Nazis haben kurze Beine …

… und lügen wie gedruckt. Auf der Homepage der hessischen NPD behaupten sie: „NPD-Protestdemo in Friedberg erfolgreich durchgeführt … Die Gegner des anständigen Deutschlands hatten sich viel vorgenommen für den heutigen Tag. In riesigen Lettern stand am Friedberger Bahnhof geschrieben „07.11. NPD-Aufmarsch verhindern“. Daraus wurde, anders als noch am 1. August, am heutigen Sonnabend nichts. Vielmehr konnte die hessische NPD innerhalb von drei Tagen drei wichtige Siege erringen. Am zurückliegenden Donnerstag siegte sie vor dem Verwaltungsgericht in Gießen, am gestrigen Freitag vor dem Verwaltungsgerichtshof in Kassel und am heutigen Tage auf den Straßen der Wetterauer Kreisstadt Friedberg. Somit konnte das Demo-Motto „Demonstrationsfreiheit auch für politisch Andersdenkende“ auch in die Tat umgesetzt werden.  Nach einer über dreistündigen Verzögerung konnten sich die rund 100 Nationalisten schließlich auf einer leicht abgeänderten Route von der Friedberger Burg aus in Bewegung setzen.“
Genau. Fragt sich nur, in welche Richtung …
Die zahlreichen Menschen vor Ort wissen jetzt einmal mehr, welchen Wahrheitsgehalt man bei NPD-Äußerungen erwarten sollte.

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Ein Gedanke zu “Nazis haben kurze Beine …

  1. Ganz anders sieht der Niddaer „KREIS-ANZEIGER“ die Proteste gegen den versuchten Nazi-Aufmarsch in Friedberg am 7.11.2009:

    Friedberg
    Blockade: NPD kann nicht durch Kaiserstraße ziehen

    08.11.2009 – FRIEDBERG

    Rechtsradikale müssen in Friedberg Umweg gehen – Neun vorläufige Festnahmen – Beamte setzen Pfefferspray ein – Bündnis kritisiert Polizeieinsatz

    (wk). „Es ist gelungen, Unfrieden aus Friedberg herauszuhalten.“ Diese Bilanz zog der Wetterauer Polizeidirektor Alexander König am Ende des Demonstrationseinsatzes am Samstag in der Kreisstadt. Die Polizei habe weder schwerere Körperverletzungen noch größere Sachbeschädigungen aufnehmen müssen. Der Gegenprotest zur NPD-Demo sei weitgehend friedlich verlaufen. Allerdings müssen einige der Demonstranten, die in der Kaiserstraße an einer Blockade beteiligt waren, demnächst mit Post von der Staatsanwaltschaft rechnen. Ihnen wird man vorwerfen, sich der Nötigung und des Widerstands gegen Polizeibeamte schuldig gemacht zu haben.

    Aber auch mit anderen Personen wird sich die Strafverfolgungsbehörde noch beschäftigen. Der Sprecher der Polizei, Willi Schwarz, teilte mit: „Während des NPD-Aufzugs verursachten kleine Gruppen von Gegendemonstranten vereinzelte Störungen. Polizeibeamte wurden mit Flaschen und Steinen beworfen. Es gab keine Verletzten.“ Insgesamt stellte die Polizei 300 Personalien fest, dazu kamen neun vorläufige Festnahmen. Zwei Teilnehmer der NPD-Demo und sieben Gegendemonstranten wurden unter anderem wegen Verstößen gegen das Vermummungsverbot festgenommen. Die Polizei stellte zudem mit Nieten beschlagene Handschuhe und Gürtel sicher. Einem der Festgenommenen aus dem NPD-Lager wird Volksverhetzung vorgeworfen, er hatte entsprechende Parolen skandiert.

    Gegen Ende der NPD-Demo am Friedberger Bahnhof musste die Polizei dann Pfefferspray einsetzen, als sie einen vermummten Gegenprotestler vorläufig festnehmen wollte. Andere aus der Gruppe versuchten, den 18-Jährigen aus dem Lahn-Dill-Kreis von der Polizei wegzuzerren. Die Beamten nahmen zudem einen 19-Jährigen fest, der versuchte, den 18-Jährigen zu befreien. Dabei bekam auch eine junge Frau Pfefferspray ab. Sie wurde anschließend ärztlich behandelt. Auch gegen sie wird ermittelt. Warum ein vermutlich Unbeteiligter am Absperrgitter eine Platzwunde am Kopf erlitt, ist bislang unklar. Die Ermittlungen dazu dauern an.

    Etwa 2000 Menschen versammelten sich ab 9 Uhr in und vor der evangelischen Stadtkirche in Friedberg, um gegen die ab 11 Uhr geplante Demonstration der NPD durch die Innenstadt zu protestieren. Dekan Jörg Schlösser, Friedbergs Bürgermeister Michael Keller und weitere Redner brachten ihren Widerstand gegen die geplante Veranstaltung zum Ausdruck.

    Alle Gegner der NPD-Veranstaltung, unter ihnen auch zahlreiche Vertreter des Niddaer Bündnisses für Demokratie mit dem Ersten Stadtrat Reimund Becker an der Spitze, betonten dabei: Ignorieren, Wegsehen oder Totschweigen sind keine Alternativen. Im Anschluss an den Gottesdienst fand ein „Ge(h)-Denkspaziergang“ zu verschiedenen Orten mit meist jüdischem Bezug durch die Innenstadt statt.

    Etwa 700 bis 800 Menschen nahmen nach Angaben des Wetterauer Bündnisses gegen Rechtsextremismus an diesem Spaziergang teil, ein weiterer Teil blockierte unmittelbar vor der Burg den Zugang zur Kaiserstraße. Einige Meter hinter der ersten Blockade versammelten sich zwischen 400 und 800 Menschen zu einer zweiten Blockade der Straße.

    Dagegen stand ein Aufgebot mehrerer Polizei-Hundertschaften, das Blockaden auf dem gerichtlich genehmigten Demonstrationsweg von der Burg über die Kaiserstraße zum Bahnhof verhindern sollte. Außerdem war die Innenstadt durch Gitter komplett abgesperrt worden. Doch selbst das große Polizeiaufgebot konnte die Blockaden nicht verhindern. Unterdessen skandierten die NPD-Verantwortlichen, vorneweg der Wetterauer Kreistagsabgeordnete Stefan Jagsch, ihre Hetzparolen in Richtung der Gegendemonstranten. Diese ließen sich allerdings nicht provozieren. Stattdessen setzten sie sich mit der Polizei auseinander. Die Beamten forderten die Widerständler auf, die Kaiserstraße zu räumen.

    Doch das nützte nichts. Daraufhin ordnete Polizeidirektor König an, die Gegendemonstranten durch sanfte Gewalt von der Straße zu führen. Prominentestes „Opfer“ war dabei der frühere Wetterauer Kreistagsabgeordnete Gerhard Salz aus Florstadt.

    Nachdem sich der Widerstand auf der Kaiserstraße verstärkt hatte und es der Polizei nicht gelang, die Straße für die NPD zu räumen, suchten die Beamten nach Alternativen. Die Vertreter der Veranstalter hatten zwischenzeitlich über Lautsprecher deutlich gemacht, dass sie auf ihr am Freitag vom Verwaltungsgerichtshof in Kassel verbrieftes Recht zur Demonstration pochten. Wegen dieses Richterspruchs war die Polizei genötigt, die Demo der NPD zu ermöglichen. Die Lösung wurde gegen 14.30 Uhr gefunden. Nach einer Kundgebung der NPD vor der Burg erklärte sich Jagsch bereit, durch Seitenstraßen, über die Seewiese und am Kreishaus vorbei auf die eigentliche Demonstrationsstrecke in Richtung Bahnhof zurückzukehren. Doch zuvor drohte er sowohl der Stadt als auch den Widerständlern an, dass man wiederkomme – und zwar am 24. und 31. Dezember. Danach zog die von zunächst 150 auf etwa die Hälfte reduzierte Gruppe der NPDler in Richtung Bahnhof. Dort bestieg man nach einer erneuten Kundgebung unter Pfiffen von 300 Gegendemonstranten einen Zug, um die Kreisstadt wieder zu verlassen.

    „Viele Menschen sind dem Aufruf gefolgt und haben gezeigt: Braun hat in Friedberg keinen Platz. Die Kaiserstraße blieb NPD-frei“, bilanzierte das Wetterauer Bündnis gegen Rechtsextremismus nach der Demo in einer Pressemitteilung.

    Kritik übten die Verantwortlichen am Vorgehen der Polizei: Sie habe sich nicht gescheut, „mehrere hundert Menschen von allen Seiten und an mehreren Stellen einzukesseln“ und die Demonstranten mit „Repressalien“ zu belegen. Und weiter: „Über mehrere Stunden wurden Personenkontrollen ohne jeglichen Grund durchgeführt – die NPD marschierte doch bereits auf anderen Wegen. Es hatte den Eindruck, dass die Polizei mit dieser Taktik verhindern wollte, dass sich an anderer Stelle Menschen der NPD entgegen stellen und ihre Verachtung für die menschenverachtenden Parolen zum Ausdruck bringen. Nur so gelang es der Polizei, die NPD störungsfrei zum Bahnhof zu geleiten. Deeskalierendes Verhalten seitens der Einsatzleitung war ab diesem Zeitpunkt nicht mehr erkennbar.“

    Am Bahnhof habe die Polizei schließlich Schlagstöcke eingesetzt. „Dieses Verhalten gegenüber einer bis dahin absolut friedlich verlaufenden Veranstaltung erweckte den Eindruck, dass man zumindest zum Schluss noch versuchen wollte, Menschen zu Gewalt zu provozieren“, so das Bündnis in seiner Stellungnahme.

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