Hiltrud Schröter: Aushalten von Fremdheit? Wenn das „Politically Incorrect“ wüßte …

Mit Anerkennung rezensierte die bekannte marxistische Sozialwissenschaftlerin Sabine Kebir (u.a. Publikationen über Antonio Gramsci, Helene Weigel, Bertolt Brecht, zur Kritik des Kapitalismus, zu Algerien …) noch im Jahre 1999 in einer Rezension die allseits bekannte „Koranexpertin“ und „Islamkritikerin“ Dr. Hiltrud Schröter, deren politische Heimat inzwischen die mindestens rechtskonservative und explizit islamfeindliche „Bürgerbewegung Pax Europa“ um Udo Ulfkotte ist.  In Sabine Kebirs Rezension mit dem Titel: „Aushalten von Fremdheit. Komplexe Übergänge. Eine Studie über den hohen Preis des interkulturellen Verstehens„, veröffentlicht am 16. April 1999 zu Schröters Buch „Arabesken. Studien zum interkulturellen Verstehen im deutsch-marokkanischen Kontext“ (Peter Lang-Verlag, Frankfurt am Main 1997), heißt es unter anderem:


Durch wirkliches Einlassen auf die andere Kultur wird die eigene als begrenzt erfahren. Zweitens: Das macht freier in der Wahrnehmung der anderen Kultur: deren Fremdheiten kann als gewachsene und damit zumindest zum Teil notwendige Form komplexer Lebenszusammenhänge gedeutet werden. Drittens: Kulturen sind im ständigen Wandel begriffen…“ …

„Statt skandalisiert zu reagieren, begriff Schröter, daß es in den betreffenden Gebieten einfach für die Männer (noch) nicht nötig ist, das sich im Westen und natürlich auch in Teilen der islamischen Welt immer mehr durchsetzende (aber eben durchaus nicht ›natürliche‹)-Prinzip männlicher Selbstdisziplinierung der Triebpotentiale zu entwickeln….“ …

„Schröter rät also eher zu behutsamem Umgang mit der fremden Kultur: »Wenn auch ein Minimum an Verständigung immer möglich ist, so bewahrt doch nur Wissen – zumindest über fremdkulturelle Gerechtigkeitsentwürfe in Verbindung mit kulturspezifische Regelung der Sexualität – vor Fehleinschätzung und unangemessenem Handeln…“ …

Oha, Frau Schröter, wenn das ihre heutigen Freunde und Bewunderer „Hausener Bub“, „Templer“, „Dietrich von Bern“, „Eugen von Savoyen“ und Konsorten, die sie sonst so gerne auf „Politically Incorrect“ zitieren, zu Gesicht bekommen!  Uiuiu…

Aber zum Glück für Ihren Ruf in Frankfurt-Hausen, jenem Viertel mit der weltweit größten Dichte von IslamkennerInnen, sind sie ja konvertiert und fordern heute sogar, „dem Islam“ (nicht aber etwa „dem Judentum“ oder „dem Christentum“, aus dem er religionshistorisch hervorgegangen ist) den Status einer Religionsgemeinschaft abzuerkennen sowie, ihn als „totalitäre Ideologie“ und „verfassungswidrig zu brandmarken (man erwartet Sie sicherlich mit Spannung auf einem sogenannten „Anti-Islamisierungs-Kongress„). „Die schärfsten Kritiker der Elche, waren früher selber welche!“ – rufen wir Ihnen mit Robert Gernhardt zu. Damit haben Sie es allerdings auch geschafft, jenen Frankfurter Vorort in eine für ethnologische Studien mindestens ebenso lohnende Zone zu verwandeln, als es einst die Berberei für Sie war …

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