Dankbarkeit und Ermutigung: Wladimir Gall auf Kurzbesuch in Frankfurt

(Treffen unter Antifaschisten:
Hans Heisel, links und Wladimir Gall, rechts
)
Wer Konrad Wolfs Film „Ich war 19“ je gesehen hat, kennt auch Wladimir Gall: in einer zentralen Szene wird ein sowjetischer Parlamentär gezeigt, der während der Kämpfe um Berlin im April / Mai 1945 die deutsche Besatzung der Festung Spandau zum Aufgeben überredet und damit Hunderten deutscher Zivilisten die Erstürmung der Zitadelle und damit das Risiko des Todes kurz vor Kriegsende erspart. Dieser Parlamentär ist Wladimir Gall, der nach dem Sieg über den Nazifaschismus drei Jahre lang Chef der Kulturabteilung der Sowjetischen Militäradministration in Halle und danach Leiter einer Antifa-Schule in Kranogorsk war. Mit dem DDR-Regisseur Konrad Wolf war er ein Leben lang befreundet, und so spielt er auch in Wolfs Film „Mama, ich lebe„, in der Rolle eines sowjetischen Germanisten, der als Offizier der Roten Armee deutsche Antifaschisten zum Einsatz hinter den Linien der Wehrmachtsbesatzer begleitet, eine biographische Züge tragende Rolle.
Vor wenigen Tagen machte der 92-jährige auf dem Weg zwischen zwei Vorträgen in Weimar und Karlsruhe einen Kurzaufenthalt in Frankfurt. Antifaschistische AktivistInnen aus Frankfurt bereiteten ihm einen gebührenden Empfang. Zu ihnen gehörte auch Hans Heisel, der als deutscher Besatzungssoldat in Paris ab 1942 Mitglied der illegalen KPD, Kämpfer der Résistance und im August 1944 Teilnehmer am Pariser Volksaufstand gegen die deutsche Besatzung war.
Beide trafen sich bei dieser Gelegenheit zum ersten Mal und hatten sich und uns einiges zu erzählen. Wir brachten unsere tiefe Dankbarkeit für den Kampf von Wladimir Gall und Hans Heisel hoffentlich gebührend zum Ausdruck.
Sicher war dies eine der bisher eher seltenen Gelegenheiten, bei denen auf dem Frankfurter Hauptbahnhof rote Fahnen zu sehen und der Gesang der Internationale zu hören war.

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