Wolfgang Hübners Gedenken

Wolfgang Hübner (BFF), Ex-Bündnispartner von Horst Mahler, möchte am 22. März des 65. Jahrestags der Zerstörung der Frankfurter Altstadt durch einen Luftangriff der Anti-Hitler-Koalition gedenken. Zu einer geschichtsrevisionistischen Menschen- und Lichterkette ruft der deutschnationale Stadtverordnete seine Getreuen am kommenden Sonntag, ab 18 Uhr zum Technischen Rathaus: „Ab 18.00 Uhr werden sich alle Anteil nehmenden Frankfurter zwischen Dom und Römer rund um die Gedenkplatte vorm Technischen Rathaus versammeln, um Lichter zur Erinnerung an die Toten, an die damals an Leib und Seele verwundeten Menschen und an die zerstörte Altstadt anzuzünden“ heißt es in einer Pressemitteilung von Hübners Club, während es in einer zweiten Mitteilung heißt, es sei „Frankfurts Schande„, daß Magistrat und Öffentlichkeit keine offizielle Trauerfeier an diesem Tag veranstalten: „offiziell geht die Stadt mit dem Gedenktag in geradezu schändlicher Weise lieblos, verkrampft und geschichtsvergessen um“ beschwert sich Hübner.

[update: zu den Ereignissen rund um die Veranstaltung vgl. einen Bericht in der FR]

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2 Gedanken zu “Wolfgang Hübners Gedenken

  1. Herr Stoodt, und Sie wollen ein Pfaffe sein? Rechtfertigen Vergeltungstötungen von Zivilisten?

    Bei so viel abenteuerischer Anbiederung an die Linke scheint jegliches Christentum in Ihnen abhanden gekommen zu sein. Beschämend.

  2. Calito,

    1. in der deutschen Sprache gibt es das Wort „abenteuerisch“ nicht. Es heißt vielmehr „abenteuerlich“.

    2. Das Wort „Pfaffe“ trägt im heutigen Sprachgebrauch einen absichtlich herabsetzenden Charakter. Das mag Ihr Recht und Ihr Stil sein. Aber es ist in sich unlogisch, zuerst dieses Wort zu benutzen und mich danach bei meiner Berufsehre packen zu wollen. Sie müssen sich da schon entscheiden. Entweder – Oder.

    3. Ihre historischen Urteile sind mehr als fragwürdig, solange Sie nicht einen besseren Weg vorschlagen können, wie die Anti-Hitler-Koalition Europa vom Nazifaschismus hätte befreien können. Die politischen Kräfte Ihrer Wahl, etwa die Anhänger der „Konservativen Revolution“, hatten ja zuvor das ihnen Möglichste getan, um die Nazis an die Macht zu bringen. Sollten Sie das im Geschichtsunterricht nicht gelernt haben, empfehle ich Ihrer Abiturienten-Aufmerksamkeit die Lektüre von Thomas Manns Roman Doktor Faustus – und hier vor allem die Kridwiß-Gespräche.

    4. Ich bezweifle, daß Sie viel vom Christentum wissen. Lesen Sie zB. Philipper 2,5-11 und meditieren Sie, falls Sie Griechisch gelernt haben, die Frage, was hier „morphä doulou“ in V. 7 bedeutet. Ansonsten versuchen Sie es halt mit einer Übersetzung und denken mal darüber nach, warum der Apostel Paulus hier, in diesem ältesten christologischen Dokument des Neuen Testaments, in Aufnahme einer wahrscheinlich bereits ihm vorliegenden älteren liturgischen Tradition bezeugt, daß Gott in Christus Mensch geworden ist: und zwar nicht in einem Elite-Exemplar der Gattung, sondern als Bauarbeiter (griech.: tekton), ja sogar als, wörtlich: Sklave („doulos“ – Luther übersetzte in der Sprache seiner Zeit: „Knecht“). Warum wohl nicht als Offizier, König, Angehöriger irgendeiner Elite?
    Diejenigen Weisen, die das Letztere als selbstverständlich voraussetzten, lösten mit dieser Annahme ein Massaker der Herrschenden aus, vgl. Matthäus 2. Das ist ein wesentlicher Teil der Rolle von Eliten und des Staats aus christlicher Sicht und Erfahrung, noch verschärft durch die Funktion des Pilatus in der Passionserzählung.
    Ihre Ansichten über das Christentum sind trivial und angepaßt.

    Im Übrigen: Bloggen Sie weiter auf ihrem neu-rechten Blog „Blaue Narzisse“ und bereiten Sie sich anständig auf Ihr Abitur vor, sonst könnte es sein, daß Sie Ihrer angemaßten Elite-Rolle nicht gerecht werden.

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