Wenn es eng wird in Deutschland …

Die „Süddeutsche Zeitung“ veröffentlicht soeben eine Zusammenfassung neuer Ergebnisse aus der Langzeitstudie der Arbeitsgruppe um den Bielefelder  Soziologen Wilhelm Heitmeyer zum „Syndrom der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit“. Die Tendenzen des diesjährigen Jahresberichts geben Anlass, rechtspopulistischen RassistInnen, der Neuen Rechten und Nazis einen gewissen Aufschwung vorherzusagen:

„Unter dem Eindruck der Wirtschaftskrise bröselt der gesellschaftliche Zusammenhalt, werden zentrale Normen wie Solidarität, Gerechtigkeit und Gleichwertigkeit von Menschen in Frage gestellt. So glauben fast 65 Prozent derjenigen Befragten, die sich von der aktuellen Krise selbst betroffen fühlen, dass in Deutschland zu viele schwache Gruppen mitversorgt werden müssen. … Die globale Krise hat das Vertrauen in das kapitalistische Wirtschaftssystem so nachhaltig erschüttert, wie das vor kurzem noch undenkbar gewesen wäre. Zwar glauben fast 90 Prozent, dass Banker und Spekulanten die Hauptschuldigen an der Krise sind, mehr als 70 Prozent sehen die Verantwortung dafür aber auch beim Wirtschaftssystem an sich. … Soziale Unruhen, wie sie SPD-Präsidentschaftskandidatin Gesine Schwan vor einigen Monaten noch an die Wand gemalt hat, drohen nach Einschätzung der Bielefelder Wissenschaftler nicht. Es findet genau das Gegenteil statt: Die Menschen flüchten sich in Apathie und Resignation, es breitet sich, so die Studie, eine „hoffnungslose Unzufriedenheit“ aus. … Die Forscher sehen in dieser Teilnahmslosigkeit „Anknüpfungsmöglichkeiten für rechtspopulistische Mobilisierer“ – die es in manchen Nachbarländern längst gibt. Es bestehe die Gefahr, „dass feindselige Mentalitäten den trügerischen sozialen Frieden von innen zersetzen“.

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