Rassistischer Mord an 32-jähriger angeblicher „Islamistin“ in Dresdner Gerichtsgebäude

In Dresden ist die 32-jährige Ägypterin Marwa El-Sherbini von einem in Rußland gebürtigen Deutschen in einem Gerichtsgebäude mit dem Messer angegriffen und ermordet worden (FR, Sächsische Zeitung, Linke Zeitung). Marwa el-Sherbini war promovierte Pharmakologin, Apothekerin und im dritten Monat schwanger. Sie hinterläßt einen dreijährigen Sohn. Ein aus dem Nachbarraum herbeieilender Polizist schoß zunächst auf den Ehemann der Ermordeten. Der Grund dafür ist derzeit noch unbekannt.
Der Mörder hatte sein Opfer, eine Muslima, die Kopftuch trug, in einem Nachbarschaftsstreit auf einem Kinderspielplatz als „Islamistin„, „Schlampe“ und „Terroristin“ tituliert, getönt, sie „gehöre nicht hierher“ und dann, nach seiner Verurteilung wegen Beleidigung, im Gerichtssaal viele Male auf sie eingestochen. Merke: im Land des Sachsensumpfes scheint es Angeklagten möglich zu sein, trotz aller „Terrorwarnungen“ mit einem Messer vor Gericht zu erscheinen, während die Klägerin, zu ihrem Unglück eine Angehörige der rassistisch diskriminierten und global immer wieder als des Terror verdächtigten Bevölkerungsgruppe vor den Schranken des Gerichts mit -zig Messerstichen ermordet werden konnte.
Dazu gibt es jetzt eine Pressemitteilung des Instituts für Medienverantwortung (IMV), in der zu Recht ein Zusammenhang mit dem seit Jahren grassierenden und geschürten, gegen Muslime gerichteten rassistischen Hass hergestellt wird. Zugleich wird darauf hingewiesen, wie demagogisch in den Mainstreammedien weithin auf die Tat in Dresden eingegangen wird, wobei „Politically Incorrect“ dahingehend mal wieder den Vogel abschießt, als die Tat nun auf dem Hintergrund einer angeblich von Antisemiten gezimmerten Verschwörung umbewertet wird, so daß nun nicht die Ermordete, sondern Ralph Giordano als ein Vertreter des „Dritten Kraft“,  das eigentliche Opfer sein soll.
Presse-Erklärung bei IMV:

Beim Namen nennen: antiislamischer Mord in Deutschland
Das Opfer, die 32-jährige Marwa El-Sherbini

Mit Bestürzung haben wie die Nachricht wie auch die Art der Berichterstattung über die antiislamische Messerattacke in Dresden aufgenommen. Mit Kategorisierungen durch Begriffe wie „ausländerfeindlich“ oder „rassistisch“ wird versucht die Tatsache zu um¬gehen, dass die antiislamische Agitation, die wir seit rund 30 Jahren beobachten und seit etlichen Jahren anmahnen, eine neue Stufe erreicht hat.
Dass bisherige Bemühungen um eine Versachlichung der Diskussionen um Islam und Muslime bei weitem nicht ausreichen, zeigt diese Tat wie auch die Tatsache, dass der Ehemann des Opfers von einem Polizisten angeschossen wurde – nicht der tatsächliche Täter. Ob dies etwas mit dem Aussehen der Betroffenen zu tun hat, wäre in einem Gut¬achten zu prüfen. Statt hier Alarm zu schlagen im Sinne einer Vierten Gewalt, verlegt man sich medial eher auf Straftats¬berichterstattung as usual – Russlanddeutscher, also nicht unser Problem.
Dabei ist eine solche Tat, in der der Täter sein Opfer als „Islamistin“ und „Terroristin“ be¬schimpfte, ein eindeutiges Signal, dass die Saat der antiislamischen Hassprediger wie auch deren Pendants der sinn-induktiven Verknüpfung von Gewaltthemen mit Symbolen des Islams in den Mainstream-Medien aufgeht. Wenn sich die Politik weiterhin wie bisher dilettantisch mit dem Erstarken eines antiislamischen Ressentiments als Ausdruck von Meinungsfreiheit befasst und Probleme ausschließlich aufseiten von Muslimen vermutet, werden wir die längst gerufenen Geister bald nicht mehr bändigen können. Es gab nie eine Multi-Kulti-Idylle in Deutschland und von der sind wir auch heute wieder ganz sicher und sehr weit entfernt.
Unser Mitgefühl gilt der Familie des Opfers! Unsere Sorge uns allen – ohne Ausnahme.

Mit bestürzten Grüßen
für das IMV-Team

Dr. Sabine Schiffer
Institutsleitung

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