Gegen Faschismus und Krieg – auch am 14. Januar

Die Anti-Nazi-Koordination hat bei ihrer Sitzung am gestrigen Abend (12.Januar) beschlossen, ihre Unterstützung der Demonstration „Alles muß man selber machen – sozialen Fortschritt erkämpfen!“ an die Bedingung zu knüpfen, daß in einem der Redebeiträge dieser Demontration gegen den Gazakrieg Israels Stellung genommen wird.  Ob das geschieht, war Gegenstand einer heftigen Debatte innerhalb des Demobündnis, die sich inzwischen über eine Woche lang hinzieht.  Mit Rücksicht auf antideutsche Positionen unterschiedlicher Deutlichkeit hatten viele Organisationen und Initiativen gefordert, zum Gazakrieg Israels zu schweigen. Andere hatten diese Position scharf kritisiert: es sei unmöglich, gegen die Politik Roland Kochs zu demonstrieren und gleichzeitig zu Merkel/Steinmeier, ihrer kriegsbefürwortenden Politik sowie deren Folgen für die Bevölkerung des Gazastreifens kein Wort zu verlieren. Nachdem bis gestern nicht klar war, welches Ergebnis die Debatte um diese Frage haben werde, hatte sich der Vertreter der ANK bis auf Weiteres aus dem Demobündnis 14. Januar zurückgezogen.  Gefordert wurde von unserer Seite die unzweideutige Positionierung an der Seite der israelischen und palästinensischen Antikriegsbewegung. In einem der  Diskussionsbeiträge  hierzu wurde an die Verknüpfung  des Kampfes gegen Faschismus und Krieg erinnert und bekräftigt, daß sie für die ANK weiterhin gelten müsse.  Welchen Ausgang die gestrige Sitzung des Demobündnis für den 14. Januar gestern genommen hat, ist derzeit unklar.

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34 Gedanken zu “Gegen Faschismus und Krieg – auch am 14. Januar

  1. Gefordert wurde von unserer Seite die unzweideutige Positionierung an der Seite der israelischen und palästinensischen Antikriegsbewegung. In einem der Diskussionsbeiträge hierzu wurde an die Verknüpfung des Kampfes gegen Faschismus und Krieg erinnert und bekräftigt, daß sie für die ANK weiterhin gelten müsse.

    Wo genau verortet ihr den Faschismus in den momentanen militärischen Eskalation, so dass ihr speziell als Anti-Nazi-Koordination glaubt, dazu Bezug nehmen zu müssen (etliche AkteurInnen sind ja auch in anderen politischen Zusammenhängen unterwegs, da finde ich die unter dem Pseudonym „Stephan“ angeregte Gründung einer Anti-Zionistischen-Koordination für manche [RödelheimerInnen] die bezeichnendere Darstellungsform)?
    Ist besagte Anwendung des Terms Faschismus überhaupt Konsens für die ANK (ich unterstelle mal, ihr wollt damit [nicht nur?] auf die klerikal-faschistische Hamas verweisen)?
    By the way vom Polizeigriff zum Übergriff: Die Stürmung einer an einer Demoroute gelegenen Wohnung durch Duisburger Polizeikräfte zwecks ebenso widerrechtlicher wie gewaltsamer Beschlagnahme einer in Fenster hängenden Israelfahne (Prokation durch den Magen David) macht mir als Antifaschistin große Sorgen – ich sehe dies als Teil einer aktuellen Entwicklung , die unter Umständen zum Mobbing der letzten europäischen Juden aus Europa führen kann.

  2. Das Kindergarten zu nennen wäre eine Beleidigung aller Kinder. Mann Leute, dass darf doch nicht wahr sein. Muß man auf jeder Demo gleich ein ganzes Paket mitverkaufen?

  3. Benni, Mrs. Adornix:

    statt einer langen Antwort meinerseits an Sie / Euch beide möchte ich den Beginn eines aktuellen Artikel des israelischen Friedensaktivisten Uri Avnery zitieren (Link zum gesamten Artikel folgt am Schluß). Wenn Sie finden / Ihr findet, wir argumentierten wie im Kindergarten, dann kann auch Avnery dort nicht fern sein. Auf Eurer Seite dagegen steht in Israel der gesamte mainstream des militaristisch-nationalistischen Konsenses von den Siedlern über Kach bis Meretz. Wir beziehen uns in unserer Position zum Beispiel auf diese Sicht der Dinge hier, auch wenn für sie in Israel derzeit etwas über dreihundert Kriegsgegner eingeknastet worden sind – oder die in Europa und speziell Deutschland totgeschwiegen wird, wie Avnery:

    Vor fast 70 Jahren wurde während des Zweiten Weltkriegs in Leningrad ein abscheuliches Verbrechen begangen. Länger als tausend Tage hielt eine Gang von Extremisten, die »Rote Armee« genannt wurde, Millionen Einwohner der Stadt als Geiseln und provozierte die deutsche Wehrmacht aus den Bevölkerungszentren heraus. Die Deutschen hatten keine andere Möglichkeit, als die Bevölkerung zu bombardieren und sie einer totalen Blockade auszusetzen, die den Tod von Hunderttausenden verursachte. Nicht lange zuvor wurde in England ein ähnliches Verbrechen begangen. Die Churchill-Bande versteckte sich inmitten der Londoner Bevölkerung und mißbrauchte Millionen Bürger als menschliche Schutzschilde. Die Deutschen waren so gezwungen, ihre Luftwaffe zu schicken und die Stadt widerwillig in Schutt und Asche zu legen.
    Dies ist die Beschreibung, die jetzt in den Geschichtsbüchern stünde – wenn die Deutschen den Krieg gewonnen hätten. Absurd? Nicht absurder als die täglichen Nachrichten unserer Medien, die so oft wiederholt werden, daß einem speiübel wird: die Hamas-Terroristen halten die Bewohner des Gazastreifen als »Geiseln« und benützen die Frauen und Kinder als »menschliche Schutzschilde«, sie lassen uns keine Alternative, als massive Bombardements durchzuführen, in denen zu unserm großen Bedauern Tausende von Frauen, Kinder und unbewaffneten Männer verletzt oder gar getötet werden
    . … (ganzer Artikel: http://www.jungewelt.de/2009/01-13/014.php).

    Mit den besten Empfehlungen …

  4. Länger als tausend Tage hielt eine Gang von Extremisten, die »Rote Armee« genannt wurde, Millionen Einwohner der Stadt als Geiseln und provozierte die deutsche Wehrmacht aus den Bevölkerungszentren heraus. Die Deutschen hatten keine andere Möglichkeit, als die Bevölkerung zu bombardieren und sie einer totalen Blockade auszusetzen, die den Tod von Hunderttausenden verursachte.

    Der Nationalsozialismus ist ideologisch ein (wahnhafter) Welteroberungsplan – die Ermordung der europäischen Juden war unabtrennbar mit diesem Welteroberungswahn verbunden und erschien den Nazis als der am unmittelbarsten durchführbare Teil dieses Plans.
    Was soll die Abbildung dieses Vernichtungsfeldzugs der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft auf den Konflikt in Israel? Uns lehren, dass der Zionismus als krankhafter Welteroberungsplan dem Nationalsozialismus nichts nachsteht?
    By the way: Ich habe meine Meinung zur militärischen Eskalation in Israel nicht geäussert, sondern meine Bedenken zu Sicherheitslage und Lebensqualität der hier lebenden jüdischen Menschen (ungeachtet von ihrer Staatsbürgerschaft), ihrer Schulen und Kultureinrichtungen formuliert.

    Nachgefragt: Stehst Du soweit hinter den von Dir indirekt und qua Zitat angeführten Bildern und Metaphern, dass Du Sie in einer öffentlichen Rede mit eigenen Worten beteuernd und bekräftigend verwenden würdest?

  5. Das „Bündnis 14. Januar“ erhebt den Anspruch, über Fragen von Bildung / Ausbildung und deren Finanzierung hinaus gesellschaftspolitische Themen wie „Sozial-,Umwelt-,Migrationspolitik, Überwachungsstatt, … “ aufzugreifen und ein wesentlich breiteres Bündnis zu schaffen als die Gremien und Organisationen, die die Demos „Für bessere Bildung und soziale Gerechtigkeit ! Für einen Politikwechsel“ (s. http://www.gew-hessen.de , http://www.ssr-frankfurt.de) initiierten. Im seinem Aufruf heißt es:
    „Wir alle organisieren den Widerstand gegen diese eine Politik, die Selektion verschärft, Ausschluss fördert, Selbstbestimmung schwächt und Lebensgrundlagen zerstört.“
    Das Bündnis 14. Januar wird diesen Widerstand sicher nicht als exklusives „nationales Recht der Deutschen“ begreifen, sondern als universelles Menschenrecht. Konkret: der Protest gegen den Krieg im Gaza-Streifen, das Eintreten für einen sofortigen Waffenstillstand und Abzug der israelischen Truppen, ist für eine emanzipatorische Bewegung unverzichtbar.

  6. dass sie, pfarrer stoodt, antisemit modernen zuschnitts sind, weiß ein jeder der hier mitliest und dabei nicht selbst als elendslinker bloß noch halluzinatorisch wahrnimmt. der eigentliche skandal besteht doch darin, dass innerhalb der sich radikal nennenden linken mit leuten wie ihnen gerdet wird. was mich in deiesem falle beruhigt: diejenigen die weiterhin mit leuten wie ihnen paktieren, sind inmitten der antizionistischen ergo antisemitischen exzesse, die überall in europa vonstatten gehen, vor entscheidungen gestellt, aus denen sie sich nicht mehr subjektivistisch herausreden können.

    ps.: stoodt: sie sind schon längst erledigt. bald werden auch sie es wissen.

  7. Lieber Herr Stoodt,

    trotz aller Differenzen in Strategie und Taktik
    habe ich an ihrem antifaschistischen Anspruch bisher
    nie gezweifelt. Mit Bestürzung nehme ich daher zu Kenntnis,
    dass sie – aus moralischer Empörung oder warum auch immer… – sich nun offensichtlich auf die Seite der Relativierer der Nazi-Verbrechen begeben haben.

    Sie können doch nicht ernsthaft den geplanten Völkermord der Nazis in Rußland mit dem – sicherlich kritikabelen – Vorgehen der israelischen Armee vergleichen wollen, wie es Uri Averny tut, den sie hier auf einem „Anti-nazi-blog“ so zustimmend zitieren. Das ist eine Beleidigung der Opfer des Nazifaschismus!
    Das er Israeli ist macht die Sache keineswegs besser, sondern zeigt eher ihr instrumentelles Verhältnis zur Wahrheit.

    Übrigens, da sie der Unterstützung der aktuellen Israelischen Politik durch einige neurechte Kreise ja so viel Bedeutung bei messen: Ist Ihnen tatsächlich entgangen, was z.B. die hessische NPD oder auch die Rassisten und Antisemiten von altermedia zu dem Konflikt sagen? Was sagen sie dazu? Diese Doppelmoral ist nicht auszuhalten.

    Kommen sie zur Vernunft oder ziehen sie die Konsequenzen und treten sie aus der ANK aus.

    Grüße,

    Sascha

    ps: Und schauen sie bei Gelegenheit mal in die Charta der Hamas (z.B. auf Wikipedia)…

  8. Mensch Stoodt…

    Sie glauben doch wohl nicht das sie hier Zustimmung erzeugen indem sie Artikel aus der jungen Welt zitieren.
    Dieses oldschool ml-kommunistische Käseblatt hat sich alerspätestens mit den neuesten Anfällen von Jürgen Elsässer erledigt!
    Mit dem Schmierzettel können sie doch nur noch die Rödelheimer Laienschauspieltruppe über den Zaun locken!

  9. Ich möchte noch einmal daraufhin weisen, dass Mrs. Adornix auf der ANK Seite, auf Seiten verlinkt die Antifaschistinnen namentlich nennt. Der Link ist auf der Archiv-Seite 13, zu der Seite eines Antideutschen mit dem Synonym Problem Child. Eine solch Nennung hat auf einer antifaschistischen Seite nichts zu suchen und ich finde es eine Frechheit, dass ihr nicht mal den Link löscht, wenn ihr schon nicht die Kraft habt jemanden der so handelt zu sperren oder mindestens darauf hin zu weisen, dass so etwas nicht geht. Solltet ihr wieder gar nicht reagieren, werde ich bei jedem Beitrag von Mrs. Adornix darauf hinweisen, dass sie Antifaschistinnen ins Internet stellt.
    Zu Stephans Beitrag, dass die Genossinnen ja freiwillig ihren Namen unter die Artikel in einer Zeitschrift gesetzt haben, möchte ich einiges anmerken. Politische Arbeit ist natürlich mit Namen und Gesichtern verbunden. Einen politischen Artikel mit seinem Namen zu unterschreiben ist die eine Sache, ob mensch auf Antifa Seiten namentlich genannt werden will, sollte doch die Entscheidung einer jeden Antifaschistin selbst sein. Dies war immer Konsens unter Antifaschistinnen und das sollte auch so bleiben.

  10. Gegenfrage an Mrs. Adornix:
    würdest Du Bitte zunächst einmal zu der Anschuldigung von Jörg, Du denunziertest mindestens mittelbar AntifaschistInnen namentlich, Stellung nehmen?

    Zur Sache: eine Metapher ist eine Metapher ist eine Metapher. Und sie stammt nicht von mir. Aber ich zitiere sie hier, um die fast unendliche Entfernung zB. Deiner Positionen zu israelischen Antimilitaristen sichtbar zu machen. Ist Dir diese Differenz egal? Oder warum gehst Du nicht auf die in dieser Frage sich auftuende, fast schon unüberscheitbare Riesenkluft zwischen der israelischen Linken und den Positionen deutscher Antideutscher ein? Leute wie Avnery sitzen wegen ihrer politischen Aktivtäten gegen den Krieg derzeit in Israel im Knast, etwa dreihundert von ihnen. Bist Du mit Ihnen solidarisch oder mit Olmert?

    Zu deiner konkreten Frage: ich würde diesen Text selbstverständlich nicht in öffentlicher Rede und als meine persönliche Position äußern. Denn ich bin nicht, wie Uri Avnery, in Deutschland geborener jüdischer Emigrant nach Palästina, langjähriger israelischer Knessetabgehordneter und der bekannteste Repräsentant des Gush Shalom.

    Sondern ich bin ein Mensch, der in Deutschland geboren wurde, und dem es niemals zustehen würde, solche Vergleiche zu äußern.

    Aber ich habe das Recht, nein: die Pflicht, die politischen Positionen der real existierenden israelischen und palästinensischen Linken und Antikriegsbewegung, die von den deutschen Antideutschen mit Verachtung verraten und vom deutschen mainstream de facto komplett ignoriert werden, in meine politischen Überlegungen als eine wesentliche Grundlage mit einzubeziehen. Und genau zu diesem Zweck zitiere ich hier Avnery. Was ich zitiere, ist keineswegs etwas, was ich selber genauso sagen würde oder könnte. Aber ich kann mich positiv darauf beziehen gerade als auf eine Position, die von meiner Person keineswegs abgedeckt oder auch nur geäußert werden werden könnte.

    Für die deutschen Antideutsche scheint stattdessen zu gelten: nur ein rechter Israeli ist ein guter Israeli, alle anderen sind Verräter. So ist halt jede/r auf seine Weise InternationalistIn und steht da, wo sie / er hingehört …

  11. @ antifa: Ihnen möchte ich genau dasselbe antworten, was ich Mrs Adornix schon geschrieben habe. Ich bin nicht Uri Avnery. Wo stehen denn eigentlich Sie in der innerisraelischen Auseinandersetzung um den Krieg? Für oder gegen die AntimilitaristInnen dort?

  12. @ neo: ich will niemandes Zustimmung erzeugen. Das hier ist keine Verkaufsshow.

  13. ellie: bloggen sie gefälligst künftig auf ihrem homeblog „Waffe der Kritik“. Wollen Sie mir etwa drohen, Sie anonyme Propagandistin?

  14. … und, mrs adornix, Sie wissen ganz genau, wie wir als ANK und ich persönlich in der Vergangenheit auf Antisemitismus in unserer Umgebung reagiert haben und auch aktuell reagieren (vgl. Schächten …).
    Lassen Sie also diese rhetorischen Fragen. Sollte es zu antisemitischen Angriffen gegen wen auch immer in Frankfurt oder wo auch immer es in meiner Reichweite liegt, kommen, dann wissen Sie ganz genau, daß ich auf der Gegenseite stehe. Wollen Sie das in Frage stellen? Was bitte, sollen also solche Fragen?

  15. Gegenfrage an Mrs. Adornix:
    würdest Du Bitte zunächst einmal zu der Anschuldigung von Jörg, Du denunziertest mindestens mittelbar AntifaschistInnen namentlich, Stellung nehmen?

    Hans Christoph,
    ich möchte mit Matthäus Evangelium 7,3 antworten:
    Aber was siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, doch den Balken in deinem Auge nimmst du nicht wahr? 4. Oder wie wirst du zu deinem Bruder sagen: „Lass mich den Splitter aus deinem Auge hinauswerfen“ und siehe, der Balken ist in deinem Auge? 5. Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge, und dann wirst du klar sehen, um den Splitter aus dem Auge deines Bruders herauszuziehen.

    Eine Suche nach dem Term „Problem Child“ mittels Eurer Suchfunktion führt zu einer Diskussion über den Beitrag „Teil der deutschen Staatsräson“, in dieser verlinkst Du besagten Blog:
    …wie zB. “problemchild” ganz ausdrücklich und völlig unkritisch mitvollzogen wird (vgl. den entsprechenden artikel auf seinem Blog direkt unter seiner s.o.s-polemik: http://guckst/du/selbst).
    Du verweist sogar noch explizit auf die Stelle (s.o.s-polemik), vermutlich weil Du wie ich auch im Rahmen einer Diskussion eine Quelle zitierst?

  16. Uri Avnerys Gleichsetzung zwischen der Belagerung Leningrads und der Blockade von Gaza ist obszön. Die Belagerung Leningrads war Teil des deutschen Vernichtungsfeldzugs gegen die Sowjetunion. Etwa 1,1 Millionen Leningrader starben bei der Belagerung ihrer Stadt. Nach den Plänen des deutschen Militärs sollten alle (!) Leningrader sterben. Mit ihnen hatten die deutschen Bevölkerungsstrategen den Tod von 30 Millionen BürgerInnen der SU geplant, die den Wehrwirtschaftsstrategen kurz- wie langfristig als überflüssige Esser galten. Im Einzelnen kann man diese Pläne, die vom Wehrwirtschaftsgeneral Thomas und dem Staatssekretär im Ernährungsministerium Backe entwickelt worden waren und von Hitler genehmigt wurden im 4. Band der Schriftenreihe „Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg“ des Militärgeschichtlichen Forschungsamt S. 162-172 und 184-198)
    Wahrscheinlich glaubt Avnery nicht wirklich, dass die israelische Armee die Palästinenser im Gaza-Streifen vernichten will. Die israelischen Angriffe richten sich erkennbar gegen die Kämpfer der Hamas, auch wenn viel zu viele Zivilisten bei den Angriffen ums Leben kommen und die Forderung nach einem Waffenstillstand richtig sind. Aber unter einem ordentlichen NS-Vergleich geht bei der Kritik Israels offensichtlich nichts mehr.

  17. Hallo Stephan,

    mein Motiv, diesen israelischen Text im Rahmen der laufenden Debatte zu zitieren (er ist, nebenbei bemerkt, schon einige Tage alt und wird von Gush Shalom verbreitet), soll dazu dienen,
    (a) die ungeheure Härte der innerisraelischen Auseinandersetzungen um diesen Krieg zu dokumentieren – was natürlich für jede/n auch als Anfrage dienen kann, auf welcher Seite er/sie sich da verorten würde. Und (b), um deutlich zu machen, daß das, was hierzulande unter Israelsolidarität verstanden wird, bei vielen VertreterInnen dieser Richtung von exakt diesen heftigen Differenzen, die eben sogar den NS-Vergleich und -vorwuf an die israelische Staats- und Militärführung beinhalten, abstrahieren, als gebe es in Israel nur eine einzige Position und man könne sich nur für oder gegen Israel entscheiden. Das gegenteil ist richtig: man kann sich dafür entscheiden, sich argumentativ auf Gush Shalom oder die Regierung und Militärführung Israels zu beziehen.
    Wir können uns gerne sofort darauf einigen, daß Vergleiche dieser Art historisch unsachlich, unzulässig und moralisch unsinnig sind. Das gilt dann aber auch an alle Adressen in der innerlinken Auseinandersetzung hier. Wer mitliest, wie hier und andernorts mit dem Antisemitismusvorwuf an politisch mißliebige andere Linke hantiert wird, ohne daß darauf eine sofortige gemeinsame Reaktion erfolgt, der muß sich ernsthaft fragen, was Leute wie in dieser Debatte hier („ellie“, „antifa“) eigentlich unter diesem Begriff inhaltlich verstehen. Man gewinnt da leicht den Eindruck: praktisch Beliebiges. Das allerdings halte angesichts der Geschichte des Antisemitismus ich für obszön, präzise: für eine widerliche Verharmlosung des Antisemitismus.

  18. Hallo Hans Christoph,

    du hattest den Artikel von Uri Avnery „anstatt einer Antwort“ gepostet. Dies hat sicher das Mißverständnis, du würdest dir die Positionen Avnery zu eigen machen, befördert.

    Zu deiner Frage, auf welcher Seite ich stehe: Ganz sicher nicht auf der von Uri Avnery. Der falsche NS-Vergleich in dem junge welt Artikel hat mich in dieser Meinung nur bestätigt. Auch sein weitgehendes ausblenden des Antisemistismus unter Palästinensern und in denarabischen Staaten als einer (!) Ursache des Nahost-Konflikts und seine einseitige Veruteilung Israels machen ihn mir nicht wirklich sympathisch..

    Ich stehe, wie du weißt, auf der Seite der linken Zionisten, der Unterstützer der Genfer Friedensinitiative (wozu übrigens auch die von dir geschmähte Meretz-Partei gehört) und aller Menschen, die für einen Ausgleich zwischen Israel (als jüdischem Staat) und den Palästinensern stehen.

    Uri Avnery wird in Deutschland im übrigen keineswegs todgeschwiegen. Er bekommt immer wieder Gastkolumnen in deutschen Tageszeitungen und ist ein gefragter Gesprächspartner in den deutschen Mainstreammedien. So wurde er z.B. in der Süddeutschen vom 7.1. 2009 interviewt (http://www.sueddeutsche.de/politik/637/453329/text/).

  19. Immer wieder süß zu sehen wie diese ultradeeutschen „Antideutschen“ versuchen durch billige Beiträge in ihreer Blogossphäre und Kommentare hier versuchen Hans-Christoph mundtot zu machen. Ihr halluziniert euch eine Bedeutung zu die ihr außerhalb des Internets überhaupt nie habt. Wir als autonome Antifasschistinnen werden noch mit mit HCS auf die Straße gehen wenn ihr schon alle in kleinbürgerlichen Berufen oder als tolle Politikberater in Berlin gelandet seid.
    Die Einzigen die noch nicht merken das sie erledigt sind seid ihr, die ihr mit Rassisten von PI, PBC, CDU und anderem rechten Gesocks für die Rechten in eurem Lieblingsstaat auf die Straße geht. Merkt ihr überhaupt noch wie peinlich ihr seid? Bei jeder linken Demo immer schön in Bullenmanier an der Seite alles abfilmen um auch ja alle Teilnehmerinnen des Antisemitismus beschuldigen zu können wenn jemand euch nicht genehmes mitläuft, aber selber schön mit dem größten Rassistenpack demonstrieren gehen, ist ja für die IDF.
    Ihr widert uns an!

  20. Lieber Stephan,

    die Art der Debatte hier und an anderen Stellen (Sinistra-Debatte zum laufenden „Inner-Antifa-Bandenkrieg“, Kommentare 51 – 54 plus abschließende Bemerkung des Moderators) ist nach Wortwahl und Begrifflichkeiten einfach nur ein weiterer Beleg dafür, daß es sich dabei nicht mehr um einen Streit unter Linken handelt. Ich hätte das aufgrund früherer Vorfälle derselben Art schon vorher wissen müssen.
    Mein schwerer Fehler war, noch immer, eher emotional als rational, zu meinen, Leute die zB. so reden, schreiben und argumtieren
    wie 2003 bereits die „Gruppe 8. Mai“ („linker Antisemtismus“ beruht nach dortiger psychologisierenden Analyse auf einer angeblichen „Aversion gegen den kulturellen Westen„, ohne sich mit einem Wort von dessen „Errungenschaften“ bis hin zur A-Bombe abzugrenzen – Max Webers rassistisches und eurozentrisches Forschungsprogramm, zu erforschen, weshalb „gerade auf dem Boden des Okzidents, und nur hier, Kulturerscheinungen auftraten, welche … von universeller Gültigkeit waren“ [Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie, Bd.I, S.1, auf S. 15 wird es dann endgültig rassistisch …] läßt grüßen),
    im Mai/Juni vergangenen Jahres der antikommunistische Blogger „Dissi“ in seiner denunziatorischen Art,
    die bellizistische „Gruppe Morgenthau“,
    und jetzt die Sinistra-Moderatoren, die mir attestieren, ich sei für sie „kein Diskussionspartner, sondern ein politischer Gegner, der mit allen Mitteln (sic!) bekämpft gehört (sic!)“, also so eine Art Nazi, jedenfalls aber, so wörtlich ein Kommentator dort, „ein handfester Antisemit„,
    sowie die, wie in den vorher genannten Fällen natürlich auch immer anonym bloggenden „neocommunistinnen“ (auf der oben genannten sinistra-Seite verlinkt!) bzw. die „Gruppe Waffe der Kritik“ gehörten letzten Endes doch auch immer noch in irgendeiner Weise in den linken, antifaschistischen Kontext. Das ist falsch. Jetzt endlich habe sogar ich es verstanden.

    Und ich halte es, nicht wegen mir, sondern wegen der Frage, was in dieser Stadt als linke Position und als linkes Diskussionsverhalten auch in schwierigsten Fällen künftig noch akzeptiert werden soll, für wichtig, daß es eine breite Abgrenzung von diesem unsäglichen Stil gibt.

    In Deinem Fall ist das für mich völlig anders, weil ich in den letzten sieben Jahren immer wieder erlebt habe, daß wir trotz unterschiedlichster Positionen in der Israel-Frage solidarisch miteinander diskutieren und miteinander arbeiten können. Das empfinde ich aber inzwischen als Ausnahmeerscheinung, wenn auch eine sehr wichtige.

  21. Hallo Stephan, Nachtrag:
    war der heutige Angriff auf Schulen, Krankenhäuser, das internationale Medienzentrum sowie das UNWRA-Hauptquartier ein Beleg für den ersten Teil Deiner Einschätzung: „Die israelischen Angriffe richten sich erkennbar gegen die Kämpfer der Hamas, auch wenn viel zu viele Zivilisten bei den Angriffen ums Leben kommen und die Forderung nach einem Waffenstillstand richtig sind.“??
    Gibt es nach Deiner Einschätzung irgendeine denkbare Rechtfertigung für diese Kriegsverbrechen?

  22. Nachtrag 2 zur Kriegführung der israelischen Armee:

    Die israelische Armee bombardierte beim Vorrücken auf das Zentrum das Hauptquartier des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen in Gaza, ein Pressehochhaus und ein Hospital – offenbar gezielt. Denn das Militär verfügte über die genauen GPS-Koordinaten. Die UNO und mehrere TV-Sender hatten Tel Aviv die Daten übermittelt, damit die Gebäude von Angriffen verschont werden. Drei Mitarbeiter des UN-Hilfswerks für palästinensische Flüchtlinge wurden bei dem Beschuß verletzt. Ein Gebäude stand den Angaben zufolge in Flammen, Hunderte Tonnen Hilfsgüter sollen verbrannt sein.“ (http://www.jungewelt.de/2009/01-16/059.php).

    Niemand wird künftig mehr behaupten können, die israelische Armee übe mit solchen Aktivitäten das Recht auf Selbstverteidigung des jüdischen Staates aus. Dieser Staat braucht ganz gewiss keine zerstörten Krankenhäuser, Schulen, Moscheen, er braucht bestimmt auch nach dem Verständnis seiner glühendsten deutschen Verteidiger keine Kriegsverbrechen zu seiner Verteidigung.
    Genau darum delegitimiert dieser Krieg den Staat Israel und den Zionismus auf vermutlich weitreichende und wohl kaum wieder gut zu machende Art und Weise.
    Der Staat Israel verfügt über eine der stärksten Armeen der Welt, ist mit den USA verbündet, arbeitet eng mit der NATO zusammen und unterhält seit 1996 ein Militärbündnis mit der Türkei. Er ist die einzige Nuklearmacht der region. Angesichts dieses Ausmaßes an militärischer Übermacht im gleichen Ton und Inhalt an Israel und die Hamas gleichermaßen zu apellieren, „die Waffen niederzulegen“ erinnert mich an Anatole France: „„Das Gesetz in seiner erhabenen Gleichheit verbietet es Reichen wie Armen, unter den Brücken zu schlafen, auf den Straßen zu betteln und Brot zu stehlen.

    Dem sog. linksradikalen Spektrum Frankfurts war es angesichts dieser Situation mehrheitlich bereits zuviel, sich den folgenden Abschnitt im Text des Vertreters der No-NATO-Kampagne anhören zu müssen:

    Nicht nur die Biographien und Träume der Jugendlichen in Deutschland wird durch die kapitalistischen Interessen in Gefahr gesetzt, sondern auch die der Jugendlichen in andren Länder der Welt. Deutschland ist ein weltweit führender und europäischer Meister im Waffenexport zum Teil nach Krisengebieten wie die Türkei oder Israel. Die seit 1967 (über 40 Jahren) illegal andauernde Besatzung und das damit verbundenes Wegreißen der Bewohner aus ihren Wohnungen, den Alltag und ihren Zukunftsträumen ist der Hauptgrund des Konfliktes in Palästina. Wer das nicht einsehen will, macht sich – genauso wie Bundeskanzlerin Merkel, die der Hamas die alleinige Schuld an der jetzigen Tragödie zuschiebt. Wir fordern einen sofortigen Waffenstillstand und Aufhebung der Blockade von wirtschaftlichen und humanitären Gütern seitens Israels. Nur ein gerechter Frieden kann einen langanhaltenden Frieden schaffen. „.

    Kaum hatte der Redner der No-NATO-Kampagne diese Sätzen gesprochen, wurde seine Rede von der Demo-Leitung unter Hinweis auf den „Minimalkonsens zum Nahostkrieg“ auch schon abgebrochen. Womit es auch mit diesem „Konsens“ vermutlich endgültig vorbei sein dürfte.

  23. Hallo Hans-Christoph,

    die Bombardierung von Schulen und Krankenhäusern ist ein Beleg für den zweiten Teil meiner Aussage, dass viel zu viele Zivilisten in diesem Krieg sterben.
    Ich hatte geschrieben, dass viel zu viele Zivilisten bei den Angriffen der israelischen Armee sterben und deshalb die Forderung nach einem Waffenstillstand unterstützt. Daraufhin fragst du mich ernsthaft, ob ich die Bombardierung von Schulen und Krankenhäusern rechtfretige? Selbstverständlich nicht.

    Was die Behauptung der „jungen welt“ angeht, die Angriffe seien absichtlich geschehen, wäre ich zunächst etwas vorsichtig (und nicht nur, weil ich der jungen welt gerade bei ihrer Palästina-Berichterstattung sehr mißtraue). Andere Meldungen über Massaker der israelischen Armee, wie z.B. in Jenin (Dschenin?) haben sich im Nachhinein auch als falsch erwiesen und auch das bekannte Bild vom Tod des 12-jährigen Mohammed Al-Dura, der in den Armen seines Vaters starb, stellt sich nach den Recherchen von Esther Shapira etwas anders da, als zunächst verbreitet. Esther Shapira hatte herausgefunden, dass Mohammed Al-Dura wahrscheinlich durch irregeleiete Geschosse palästinensischer Milizen getötet worden ist, und nicht durch Soldaten der IDF.

  24. @ RF:
    Obwohl mr nach allen meinen eindeutigen Äußerungen zum Thema Hamas nicht ganz klar ist, weshalb ich das hier noch einmal wiederholen sollte, möchte ich dennoch dazu Stellung nehmen, weil Ihnen das offenbar wichtig ist: die Hamas ist in meinen Augen eine politisch rechte, antisemitisch argumentierende Organisation, die ich pesönlich als politisch feindlich einstufen würde. Ihren nicht wegzudiskutierenden Charakter als die derzeitige Vertreterin des palästinensischen Volkes in Gaza hat sie nicht, weil mir das paßt, sondern aufgrund einer von Israel geforderten, vom Nahostquartett und der UN durchgesetzten, international beobachteten und allgemein als fair eingestufte demokratischen Wahl im Jahre 2006. Anstatt das Ergebnis dieser Wahl zu akzeptieren, haben die Vertreter der Werte der westlichen Aufklärung diese Wahl mit der Strangulierung der Bevölkerung des Gazastreifens beantwortet und verweigern jede direkte Diskussion mit deren Regierung. Den eher Verzweiflungsakten als regulären militärischen Aktionen ähnelnde Kassam-Angriffen auf die israelische Zivilbevölkerung fielen nach interationalen Quellen in den vergangenen fünf Jahren achtzehn israelische Menschen zum Opfer. Das sind ohne Diskussion achtzehn zuviel. Aber noch einmal – auch wenn es sich verbietet, Menschenleben gegeneinander abzuwägen, stimmen vermutlich auch Sie mir zu, daß es einen Abgrund von Qualitätsunterschied zwischen den israelischen Militäraktionen, getragen durch 91% Zustimung der jüdisch-irsaelischen Bevölkerung (sowie dem antideutschen Spektrum in Deutschland) gibt.
    Und wenn Sie hier aus der Charta der Hamas einen wahrhaft abscheulichen Text zitieren, darf ich mit einem Zitat aus dem Gründungsdokument des Zionismus, Theodor Herzls Buch „Der Judenstaat“ antworten, in dem, adressiert an den türkischen Sultan, Herzl appelliert, der zu gründenden zionistsichen Organisation Palästina für ein Staatsprojekt zu überlassen (schon damals sollte mit der ortsansässigen Bevölkerung über diese Frage nicht verhandelt werden, nach dem Motto: „ein Land ohne Volk für ein Volk ohne Land“): „Palästina ist unsere unvergeßliche historische Heimat. Dieser Name allein wäre ein gewaltig ergreifender Sammelruf für unser Volk. Wenn Seine Majestät der Sultan uns Palästina gäbe, könnten wir uns dafür anheischig machen, die Finanzen der Türkei gänzlich zu regeln. Für Europa würden wir dort ein Stück des Walles gegen Asien bilden, wir würden den Vorpostendienst der Kultur gegen die Barbarei besorgen.“ (http://www.zionismus.info/judenstaat/03.htm). Das ist meines Erachtens ein glasklar kolonialistsches Projekt.
    Ich habe zu Hamas Stellung bezogen. ich bitte um Ihren Kommentar zu diesem Dokument des Zionismus.

  25. @ Stefan

    es hat doch keinen Sinn, Stefan, Tatsachen wegdiskutieren zu wollen. Und wir diskutiere hier auch nicht über irgendwelche ganz anderen, möglicherweise manipulierbaren Informationen wie etwa Bilder und Videos (und was diese Frage angeht, ist der derzeitige Militärsprecher der IDF von Uri Avnery kürzlich als „the army liar“ bezeichnet worden. Ich will den empörenden Fall, aufgrund dessen er das tat, hier nicht ausbreiten, dafür reicht meine Zeit nicht.) Schon beim Angriff auf die UN-Schule vor wenigen Tagen ereignete sich dasselbe wie gestern beim israelischen Angriff auf das Medienzentrum sowie das UNWRA-Hauptquartier in Gaza. Schon aus Selbstschutz hatten UN und Journalisten der israelischen Armeeführung ihre Koordinaten mitgeteilt, die, wie jeder Navi-User weiß, metergenaue Positionsbestimmungen erlaubt. Vor wenigen Tagen erfolgte der Angriff auf die UN-Schule in Gaza präzise und exakt auf den vorher als non-target übermittelten Punkt.
    Gestern war es nach einem auf hr-info mehrfach gesendeten Hörfunk-Interview mit dem Reuters-Korrespondenten in Gaza so, daß es einen Angriff auf das Medienzentrum gab, danach mehrfach die telefonische Bitte der dort Arbeitenden an die israelische Luftwaffe, diesen Punkt bei Angriffen als neutralen Ort auszulassen, und unmittelbar darauf erneut einen Angriff auf dasselbe Gebäude. Analog verlief der Angriff auf das UNWRA-Gebäude.
    Ich bin kein Militärexperte. Aber ich denke: entweder besitzt die Armee Israels die technischen Fähigkeiten, metergenau Krieg führen zu können. Dann kann Dein statement, man wolle möglichst ausschließlich Hamas-Kämpfer treffen, potentiell sinnvoll sein. Oder man hat diese technischen Mittel nicht. Im ersteren Fall waren die punktgenauen Treffer auf Schulen, Moscheen, Krankenhäuser, UNWRA-Zentrale kein Zufall (zwei Phosphorbombentreffer auf das Al-Kuds-Krankenhaus gestern: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,601460,00.html). In dem Fall ist Dein statement falsch. Im zweiteren Fall ist es auch falsch, weil Israel dann gar nicht über die technischen Möglichkeiten verfügte, den Krieg so zu führen, wie Du es hoffst.

  26. @ hans christoph stoodt „Ich habe zu Hamas Stellung bezogen. ich bitte um Ihren Kommentar zu diesem Dokument des Zionismus.“… auch nicht schlecht, so was zu fordern, nachdem mein Text rauszensiert ist :-)…

    …deshalb nur kurz: Ich gehöre nicht zu den (verwirrten)Antideutschen, die Israel mit allem was es tut bedingungslos verteidigt, auch nicht die jetzige israelische Kriegsführung, aber ich bin verwundert über das schweigen einer sog. Friedensbewegung zu offensichtlichen Tatsachen: das Hamas mit Kasam und Selbstmordattentaten den Krieg schon lange gegen Zivilisten führt, und vorallem dazu, das Krieg das ist, was Hamas will… Jede/r Bewohner/in die Hamas gewählt hat, natürlich ganz demokratisch, hat nicht nur antisemitisch sondern auch den Krieg gewählt /(dazu nochmal ein Zitat aus der Charta)

    Artikel 13: Ansätze zum Frieden, die sogenannten friedlichen Lösungen und die internationalen Konferenzen zur Lösung der Palästinafrage stehen sämtlichst im Widerspruch zu den Auffassungen der Islamischen Widerstandsbewegung. Denn auf irgendeinen Teil Palästinas zu verzichten bedeutet, auf einen Teil der Religion zu verzichten; der Nationalismus der Islamischen Widerstandsbewegung ist Bestandteil ihres Glaubens. (…) Für die Palästina-Frage gibt es keine andere Lösung als den Djihad. Die Initiativen, Vorschläge und Internationalen Konferenzen sind reine Zeitverschwendung und eine Praxis der Sinnlosigkeit. Das palästinensische Volk aber ist zu edel, um seine Zukunft, seine Rechte und sein Schicksal einem sinnlosen Spiel zu unterwerfen.

    Man kann auch als Linke/r gegen den Krieg demonstrieren, …aber ich verstehe nicht, wie dabei nicht nur die Schuld der einen Seite völlig ignoriert wird sondern das man auch noch mit Vertretern einer kriegs- und vernichtungsgeilen, antisemitischen Organisation, die zudem ultra reaktionär und stramm antikommunistisch ist, gemeinsam demonstriert.

    …und jetzt wieder Zensur???

  27. RF, bitte stellen Sie sich hier nicht als Zensur-Opfer dar. Ich finde, angesichts der beleidigenden und Gewalt androhenden Äußerungen zB. seitens des (natürlich wieder mal anonymen) Moderators der Gruppe sinistra gegen mich, die ich hier schon seit Tagen dokumentiert habe, ohne daß das irgendwen kratzt, gehen wir hier offen mit Positionen um, die sich von zB. meinen Positionen unterscheiden.

    Jetzt aber zur von Ihnen angesprochenen Sache: ich möchte Sie darauf hinweisen, daß ich noch nie „mit der Hamas“ demonstriert habe und das auch nie tun werde. Vielmehr habe ich mich nun Ihnen gegenüber bereits wiederholt und mit klaren Worten von der Hamas und ihren Zielen distanziert. Bei der Gelegenheit: wo ist denn übrigens Ihre Position zu dem Zitat aus den Schriften Theodor Herzls, um das ich Sie oben gebeten hatte?

    Ich habe mich am 31.12. und am 3.1. an einer Demonstration der Palästinensischen Gemeinde Hessen beteiligt, zu deren von den Ordnern teilweise recht handgreiflich durchgesetzten Bedingung es gehörte, daß es keinerlei Parteifahnen zu sehen gibt – eine Bedingung, die sich zu allererst gegen Hamas und Hisbollah richtete. Das scheint Ihnen aber unbekannt oder egal zu sein. Ich habe mich sehr deutlich zu einer am 31.12. von meinem Kollegen Ingo Roer geäußerten Positon, die ich für antisemitisch halten muß, auf diesem Blog und in dieser Diskussion hier mit klar vorgetragenen Argumenten distanziert.

    Angesichts dessen halte ich den Umgang mit Fakten, wie er auch jetzt wieder durch ihre einfach wiederhole Äußerung, ich solle mich, nachdem ich es gerade bereits getan habe, ein weiteres Mal von der Hamas distanzieren, für nicht untypisch.

    Ein drastisches Beispiel für den vor Fälschungen nicht zurückschreckenden Stil des Umgangs mit dieser Demonstration im weichgespült-antideutschen Bereich stellt Alex Feuerherdts Äußerung „Salam Qassam“ in der aktuellen „Jungle World“ dar.
    Dort wird behauptet, auf der Demonstration am 3.1. in Frankfurt seien auch Israelfahnen verbrannt worden.
    Das kann eigentlich nur eine wissentliche Lüge sein. Denn es ist sogar durch ein Foto der FR samt dazugehöriger Bildunterschrift belegt (und ich gehe davon aus, Feuerherdt kennt den Vorgang von dort), daß ein einzelner Demonstrant versuchte, ein Blatt Papier mit einem Magen David darauf anzuzünden, woran er sofort von einem anderen Demonstranten (noch nicht einmal einem Ordner) gehindert. Aus diesem Vorgang macht die Jungle World für die Unwissenden unter ihren LeserInnen eine „verbrannte Israelfahne“!

    Ich will gar nicht weiter in die Tiefe gehen und erforschen, welche Haltung Jungle World und Alex Feuerherdt gegenüber MigrantInnen in sich bergen. Nachweislich und klar dokumentiert ist diese Haltung kompatibel damit, daß Feuerherdt mindestens für eine seiner Veranstaltungen, die er gemeinsam mit Stefan Grigat vor einigen Monaten in Siegen durchführte, auf dem rassistischen und durchaus auch Nazis offenstehenden Muslimhasser-Blog „Politically Incorrect“ beworben wurde. Ich habe nirgendwo eine Distanzierung seinerseits davon gefunden, möchte hier aber auch nicht behaupten, daß es sie nicht gibt.
    Es wäre aber nach den bisherigen Erfahrungen durchaus logisch, daß Teile des antideutschen Spektrums keine Berührungsängste mit der rassistischen deutschen Rechten kennen, wenn es um die gemeinsame Zustimmung zur Militär- und Staatsführung Israels geht (und genau um die geht es derzeit in einem bitteren Streit auch hier in Frankfurt: nicht etwa um das Existenzrecht Israels, für das ich persönlich jederzeit öffentlich eintrete). Denn dasselbe Spektrum hat ja auch vor wenigen Tagen, gemeinsam mit der CDU, den sogenannten „Bibeltreuen Christen“, der „Prozionistischen Linken“ und Teilen der Frankfurter Antifa auf dem Opernplatz für den Krieg Israels demonstriert.

    Sie versteigen sich zum Schluß Ihres Textes zu der in meinen Augen mehr als seltsamen Äußerung: „man kann auch als Linker (!) gegen den Krieg demonstrieren“.

    Dieser Satz ist heftig. Vor genau 90 Jahren wurden mit Liebknecht und Luxemburg zwei wesentliche Personen der internationalistischen, antiimperialistischen und antimilitaristischen Linken genau deshalb von den Vorläufern des Nazifaschismus umgebracht, w e i l sie gegen den Krieg gearbeitet haben. Die antideutsche „Linke“ dagegen demonstriert zusammen mit der rassistischen Rechten f ü r einen Krieg, der von der israelischen Staats- und Militärführung ausdrücklich als Teil des internationalen „war on terror“ bezeichnet wird. Sie werden mir nicht zustimmen, aber ich halte den „war on terror“, in den USA auch gerne als der „Vierter Weltkrieg“ bezeichnet, für ein imperialistisches Projekt.
    Als Internationalist und Antiimperialist protestiere ich gegen diesen völkerrechtswidrigen und kriegsverbrecherischen Irrsinn, der sich gerade in Gaza austobt und als von langer Hand geplanter Überfall mit der legitimen Selbstverteidigung des jüdischen Staates gar nichts zu tun hat. Das tue ich natürlich auch gemeinsam und solidarisch mit denen, deren Familienmitglieder unter den mehr als Tausend Opfern der ach so humanen Kriegsführung Israels leiden. Daß ich das – im Unterschied zur antideutschen „Linken“ Frankfurts und ihrer Haltung zur Kriegsbejubelungsdemo vor wenigen Tagen hier – eben nicht bedingungslos tue, habe ich oben erläutert.

    Lassen Sie mich bitte mit einer persönlichen Bemerkung schließen.
    Ich habe als junger Mann längere Zeit in Israel gelebt, war dort im Ulpan und einige Zeit im Kibbuz, habe dort und anderswo u.a. auch Religionswissenschaften, Judaistik und Islamwissenschaften studiert und war später vier Jahre lang an der Frankfurter Universität für den Hebräisch-Unterricht von TheologiestudentInnen zuständig. Ich verstehe mich mit Leidenschaft als evangelischer Theologe und marxistisch orientierter Linker (auch wenn dieses Kombination den meisten unverständlich erscheint) sowie, gerade aufgrund dieser Kombination, als bedingungsloser Feind des Antisemitismus. Ich glaube, ich habe in den vergangenen Jahren durch meine Arbeit gegen Faschismus und Krieg hier und Frankfurt deutlich gemacht, wo ich stehe. Das gilt auch für meine Arbeit auf diesem Blog. Schauen Sie mal mit der Suchfunktion hier nach, wo sie überall etwas zu „Antisemitismus“ finden.
    Wer mich vor diesem Hintergrund als „handfester Antisemit, der mit allen Mitteln bekämpft gehört“ anpöbelt und mit Diskussionsverbot belegt, wie es die Moderator des Blogs der Gruppe Sinistra tut, oder auch, wer das ganz genau weiß und keinen einzigen Ton dazu sagt, mit dem möchte ich künftig absolut nirgendwo mehr etwas zu tun haben.

    Das mag im Einzelfall auch persönlich bitter sein, aber mir reicht es jetzt endgültig.

  28. Herr Stoodt jetzt spielen sie sich hier nicht als Opfer auf, Sie sind ein geistiger Brandstifter des immer stärker werdenden Antisemitismus. Sie bedienen mit Ihrer Palästinarhetorik immer wieder antisemitische Klischees. Und Sie haben sich entgegen Ihrer Äußerungen auf diesem Block keineswegs klar und eindeutig von der Hamas distanziert, sondern lediglich die antisemtischen und reaktionären „Anteile“, wie Ihrem Redebeitrag zu entnehmen war. Das 3.Reich zerlegen Sie ja auch nicht in seine antisemitischen vernichtenden „Anteile“.

  29. Herr Meister,

    Danke für Ihr argumentationsreiches statement zu Ihrer persönlichen Befindlichkeit. Es zeigt, daß Menschen wie Sie bei allen subjektiven Problemen und Schwierigkeiten doch nach Kräften sich bemühen, ein wenig zur Debatte beizutragen. Das ist anzuerkennen. Weiter so. Mit allen guten Wünschen für eine baldige Genesung!

  30. @ hans christoph stoodt,

    Sorry, aber die behaupteten Analogien sind ein wenig lächerlich und absolut unhistorisch: Zwischen Hertzels Brief und dem heutigen Israel liegt Auschwitz, und Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht wurden nicht wegen ihrem Protest gegen Gazakrieg ermordet…zwischen dem Mord liegt der große Krieg gegen den NS. Wie hätten Rosa L und Karl L wohl dazu (WK II) gestanden?
    Was ich damit nicht sagen will ist, dass die Kriege im Irak, Afghanistan irgendetwas mit einem antifaschistischen Kampf zu tun hätten, ich bin nur der Meinung, es gibt legitime Kriege, die man als Linker unterstützen kann/muß. Und wenn Israel einen offensichtlich antisemitischen Gegner angreift, der seinerseits ständig Raketen auf Israel schießt und das oft betonte Ziel hat es zu vernichten, dann gibt es bei mir zumindest ein wenig Verständnis dafür.

    Aber bevor das jetzt wieder tausend Unterstellungen auslöst: Das heißt nicht, dass ich alles was die IDF macht super finde. Im Gegenteil bin ich sicher, dass auch die IDF Kriegsverbrechen begeht, wie jede andere Armee. Proteste dagegen sind richtig, denn ich kann nicht zynisch über die vielen unschuldigen Opfer hinwegsehen, sie als Kolateralschäden betrachten oder schlimmer noch, als Mitglieder eines antisemitischen Kollektives, die am Ende den Tod verdient hätten… ich bin kein Bahamasdeutscher!
    Nur dürfen diese Proteste nicht einfach eine wichtige Ursache des Krieges außer acht lassen, und zu denen gehört der üble Antisemitismus und der Vernichtungswille der Hamas, der in den ständigen Angriffen auf Zivilisten in Israel schon vor der Gazainvasion praktisch geworden ist.

    … noch was allgemeines, zu historischen Analogien: Eine Methode, die gerne sowohl von „old shool“ Antiimps wie auch Bahamas-Antideutschen benutzt wird, um den Gegner zum Nazi zu machen und sich selbst höhere moralische (antifaschistische) Weihen zu verleihen. Meist sind diese Vergleiche einfach nur lächerlich und analytisch schwachsinnig… ich lehne das ab (im unterschied zu „wirklichen historischen Untersuchungen“ und Analysen).

    „RF, bitte stellen Sie sich hier nicht als Zensur-Opfer dar“ Tja sorry…aber mein Beitrag ist gelöscht worden, ohne das er Beschimpfungen oder Bedrohungen enthielt, bin ich deshalb Zensuropfer? Weiß nicht…

    Zum Abschluss was versöhnliches von meiner Seite: Ich halte dich für einen Genossen HCS (deshalb das DU)… ich brauche nicht die totale Übereinstimmung, die heile Szenefamilie, und ich unterstelle dir keinen Antisemitismus, auch wenn ich glaube, dass deine Position Antisemiten stärken kann…

  31. Hallo RF,

    Sorry, aber die behaupteten Analogien sind ein wenig lächerlich und absolut unhistorisch: Zwischen Hertzels Brief (gemeint ist wohl: dem obigen Zitat aus Herzls Buch „Der Judenstaat“, d. Mod.) und dem heutigen Israel liegt Auschwitz, und Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht wurden nicht wegen ihrem Protest gegen Gazakrieg ermordet…zwischen dem Mord liegt der große Krieg gegen den NS. Wie hätten Rosa L und Karl L wohl dazu (WK II) gestanden?

    – interessante Frage. Ich denke: wären sie nicht im Auftrag der antisemitischen und präfaschistischen Reaktion und mit Billigung der SPD ermordet worden und wäre seinerzeit das im wesentlichen von Rosa Luxemburg verfasste 1. Parteiprogramm der KPD verwirklicht worden, hätte es weder Faschismus noch Shoah noch WK II gegeben. Insofern gibt es durchaus einen Zusammenhang, wenn auch leider nur einen hypothetischen.

    Es ist übrigens interessant, wie wenig der 90. Jahrestag der Ermordung von Rosa und Karl im sogenannten linksradikalen Spektrum überhaupt Thema war. Man liest dort ihre Schriften wohl nicht (so, wie man bei Gelegenheit ja auch Marx verkürzt oder falsch zitiert, dann aber ehrlicherweise das Zitat auch gleich mit „karl m.“ signiert).

    Und bezeichnend insofern, als genau dieses Schlüsselereignis in der Geschichte der deutschen und internationalen Linken sehr viel über den Zusammenhang von Antimilitarismus, Antiimperialismus, Antifaschismus und Kampf gegen den Antisemitismus hätte lehren können.

    Die antideutsche Linke in allen ihren Flügeln und (virtuellen?) Frankfurter Gruppen und Grüppchen sieht absichtsvoll vom Zusammenhang zwischen Antiimperialismus und Antifaschismus ab. Das hat gewaltige inhaltliche Konsequenzen, die eine Zusammenarbeit mit diesen Gruppen und allen, die dazu nicht Stellung nehmen zB. im No-NATO-Bündnis für meine Begriffe völlig unmöglich macht. Man kann nicht den Krieg Israels unterstützen oder seine Kritiker durch Entzug eines Demomikrofons mundtot machen wollen – einen Krieg der laut Tzipi Livni und Angela Merkel ausdrücklich als Teil des „war on terror“ legitmiert wird – und gleichzeitig glaubwüdig gegen Teile exakt dieses imperialistischen Krieges „gegen den Terror“ in Afghanistan, Somalia oder im Inneren (Staatsumbau, BKA-Gesetz, Vorratsdatenspeicherung, Abschiebepolitik) vorgehen wollen. Das ist logisch und politisch absurd, und Leute, die das eine lassen und gleichzeitig das andere tun wollen haben sich in diesen Tagen vor aller Augen als total unglaubwürdige „BündnispartnerInnen“ erwiesen.

    Es wäre darum ehrlicher, das gesamte antideutsche Spektrum samt seiner FreundInnen voller verständnisvollen Schweigens oder konfliktunfähiger Sehnsucht nach dem „Minimalkonsens“ zum Krieg bliebe künftig unter sich. Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht hätten sie ganz bestimmt nicht auf ihrer Seite dieses Konflikts.

    Daß meine Position „Antisemiten stärken kann“ glaube ich kaum. Im Gegensatz zu all den anonymen AntisemtismusbekämpferInnen hier und auf anderen Blogs, die den realen und solidarischen Kontakt mit der großen Zahl zB. palästinensischer MigrantInnen in dieser Stadt ja gar nicht erst persönlich versuchen, habe ich mich gestern im Rahmen einer sicher nicht unproblematischen Demonstration auf deren Seite gestellt und dabei in einem Redebeitrag vo etwa fünftausend von ihnen den Antisemitismus und die Raketenangriffe der Hamas laut und deutlich verurteilt: in einer Rede allerdings, die sich zuerst auf die Seite der Opfer des Krieges gestellt, sich mit dem – auch bewaffneten – Widerstand Palästinas solidarisiert, die Aggression Israels als solche bezeichnet (und nicht als „Selbstverteidigung“ legitimiert) und zur internationalen Solidarität gegen Imperialismus und Krieg aufgerufen hat. Für eine solche Position gab es bei dieser Demonstration einhelligen und lauten Applaus und keinen einzigen Pfiff.

    Letzte Bemerkung: die antideutsche Linke samt ihrer sie tolerierenden Gruppen wie zB. dem Orgateam des Bündnis 14. Januar oder der antifa [f] kann froh sein, daß es den vor kurzem noch so bejubelten griechischen GenossInnen nicht vor die Augen kommt. Deren (wie Du wahrscheinlich sagen würdest: „old school“-) internationalistische Aktion, ein deutsches (!) Schiff mit 300 Tonnen US-Waffen für Israel im Hafen von Astakos zu blockieren, verwirrt ganz Bockenheim vermutlich völlig (falls man sie überhaupt zur Kenntnis nimmt) und führt vermutlich zur sofortigen Verdammung der griechischen GenossInnen als „Antisemiten“. Aber Bockenheim ist zum Glück nicht der Nabel der Welt. Fast überall sonst auf der Welt hat man diese Aktion verstanden und gratuliert den griechischen GenossInnen. Dem schließe ich mich an. Und Du?

  32. @angelika. Wieso der Azug aus dem GAza Streifen für eine emanzipatorische Bewegung unverzichtbar ist, begründest du aber nicht.
    Warum es dem Gedanken der Emanzipation so vollkommen widerspricht, wenn sich einer Organisation in den WEg gestellt wird, welche an die Protokolle glaubt, würde ich auch gerne wissen.
    WEnn Menschenrechte universell sind, dann gelten sie auch für Frauen und Homosexuelle. WIe siehts da bei der Hamas aus?

  33. @Nero,

    Menschenrechte sind universell und nicht zuletzt deshalb auch überall zu erkämpfen. So etwa das Recht darauf, nicht gefoltert zu werden – ein Recht, das sowohl in Deutschland als auch in den USA, in Israel als auch in Palästina ständig neu durchgesetzt werden muß. Oder auch das Recht darauf, nicht, wie über 500 PalästinenserInnen, extralegalen gezielten militärischen Hinrichtungen des israelischen Militärs zum Opfer zu fallen.

    Das Recht auf Selbstbestimmung als Ausdruck des Rechts auf Sicherheit vor ehtnischen Säuberungen oder „Transfers“ von Israelis arabischer Herkunft in andere Länder, wie sie etwa der eventuelle zukünftige Außenmnister Israels, Avigdor Liebermann fordert, darauf, nicht einer „sho’ah“ zum Opfer zu fallen, wie sie der Stellvertretende Verteidigungsminister Matan Vilnai der Bevölkerung des Gazastreifens öffentlich angedroht hat – diese Rechte als Teil des internationalen Völkerrechts stellen eine andere juristische und politische Ebene dar, deren Umsetzung allerdings die Ebene der Menschenrechte so oder so beeinflussen kann. Ohne das Recht auf Land, Wasser, wirtschaftliche Entwicklung, ein Minimum an öffentlicher Sicherheit, politische Selbstbestimmung und Demokratie, Teilhabe an Kultur und Bildung – ohne all das bleibt der Ruf nach Menschenrechten eine hohle Abstraktion.
    All diese Rechte werden Palästina seit 1948, in besonderem Maße seit 1967 verweigert, und zwar von Israel – mit Unterstützung des „Westens“, auch Deutschlands, als dessen „zivilisatorischer“ Außenposten in einer angeblich barbarisch-orientalischen Umgebung sich Israel bereits lange vor der Staatsgründung im Rahmen von grundlegenden Texten des Zionismus (etwa bei Theodor Herzl) selbst konstruierte.
    Es ist offenkundig, daß eine von der gesamten Bevölkerung des Gazastreifens abgelehnte Besatzung die politische Duchsetzung der Menschenrechte in Palästina nur erschweren kann. Die Herrschenden des Gazastreifens werden jede Kritik an ihren Machenschaften bestens abbügeln können und als „Verrat an der nationalen Sache“ denunzieren, solange die Besatzung im Land ist oder jederzeit wieder begonnen werden kann, solange es keinen unabhängigen und souveränen Staat Palästina gibt – in dem die von Dir eingeforderten Menschenrechte dann allerdings dringend durchgesetzt werden müssen.

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