Festnahme bei der Maikundgebung des DGB

Bei der gestrigen Maikundgebung des DGB wurde ein Kollege von der Polizei festgenommen und auf das Präsidium gebracht. Die ganze Strecke der Demonstration war schon vor Beginn der Kundgebung auf dem Römerberg in einem ungewöhnlich hohen Maß mit Gruppen von PolizistInnen in Kampfanzügen gekennzeichnet gewesen, solche Gruppen standen auch auf dem Römerberg. Im Vergleich zu früheren Jahren war das eine deutlich Steigerung der Polizeipräsenz, die polizeilich mit der unklaren Sicherheitslage nach dem versuchten salafistischen Anschlag auf das abgesagte Mai-Radrennen „begründet“ wurde.
Dagegen wie auch gegen die Festnahme des Kollegen aus dem Demonstrationszug heraus gab es keinerlei Protest seitens der DGB-Demoleitung, es wurde auch verhindert, daß die Tatsache der Festnahme über die Anlage der Bühne bekanntgegeben werden konnte. Als Grund für die Festnahme war angegeben worden, der festgenommene Kollege sei auf einem Foto während der M18-Blockupy-Proteste zu sehen. Dieses Foto werden die BeamtInnen wohl kaum zufällig dabei gehabt haben – was ein schräges Licht auf die polizeiliche „Begründung“ für ihre auffällige Präsenz bei einer gewerkschaftlichen Kundgebung wirft.
Am Ausgang des Römerbergs sammelten sich nach einigen Megafondurchsagen etwa 150 Personen, die sich in einem spontanen Demonstrationszug auf den Weg über Hauptwache und Eschersheimer Landstraße zum Polizeipräsidium aufmachten.  Die Stimmung in der lauten und kämpferischen Demo war sehr gut, es wurden fast ununterbrochen Parolen gerufen und in improvisierten Redebeiträgen die Bedeutung der internationalen Solidarität in Geschichte und Gegenwart des 1. Mai, von Rassismus und Polizeiverhalten am Beispiel des NSU thematisiert. Vor dem Haupteingang des Polizeipräsidium wurde für etwa 40 Minuten die gesamte Miquelallee blockiert. Der festgenommene Kollege wurde nach etwa 20 Minuten frei gelassen, mit Jubel und Sprechchören begrüßt. Nach einigen Redebeiträgen vor Ort löste sich die Blockade dann auf.

In einer am Nachmittag erstellten Pressemitteilung zu dem Vorfall heißt es:
Die Unterzeichnenden stellen fest: der 1. Mai ist der internationale Kampftag aller arbeitenden Menschen, die für ein besseres Leben, gegen Ausbeutung, Unterdrückung, Rassismus, Faschismus und Krieg eintreten.
Wer sie angreift, stellt sich selbst in eine lange und blutige Tradition der Unterdrückung.
Ein Angriff auf einen ist ein Angriff auf alle!
Es lebe der 1. Mai!
Hoch die internationale Solidarität!“

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