Wir wünschen schöne und erholsame Feiertage

faschismus ist keine meinung Allen FreundInnen und MitstreiterInnen, sowie antifaschistischen und antirassistischen AktivistInnen wünschen wir ein paar erholsame und schöne Feiertage. Ein Gedicht von Kurt Tucholsky zu Weihnachten, das er kurz nach dem Ende des ersten Weltkrieges unter dem Eindruck der Novemberrevoltion 1918 in „Die Weltbühne“ unter dem Pseudonym Kaspar Hauser veröffentlicht hat:

Weihnachten
So steh ich nun vor deutschen Trümmern
und sing mir still mein Weihnachtslied.
Ich brauch mich nicht mehr drum zu kümmern,
was weit in aller Welt geschieht.
Die ist den andern. Uns die Klage.
Ich summe leis, ich merk es kaum,
die Weise meiner Jugendtage:
O Tannebaum!

Wenn ich so der Knecht Ruprecht wäre
und käm in dies Brimborium
– bei Deutschen fruchtet keine Lehre –
weiß Gott! ich kehrte wieder um.
Das letzte Brotkorn geht zur Neige.
Die Gasse grölt. Sie schlagen Schaum.
Ich hing sie gern in deine Zweige,
o Tannebaum!

Ich starre in die Knisterkerzen:
Wer ist an all dem Jammer schuld?
Wer warf uns so in Blut und Schmerzen?
Uns Deutsche mit der Lammsgeduld?
Die leiden nicht. Die warten bieder.
Ich träume meinen alten Traum:
Schlag, Volk, den Kastendünkel nieder!
Glaub diesen Burschen nie, nie wieder!
Dann sing du frei die Weihnachtslieder:
O Tannebaum! O Tannebaum!

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