Zum angekündigten Hessenkongress von NPD und Kameradschaften

Für Samstag, 13. Dezember, haben NPD und Kameradschaften aus Hessen einen „Hessenkongress“ im bekannten braunen Nest Wölfersheim-Wohnbach angekündigt. Dazu gibt es inzwischen einen Aktionsaufruf der neu formierten Frankfurter Gruppe Antifa Affect (s.u.), der inzwischen auch die Runde macht. Offen ist allerdings, ob die Nazi-Veranstaltung an diesem Tag überhaupt wie angekündigt stattfindet, worauf im Aufruf der Antifa Affect auch ausdrücklich hingewiesen wird. Nach bislang unbestätigten Gerüchten soll das Nazi-Treffen auf den 10.1.2009 verschoben worden sein. Hintergrund könnten die Anstrengungen der Nazis sein, ihre erforderlichen 1000 Unterschriften für den Landtagswahlkampf fristgerecht zusammenzuschustern, doch ist auch dies keine bestätigte und gesicherte Information. Wir versuchen, der Sache auf den Grund zu gehen und informieren, sobald wir mehr wissen, über den realen Termin. Aufruf der Antifa Affect:
[update: Der Hessenkongreß ist endgültig abgesagt. Voraussichtlicher Ausweichtermin: 10. Januar 2009]

Kein ruhiges Hinterland für Neonazis!
Gegen NPD-Hessenkongress vorgehen!

In Frankfurt hat das erfolgreiche Zusammenwirken breit angelegter antifaschistischer Arbeit und direkte Aktionen autonomer AntifaschistInnen dazu geführt, dass Neonazis keinen Fuß auf dem gesellschaftlichen Boden fassen konnten ohne Antifaschistischen Widerstand spüren zu müssen. Nur wenige Kilometer weiter, im ländlich und kleinstädtisch geprägten Umland, sehen die Realitäten anders aus: Neonazistrukturen verfestigen sich und treten zunehmend Öffentlicher auf. Gegen diese Entwicklung mobilisieren wir zur antifaschistischen Intervention. Es ist eine Notwendigkeit antifaschistischer Arbeit gegen die Neonazistrukturen vorzugehen und ihnen kein ruhiges Hinterland zu lassen. Unser Ziel ist es dabei antifaschistische Kräfte vor Ort zu stärken.

Die Wetterau „braune“ Realitäten vor der Haustür
Die Neonazis aus der NPD und den „Freien Kameradschaften“ hatten in den letzten Jahren in der Wetterau verstärkt ein Netz zum verbreiten ihrer Propaganda aufgebaut. Das Umland ist für Neonazis zu einem bedeutsamen Rückzugsraum geworden, in dem sie ihre Strukturen in relativer Ruhe organisieren können. Zugleich bildet es eine Aktionsbasis, von der sie ihre Aktivitäten weiter ausbauen. Die Neonazistrukturen in der Wetterau sind nicht mehr „nur ein lokales Problem“, sondern haben überregionale Bedeutung.

Die Folgen bekommen zuerst MigrantInnen und Menschen, die nicht ins Weltbild der Neonazis passen, zu spüren: Übergriffe auf Migrantische und alternative Jugendliche sind hier ebenso verstärkt zu Verzeichnen wie Drohungen gegen antifaschistisch engagierte Bürgerinnen und Bürger.

Begünstigt werden die Neonaziaktivitäten durch ein rechts-konservatives gesellschaftliches Klima des Wegschauens, Verharmlosens oder stillschweigenden Beifallklatschens.

Antifaschistische Strukturen stärken!
Wie auch sonst, lohnt es sich hierbei aber genauer hinzugucken: Engagierte AntifaschistInnen, die in der Wetterau leben und aus verschiedenen Spektren kommen, bemühen sich intensiv seit Jahren darum, ihre Aktivitäten gegen Neonazistrukturen zu koordinieren. Sie schaffen Öffentlichkeits- und Aufklärungsarbeit und versuchen durch antifaschistische Kulturarbeit der rechten Dominanz in der Wetterau progressive Akzente entgegen zu setzen.
Solche Ansätze antifaschistischer Kultur- und Bildungsarbeit benötigen unsere praktische Solidarität, gerade auch weil die Neonazis offen zu Drohungen und Einschüchterungen übergehen. Politisches Ziel antifaschistischer Intervention muss es sein, antifaschistische Strukturen zu stärken und das gesellschaftliche Klima nach links zu verschieben, um Handlungsräume für fortschrittliche Initiativen zu Eröffnen.

Über den Tellerrand: Antifaschistische Regionalarbeit
Doch auch neben der konkreten Solidarität mit den AntifaschistInnen dort gibt es gute Gründe in der Wetterau aktiv zu werden. Die Neonazis agieren nach der Maxime „die Städte vom Lande aus zu erobern“.

In Frankfurt konnten am 7.7. tausende AntifaschistInnen den Naziaufmarsch nicht verhindern. Die Aufmärsche des vergangenen Jahres in Rüsselsheim/Raunheim, Frankfurt und Offenbach, aber auch viele weitere neonazistische Aktivitäten über das Rhein Main gebiet hinaus, wurden unter anderem in ländlichen Regionen geplant. Dort saßen die Verantwortlichen, die Kader der faschistischen NPD. In solchen Rückzugs-, Rekrutierungs- und Planungsräumen antifaschistisch zu intervenieren und gegen die Neonazistrukturen in Ländlichenregionen vor zu gehen, ist notwendig, um längerfristig die Füße in den Städten frei zu haben.

Deshalb kommt am 13.12.08 um 16:00 Uhr in die Wetterau nach Wölfersheim/Wohnbach, um klarzustellen: „Die Wetterau ist für Neonazis nicht länger ruhiges Hinterland!“

Achtung Wichtig!!!!! Achtung Wichtig!!!!! Achtung Wichtig!!!!!
Änderungen des Tagungsortes oder gar eine Absage des NPD-Kongresses kann jederzeit erfolgen, ihr werdet bei eventuellen Änderungen von uns benachrichtigt.  Deshalb checkt am besten Täglich unsere Seite oder euer e-mail Postfach.

Advertisements

Ein Gedanke zu “Zum angekündigten Hessenkongress von NPD und Kameradschaften

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s