Sarrazin-Rassisten heimgeschickt

Etwa 35 AnhängerInnen des Antisemiten und Rassisten Thilo Sarrazin, die sich trotz der angeblich zuvor erfolgten Absage ihrer Veranstaltung vor dem Frankfurter Markus-Krankenhaus versammelt hatten, um von dort einen „Schweigemarsch“ zur Bundesbank zu zelebrieren, wurden am heutigen 9. September von knapp 100 AntifaschistInnen heimgeschickt. Während die eine Gruppe von ca. 10 Rechten einige Zeit lang, umgeben von etwa 30 GegendemonstrantInnen direkt vor der Bundesbank verharrten, aber für ihre Kundegbung nicht zum Zug kamen, wurde der Rest der RassistInnen auf halber Höhe der Wilhelm-Eppstein-Straße durch eine Kette von AntifaschistInnen daran gehindert, zur Gruppe an der Bundesbank aufzuschließen. Schließlich sahen sie es ein und verzogen sich sang- und klanglos nach Hause. Das Grüppchen an der Bundesbank machte ebenfalls seiner Stehparty schnell ein Ende, als es sah, daß sich nun die gesamte Gruppe von AntifaschistInnen zu ihnen auf den Weg machte.

Insgesamt war das geschlossene Auftreten der AntifaschistInnen ansonsten unterschiedlicher Positionen ein erfreulicher Erfolg, vor allem gemessen an der kurzen Vorlaufzeit bis zur Aktion.  Es gab auf unserer Seite, soweit bekannt, eine einzige Festnahme – aus nichtigem Grund. Ansonsten hielt sich die „normale“ Polizei sichtlich zurück, während ein Beamter der eingesetzten BFE-Truppe vor lauter Frust die eigenen KollegInnen anbrüllte.
[Update: Zum Geisteszustand und Grad an Realitätszurechtbiegung der sichtlich geknickten Sarrazin-Anhänger kann sich ein Bild machen, wer den Bericht über die oben geschilderten Ereignisse auf dem Rassistenblog PI-News nachliest. Allein  schon dessen Überschrift „Mauermörder attackieren Bürger ist Goldes wert und könnte quasi fast direkt der „Titanic“ entsprungen sein. Sehr unterhaltsam auch die zahlreichen Kommentare, insbesondere derjenige des ja schon bekannten Buben aus Hausen (Kommentar #56) – köstlich!.]

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8 Gedanken zu “Sarrazin-Rassisten heimgeschickt

  1. Trotz Absage des Veranstalters ca. 25 TeilnehmerInnen – etwa 100 GegendemonstrantInnen – kleinere Tumulte – rassistische Kundgebung verhindert:

    Pressemitteilung des antifaschistischen Vorbereitungskreises

    Etwa hundert Menschen aus dem antirassistischen und antifaschistischen Spektrum haben am gestrigen Donnerstag, dem 9. September, im Frankfurter Stadtteil Ginnheim eine Kundgebung für den Rassist und Ex-Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin verhindert.

    Trotz Absage der VeranstalterInnen fanden sich gegen 18 Uhr etwa 25 Sarrazin-Fans vor dem Markus-Krankenhaus ein, um ihre Unterstützung für Sarrazins rassistische und sozialdarwinistische Thesen zu bekunden. Als sie sich Richtung Bundesbank in Bewegung setzten, wurden sie von den GegendemonstrantInnen daran gehindert, eine Demonstration durchzuführen und vor der Bundesbank „in Trauer um die Meinungsfreiheit“ Kerzen anzuzünden. Dabei kam es zu Rangeleien zwischen Sarrazin-Anhängern und GegendemonstrantInnen.

    Der Sprecher des Bündnisses gegen die Pro-Sarrazin-Demo erklärte: „Die vorgebliche Trauer dieser Leute um Sarrazins Meinungsfreiheit ist pure Heuchelei, sein Buch ein Bestseller. Wir werden nicht dulden, dass öffentliche Unterstützung für Sarrazins Thesen bekundet wird. Der eigentliche Skandal bleibt jedoch der dem zu Grunde liegende Rassismus aus der Mitte der Gesellschaft.“

    Am Rande wurden auch mehrere offen auftretende Neonazis aus der Rhein-Main-Region von AntifaschistInnen des Ortes verwiesen.

    Sicher hat die Absage der VeranstalterInnen dazu geführt, dass von unserer Seite weniger Leute da waren. In Zukunft heißt es: Trotzdem kommen! Denn dass trotz Absage etwa 25 Sarrazin-Fans auftauchten, zeigt die Dynamik, die Web 2.0-Mobilisierungen annehmen können. An der Sarrazin-Kundgebung wollten (neben ein paar Nazis) vor allem Leute teilnehmen, die sicher noch nicht oft demonstriert haben und zum Großteil wirklich „aus der Mitte der Gesellschaft“ kamen. Wie ein langfristiger Umgang mit diesem zukünftig vermutlich öfter auftretenden Phänomen aussehen kann, müsste dringend auf die Agenda der linken Zusammenhänge in Frankfurt.

  2. Am vergangenen Samstag fand eine rassistische Kundgebung, organisiert aus dem Umfeld der Hausener Bürgerinitiative und des Rassistenblogs PI-News, mitten in Frankfurt-Hausen statt:

    Wie ein langfristiger Umgang mit diesem zukünftig vermutlich öfter auftretenden Phänomen aus der Mitte der Gesellschaft aussehen kann, müsste dringend auf die Agenda der linken Zusammenhänge in Frankfurt.

  3. Sarrazin ein Antisemit? Ihr habt doch einen an der Waffel!

    Der Mann hat sich mehrfach positiv über Juden und Israel geäußert.

    Die wirklichen Nazis seid Ihr doch. Sch**ss Meinungswächter!

  4. Du redest von Antisemiten? DU? Wer bist du? Wer marschiert mit Islamfaschos in einer Reihe? Wer propagiert jeden Tag und unterstützt Sie?

    Hör auf mit Deinen Unterstellungen.

    Faschismus ist ein Verbrechen auch wenn er unter dem Deckmantel einer Religion vor Dir her läuft.
    Oder biste selbst nen Fascho?

  5. @Kristallpalast, @Du redest von Antisemiten,

    Das sinde interessante Argumente.
    Es genügt also Eurer Meinung nach, „positiv über Juden und Israel zu sprechen“, um kein Antisemit zu sein? Wenn also jemand wie S. behauptet, die biologisch durch ein gemeinsames Gen als rassische Einheit zu verstehenden Juden seien durchschnittlich intelligenter, als die „Türken und Araber“, dann ist das nicht antisemitisch?
    Rassismus ist die Behauptung, es gebe biologisch definierte menschliche Kollektive, denen objektiv alle dazugerechneten Individuen angehörten, und die deren Eigenschaften grundlegend prägen, sowie die Annahme, daß diese Kollektive sich durch sogenannte „höherwertige“ oder „unwertere“ Eigenschaften voneinander unterscheiden. Genau das ist S. Position. Wer Juden gegenüber so argumentiert, ist Antisemit.
    Die Annahme ferner, nur wer grundlegend positiv zur aktuellen Politik eines Staates, hier: des Staates Israel, stehe, sei kein Antisemit oder umgekehrt, wer die aktuelle Politik dieses Staates zB. durch die Teilnahme an einer Antikriegsdemonstration im Zusammenhang des Gaza-Krieges unterstütze, müsse Antisemit sein, ist in sich unauflösbar widersprüchlich. Denn sie ignoriert die empirisch völlig andere politische Position alle Jüdinnen und Juden innerhalb und außerhalb Israels, die die gleiche israelkritische Position in dieser Frage beziehen, behauptet letztlich also die Existenz eines homogenisierenden Kollektivs, des Staates Israel, innerhalb dessen alle ihm zugerechneten Individuen angeblich gleiche Positionen zu beziehen haben.
    Währen die erstere Position, also auch die Sarrazins, platter und vulgärer biologischer Rassismus ist, argumentiert die zweite Position analog dazu kulturalistisch und durch die äußere Zuschreibung angeblicher „politischer“ Gemeinsamkeiten aller Individuen eines Kollektivs. Aus beiden Positionen folgt in unterschiedlicher, aber letztlich gemeinsamer Weise die von außen herangetragene Zumutung an jüdische Menschen, sich anhören zu müssen: „Wer Jude ist, bestimme ich!“

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