No Way – Naziaufmarsch in Wetzlar am 11. Oktober verhindern!

Christian Müller, eng befreundeter „Kamerad“ des wegen einer Mordattacke auf eine Dreizehnjährige in U-Haft sitzenden Kevin Schnippkoweit, gehört zu den Hintergrundfiguren eines für den 11. Oktober von der Naziaktivistin Nicole Becker angemeldeten Naziaufmarsches in Wetzlar. Thema dieses Aufmarsches ist absurderweise ausgerechnet die Frage von Kindesmißbrauch, für den die NPD seit langem die Todestrafe fordert. Christian Müller  war, genau wie damals auch Philipp John, eng mit dem aktuell wegen schwerer Körperverletzung oder versuchten Totschlags angeklagten ehemaligen NPD-Landesvorsitzenden Marcel Wöll verbandelt: als Mitbewohner der mittlerweile versenkten „Nationalen Wohngemeinschaft“ in Butzbach sowie als Mitspieler in etlichen Video-Clips des Nazi-Portals“Volksfront-Medien“. Die wesentlich von Schnippkoweit und John mitgestalteten Clips trugen solch klangvolle Namen wie „Nazis vs. BRD“, „Nazis vs. Ausländer“, „Nazis vs. Globalisierung“. Zu ihnen gehörte auch das Video „Deutscher, Augen auf, Du bist im Krieg!“, wegen dessen die Staatsanwaltschaft Gießen im Januar 2008 gegen Schnippkoweit ermittelt haben soll. Nach den allgemeinen staatlichen Betroffenheitsbekundungen nach Schnippkoweits Klappspaten-Angriff vom 20. Juli 2008 im Schwalm-Eder-Kreis ist es umso bezeichnender, daß Müller ungehindert schon wieder zu einer Demonstration mobilisieren kann. Die AntifaschistInnen vor Ort kündigen an, sich das nicht gefallen lassen zu wollen. Aufruf:

No Way- Neonaziaufmarsch in Wetzlar verhindern…

Für den 11. Oktober haben Neonazis eine Demonstration in Wetzlar geplant. Unter dem scheinbar unverdächtigen Motto „Es passiert auch vor deiner Tür […]“ haben sie vor, durch die mittelhessische Stadt zu marschieren. Der Plan besteht darin, auch außerhalb des rechten Spektrums Gehör zu finden. In populistischer Manier werden dafür Themen und Ängste in der Bevölkerung angesprochen, um Akzeptanz für rechtsextreme Ideologien herzustellen. Die Mobilisierung für die Demo spricht allerdings eine deutliche Sprache: Beworben wird sie unter anderem auf dem extrem rechten Medienportal „Volksfront Medien“ sowie auf anderen Videoportalen.

Hintergründe zu Personen und Strukturen:
Hinter den „Volksfront Medien“ steckt unter anderem Christian M., enger Weggefährte des ehemaligen NPD-Landesvorsitzenden Marcel Wöll seit der NKF-Frankfurt Zeit.
Die Anmelderin der Demonstration ist Nicole Becker aus Schöffengrund im Lahn-Dill-Kreis. Sie ist selbst keine Unbekannte in der Neonaziszene. Gemeinsam mit weiteren Neonazis – unter anderem dem bundesweit agierenden Christian Hehl aus Mannheim – ist sie Mitinitiatorin der Gruppe „Ersthelfer“. Diese ist ein Zusammenschluss von Neonazis, der es sich zum Ziel gesetzt hat, „nationalen Aktivisten“ bei „Demonstrationen, Konzerten oder anderen Veranstaltungen“ zu unterstützen.

Populistische Strategie:
Es gehört zur Strategie der extremen Rechten, Themen, die einen großen Zuspruch in der Bevölkerung erfahren, zu besetzen. Dies vor dem Hintergrund, sich als gesellschaftsfähig darzustellen und eine partielle Akzeptanz in der Öffentlichkeit zu erreichen. Als andere Beispiele können sowohl die Forderung der Einhaltung von Menschenrechten wie Meinungsfreiheit in Bezug auf den Tatbestand der Volksverhetzung oder die Besetzung der sozialen Frage im Hinblick auf die sozialen Folgen der ökonomischen Globalisierung genannt werden.
In einem solchen Kontext muss auch die Thematik der Demonstration in Wetzlar bewertet werden. Die Themenwahl der Neonazis wurde so getroffen, dass das Erkennen eines rechtsextremen Hintergrundes schwierig ist- vermutlich zusätzlich von der Hoffnung getragen, von Antifaschist_innen nicht erkannt zu werden.
In dem Zusammenhang kann auf den Vorfall in der Nähe von Treysa verwiesen werde: Dort wurde ein Jugendcamp der Gruppe „Linksjugend/Solid“ von Neonazis überfallen. Dabei wurde ein dreizehnjähriges Mädchen so schwer am Kopf verletzt, dass es auf der Intensivstation behandelt werden musste. Haupttäter und derzeit in Untersuchungshaft, ist oben genannter Kevin Schnippkoweit. Die Absurdität, dass sich Neonazis einerseits als „Beschützer der Kinder“ aufschwingen, aber andererseits mit ihrer Ideologie Taten wie die in Treysa legitimieren, braucht wohl nicht weiter ausgeführt werden.

Worum gehts?:
Bei dem Protest gegen diese Demonstration geht es keinesfalls darum, die Problematik von (sexuellem) Kindesmissbrauch herunter zu spielen. Aus diesem Grund ist vieles an dem Tag der Demo, sowie im Vorfeld notwendig:
Am Tag selbst sollte den Neonazis kein öffentlicher Raum zugestanden werden, durch den sie sich mit ihrer Position darstellen oder – im schlimmsten Falle – gesellschaftlich etablieren können. Es bedarf sowohl einer antifaschistischen Auseinandersetzung mit der Thematik „sexueller Missbrauch“ – nicht nur von Kindern – als auch der Kritik an dem ‚gesellschaftlichen Diskurs‘. Wenngleich es sich bei dem Thema Kindesmissbrauch um ein gesellschaftlich tabuisiertes handelt, so legitimiert dies doch keineswegs, Mitglieder der extremen Rechte als gleichberechtigt in diesem Diskurs zu behandeln. Aufgrund ihrer menschenverachtenden Ideologie müssen Neonazis prinzipiell von gesellschaftlichen Diskursen ausgeschlossen werden.

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2 Gedanken zu “No Way – Naziaufmarsch in Wetzlar am 11. Oktober verhindern!

  1. […] paragraphen zu reiten und der ganze schleppende bürokratenkram. aber so denkt leider auch der nazi-mob, der im oktober in wetzlar mal wieder gegen “kinderschänder” demonstrieren geht: schwanz ab, todesstrafe, ruhe im […]

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