Rassisten wollen zusammenrücken – Ulfkotte in taktische Kämpfe verwickelt

Im Lager der rassistischen IslamhasserInnen spielen sich in diesen Tagen heftige Auseinandersetzungen ab, aus denen, wie es derzeit scheint, der offen rassistische, rechte Flügel um „pro Köln“ und „pro NRW“ als Sieger hervorgehen könnte- ein Flügel, den selbst Ralph Giordano, der seinerseits bei Gelegenheit Musliminnen mit „Pinguinen“ vergleicht, als „nationalsozialistisch“ qualifiziert.
Dort also trommelt man nach dem Abgang von Udo Ulfkotte aus dem Vorstand der „Bürgerbewegung Pax Europa“ (BPE) bereits für eine „Zusammenarbeit aller seriösen islamkritischen Kräfte“ – zu denen durchaus auch der Frankfurter Moschee-Gegner-Verein um Hiltrud Schröter und Pressereferent Michael Bernhardt gehören könnte, der vor kurzem seinerseits mit Wolfgang Hübners BFF eine gemeinsame Querfront-Veranstaltung durchführte.

Bei „pro Köln“ und „pro NRW“ handelt es sich um Gruppierungen, deren Führungspersonal lange Karrieren als Multifunktionäre im rechtsextremistischen Lager hinter sich haben, allerdings immer auch über Kontakte zur aktuell ja besonders um die Reinheit der deutschen Sprache besorgten CDU verfügten. Beispiele: Manfred Rouhs, Markus Beisicht. Anlass, wohl kaum aber wirklicher Grund der Auseinandersetzungen ist ein Streit um eindeutig rassistische Karikaturen im „Stürmer-Stil“, die vor einigen Monaten auf Veranlassung des Vorsitzenden von BPE produziert und unter anderem auf dem rassistischen Blog „Politically Incorrect“ veröffentlicht wurden.
Ulfkotte verließ daraufhin am 1.12.2008 den von ihm selbst erst 2006 begründeten Verein (Bericht im rechts-evangelikalen Nachrichtendienst idea), dessen Genealogie sich, auf mehreren Umwegen und über eine Reihe von Abspaltungen wie etwa der Bremer „Bürger in Wut„, letztlich auf die Partei des homophoben Koksers Ronald „Richter Gnadenlos“ Schill in Hamburg zurückführen läßt.
Ulfkottes Distanzierung könnte allerdings nach Einschätzung von Szenekundigen nicht zuletzt taktischer Natur sein. Ganz auf der Linie der Neuen Rechten, die seinen Weg auch jetzt wohlwollend begleitet, sind allzu offene Anklänge an einen Rassismus, dessen Ästhetik selbst ihn an den Stil des nazifaschistischen Antisemitismus erinnert, und der, siehe oben, von Funktionären mitgetragen wird, die nachweislich dem rechtsextremistischen Lager zuzuordnen sind oder mindestens waren, nicht akzeptabel. Zudem geht er anscheinend selber mit neuen Parteigründungsideen schwanger.
Für Ulfkotte hat sein Schritt zudem den angenehmen Nebeneffekt, daß er in dem morgen bevorstehenden Frankfurter Prozess nun als Zeuge gegen seinen Ex-Verein auftreten kann, anstatt sich als dessen Gründer und, bis vorgestern, Präsident, für dessen Politik verantworten zu müssen.

Über Ulfkottes Nähe zum Spektrum der Neuen Rechten bis hin zu Gestalten aus dem „Vlaams Belang“ ist mit diesem taktischen Manöver freilich nichts gesagt.
Und inhaltlich ändert sich erst recht gar nichts: auf derselben Seite, in der sich Ulfkotte von BPE distanziert, diffamiert er in übelster rassistischer Manier den islamischen Brauch des Schächtens: „Großbritannien importiert 5000 pakistanische Halsabschneider als Metzger“ (über das religionsgeschichtlich eng verwandte Schächten nach der Vorschrift der jüdischen halacha schweigt er sich glücklicherweise aus).

Wir wissen nicht, ob Ulfkotte Vegetarier ist. Und wir wollen es auch gar nicht wissen.

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3 Gedanken zu “Rassisten wollen zusammenrücken – Ulfkotte in taktische Kämpfe verwickelt

  1. Asymmetrischer Konflikt zwischen Ulfkotte und Mitstreitern…

    [Aufgelesen]

    Der Konflikt zwischen Ulfkotte und Mitstreitern wirbelt Staub auf.
    So schreibt die Anti-Nazi-Koordination Frankfurt/Main:

    Im Lager der rassistischen IslamhasserInnen spielen sich in diesen Tagen heftige Auseinandersetzungen ab, aus…

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