PEGIDA ändert die Termine – Heidi Mund zieht sich für den 20.4. zurück.

Die verschiedenen hessischen und Frankfurter PEGIDA-Guppen haben sich offenbar untereinander darauf geeinigt, nicht auch noch terminlich miteinander zu konkurrieren.

PEGIDA Hessen
wird nun mit Gastredner Lutz Bachmann am 18.4. in Kassel demonstrieren.

Die „Freien Bürger für Deutschland“ um H. Mund wollten ursprünglich in Frankfurt am Montag, 20. April, 18:30 am Rossmarkt „gegen faschistoide Ideologien auf deutschem Boden“ ihre Meinung kundtun, womit sie wenig überraschend erstens den Islam und zweitens den Antifaschismus meinen werden.
[update: Seit gestern ist aber nun bekannt, daß die „Freien Bürger“ ihren Auftritt für den kommenden Montag ersatzlos gestrichen haben, um sich auf den 27.4. mit Gastredner „Michael Mannheimer“ zu konzentrieren. Wir gehen davon aus, daß es dabei bleibt, bitten aber alle, sich regelmäßig hier davon zu vergewissern, ob eine Ersatzveranstaltung stattfindet. Hauptwache und Rossmarkt sind von der ANK für Montagabend angemeldet worden.]

Die nunmehr wieder existierenden Islamhasser um Hans-Joachim Weber treten unter dem Label „PEGIDA Frankfurt – Rhein-Main“ am Dienstag, 21.4., 19:00, an der Hauptwache vor der Katharinenkirche in Heidi Munds Fußstapfen. Sie wollen von dort zu einem „Spaziergang“ aufbrechen. In der FNP veröffentlichten Gerüchten zufolge gibt es Pläne, daß Lutz Bachmann, Gröfaz der Pegida-Bewegung, dabei in Frankfurt auftreten soll.
Die ANK wird mit möglichst vielen Menschen gemeinsam ab 18:00 vor Ort dafür sorgen, daß dieser Spaziergang für die PEGIDAzis keiner wird. Kommt massenhaft, um PEGIDA Frankfurt samt H.J. Weber alias „Theodor Körner“ und Lutz Bachmann nach Hause zu schicken – Bachmann, den Hitler-Imitator, und Weber, der sich das Alias „Theodor Körner“ sicher nicht zufällig nach jenem Dichter der politischen Romantik gegeben hat, dem die Nachwelt die lyrische Steilvorlage für den Abschluss der Sportpapalastrede des Dr. Joseph Goebbels zum „totalen Krieg“ verdankt: „Nun Volk, steh‘ auf, und Sturm brich los.“ Körner / Goebbels wurden tatsächlich anlässlich von PEGIDA-Veranstaltungen bereits öffentlich zitiert. Schwer vorstellbar, daß das Weber irgendwie stören würde.

Natürlich fallen einem zu diesem Terminbuffet des rassistischen Islamhasses auch lustige Dinge wie die Frage ein, die schon Monty Pythons Flying Circus in „Das Leben des Brian“ diskutierte: „Judäische Volksfront“ oder „Volksfront von Judäa„?

Aber wir sind der Meinung, daß Satire die gesellschaftliche Problematik von PEGIDA nicht hinreichend beschreibt. PEGIDA ist bundesweit keineswegs jenseits seines Zeniths. Diese Bewegung hat es erstmals in jüngerer Zeit geschafft, eine heterogene Masse von sich ansonsten eher links positionierenden Menschen, der bürgerlichen Mitte, der Neuen Rechten bis hin zu offenen Nazis auf eine gemeinsame Aktionsplattform zu bekommen und zu Tausenden auf die Straße zu gehen. Grundlage und kleinster gemeinsamer Nenner dieser Plattform sowie ihr Brandbeschleuniger ist der antiislamische Rassismus. Das ist keine ganz neue Entwicklung. „Politically Incorrect“ die sogenannten „Sarrazin-Debatten“, Figuren wie Udo Ulfkotte, Henryk M. Broder, aber auch Ex-Linke wie Ralph Giordano, Hartmut Krauss, Mina Ahadi usw. haben im Rahmen der sogenannten „Islamkritik“ jahrelang vorbereitend auf die derzeitige gesellschaftliche Situation des aufsteigenden Rassismus und einer erheblichen Zunahme extrem rechter Gewalt hingearbeitet. Derzeit gelingt es den verschiedenen, unter dem Label der xyzGIDA-Gruppen auftretenden heterogenen Kräfte zumindest punktuell, wirksam aufzutreten. Wenn in Dresden, wie am vergangenen Montag, 10.000 PEGIDAzis in der „Flutrinne“ dem holländischen Neofaschisten Geert Wilders zujubeln, mögen das weniger sein, als vorher großmäulig angekündigt, aber es sind auch 3000 mehr, als die NPD vor sieben bis acht Jahren europaweit zum Dresdner „Trauermarsch“ mobilisieren konnte. „Islamkritik“ schlägt „normalen“ deutschnationalen Hass als Zündfunke faschistoider Aktivitäten.
Dem entspricht im gesellschaftlichen Klima der BRD die aktuell rasante Zunahme an gewalttätigen rechten Übergriffen gegen Flüchtlinge, AsylbewerberInnen und MigrantInnen. Das trifft auch für die Rhein-Main-Region zu, wie zB. der kürzlich erfolgte Anschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft in Hofheim zeigt: „Im vergangenen Jahr gab es in Hessen insgesamt sieben Angriffe, Schmierereien und andere Delikte im Zusammenhang mit Asylunterkünften – mehr als in den neun Jahren zuvor.“ (FR)
Es wird Zeit, diese rassistische und faschistische Entwicklung entschieden zu beenden. Wir bemühen uns, vor Ort einen Beitrag dazu zu leisten und fordern alle DemokratInnen, Linken, AntifachistInnen dazu auf, uns dabei solidarisch, gemeinsam und entschlossen zu unterstützen!

Advertisements

Ein Gedanke zu “PEGIDA ändert die Termine – Heidi Mund zieht sich für den 20.4. zurück.

  1. Auch schon wieder veraltet, Heidi hat den 20. abgesagt und konzentriert sich auf den 27. mit Michael Mannheimer von PI, Lutzis Verein bleibt beim 21.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s