Hiltrud Schröter, Wolfgang Hübner, Mina Ahadi: „Querfront-Tango“ für „pro Hessen“

Ein Stelldichein zwischen Neuer Rechter, sogenannten „Islamkritikern“ und „besorgten BügerInnen“ mit der Neigung zur Gründung einer Bürgerwehr gab es am 1. Oktober im Bürgerhaus Bockenheim. Die Vertreterin des „Zentralrats der Ex-Muslime“, Mina Ahadi, saß neben Wolfgang Hübner (BFF, Freie Wähler Hessen) und „Islamkritikerin“ Hiltrud Schröter auf dem Podium. Strippenzieher der Veranstaltung war Michael Bernhardt, Pressereferent der anti-islamischen Bürgerinitiative gegen den Moscheebau in Hausen, deren Homepage programmatisch den Namen „pro Frankfurt“ trägt. Anwesend war auch ein Verteter des hessischen Verbandes der zur Neuen Rechten gehörenden „Bürgerbewegung Pax Europa“ um Udo Ulfkotte, mit der wiederum Hiltrud Schröter politisch zusammenarbeitet. Die Gründung eines Landesverbandes „pro Hessen“ könnte durchaus bevorstehen. Weiteres:
Die Bockenheimer Veranstaltung trug Querfront-ähnlich Züge: niemand auf dem Podium schien Anstoß daran zu nehmen, daß mit Mina Ahadi (Ex-Komalah, heute Mitglied im Politbüro des Zentralkommitees der „Arbeiter-Kommunistischen Partei des Iran„; Zentralrat der Ex-Muslime) eine Frau auf dem Podium saß, die sich selber als iranische Kommunistin bezeichnete. Die mit „Terre des Femmes“ eng zusammenarbeitende „Islamkritikerin“ schien ihrerseits auch nichts dabei zu finden, daß sie neben Wolfgang Hübner Platz nahm – ausdrücklich auch dann nicht, als sie aus dem Publikum auf Hübners politische Vergangenheit und Kooperation mit NPD und Horst Mahler hingewiesen wurde.  Dagegen bezeichnete sie die Position der Partei DIE LINKE in ihrem Referat als „rechts“.

Hiltrud Schröter disqualifizierte sich als „Wissenschaftlerin“ wieder einmal selbst, indem sie – erneut – „den Islam“ pauschal und global als eine Art totalitäre „Polit-Ideologie“ darstellte, der in Wahrheit gar keine Religion sei. Was eine Religion ist, ja sogar, wer ein Gott ist, bestimmt in ihrer ganzen Grandiosität anscheinend Frau Schröter: theologische Wertungen, historische und sogenannte sozialwissenschaftliche Argumente gehen in den Positionen der ehemaligen Lehrerin der Ernst-Reuter-Schule wild durcheinander. In ihrem Referat ging sie stellenweise über ihre schriftlich niedergelegten Äußerungen weit hinaus, so, als sie den Islam generell in die Nähe des Faschismus rückte. Die logische Struktur ihrer Darlegungen und die Art, isolierte Koranzitate ebenso isolierten Bibelzitaten oder Zitaten christlich-theologischer Autoren gegenüber zu stellen und daraus dann weitreichende aktuell-politische Einschätzungen und Forderungen abzuleiten hätten in keiner Proseminararbeit Bestand sondern weisen eher in die Nähe zu einem polemischen Traktat des rechts-christlichen Fundamentalismus.

Aus Hübners Referat ist als einzig denkwürdig festzuhalten, daß er öffentlich erklärte, er werde keinen Prozeß gegen diejenigen anstrengen, die ihm – mit guten Gründen – seit Jahren seine Kooperation mit NPD-Funktionären und dem Ex-KPD/AO-Aktvisten, RAF-Mitstreiter und späteren Nazi-Ideologen Horst Mahler vorhielten.

Die Bürgerinitiative hat sich bis heute zu keinem Zeitpunkt von den öffentlichen Gewaltaufrufen gegen den Moscheebau distanziert, die zB. auf dem rassistischen Blog „Politically Incorrect“ immer wieder erhoben wurden und werden. Sie hat sich auch nicht vom Aufruf zur Gründung einer „Bürgerwehr“ gegen den Moscheebau distanziert, der – unter falschem Namen – vor Wochen bereits in einem FR-Leserbrief angekündigt wurde. Ihr Mäntelchen bürgerlicher Korrektheit und Wohlanständigkeit ist in Wahrheit recht dünn. Das verbindet sie mit ähnlichen Initiativen in anderen Städten.

Die Gemengelage aus „Bürgern in Wut“, und pseudowissenschaftlich „belegten“ rassistischen Einstellungen und Forderungen, wie sie an diesem Abend sichtbar wurden, verortet die Bürgerinitiative und – schon seit langem – ihren zur Neuen Rechten gehörenden Kooperationspartner Wolfgang Hübner weit außen am rechten Rand des politischen Spektrums. Eine allgemein akzeptierte Organisation wie Terre des Femmes wird ihr Verhältnis zu diesem Sumpf klären müssen. Für die AntifaschistInnen in Frankfurt und Hessen steht angesichts der bald zu vermutenden Gründung von „pro Hessen“ viel neue Arbeit bevor.

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