten“ wenn sie Sinti und Roma meinen, planen Internierungslager für sie und rechtfertigen den Tod eines Antifa in unglaublicher Art und Weise – das ist niemandem aus dem gesamten antideutschen Bereich dieser Debatte hier auch nur ein Wörtchen wert. Das wird schweigend akzeptiert. Ist nicht weiter wichtig.

  21. Sehr geehrter Herr Pfarrer Stoodt,

    vielleicht könnten Sie ja einmal, statt nur immerfort einseitig gegen den jüdichen Staat Israel Position zu beziehen, die unrühmliche Tradition des christlichen Antisemitismus vom Mittelalter über Luther bis zur Kollaboration der deutschen Kirchen mit dem Nationalsozialismus reflektieren oder sich einfach die naheliegende Frage stellen, warum die von Ihnen bekämpften Nazis Israel auch so sehr hassen?

    PS: Marx hat meines Wissens in seiner Schrift „Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie“ weniger die Kritik des Rauschmittelgebrauches als vielmehr die Kritik von Religion und Aberglauben im Sinn gehabt. Das von Ihnen, Herr Pfarrer, verstümmelte Zitat lautet vollständig: „Das religiöse Elend ist in einem der Ausdruck des wirklichen Elendes und in einem die Protestation gegen das wirkliche Elend. Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volkes. Die Aufhebung der Religion als des illusorischen Glücks des Volkes ist die Forderung seines wirklichen Glücks. Die Forderung, die Illusionen über einen Zustand aufzugeben, ist die Forderung, einen Zustand aufzugeben, der der Illusionen bedarf. Die Kritik der Religion ist also im Keim die Kritik des Jammertales, dessen Heiligenschein die Religion ist.“

  22. tendentiell halte ich nazis tatsächlich für marginalisierte trottel, ja. hier in berlin sind wesentlich mehr als in frankfurt zu sehen. ich muß zugeben, daß ich nicht jedem thor steinar-jacken-tragenden im einkaufszentrum hinterherrenne und an der kapuze ziehe. aber natürlich müssen er und seine kameraden auch hier berechtigte befürchtungen haben, daß z.b. ihre geplanten demonstrationen massiv gestört werden.
    und natürlich kann ich mir vorstellen, an solchen störungen mitzuwirken. ich bin mir auch sicher, daß die menschen der „gruppe morgenthau“, die sie immer wieder anführen, vermutlich seit jahren als einzelpersonen ebenfalls an antifaschistischen aktionen beteiligt sind.

    überhaupt nicht marginal sind antiamerikanische und antisemitische bzw. antizionistische einstellungen. das ist im grunde eine mehrheitsmeinung, die auch durch umfragen belegt ist und die, vereinfacht gesagt, „antideutsche“ von anderen linken sowie den rechten trennt.
    deswegen ist nicht nur die frage, wer der bessere naziblockierer ist, sondern auch wer ideologisch in eine ähnliche stoßrichtung agitiert. und zwar nicht daran gemessen, daß böse antideutsche auch die auswüchse des islams kritisieren, was ich für gerechtfertigt halte. nazis sind ja übrigens keineswegs nur leute, die gegen moslems oder ausländer allgemein hetzen. im gegenteil: es gibt genug ethnopluralisten, die die „freiheit aller völker“ fordern im widerstand gegen die (jüdische?) großfinanz und auch ganz scharf drauf sind, „nationale befreiungsbewegungen“ gegen den gemeinsamen feind zu supporten.

    ansonsten: was wollen sie da jetzt unterstellen? sie ärgern sich, daß kein mutmaßlich antideutscher was zu den ausfällen berlusconis in ihren blog schreibt? vielleicht ist dem ja nichts mehr hinzuzufügen außer „böse böse!“. das konfliktpotential läuft ja woanders ab.

  23. Ich unterstelle Dir gar nichts. Ich denke, daß durch Deine Äußerungen im ersten Satz deiner vorangegangenen Antwort die Unterschiede unserer Positionen jetzt klar und deutlich geworden und hier Deine Zustimmung zu den grundlegenden Annahmen, wie sie in der Morgenthau-Polemik gegen Anti-Nazi-Koordination und Teile des Antifa-Spektrums jetzt auch dokumentiert ist. Ich finde es wichtig, damit ausgelotet zu haben, wie weit der Grad der Zustimmung zu den Positionen von angeblichen „unbedeutenden Wichtigtuern“ (s.o., erster Kommentar zu diesem Posting) im Antifa-Bereich ist. Ich habe seit einigen Tagen den Eindruck, daß die Akzeptanz dieser hochgradig sektiererischen, denunziatorischen und im Effekt auf antifaschistischen Absentismus hinauslaufenden Positionen viel größer ist, als bisher sichtbar. In ähnlicher Weise wie Du hat 2003 Joachim Vandreike gegen die Aktionen zu einem Nazi-Aufmarsch in Fechenheim argumentiert: Nazis dürfe man nicht durch Aktionen gegen sie aufwerten, man müsse sie vielmehr „wegtolerieren“. Wenn es jetzt gelungen ist, deutlich werden zu lassen, daß das der ganze reale Inhalt des sogenannten „Communismus“ ist, war es der Mühe dieser endlosen Debatte ja schon wert, finde ich.

  24. @ problem child:

    Danke für Deine Hinweise. Zur Basislektüre in meinem Studium der Evangelischen Theologie und Religionswissenschaften (Schwerpunkt Judaistik und Islamwissenschaften, knapp einjähriger Studienaufenthalt in Israel 1974/75) in den Jahren 1975 – 1981 gehörte das lesenswerte Werk Karl Marx / Friedrich Engels, Über Religion, Berlin /DDR 1976 – eine thematische Anthologie, in der neben dem von Dir zitierten Text noch etwa einhundert weitere der beiden Klassiker des Marxismus zur Frage der Religion sich finden. Gibt’ s bestimmt noch antiquarisch. Es gibt einen weiteren ähnlichen Band mit Auszügen aus Schriften Lenins zum selben Thema. Sehr lesenswert zu dieser Frage ist aktuell Uwe-Jens Heuer, Marxismus und Glauben, Hamburg 2006. Die Geschichte des theologischen Antijudaismus und kirchlichen Antisemitismus ist mir sehr bewußt und eines der Hauptmotive meiner antifaschistischen Arbeit. Der von Dir zitierten Textstelle aus der Einleitung in die Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie stimme ich philosophischen, politischen, vor allem aber auch theologischen Gründen voll und ganz zu. Die Losung “Koksen, Kotzen, Communismus” hingegen halte ich persönlich für komplett schwachsinnig. Wenn irgendetwas, dann bringt sie selber mindestens in ihrer Funktion religiösen Aberglauben im reichen Maße zum Ausdruck.

    PS:
    Solltest Du Dich übrigens wirklich intensiver und in zustimmender Kenntnis der von Dir genannten Marx-Stelle, sowie auch seiner Schrift “Zur Judenfrage” (MEW 1, 347 – 377) mit Fragen des Judentums, der jüdischen Theologie und Religion befassen wollen, darf ich Dir als Eingangslektüre das Buch des herausragenden jüdischen Gelehrten Jesha’jahu Leibowitz, Gespräche über Gott und die Welt, Frankfurt 1990, oder auch noch besser, solltest du hebräisch lesen, sein Buch “jahadut, am jehudi u-medinat jisrael” (Judentum, jüdisches Volk und der Staat Isarel) Jerusalem – Tel Aviv 1975, ganz herzlich empfehlen. Ich kann’ s Dir gerne ausleihen. Allerdings hältst Du es möglicherweise für „antisemitisch“, da es neben anderem auch eine heftige theologisch-politische Kritik von Theorie und Praxis des Zionismus zum Ausdruck bringt. Zu Leibowitz: http://de.wikipedia.org/wiki/Jeschajahu_Leibowitz.

  25. der vollständigkeit halber: im gegensatz zu vandreike war ich in fechenheim dabei und habe das auch für richtig gehalten.

  26. hallo dissi, wenn das so ist, dann hast auch du dich damit an einem akt des „ehrenamtlichen rumtrottelns“ mit dem ziel von „loyalitätskundgebungen“ beteiligt, um es im morgenthau-jargon zu sagen. zudem frage ich dich: warum warst du in fechenheim auf der straße, wo du doch nazis gerade eben noch „tendenziell für marginalisierte trottel“ erklärt hast? lohnt sich denn dieser aufwand? oder spinnen die morgenthaus?

  27. Ich kann H.C. Stoodt nur Zustimmen.

    Finde es sehr interessant, was für abgehobene und realitätsfremde Positionen es zur Begründung der eigenen politischen Inaktivität gibt.

    Dass ihr dann noch die Dreistheit besitzt, euch über die Menschen, die sich diesen Problemen stellen, lustig zu machen, toppt das Ganze noch.

    Da ist es doch einfacher, sich in bürgerlichen Theoriezirkeln zu bewegen um sich in Ruhe auf seine spätere berufliche Karriere vorzubereiten.

    Gruppen wie die morgenthaus kann und sollte man einfach nicht mehr ernstnehmen.

    Ihr könnt gerne mal in die Ost-Wetterau ziehen und euch dort konstruktiv betätigen.

  28. Ich würde schon auch sagen, dass Nazis marginalisierte Trottel sind.
    Und sicher ist es sinnvoll ihnen entgegen zu treten. Aber mensch muss sich doch überlegen in welcher Form das geschieht. Ist es denn wirklich sinnvoll die eigenen Wochenenden damit zu verbringen mir von einer Bullenarmada den Weg zu den zu blockierenden Nazis versperren zu lassen und über die zehn Reihen Cops und die zwei Sicherheitszäune hinweg Parolen zu rufen? Wozu?
    Nichts also gegen einen entschlossenen Widerstand, der die Nazis tatsächlich aufhält, wie beispielsweise vor einigen Jahren in Gladenbach. So was ist super!
    Aber die „marginalisierten Trottel“ einfach nur anstarren?
    In Frankfurt stellen sich die Kräfteverhältnisse im Moment einfach nicht so dar, als dass mensch die Nazis aufhalten könnte und wenn wir uns trotzdem alle paar Monate gegen die Nazis stellen degradieren wir uns zum Beiwerk des Spektakels Naziaufmarsch. Dann stehen wir tatsächlich da um das moralisch ach so anständige Frankfurt/Deutschland zu verteidigen, dass ja sogar Protest auf die Beine stellt. Da habe ich keinen Bock drauf. Wenn wir gegen Nazis kämpfen wollen müssen andere Mittel und Ebenen gefunden werden um sie kleinzuhalten, also den Abwehrkampf gegen Nazis zu führen, als zur nächstbesten Demo zu dackeln.
    Die aktuelle Praxis schwächt uns selbst. Am 7.7. waren noch 3000 Menschen in Frankfurt und wollten den NPD-Aufmarsch verhindern und was war im Oktober und im Januar? Die geringe Beteiligung ist symptomatisch, wir verlieren Personenpotential, denn niemand hält es für sinnvoll sich jedesmal ums Neue erfolglos den Nazis in den Weg zu stellen.
    Für den direkten antifaschistischen Angriff!

  29. Hallo Gosh, die Anti-Nazi-Koordination diskutiert genau diese Fragen derzeit intensiv. Wir traten und treten auch weiterhin für gleichberechtigte und unterschiedliche Aktionsformen gegen Nazis ein, solange sich diese Aktionsformen nicht einfach nur auf weit entfernte Protestkundgebungen selbstbeschränken. Im Übrigen haben wir auf unserem Workshop am 19. April erneut das Konzept “Masse und Entschlossenheit” bekräftigt und setzen uns für ein Bündnis aller antifaschistischen Kräfte samt ihren unterschiedlichen Aktionsformen ein, die sich mit uns auf dieses Konzept einigen können und für seinen Erfolg arbeiten.

  30. War das jetzt das Schlußwort? Anscheinend kommt nichts mehr.

    Dann möchte ich statt eines Schlußworts mit Rücksicht auf die Gefühle der antideutschen Mit-Diskutanten hier nicht etwa Jesha’jahu Leibowitz (s.o.) zitieren, der als jüdisch-israelischer Naturwissenschaftlker, Theoretiker und Theologe den Zionismus und die Besatzungspolitik Israels mit einer Schärfe kritisiert hat, von denen die meisten hier sich vermutlich nicht einmal träumen lassen. Leibowitz wurde übrigens nach seinem Tod 2003 vom damaligen israelischen Staatspräsidenten als einer der wichtigsten jüdischen Gelehrten des vergangenen Jahrhunderts gewürdigt – und das, obwohl dieser es zum guten Schluß noch dankend abgelehnt hatte, mit dem Israel-Preis die höchste Auszeichnung des Staates entgegenzunehmen. Aber wie gesagt, das will ich hier keinem zumuten.

    Ich schließe vielmehr mit dem Offenen Brief des israelischen Historikers Dr. Meir Margalit an die deutsche Bundeskanzlerin. Margalit ist ehemaliges Mitglieds des Jerusalemer Stadtrats.
    Mitglied des israelischen Komitees gegen Hauszerstörungen (ICAHD) – Hauszerstörungen sind eine der Formen kollektiver Bestrafung des israelischen Besatzungsregimes. Seine beiden Kernsätze lauten: „Die größte Gefahr, die Israel zu fürchten hat, geht nämlich ironischerweise nicht von Iran, sondern Israel selbst aus. … Der wirkliche Antisemit ist der, der angesichts der Menschenrechtsverletzungen in den besetzten Gebieten schweigt, da für jedermann evident ist, dass die Fortsetzung der Besatzung das Ende des Staates Israels nach sich ziehen wird.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

    Offener Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel
    Sehr geehrte Frau Merkel,

    Schon seit langem hat man in Israel keine Reden gehört, die solchen zionistischen Pathos hatten, wie die jene, die Sie bei Ihrem Besuch in Israel vor einer Woche hielten. Sie haben während Ihres dreitägigen Besuchs sehr klar gemacht, wie sehr Sie den Staat Israel unterstützen und ihm gegen seine Feinde beistehen. Acht Minister, unzählige Regierungsangestellte und Sicherheitskräfte haben Sie mitgenommen, um mit großem Aufwand bei Ihren Gastgebern einen guten Eindruck zu hinterlassen.

    Trotz des Vorgenannten muss ich Sie jedoch, bei allem Respekt, darauf hinweisen, dass Sie uns keine gute Tat erwiesen haben:

    Wenn Sie nämlich wirklich nur Israels Wohl im Sinne gehabt hätten, dann hätten Sie die Palästinenserfrage zumindest erwähnt. Stattdessen taten Sie so, als ob es diese überhaupt nicht gäbe. Sie hätten mit klaren Worten erwähnen müssen, dass die israelische Besatzung der Palästinensergebiete unmenschlich ist und enden muss, dass Israel die besetzten Gebiete räumen, die Siedlungen auflösen und die Belagerung des Gazastreifens beenden muss.

    Wenn Sie nämlich wirklich nur Israels Wohl im Sinne gehabt hätten, dann hätten Sie Abu Mazen zumindest einen Besuch abgestattet, und sich mit dem palästinensischem Unabhängigkeitskampf solidarisch gezeigt.

    Wenn Sie wirklich an der Seite Israels gegen seine Feinde stehen wollten, dann hätten Sie zuallererst den Staat Israel selbst kritisiert. Die größte Gefahr, die Israel zu fürchten hat, geht nämlich ironischerweise nicht von Iran, sondern Israel selbst aus. Seit 1967 betreibt der Staat Israel nämlich ein System der Selbstvernichtung. Jeder, der sich um das Wohl des Staates Israel bemüht, muss ihm helfen, dieses System zu beenden.

    Ich bin mir sicher, dass Sie gebildet genug sind, das zu wissen. Auch weiß ich, dass das Schuldbewusstsein des deutschen Volkes Ihnen nicht die Möglichkeit lässt, den jüdischen Staat offen zu kritisieren. Zudem kann unterstellt werden, dass israelische Politiker Ihnen in diesem Falle vorwerfen, eine Antisemitin zu sein. Trotzdem sollten Sie sich nicht davon abbringen lassen, denn der wirkliche Antisemit ist der, der angesichts der Menschenrechtsverletzungen in den besetzten Gebieten schweigt, da für jedermann evident ist, dass die Fortsetzung der Besatzung das Ende des Staates Israels nach sich ziehen wird. Und falls man Ihnen vorwirft, ein Antisemit zu sein, können Sie ja Ehud Olmert selbst zitieren, der vor drei Monaten sagte, dass wenn die Besatzung nicht beendet wird, der Staat Israel beendet wird.

    Ich würde Sie gerne darauf hinweisen, Frau Merkel, dass sich die Mehrheit der Israelis eingesteht, dass die Besatzung unertragbar ist und uns nicht weniger Schaden zufügt als den Palästinensern. Jedoch fehlt der israelischen Regierung die Kraft, die einzige Operation durchzuführen, die unser Leben retten kann: Die Entfernung des Tumors, der sich “[Besetzte] Gebiete” nennt. Durch diesen Tumor bluten wir ununterbrochen, und er macht uns von Tag zu Tag schwächer.

    Und daher brauchen wir keine Solidaritätsbekundung und auch keine pro-zionistischen Reden, sondern internationalen Druck, der die Besatzung beenden kann. Allein schaffen wir das nämlich nicht. Jedoch mit Hilfe unserer europäischen Freunde gibt es eine Chance, Ruhe und Frieden für beide Völker zu erreichen.

    Zum Schluss möchte ich Sie gerne darauf hinweisen, dass ich zwar kein Moralist bin, aber dennoch denke, dass Sie eine der wichtigsten moralischen Lektionen des Zweiten Weltkrieges ignoriert haben: Nämlich, dass man bei Menschenrechtsverletzungen nicht schweigen darf, und dass man gegen jedes Regime, dass ein fremdes Volk unterdrückt, kämpfen muss. Heute sind wir leider die Unterdrücker. Es ist daher Ihre Aufgabe, mit lauter Stimme zu sagen, dass es im 21. Jahrhundert keinen Platz für Besatzungsmächte und Unterdrücker gibt. Und es ist Ihre Aufgabe, zu sagen, dass jedes Volk ein Recht auf Selbstbestimmung hat.

    Israel braucht diesen Druck, um seiner selbst willen. Wer Israel liebt, muss Druck auslösen, bis die Besatzung beendet ist.

    Mit freundlichen Grüssen,
    Dr. Meir Margalit

    (http://www.arendt-art.de/deutsch/palestina/Stimmen_Israel_juedische/margalit_meir_brief_an_bundeskanzlerin_angela_merkel.htm)

  31. Sehr geehrter Herr Pfarrer Stoodt,

    Ihre manische Fixierung auf die Schlechtigkeit des Staates Israel ist ja noch viel gruseliger als ich zunächst befürchtet hatte. Was wollen Sie eigentlich mit dem beständigen Zitieren ihrer jüdischen Gewährsleute beweisen? Dass Israel ein demokratischer Staat ist, in dem im Unterschied zu seinen arabischen Nachbarn auch harsche Kritik an der Regierungspolitik geübt werden kann, ohne erschossen zu werden, man dafür unter Umständen sogar noch höchste Auszeichnungen verliehen bekommt? Oder wollen Sie sich hier einfach nur vom Verdacht des Antisemitismus reinwaschen, indem Sie Ihre erschreckenden Ansichten von jüdischen Kronzeug_innen vortragen lassen? Eine Taktik, die übrigens im rechten und rechtsextremen Diskurs eine unschöne Tradition hat: Innerisraelische Kritik wird dekontextualisiert und für antiisraelische Hasspropaganda nutzbar gemacht, es wird von Rassist_innen auch gerne einmal versichert, nichts gegen Ausländer zu haben, denn einige der besten Freunde seien ja welche oder Zitate antifeministischer Frauen werden genüsslich gegen den Feminismus in Anschlag gebracht.

    Es ist mir ehrlich gesagt schwer erklärlich, wie derartigen Positionen in der evangelischen Kirche und noch vielmehr in einer sich antifaschistisch dünkenden Gruppierung geduldet werden könnnen.

  32. @ Problemchild:

    was heißt hier Fixierung?
    Das Thema ist seit der Veranstaltung im KOZ, an der ich wahrlich keinen Anteil hatte, und seit den dort veröffentlichten denunziatorischen Texten gegen die Anti-Nazi-Koordination und andere Antifas und linke Gruppen auf der Tagesordnung.

    Und wie „mechanisch“ ist es denn, hier von „dekontextualisierter innerisraelischer Kritik“ zu schwafeln, wenn in dem Offenen Brief von Margalit Merkel ganz ausdrücklich zum Aufbau internationalen Drucks auf Israel aufgerufen wird, damit endlich die Besatzung beendet wird? Hast Du den Text eigentlich überhaupt gelesen? Wenn ja – wie kannst Du dann hier mit dem Argument der Dekontextualisierung ankommen?
    In diesem Text heißt es ganz ausdrücklich an die Adresse von Angela Merkel (man könnte hinzufügen: auch an Deine!) „der wirkliche Antisemit (sic!!) ist der, der angesichts der Menschenrechtsverletzungen in den besetzten Gebieten schweigt, da für jedermann evident ist, dass die Fortsetzung der Besatzung das Ende des Staates Israels nach sich ziehen wird. … Und daher brauchen wir keine Solidaritätsbekundung und auch keine pro-zionistischen Reden, sondern internationalen Druck, der die Besatzung beenden kann. Allein schaffen wir das nämlich nicht. Jedoch mit Hilfe unserer europäischen Freunde (z denen du offenbar nicht gehören willst, problemchild!) gibt es eine Chance, Ruhe und Frieden für beide Völker zu erreichen.“
    Das ist also, selbst Du wirst es einsehen, nicht ins Innere Israels gesagt, sondern an Deine und meine Adresse – ausdrücklich und vor wenigen Wochen!
    Zu Deiner Reaktion darauf kann ich im Sinne Dr. Margalits nur mit Deinen eigenen Worten antworten: „Es ist mir ehrlich gesagt schwer erklärlich, wie derartigen Positionen … in einer sich antifaschistisch dünkenden Gruppierung geduldet werden können!“
    Denn Du selbst und jede/r, die/der so denkt und redet wie Du, verrät durch Schweigen die Interessen Israels, handelt unsolidarisch gegen die Friedensinteressen des jüdischen Staates, deckt eine menschrechtsfeindliche Besatzungspolitik, die nach den Worten Dr. Margalits (und vieler seiner Freunde, denen die „Antideutschen“ samt Dir absolut skrupellos in den Rücken fallen) in entscheidendem Maße die Existenz Israels gefährdet!
    Ist es Feindschaft gegen den jüdischen Staat, diese ehrenwert israelische Position laut und deutlich zu wiederholen und als Maßstab für hiesiges wahrhaft isarelsolidarisches Handeln zu nutzen – zumal es ausdrücklich die message dieser Botschaft ist, das genau das bitte zu tun? Niemals!
    Leute wie Du verbünden sich mit den Machthabenden Israels gegen die Opposition dort, gegen die Menschen in Israel, die für Frieden, Gerechtigkeit, Gleichheit, Emanzipation kämpfen. Ihr verbündet Euch mit den Gummiknüppeln und -geschossen der Macht gegen jede Form solidarischen Aufbegehrens gegen sie, und Ihr habt die Dreistigkeit, jeden, der das laut und deutlich sagt, als Antisemiten zu bekämpfen. Ich weiß nicht, was Ihr unter diesem Begriff eigentlich inhaltlich noch versteht. Er ist in Euren Mündern zu einem absolut beliebigen esoterisch-magischen Mantra verkommen, dazu geeignet, jede x-beliebige Position zu stigmatisieren, die Euch (!) gerade nicht passt.
    Diejenigen aber, die hier und heute in der Frage dse tatsächlichen Antisemtismus wirklich ein Problem darstellen, die polizeilichen und staatsanwaltschaftlichen ErmöglicherInnen antisemitischer Demonstrationen hier in Frankfurt etwa – gegen die zieht Ihr noch nicht einmal mit 10% der Energie zu Feld, wie gegen AntifaschistInnen, AntimilitaristInnen, AntiimperialistInnen, die in der Frage des Nahostkonflikts eine andere Position beziehen als Ihr. Ihr werft eine antifaschistische Genossin aus einer IvI -Veranstaltung gegen Polizeirepression, weil sie sich nicht an Euren ungeheuer arroganten antipalästinensischen Dresscode hält – und einer derjenigen Aufpasser, die das tun, trägt dabei ein ILI -T-Shirt, wirbt damit also sehr bewußt für eine Organisation, die mit rechtesten Figuren wie „Politically Incorrect“ zusammenarbeitet (s.o.) Das habe ich mit eigenen Augen gesehen. Damit habt Ihr kein Problem. Das prangert niemand an.
    Ich halte so etwas für rechte Politik. Wie Ihr Euch selbst auf der Basis dieser Politik als AntifaschistInnen begreifen könnt, das ist in meinen Augen ein unlösbarer innerer Widerspruch ins sich selbst.

  33. Ich denke, für eine weitere Diskussion dieser Fragen ist dieses Medium hier nicht mehr geeignet. Deshalb schlage ich vor, daß diejenigen von Euch, die sie ernsthaft diskutieren wollen, sich mit mir in Verbindung setzen (sorry, aber ich kenne nur Eure Nicknames). Dann sollten wir face to face besprechen, auf welche Art wir mit diesem Thema, wenn es denn überhaupt möglich ist, sinnvoll umgehen.

  34. Wenn die Diskussion an dieser Stelle im Blog oben bereits für beendet erklärt wurde, hat das nichts, wie es in weiterhin eintreffenden Kommentaren und / oder Beschimpfungen heißt, mit “intellektueller Armseligkeit”, einem “verloren zu gehen drohenden Heimspiel” oder einer “geschlossenen Disco” zu tun, sondern ist, siehe oben, die Konsequenz aus der Erkenntnis, daß die hier so heftige Kontroversen auslösenden Fragen im Rahmen einer Blog-Diskussion ganz offensichtlich nicht hineichend beredet werden können, ohne ständig tief im Süden der Gefühle zu landen. Ich hatte oben bereits angeboten, das direkte Gespräch zu suchen. Ich selber kann das für meine Person nur anbieten. Wie ich zu erreichen bin, dürfte bekannt sein. Leider kenne ich von meinen geschätzten Diskussionpartnern hier nur Nicknames. Ich bitte, das ruhig auch ganz persönlich zu verstehen: ich würde schon gerne sehen und wissen, wer mich da eigentlich als „ehrenamtlichen Trottel“, „selbsternannten Antifaschisten“, „verlogenen Mitmacher“, „antisemitischen Christendepp“, „Pfaffengesindel“, mit dem man so umgehen werde, wie seinerzeit mit Pfaffen im spanischen Bürgerkrieg (alles Originalzitate) etc.pp. tituliert, um einschätzen zu können, wie ich darauf adäquat reagiere. In der Anonymität dieses Blogs hier, in dem bloß ein einziger dieser Kontroverse mit Namen und Adresse für seine Positionen einsteht, finde ich diese sogenannte Disco etwas einseitig. Also Leute, meldet Euch!

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