Versuchter Totschlag, versuchter Mord und schließlich Körperverletzung?

Aus der fast mörderischen Attacke des öffentlich bekennenden Nazi-Aktivisten Kevin Schnippkoweit auf ein dreizehnjähriges Mädchen mit Klappspaten und Bierflasche  wird nun plötzlich „gefährliche Körperverletzung„.

Nach eigenen Angaben hat der mutmaßliche, geständige Täter Kevin Schnippkoweit offenbar aus seinen rechtsextremen Motiven heraus (wie die Saatsanwaltschaft kurz nach seinem freimütigen Geständnis erklärte, aufgrund seiner ‘rechten Gesinnung’) am Tatmorgen mit Vorsatz brutal und gezielt gegen „Linke“ mit Kameraden einer Nazi-Gruppe (wo sind die anderen Täter?) ein Jugendlager überfallen und die Gewalttaten begangen, wobei eine Dreizehnjährige lebensgefährlich verletzt wurde. Der Täter ist zuvor schon als politisch motivierter Gewalttäter auffällig geworden, hat seine gewalttätige und volksverhetzende Gesinnung sogar öffentlich z.B. mit Internetvideos (via volksfront-medien und media-pro-patria oder YouTube u.a. als exvodsPhoenix) propagiert und veröffentlicht. Schnippkoweit war aktives und öffentlich bekanntes/bekennendes Mitglied von Nazi-Gruppen, zentraler Nazi-Medienaktivist in Hessen aus dem engsten Umfeld des mehrfach vorbestraften und ebenfalls gewalttätigen Ex-NPD-Landeschef in Hessen Marcel Wöll. Niedere Beweggründe lagen dieser  gezielten, rechtsextremistisch motiviert und vollzogenen Gewalttat, die auch den Tod des wehrlosen, schlafenden Opfers nicht ausschließen konnte, vor. Nach der zuerst in den Raum gestellten Anklage wegen versuchten Totschlags wurde in der Presse verkündet, daß seitens der Staatsanwaltschaft auch eine Anklage wegen versuchten Mordes in Frage kommen kann. Nun soll plötzlich von alledem, einem versuchten Tötungsdelikt, nichts mehr übrig sein und „lediglich“ eine gefährliche Körperverletzung vorliegen?

Nicht nur die Angehörigen des Opfers sind entsetzt, denn eigentlich sollte nach den ersten Verlautbarungen der Staatsanwaltschaft deutlich sein:

  • der Täter hat am frühen Sonntagmorgen die Arglosigkeit und Wehrlosigkeit der schlafenden Opfer bewußt ausgenutzt und zudem in feindseliger Willensrichtung gehandelt, getrieben von seinem Haß als überzeugter Neo-Nazi, der sich selbst öffentlich als „im Krieg“ nicht nur gegen „Linke“ sondern das „System“ BRD befindet
  • der Täter hat absichtlich gehandelt und mit dem mehrmaligen und gezielten Einsatz der Tatwaffen Klappspaten und Glasflasche schwerste Körperverletzungen beabsichtigt und offenbar eine mögliche Todesfolge in Kauf genommen
  • geplant war ein Gewaltakt zudem, da es kein zufälliges Aufeinandertreffen sondern ein organisierter, gewalttätiger Überfall im Morgengrauen war, der im Zusammenhang von vorherigen Gewaltakten und Gewaltandrohungen der rechtsextremen Gruppe “Freie Kräfte Schwalm Eder” steht, einer zusätzlich zu prüfenden, mutmaßlich kriminellen Vereinigung
  • der Täter hat in gefühlloser, unbarmherziger Gesinnung besonders schwere Schmerzen und Qualen körperlicher und seelischer Art dem Opfer zugefügt
  • der Täter hat bereits in seinem Geständnis das Motivmerkmal des niedrigen Beweggrundes eingestanden, seine rechstextreme Neo-Nazi-Gesinnung mit Haß auf die „Linken“

Die Frage muß erlaubt sein, wieso die Staatsanwaltschaft plötzlich auf „Körperverletzung“ umschwenkt.
In ersten Kommentaren auf diese Anklage wurden wir mehrfach angesprochen und gefragt, wie so etwas sein kann, spekulativ wurden „Absprachen“ oder „Beziehungen“ in den Raum gestellt, doch wir versuchen das als juristische Laien einzuschätzen und kommen zu dem vorläufigen Ergebnis, daß hier das minimal Mindeste angeklagt wird, was aber bei weitem nicht dem Tatsächlichen entsprechen muß. Eine andere Anklage wäre nicht nur möglich sondern sachlich geboten.

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