Treffen der Hakenkreuzfreaks in Frankfurt: Samstag, 28.6., 10 Uhr, „Haus der Heimat“, Porthstraße 10

Wie erwartet war die „Absage“ des Widerstands-Kollegs, welches das „Institut für Staatspolitik“ bzw. die „Edition Antaios“ für Samstag lanciert hat, der Versuch eines Tricks. Das Treffen findet definitiv statt. Ort: „Haus der Heimat“,  Porthstraße 10, 60435 Frankfurt am Main (Nähe Sozialzentrum Marbachweg, U5). Dieses Gebäude gehört skandalöserweise der Saalbau AG! Dort nahm man unseren ersten Protest zwar telefonisch entgegen, war aber zu keinerlei Diskussion bereit. Offensichtlich scheint man dort mit den Herren Weißmann und Kubitschek zu sympathisieren.
Wie zu hören ist, sollen sich AntifaschistInnen, die ein solches Treffen für unmöglich halten, sich bereits um 09:00 Uhr dort treffen und alle möglichen Foto- und Videokameras mitbringen, damit dokumentiert werden kann, wer zu einem solchen Treffen denn erscheint.

Grundsätzlich ist zu sagen: Antaios war eine Gestalt der griechischen Mythologie, ein in einer Höhle am Tigris hausender totenschädelsammelnder Riese, der solange unbesiegbar blieb, als seine Füße noch Kontakt zur braunen Erde hatten. Herakles, der dies Geheimnis des Antaios kannte, hob ihn in die Luft und beendete so die scheinbare Unbesiegbarkeit ein für alle Mal.
„Edition Antaios“ ist, nicht zufällig, der Name eines Verlags der Neuen Rechten, unter dessen Label ein Seminar des „Instituts für Staatspolitik“ von Hakenkreuzfan Karlheinz Weißmann und Götz Kubitschek zum „Widerstand“, genauer: zur so genannten „Konservativ-Subversiven Aktion“ in Frankfurt veranstaltet werden sollte, beworben nicht nur auf ihrer „Heim-Weltnetz-Seite„, sondern auch hier und weiteren websites. Die Herrenmenschen und ihr lechzendes Bedürfnis nach neuen „Rechten Ikonen“ soll dort endlich einen Raum finden.

Was Widerstand wirklich ist, wird literarisch vielleicht nirgends deutlicher als in Peter Weiss‘ Roman „Die Ästhetik des Widerstands„. Herakles, der Bezwinger des Löwen und des Antaios, Herakles, der den Augiasstall ausmistete, ist seine geheime zentrale Figur, eben nicht Ikone, sondern Metapher der in sich gespaltenen Arbeiterbewegung, hineinversetzt (und damit niederlagengeerdeter, als es ein Antaios je sein könnte) mitten in die antifaschistischen Kämpfe des 20. Jahrhunderts: Deutschland, Spanien, Frankreich, Schweden, Deutschland. Er ist in Weiss‘ Roman zugleich und vor allem ein Bild der Aufhebung jeden Führerkults. Die Schlußzeilen lauten: „… und so lange sie unten nicht abließen voneinander, würden sie die Pranke des Löwenfells nicht sehen, und es würde kein Kenntlicher kommen, den leeren Platz zu füllen, sie müßten selber mächtig werden dieses einzigen Griffs, dieser weit ausholenden und schwingenden Bewegung, mit der sie den furchtbaren Druck, der auf ihnen lastete, endlich hinwegfegen könnten.„.

Links zu weiteren Infos:
hier,
hier,
hier
und hier.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s