„Dunkelfeld“ – neue Broschüre zur Nazi-Szene im Rhein-Main-Gebiet

Dunkelfeld. Recherchen in extrem rechten Lebenswelten rund um Rhein-Main“ ist der Titel einer neuen Informationsbroschüre, die gerade  erschienen ist. Die 144 Seiten Reportagen und Analysen zur Situation und zu Gegenstrategien sind randvoll mit Informationen, die man in dieser Konzentriert sonst nirgends findet. Herausgeber ist der Berliner Verein argumente. netzwerk antirassistischer bildung e.V. in Kooperation mit dem Bildungswerk Anna Seghers e.V. aus Wiesbaden und dem Antifaschistischen Infobüro Rhein-Main. Der Preis – 6 Euro – ist äußerst moderat. Die Broschüre kann ab sofort bei argumente e.V. bestellt werden, für die Abnahme von größeren
Mengen können Sonderkonditionen erfragt werden. Näheres zum Inhalt aus einem Infoflyer (Dunkelfeld):

In den Regionen rund um das Rhein-Main-Gebiet lässt sich schon seit Jahren eine Verfestigung extrem rechter Strukturen beobachten. In manchen Gegenden ist eine rechte Alltagskultur für Jugendliche fester Bestandteil des örtlichen Lebens. Der Einstieg in das rechte Umfeld und die Ausprägung rechter Weltbilder verläuft oft nach einem ähnlichen Muster. Ziel der Publikation ist es, beispielhaft verschiedene Erscheinungsformen der extremen Rechten darzustellen und zu analysieren. Dazu unternehmen die AutorInnen zum Beispiel eine Reise von Wiesbaden nach Limburg, die durch die Orte und Dörfer im »Hinterland« führt und anhand einer ganzen Region die Etablierung einer rechten Alltagskultur beschreibt.
In über 25 Texten, die sich in sechs Kapitel gliedern, werden sowohl die örtlichen und sozialen Umfelder, in denen sich extrem rechte Strukturen entwickeln können, wie auch Handlungsoptionen im Umgang mit extrem rechter Politik und Akteuren beleuchtet und diskutiert.
Dabei werden Kernfragen gestellt wie: Warum wird diese Situation von der Landespolitik weder wahrgenommen noch problematisiert und wie lässt sich dem Schweigen auf politischer Ebene begegnen? Wie können z.B. Bündnisse gegen Rechts mit Aktionen und Aufmärschen in ihrem Ort oder VertreterInnen der extremen Rechten in der Kommunalpolitik umgehen?
Wie kann auf die Einflussnahme von Personen mit neonazistischem Hintergrund in Vereinen reagiert werden – welche Möglichkeiten haben SozialarbeiterInnen, die mit extrem rechten Jugendcliquen konfrontiert sind und wie können AussteigerInnen aus der rechten Szene unterstützt und begleitet werden?
Weitere Themen, die in diesem Kontext diskutiert werden: die aktuellen Entwicklungen in der NPD, die Aktivitäten extrem rechter Frauen, die Funktion der mittlerweile verbotenen Heimattreuen Deutschen Jugend (HDJ) sowie das Auftreten der so genannten Autonomen Nationalisten. Thematisiert wird außerdem: extrem rechte Politik im universitären Bereich, Organisations- und Kommunikationsformen der extremen Rechten in Internet-Communities
sowie die Nachfolgestrukturen des verbotenen Blood & Honour-Netzwerks.
Die Betrachtung grundsätzlicher Fragen – z.B. was versteht man unter der viel beschworenen
Zivilgesellschaft und warum stellt sich der Begriff Rechtsextremismus problematisch dar –
soll die Grundlage bieten zum besseren Verständnis der aufgezeigten Phänomene und Zusammenhängen.

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