Herrenmenschen – die Nazis in Erbenheim…


Udo Pastörs am 8. Mai 2010 in Wiesbaden Erbenheim

Wie mehrfach berichtet hat die Stadt Wiesbaden es mit dubiosen Methode ermöglicht, daß die Nazis der NPD am 65. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus direkt an der US-AirBase in Wiesbaden-Erbenheim ihre geschichtsrevisionistische Sicht auf diesen wichtigen Jahrestag abfeiern konnten. Die Empörung in der Region darüber ist groß.
Wie verlautet wird ein Disziplinarverfahren gegen die hierfür politisch Verantwortlichen in der Stadtregierung betrieben, wob es besonders übel aufstößt, daß die Stadtverwaltung die Nazidemonstrationsroute bedenkenlos über „Stolpersteine“ gelegt hat, die sich dort zum Andenken an vom Hitlerfaschismus ermordete Bürgerinnen und Bürger befinden, sowie daß offenkundig der Rechtswanwalt des „Rhein-Main-Bündnis 8. Mai“ von den Behörden belogen worden ist (Wortlaut des Antrags auf ein Disziplinarverfahren: Diszi).

Was hat Wiesbaden mit dieser Politik erreicht?
Die Stadt kann davon ausgehen, künftig zum beliebten Demonstrationsort von Neonazis zu werden. Eine Demonstration für den 8. Mai 2011 hat der hessische NPD-Vorsitzende Krebs bereits in Wiesbaden angekündigt.
Szenen mit ekligen übergewichtigen Nazis, die vor den Augen der Polizei den Hitlergruß zeigen, wird es dann sicher auch wieder geben:


In Wiesbaden konnte dank der Bemühungen von Ordnungsdezernentin Zeimetz, den Ordnungsbehörden und der Polizei Udo Pastörs auftreten, der kurz zuvor wegen seiner berüchtigten Saarbrücker Rede („Judenrepublik, USrael, Krummnasen, muselmanische Bedrohung„) zu einer Freiheitsstrafe auf Bewährung sowie 6000 Euro Geldstrafe verurteilt worden war (vgl. auch den Bericht von seinem Erbenheimer Auftritt) – Exponent eines militanten und nationalsozialistischen Flügels in der NPD, der hiermit zugleich sicher dankbar eine Aufwertung erfuhr.
Was Ordnungsbehörden und Polizei inhaltlich ermöglichten – hier: Video der ersten Rede Udo Pastörs (1, 2, 3) zweite Rede (1, 2, 3).

Die Polizei ließ es sich angelegen sein, als Dank für die Ehre, dem Volksgenossen Pastörs und seinen Kameraden in Wiesbaden bis an den Zaun des US-Airfields mit Personenkontrollen, vorgeschobenen Sicherheitsposten, unbegründeten Festnahmen und dem Einsatz von Pfefferspray den Weg vor antifaschistischem Protest freigehalten zu haben, nun auch noch die letzten Herrenmenschen in sicherem Geleit aus Wiesbaden hinauszubegleiten, ihnen im Rahmen einer, so wörtlich, „unaufschiebbaren polizeilichen Maßnahme“ ein ganzes S-Bahn-Abteil freizuräumen und so für ihre Sicherheit zu sorgen:


von wo aus die Herrenmenschen sicher mit Bedauern von der gastfreundlichen Landeshauptstadt Abschied nahmen.

Bis zum nächsten Mal.

Das Wiesbadener Bündnis gegen Rechts hat angekündigt, in der Stadt Druck aufzubauen, um dieses Verhalten der Ordnungsbehörden und -kräfte nicht ungestraft durchgehen zu lassen.
Wir werden uns daran beteiligen.
Der politische Preis für diese Begünstigung von expliziten Naziverherrlichern, Antisemiten und rassistischen Moslemhassern sollte hoch ausfallen!

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5 Gedanken zu “Herrenmenschen – die Nazis in Erbenheim…

  1. Zur Situation im Hauptbahnhof, nachdem alle Polizeisperren aufgehoben waren und die Landespolizei die Zusage gab, die Abreise der AntifaschistInnen nicht zu behindern:

    Der Bahnhof war voller Antifas als unter den schwergepanzerten Einheiten der Bundespolizei Hektik ausbrach. Eine 9-köpfige Gruppe von Neonazis wurde unter Polizeischutz zu Gleis 8-9 gebracht. Das
    Szenario wurde durch lautes Rufen der Antifas kommentiert. Gleis 8-9 wurde abgesperrt und Beamte versuchten gegen den Willen der Antifa-Fahrgäste in den dort abfahrtbereit wartenden vollbesetzten
    Zügen, gewaltsam Platz für die Nazis zu schaffen. Dies mislang wie sich bald herausstellte.
    Denn kurz darauf erschienen BuPos an Gleis 3, wo die S8 nach Offenbach Ost stand, die ebenfalls voller Gegendemonstranten war. Der Einsatzleiter vor Ort entschied: „Den ersten Wagen räumen“. Darauf enterten 20 behelmte Bundespolizisten den Wagen, während 20 weitere den Zugang zum Gleis sperrten. Nicht-Antifa-Fahrgäste verließen ängstlich den Wagen. Antifa-Fahrgäste wurden mit Gewalt aus dem Wagen gezogen. Als sie lautstark protestierten, zogen die Beamten ihre Tonfas und machten Anstalten diese einzusetzen. Ein weiterer Beamter rief seinen Kollegen mit Blick auf einen anwesenden Fotojournalisten zu: „Nicht vor der Kamera“.
    Im Wagen hieß es auf Frage nach der Rechtsgrundlage nur, es handele sich um eine unaufschiebbare polizeiliche Maßnahme zur Gefahrenabwehr. Nachdem fast alle Nicht-Nazis aus dem Wagon verdrängt waren, fuhr der Zug ab. Die Nazis aus Alzey wurden von 20 gezählten BuPos nach Mainz Hbf und dann in den nächsten Anschlußzug begleitet.
    Im Mainzer Hbf warteten zusätzliche BuPos in ihrer Aufstandsbekämpfungsmontur. Die „alerta antifascista“-Rufe wurden auch hier ganz dem Neutralitätsgebot entsprechend mit „Schnautze halten, Tür zu“ gewürdigt.
    „Zivilcourage“ und der in den 90ern geforderte „Aufstand der Anständigen“ wird eben da in die Schranken gewiesen, wo die Staatsmacht selbst ihre Unanständigkeit nicht mehr verbergen will.

  2. @Stephan – vielen Dank für die Präzisierung. Ich fände es wichtig, das auch dem EA noch mitzteilen!

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