„Wie nationalsozialistisch ist der Widerstand Ost-West?“

Die Facebookseite der PEGIDA-GegnerInnen in Nürnberg, Nonügida, entwickelt sich gerade zu einer Fundgrube für die praktische Vernetzung sowie die politische Ideologie des faschistischen „Widerstands Ost-West“ um Ester Seitz und Michael Stürzenberger. Bemerkenswert an dieser Verwicklung auf beiden Ebenen ist, daß die tiefen Verflechtungen ins Nazi-Milieu von diesen beiden ProtagonistInnen bereits in der Münchner BAGIDA eine Rolle spielten und nun erweitert werden.
Den Hintergrund dafür spielt, wie an anderer Stelle schon vermutet, das strategische Ziel Stürzenbergers, mit Hilfe der nach vorne geschobenen Ester Seitz PEGIDA im Westen der Republik zu verdrängen und eine eigene Struktur an ihrer Stelle aufzubauen: rund um „Die Freiheit“, „Die Rechte“, die Reste der „Pro-„Parteien, NPD, Hools, die „Ortsgruppen“ des Blogs „Politically Incorrect“ (PI).  PI, seit bald zehn Jahren Zentralorgan des antiislamischen Rassismus im Internet,  ist als gemeinsamer Bezugspunkt und streckenweise auch lokaler Organisator hierbei wichtig. Über viele Jahre hat dort Michael Stürzenberger noch zu seinen Zeiten als Sprecher der CSU unter dem Pseudonym „Byzanz“ rassistischen und nationalistischen Islamhass in einem Milieu verbreitet, das er nun auf die Straße bringen möchte.

An den HoGeSa-Hools haben – wie vorher auch schon Heidi Mund – Seitz und Stürzenberger einen besonderen Narren gefressen. Warum das so ist, kann man in dem unebdingt sehenswerten Video: „Rechte Gewalt – vom Stadion auf die Straße“ (MDR) sehen.

Zu Recht weist NoNügida darauf hin, daß dieses Spektrum auch am 20.6. in Frankfurt eine entscheidende Rolle spielen, aus dieser Kundgebung so etwas wie „ein zweites Köln“ machen will:

„Nazi-Hools Gemeinsam-Stark Deutschland vor der Sendung: „Vorausahnend schicken wir schon mal ein freundliches, „Lügenpresse – halt die Fresse“, an den MDR.“ Mit bei GSD dabei scheint auch der erste Anmelder der HoGeSa-Kundgebung in Hannover, Uwe Mindrup, zu sein. Heute soll er neben Ester Seitz als einer der Organisatoren von „Widerstand Ost West“ gelten, die am 20. Juni in Frankfurt aufmarschieren wollen. Nazihools, Freie Kameradschaften, Naziparteien – sie alle bewerben Frankfurt und wollen ein zweites Köln!

Im oben verlinkten Video des MDR erläutert unter anderem der Journalist Olaf Sundermeyer ab min 20:00, warum es eine Wunschvorstellung von Nazi-Hools ist, so wie 1933 Seite an Seite mit der Polizei als „neue SA“ auftreten zu können.

Das erklärt auch den nur scheinbaren Widerspruch, daß Seitz und Co. in Aufrufen für die Frankfurter Demo am 20.06., in staats- und polizeiunterwürfiger Manier für „mehr Polizei“ werben und dies zugleich als „Widerstand stilisieren. Dabei tun sich nicht zuletzt die von Seitz hofierten „Berserker Pforzheim“ (Video oben, ab min 25:45) hervor, die zum eingetragenen Verein (!!) Gemeinsam Stark Deutschland“ (GSD e.V) gehören.

Als AntifaschistInnen können wir hieraus den Schluß ziehen: es ist ein schwerer Irrtum, zu meinen, die Frankfurter Kundgebung des „Widerstands Ost/West“ sei nur ein verspäteter Nachtrab-Versuch nach dem vermeintlich sowieso schon eingeläuteten Ende der PEGIDA-Bewegung. Dies ist der Versuch der Gruppe um den Erzrivalen Lutz Bachmanns, Michael Stürzenberger, aus dem Schatten der bisher erfolgreicheren „Ost“-PEGIDAs zu treten und die Führung dieser „Bewegung“ an sich zu reißen.

NoNügida: „Wie nationalsozialistisch ist der „Widerstand Ost-West (WOW)?
NoNügida: „Wettkampf! Bachmann gegen Stürzenberger

Helft mit, dem Nationalismus und Faschismus des „Widerstands Ost-West“ das verdiente Ende zu bereiten!
Kein Zentimeter für sie am 20.06. in Frankfurt!
Helft mit, unseren Aufruf zu verbreiten – mobilisiert überall!
Kommt am 20.06. zum Rossmarkt  – bringt Eure Freund_innen, Kolleg_innen, Bekannten mit!

No pasarán!

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2 Gedanken zu “„Wie nationalsozialistisch ist der Widerstand Ost-West?“

  1. …übrigens: ich würde diese verlogene Wort „nationalsozialistisch“ ersetzen durch „nazistisch“ oder „faschistisch“, denn was die Nazis 1933-45 veranstaltet haben, war weder national noch sozialistisch!

  2. Völlig richtig. Es steht in der Überschrift in Anführungszeichen, weil es ein Zitat ist. „Nationalsozialismus“ wird darum auch als faschistischer Propagandabehriff bezeichnet.

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