München verbietet Veranstaltung zum Gedenken an das Münchner Abkommen von 1938 / John Heartfield – Grafik ebenfalls nicht genehm

Amtsgericht München:
John Heartfields „Hitlers Friedenstaube“ auf einem Flugblatt – verboten

Der Kanzler der Hochschule für Musik und Theater in München:
Veranstaltung zum Gedenken an das Münchner Abkommen von 1938 im „Führerbau“ – verboten

Die Gruppe „Klassenkampf statt Weltkrieg“ bewirbt seit längeren eine internationale Veranstaltung, mit der am 29. September 2012 an historischer Stelle, dem sogenannten Führerbau zu München, des Münchner Abkommens gedacht werden soll.

Der „Führerbau“ wurde 1933 anstelle des dort ursprünglich befindlichen Wohnhauses von Thomas Mann nach Zwangsenteignung und Arisierung als Bau der NSDAP für repräsentative Auftritte der NS-Kamarilla errichtet. In ihm fand 1938 das Diktat zur Zerschlagung der CSR statt, wahrlich ein Tiefpunkt der europäischen Geschichte.

Der Bau war im April 2012 von einer privaten Stiftung für die nun vorgesehen Veranstaltung angemietet worden: „Am Anfang war der Rhein – Klassenkampf statt Weltkrieg“. Reden von Kriegsgegner_innen und Antimilitarist_innen aus verschiedenen Ländern, Filmvorführung und szenische Darstellung sollten des Münchner Abkommens von 1938 gedenken. Nicht aus bloß historischem Interesse, sondern, um in Ansehung der aktuellen Lage vor einem weiteren Erstarken des deutschen Imperialismus heute und seinen kriegerischen Ambitionen zu warnen.

Diese Veranstaltung ist inzwischen ebenso verboten wie die Werbung für sie. Flugblätter wurden beschlagnahmt mit der Begründung, auf ihnen sei ein Hakenkreuz zu sehen – Zeigen verfassungswidriger Zeichen. Dabei handelt es sich um das Zitat von John Heartfields „Hitlers Friedenstaube“, die 1935 auf dem Titelbild der AIZ zu sehen war. Die Taube ist ein Habicht: Anspielung auf jenen nassauischen Kirchensynodalen und bankrotten Spekulanten Theodor Habicht, der im Auftrag der NSDAP deren österreichische Parallelorganisation aufbaute. So etwas darf in München nicht gezeigt werden.

Dies, während das Militär der BRD in verschiedenen Ländern Krieg führt, sich auf weitere Kriege vorbereitet, die Rüstungsindustrie des Landes drittgrößter Rüstungsexporteur der Welt ist.

Und dies, während die Sicherheitsbehörden der BRD eine beispiellose Skandalserie um die  Organe der „Inneren Sicherheit“ und deren aktive Verwicklung in eine naziterroristische Mordserie erleben – und den öffentlichen Aufschrei erfolgreich dazu nutzen können, ihren Unterdrückungsapparat weiter zu zentralisieren, zu vereinheitlichen, aufzurüsten, zu optimieren.

Die Anti-Nazi-Koordination wird bei ihrer nächsten Sitzung am Mittwoch, 26. September 2012, 19 Uhr, im Türkischen Volkshaus, über diesen Vorgang und den Widerstand dagegen berichten. Wir zeigen einen Kurzfilm, der unter dem Titel „Das Feuer, das sie löschen wollen, nähren sie selber“ über die Aktivitäten der Gruppe Klassenkampf statt Weltkrieg berichtet.
Wir rufen alle interessierten Antifaschist_innen und Antimilitarist_innen auf zu kommen. Wer an der Münchner Veranstaltung am 29.9. teilnehmen möchte, kann ab Frankfurt / Gewerkschaftshaus im Bus mitfahren. Informationen dazu ebenfalls am Abend des 26.9.2012

 

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2 Gedanken zu “München verbietet Veranstaltung zum Gedenken an das Münchner Abkommen von 1938 / John Heartfield – Grafik ebenfalls nicht genehm

  1. Wahrscheinlich sind nicht nur die Verfassungsschutzorgane inzwischen von Rechtsradikalen unterwandert sondern auch Teile der Deutschen Justiz von alten und neun Nazis unter Kontrolle. So allem Anschein nach auch beim Münchner Amtsgericht.

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