Wenn die „narzisstische Plombe“ zerfällt: Rassismus stärker, Demokratie schwächer. Neue Studie zu Deutschland als hohler Zahn

Nach der 2006 im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung erschienenen Studie der Soialwissenschaftler Oliver Decker, Elmar Brähler und anderer „Vom Rand zur Mitte. Rechtsextreme Einstellungen und ihre Einflussfaktoren in Deutschland“ (Link zum Download als PDF) liegt nun die von denselben Autoren in Zusammenarbeit mit weiteren WissenschaftlerInnen erstellte Anschlußuntersuchung vor: „Ein Blick in die Mitte. Zur Entstehung rechtsextremer und demokratischer Einstellungen in Deutschland“ (Link). Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse bei NPD-Blog.info und hier. Eine zentrale Erkenntnis lautet:
Dass rechtextremes Gedankengut indes auch nach einem halben Jahrhundert noch weit verbreitet sei, erklären Decker und Brähler mit der “narzisstischen Plombe”: Der mit dem so genannten Wirtschaftswunder in Westdeutschland relativ schnell einsetzende Wohlstand habe weder für Nachdenklichkeit noch für Scham Raum und Zeit gelassen. Eine ähnliche Entwicklung erhofften Ostdeutsche nach der Wende und beantworten die Enttäuschung dieser Erwartung mit Politik- und Demokratieverdrossenheit. Immer dann, wenn der Wohlstand als Plombe bröckelt, steigen aus dem Hohlraum wieder antidemokratische Traditionen auf.

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