Informationsveranstaltung zum Nazi-Aufmarsch am 1. August in Friedberg und Nidda

Für den 30. Juni hatte die Anti-Nazi-Koordination zu einer Informationsveranstaltung in den DGB-Jugendclub eingeladen: wie verhindern wir den bundesweit beworbenen NPD-Aufmarsch „Deutsche, wehrt Euch gegen Islamisierung und Überfremdung“ am 1. August in Friedberg und Nidda? Antifaschistinnen aus verschiedenen Bündnissen diskutierten nach drei einleitenden Referaten zu diesem Thema. Es besteht eine breite Einigkeit in der Frage, daß der NPD-Aufmarsch nicht wie angemeldet einfach stattfinden darf. Darin stimmen das Wetterauer BündnisAufmarsch verhindern. Kein Naziaufmarsch in Friedberg und Nidda! Wir stellen uns quer!“ gegen den Aufmarsch, vertreten durch eines seiner Mitglieder, die ANK und andere AntifaschistInnen überein.  Wir gehen gemeinsam davon aus, daß dieses Ziel nur erreicht werden kann, wenn sich möglichst viele möglichst entschlossen an der Aktion beteiligen, den Bahnhofsplatz in Friedberg möglichst so früh zu besetzen, daß die Nazis erst gar nicht aus dem Bahnhof herauskommen – ähnlich wie in Mainz am diesjährigen 1. Mai.
Andere Möglichkeiten wurden ebenso diskutiert. Es wird wenige Tage vor dem Aufmarsch eine Info- und Mobilsierungsveranstaltung geben, zu der wir noch rechtzeitig einladen werden – bleibt informiert!

Am Rand der Veranstaltung gab es eine Debatte über die Frage einer Zusammenarbeit mit der Gruppierung „Antifa BI – Wetterau“. Deren allgemein bekannter Vereinsvorsitzender weigert sich seit Monaten, seine Kontakte zu einem allgemein bekannten Neonazi, der nach eigener Aussage und unbezweifelbar richtiger Informationen zugleich bezahlter Verfassungsschutzspitzel ist, abzubrechen, über seine Kontakte zu ihm öffentlich, umfassend und wahrheitsgemäß zu berichten und sicherzustellen, daß der Spitzel keinerlei Informationen mehr von ihm erhält.
(update und Korrektur: Wir bitten den dieser Stelle des Berichts vorangehenden, jetzt durch Kursivschrift markierten Satz insoweit zu ignorieren bzw. zu korrigieren, als Andreas Balser durch Schreiben seines Rechtsanwaltes am 3.7.09 hat klarstellen lassen, dass er die Kontakte zu dem ehemaligen NPD-Funktionär und VS-Mitarbeiter ab dem 1.1.2009 abgebrochen und seither keinerlei Informationen an ihn weitergegeben habe.)
Schon im vergangenen Winter hatten wir deshalb öffentlich bekanntgegeben und begründet, weshalb wir mit der Antifa-BI Wetterau nicht zusammenarbeiten werden, solange sie sich nicht von den Aktivitäten ihres Vereinsvorsitzenden distanziert und sich von ihm getrennt hat. Zum Nachlesen hierzu noch einmal ein Bericht auf Indymedia sowie im „Netz gegen Nazis„.
Wir forderten aufgrund dessen einen Vertreter der Antifa-BI Wetterau, unsere Veranstaltung nicht zu betreten. Ein Vertreter des Wetterauer Bündnis, der nicht in der Antifa-BI tätig ist, blieb allerdings da.

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10 Gedanken zu “Informationsveranstaltung zum Nazi-Aufmarsch am 1. August in Friedberg und Nidda

  1. Oh mann, jetzt fangt ihr auch noch mit dem internen Polizei-Habitus der antideutschen Splittergruppen an. Setzt euch an einen Tisch und findet eine Lösung, anstatt Leute rauszuwerfen. Ich kenne Andi B. gut und lange genug, um zu wissen, dass das aufklär- und entkräftbar ist. Außerdem stemmt die Antifabi einen Löwenteil der Arbeit im Friedberger Bündnis.
    Wir brauchen am 1.8. nicht nur wegen der Urlaubszeit jeden Bündnisparter und jede einzelne TeilnehmerIn auf der Straße. Hört auf, euch an den Bündnispartnern abzuarbeiten – so klappt das nicht.

  2. Sorry, mit Antideutschen haben wir, wie allgemein bekannt sein dürfte, mal gerade gar nichts am Hut. Aber wenn die oben noch einmal sehr einleuchtend dokumentierten Sachverhalte so einfach entkräftbar wären – warum ist das dann his heute nie passiert? Warum nicht schon dann, als AntifaschistInnen aus Frankfurt diese Sachverhalte den sichtlich erschütterten Mitgliedern der Antifa-BI letzes Jahr im Winter völlig offen und in Anwesenheit von Andi dargelegt haben? Seine Reaktion bestand im Wesentlichen darin, den nächsten Tagesordnungspunkt aufzurufen!
    Unsere Probleme, die wir mit ihm haben, liegen seit Monaten veröffentlicht auf dem Tisch. Nach unseren Informationen wurden die Kontakte des Vorsitzenden der Antifa BI Wetterau und dem NPDler /VS-Spitzel bis heute nicht eingestellt …

  3. solange eine figur wie der chef der antfabi, der belegbar über den spitzel nach allen richtungen gelogen hat, die nazi-demo nutzt um politisch wieder auf die beine zu kommen, hat das bündnis in fb ein problem. niemand, der ernstzunehmend antifaschistisch arbeitet, wird ihm vertrauen. vielleicht muss noch mehr an die öffentlichkeit kommen, damit der antifa-bi chef endgültig entlarvt wird. bin gespannt wie er erklären will, dass das auto des „mitarbeiters“ letzten monat mindestens einmal in der nähe seines hauses parkte.

  4. Ich kann Solphos nur zustimmen! Wenn Nazis Eure Homepage lesen, können die sich nur freuen.

    Außerdem: Die Antifa-Bi stemmt nicht nur den Löwenanteil der Arbeit: ohne sie gäbe es das Wetterauer Bündnis nicht.

    Was soll das, ausgerechnet heute das auf Eurer Homepage so darzustellen, nachdem ich gestern vor allen Teilnehmern Eurer Veranstaltung und in Einzelgesprächen mit Protagonisten der ANK angeboten habe, als Aussenstehender nochmal ein gemeinsames Gespräch mit Antifa Bi und ANK zu initiieren um zur Klärung zu kommen – wozu der von Euch ausgeschlossene Vertreter der Antifa-Bi sich ebenfalls öffentlich bereit erklärt hatte???!
    Dieses Gespräch sollte ausdrücklich helfen, Spaltungen zu verhindern. Wollt Ihr diesen Versuch mit Eurer Internet-Aktion verhindern?
    Im übrigen: Dem Verfassungsschutz und den Faschos könnte nichts besseres passieren, als dass die Antifas sich spalten oder nur noch gegenseitig bekämpfen, wer denn „die wahren“ Antifas sind. Anders ausgedrückt: Würden wir uns nicht selbst spalten, wäre es im Interesse des VS das zu initiieren.

    Außerdem:
    Wenn das mit den Spaltungen so weitergeht, hat nicht „das bündnis in fb ein problem“, sondern alle diejenigen, die den Nazi-Aufmarsch tatsächlich verhindern wollen, weil wir dann nicht genug Menschen auf die Beine bringen werden!

    Hoffe, dass es dennoch gelingt, GEMEINSAM den Nazi-Aufmarsch zu verhindern!!!

  5. Hallo Harald – erinnere Dich bitte: auch während der Diskussion deines Berichtes am 30.6. war klar, daß wir kein Problem mit Dir, auch keins mit der Antifa-Bi insgesamt, sondern ein seit Monaten genau benanntes mit dessen Vorsitzenden haben. Darüber kann es deshalb keine Verwunderung geben. Das ist auch kein „Spaltungsversuch“, sondern das bedauerliche Ergebnis der ebensolang nicht geklärten Situation. Unsere Probleme liegen präzise schriftlich und veröffentlicht vor (s.o. in den verlinkten Stellen bei Indymedia und „Netz gegen Nazis“). Sie sind nicht einfach durch ein paar flapsige Bemerkungen oder wackelpuddingartiges Herumeiern vom Tisch zu wischen. Niemand kann die Antifa-BI und ihren Vorsitzenden dazu zwingen, zu dieser Frage Stellung zu beziehen. Aber niemand kann umgekehrt uns zwingen, es einfach schulterzuckend hinzunehmen, wenn Probeme diesen Kalibers in der Antifa-BI einfach durch Aussitzen erledigt werden sollen. Sie hätten längst bereinigt sein können und müssen. Daß wir alle das Problem zu diesem ungünstigen Zeitpunkt nun haben, liegt nicht an uns, sondern am Nichtstun des Vereinsvorsitzenden in Friedberg in dieser Angelegenheit. Wir respektieren das Recht der Antifa-BI, mit diesem Problem so umzugehen, wie sie es für richtig hält. Aber wir möchten den gleichen Respekt für unsere Entscheidung, dann darauf so zu reagieren, wie es uns angemessen erscheint.

  6. warum es überhaupt einen „vorsitzenden“ in der arbeit gegen nazis braucht, das weiß der „chef“ sicher selbst am besten, ich verstehe das nicht, die meisten gruppen kommen ganz gut ohne aus.
    die kontakte zu einem npd- und verfassungsschutz-spitzel scheint der „chef“ ja mittlerweile selbst zugegeben zu haben.

    – warum hat er zu gegebener zeit noch nicht einmal alle seine eigenen leute darüber informiert?
    – jetzt auf einmal kommen angebliche gesprächsangebote, warum hat er die nicht schon damals wahrgenommen, als er z.b. konkret darauf angesprochen wurde und sogar extra interessierte zu ihm und seinem verein gekommen sind oder danach?
    – und wie glaubwürdig sind angesichts dieser vorgeschichten denn jetzt distanzierungen, daß z.b. die offenbar zugegebenen kontakte eingestellt seien (ab wann denn?)???

    mit so einem menschen möchte ich nicht zusammenarbeiten, der ist für mich nicht vertrauenswürdig und hat ein gewaltiges glaubwürdigkeitsproblem, was nicht die mitstreiterInnen in „seinem“ verein betrifft, mit denen würde ich weiter zusammenarbeiten

  7. Hallo,

    ich sehe das ähnlich wie Jörg.

    Einer Organisation, die mit NPD und VS zusammenspitzeln kann ich nicht trauen.
    Jede Info, die eine der beiden Seiten über einzelne AntifaschistInnen bekommen kann, stellt eine Gefahr für eben diese einzelnen dar.
    Dis Haltung der ANK kann ich somit gut nachvollziehen und unterstützen.
    Natürlich ist es eine Situation, die letztendlich den Nazis in die Hände spielt.
    Wie kan ein „chef“ einer Antifa-Bewegung das zulassen. Es wäre doch wohl höchste Zeit, eine eindeutige klare Aussage zu treffen, um nicht noch mehr Schaden anzurichten.

  8. als langjährige genossin(unparteilich/organisationsfrei/kein e.V) und mitstreiterin von andi frage ich mich ernsthaft wer ihr seid um in einer solchen form zu urteilen. ihr scheint noch nicht lange/ nah mit ihm zusammenzuarbeiten aber aus erfahrung weiss ich das er für mich eine der sichersten personen meines persönlichen umfelds ist. eventuell hält er gewisse menschen für nicht vertrauenswürdig genug um offen mit ihnen zu sprechen…? ich weiss auf jeden fall das alles was er und wir bzw ich je mit ihm geplant, gedacht,geredet… habe bis heut safe ist! hört auf mit der spalterei und seid froh das ihr ihn bei euch habt. kräfte wie andreas, die nicht nur babbeln wie toll sie sind sondern initiative zeigen und ebn selbst machen anstatt darauf zu warten das andere mal tun. erst einer person alle arbeit aufladen und dann meckeren das nur diese zu sehen ist…packt euch mal an kopp…wenn die antifa-bi nicht als antifa-bi e.V organisiert wäre würde vieles in der form nicht möglich sein. und leider leider haben e.V nen chef. und meist ist der froh wenn mal wer anderes chef sein will

    see you on the barricades

  9. Hallo otcaawvh,

    Andreas Balser hat bereits im vergangenen Jahr eingeräumt, über einen längeren Zeitraum und weitestgehend hinter dem Rücken seiner eigenen Gruppe Kontakte zu einer namentlich bekannten Person unterhalten zu haben, die sowohl NPD-Funktionsträger war (zB. noch im letzten November Schriftführer des NPD-Landesparteitages) als auch mit regelmässigen Zahlungen des Landesamtes für Verfassungsschutz (Höhe: in etwa Einkünfte eines Minijobs) dotierten offiziellen Mitarbeiters dieser Behörde. Diese Person ging über einen längeren Zeitraum in der Antifa-BI ein und aus und hatte sogar mitunter Zugang zu Balsers Wohnung und dort zum PC. Sie unterhielt Kontakte zu Mitgliedern der Antifa-BI, die von Balser nicht über die organisatorischen Kontakte des Neonazis und VS-Spitzels unterrichtet waren.
    Balser hat die etwa zwei Jahre andauernden Kontakte zu dieser Person übrigens mit Schreiben seines Rechtsanwalts vom 3. Juli 2009 eingeräumt und zugleich festgestellt, er habe diese Kontakte zum 1. Januar 2009 eingestellt.
    Wenn Du das alles für „safe“ hältst, dann verstehst Du darunter etwas sehr anderes als alle, die ich sonst so kenne.

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