Widerstand Ost / West fordert mehr Polizei, ein freundliches Verhältnis zum Faschismus und ein Verbot der Antifa

Der „Widerstand Ost/West“ hat versucht, ein Manifest zu verfassen.
In Verballhornung eines weltgeschichtlich wichtigen Textes, dessen letzter Satz bekanntlich lautet „Proletarier aller Länder, vereinigt euch!„, heißt es bei den Nazihools um die als VS-Agentin verdächtigte Ester Seitz: „Patrioten dieses Landes, vereinigt euch!

Damit ist eigentlich schon fast alles gesagt. Nicht ist konformistischer, angepasster, kleinkarierter, mainstreamiger als dieser Text, der sich selbst für ein Dokument des „Widerstands“ hält, aber im Wesentlichen die Politik deutscher Behörden,  die mörderische Praxis der FRONTEX, den rassistischen sound von BILD-Schlagzeilen, den Pickelhaubenklang von Gauck-Reden, und die staubige Redaktionsstubenatmosphäre von FAZ-Lokalredakteuren atmet.

So fordert der „Widerstand Ost-West“ als wohl einziger „Widerstand“ dieser Erde mehr Polizei, mehr Verhaftungen, mehr Verbote von allem möglichen.  Wozu man dafür ein „Widerstand“ sein muß, weiß nur Ester Seitz. Selbst alle Hooligans freuen sich schon ganz dolle auf mehr Polizei.

Ausdrücklich werden mehr Abschiebungen und weniger Asylberechtigte gewünscht. Dabei wird gefordert, zu diesem Zweck müsse zwischen angeblichen „Asylmißbrauchern“ und „berechtigten Kriegsflüchtlingen“ unterschieden werden, als ob es für diesen nützlichkeitsrassistischen Zweck nicht bereits seit Jahrzehnten eine ganze Behörde der BRD sowie die Bundespolizei gäbe.
Mißbraucher“ sollten an den Grenzen Europas abgewiesen werden – schon mal was von FRONTEX gehört? 24.000 Toten im Mittelmeer seit dem Jahr 2000? Das ist dem „Widerstand Ost/West “ offenbar noch nicht genug.

Dieser sogenannte „Widerstand Ost/West“ fordert im Mut- und Wutgestus, was es schon längst als rassistische und menschenfeindlich Praxis von BRD und EU gibt. Er ist ganz einfach nicht informiert.

Gefordert wird eine „Entschärfung des Islam“ und eine Textzensur des Koran, der von sämtlichen Strafdrohungen und sonstigen Gewaltpassagen zu reinigen sei.
Der sich albernerweise so nennende „Widerstand“ fordert also eine religiöse Zensurbehöde – denn wer sonst soll eine solche „Koranreinigung“ leisten?
Und warum nur der Koran? Kennen die Verfasser des angeblichen „Widerstands“ die Bibel nicht? Todesstrafe durch Steinigung für Ehebruch, Homosexualität, Mord, Gotteslästerung, Majestätsbeleidigung usw. usf. Ester Seitz möge mal ihre Bibel abstauben und darin lesen!
Es hat schon einmal 1933 ff ähnlich Forderungen gegeben. Damals waren es die NSDAP-nahen Deutschen Christen, die die Streichung des Alten Testaments als  „jüdische Viehhändlergeschichten“ aus der Bibel  und die Predigt eines – angeblich –  „arischen und heldischen Christus“ forderten. Mit sehr ähnlichen „Argumenten“ wie die heutigen VerteidigerInnen des Abendlands.
Die Scharia„, heißt es heute, das islamische Religionsgesetz, sei als grundgesetzwidrig zu verbieten. Abgesehen davon, daß es „die Scharia“ sowenig gibt wie „die halacha“ oder „die christliche Lehre“: was soll mit den Muslimen in der BRD  geschehen, die an ihren religiösen Traditionen festzuhalten und ihr weiteres Leben nicht an den Befehlen von Ester Seitz oder den „Berserkern Pforzheim“ zu orientieren gedenken?
Abschiebung? Internierung? Zwangs-pegidisierung – und zwar: „friedlich und gewaltfrei„?
Das alles ist nicht neu und nicht „Widerstand„, das ist BRD- mainstream: „Kopftuchverbot“, „Burka-Verbot“, „Schächtverbot“, „Minarettbauverbot“, „Beschneidungsverbot“, „Islamverteilverbot“ – war oder ist ja alles schon in der Diskussion oder sogar Gesetz. So stellt sich PEGIDA das „Abendland“ offenbar vor: als Zwangsgemeinschaft.

PEGIDA fordert „ein Zuwanderungsgesetz, das die Interessen der eigenen Bevölkerung wahrt„, mithin also eine Überordnung des vermutlich irgendwie kulturell-blutsmäßig fixierten Mehr-Wertes der „deutschen“ Bevölkerung Deutschlands (nichts anderes ist der rassistische Sinn von „WIR sind das Volk„) über die Verpflichtung zur Hilfeleistung zB. für Verhungernde, Fliehende oder Ertrinkende.
Auch das ist wohlbekannt: „Recht ist, was dem deutschen Volke nützt„, hieß das bei den Nazis.
Beide Testamente der Bibel fordern natürlich das genaue Gegenteil – gemeinsam mit europäischer Aufklärung, Sozialismus und Internationalismus. Soviel nur zum „jüdisch-christlichen Abendland“ und seinen vor PEGIDA zu schützenden Traditionen.

Konsequent wird darum auch ein positiveres Verhältnis zur deutschen Geschichte gefordert.
Wir wissen schon, was gemeint ist, wenn es heißt: „Von keinem Volk der Erde – außer dem deutschen Volk – wird verlangt, dass es seine Schuld zelebriert (sic!) und seine Identität verleugnet.“ Zur deutschen Identität des „Widerstand Ost / West“ gehört offensichtlich auch der 1930 erschossene SA-Kriminelle  Horst Wessel.
Weil man also selber „deutsch“ und krachrechts ist, muß natürlich alles Böse links oder „islamisch“ sein. Daraus folgt messerscharf, daß schwarz weiß ist: „Die – eigentlich linke – Ideologie der Nationalsozialisten darf nicht länger als ein Hebel zur Verunglimpfung und Kriminalisierung einer natürlichen Heimat- und Vaterlandsliebe … instrumentalisiert werden„, heißt es hier unter konsequenter Weiterverwendung des faschistischen Propagandabegriffs „Nationalsozialismus„, dem, siehe die beiden eingangs gegenübergestellten Zitate, von vornherein nie etwas entsprach: Sozialismus ist seinem Begriff nach internationalistisch. Man möchte sich aber nun endlich nicht mehr als „Nazi“ beschimpfen lassen, oder man holt – na klar, die Polizei: „Die unbegründete Diffamierung von kritischen, patriotischen und unbescholtenen Bürgern als ‚Nazi‘ muss aufhören und strafrechtlich verfolgt werden!“ quengelt Seitz‘ Gemeinde.

Das alles fließt zusammen in einem einzigen finalen Aufschrei: „Die Polizei muß in Deutschland wieder für Ordnung und Sicherheit sorgen dürfen!
Der „Widerstand Ost/West“ würde gerne komplett als Hilfs-Sheriff-Verein anheuern. Ein selten staatsfrommes und polizeiunterwürfiges Dokument. Nach „oben“ buckeln, nach „unten“ treten – das ist der ganze „Widerstand  – ein „Widerstand“ von zutiefst gartenzwergigen wütend-verängstigten KleinbürgerInnen, die zwischen Selbstmitleid und Gewaltphantasien schwanken und im Zweifel nach dem Herrn Wachtmeister, der Bundeswehr oder der NATO rufen. Verglichen mit diesem „Widerstand“ ist Pumuckl ein Revolutionär.

Auf der Facebookseite dieses sogenannten Widerstands heißt es schwülstig-vieldeutig: „Patrioten dieses Landes, vereinigt euch!

Falls das als eine Maßnahme gegen den in rechten Kreisen gern prognostizierten alsbaldigen „Volkstod“ oder die angebliche Selbstabschaffung Deutschlands angedroht sein soll, wären wir dankbar, wenn sie nicht öffentlich auf dem Rossmarkt vollzogen würde. Wer mag so etwas mitansehen müssen?

Darum: Nationalismus, Rassismus und Faschismus raus aus den Köpfen!
Nazihools und Rassisten raus aus Frankfurt!
Verhindern wir gemeinsam und entschlossen den Naziaufmarsch des „Widerstands Ost/West“ am 20.6. in Frankfurt!
Ob Ost, ob West – nieder mit der Nazipest!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s