Fünf Finger sind eine Faust… – wie organisieren wir uns für den 20. Juni?

Finger FaustAm kommenden 20. Juni werden viele Gruppen mit unterschiedlichen Traditionen und politischen Hintergründen zusammen ein gemeinsames Ziel verfolgen: den Aufmarsch des „Widerstand Ost-West“ gemeinsam, solidarisch und entschlossen verhindern. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten: Straßen- und Platzblockaden, aber auch bewegliche Aktionen – oder Kombinationen von beidem. Eine Rolle spielen dabei die sogenannten Finger. Viele kennen diesen Begriff spätestens seit den Heiligendamm-Protesten gegen den damaligen G8-Gipfel.
Wer mit dem Wort nicht so viel anfangen kann: hier einige wenige Infos dazu:
im Rahmen eines Gesamtkonzepts für welche Aktion auch immer kann es sinnvoll sein, nicht statisch an einem Ort zu bleiben, zu dem man zentral aufgerufen wird, sondern beweglich zu agieren. Mehrere vorher festgelegte Gruppen brechen dann zum Beisiel von vorher festgelegten Orten zu anderen Orten auf, was im Gesamtkonzept den Effekt hat, den es bezweckt, in unserem Falll also: Verhinderung des WOW-Aufmarschs. Solche dezentral agierenden beweglichen Gruppen sind die Finger – und fünf Finger sind eine Faust
Ein Finger besteht aus zusammenwirkenden Bezugsgruppen, oft kommen auch noch Einzelpersonen dazu. Die Leute einer Bezugsgruppe kennen und vertrauen sich untereinander, sie übernehmen gemeinsam beschlossene Aufgaben und es ist nicht so leicht, daß sich Provokateure oder Spitzel unter sie mischen. Deswegen ist es im Sinn eines organisierten Handelns optimal, wenn möglichst viele Antifaschist_innen sich in Bezugsgruppen selbst organisieren.
Welche Aufgaben gibt es in einem Finger? Es gibt Menschen, die die Situation um den Finger herum aufklären, es gibt Leute, die die Kommunikation mit der Demoleitung aufrechterhalten. Es gibt Leute, die für die interne Information des Fingers sorgen, zum Beispiel mit einem Megafon, das für alle Leute im Finger zum Beispiel die Durchsage macht: wir gehen in drei Minuten los und zwar von hier in die xyz-Straße. Es gibt Menschen, die sich um Verletzte kümmern können und es gibt Leute, die den Schutz des Megafons übernehmen usw. Vieles von dem, was für die Struktur eines Fingers gilt, gilt sinngemäß auch für jede Bezugsgruppe im Finger.
Auch wenn man Vorbehalte gegenüber Fahnen haben sollte: es hat sich bewährt, daß jeder Finger eine Farbe hat, die normalerweise zB. durch eine Fahne sichtbar ist, so daß alle Leute im Finger jederzeit sehen können, wohin sich der Finger bewegt. Man kann natürlich auch auf Teile dieser Struktur verzichten – je nach dem, wie die Mittel und Möglichkeiten sind.
In einem Finger gibt es normalerweise mehrere Bezugsgruppen. Jede Bezugsgruppe sollte möglichst bald eine/n oder mehrere Delegierte/n bestimmen – das ist ein unverzichtbarer Teil der Struktur einer Bezgsgruppe. Wenn es eine Situation gibt, in der diskutiert werden muß, was der Finger als nächstes tut, kann das rasch in einem Delegiertenplenum geklärt werden – das klingt komplizierter, als es ist, geht aber vor Ort oft sehr rasch. Ein Finger agiert so weit wie möglich selbstorganisiert und selbständig und zugleich möglichst solidarisch im Rahmen eines Gesamtkonzepts.
Es ist von heute aus betrachtet denkbar, daß wir am 20. Juni in einer Fingerstruktur handeln werden, es könnte aber auch ganz andere Szenarien geben. Optimal ist es, wenn sich alle Bezugsgruppen darauf vorbereiten, in Bezugsgruppen und in einem Finger aktiv zu sein.

Wenn Ihr gemeinsam mit uns üben wollt, in Bezugsgruppen und Fingern zu agieren: am Sonntag, 14. Juni, 11 Uhr, gibt es im Hof des DGB-Hauses, Wilhelm-Leuschnerstraße, Nähe Hauptbahnhof Frankfurt, ein öffentliches Aktions- und Blockadetraining. Hier weitere Infos.

Zur Zeit kann noch niemand genau wissen, was am 20. Juni der Ort des Geschehens ist. Nach Aussage des Ordnungsamts wird das in der kommenden Woche dort beraten werden – was nicht bedeuten muss, daß es dann auch umgehend veröffentlicht wird. Das ist für uns, wie schon so oft, ein Hindernis –  aber auch den WOW. Auch die Rassist_innen können erst dann öffentlich für ihren Ort mobilisieren, wenn sie ihn selber kennen. Danach müssen sie ihn für ihre eigene Mobilisierung bekannt geben – und dann kennen auch wir ihn.  Der Frankfurter Roßmarkt, für den sie derzeit mobilisieren, wird es sehr wahrscheinlich nicht sein.

Für alle antifaschistischen Bezugsgruppen und Einzelpersonen, die am 20. Juni aktiv sein wollen, heißt das: es ist eine wichtige Hilfe für uns alle gegenseitig, wenn Ihr am 19. Juni um 19 Uhr zu unserer Auftaktveranstaltung kommt. Dort werden alle wichtigen Punkte und Orte für den 20. Juni vorgestellt und Fragen beraten, die für einen gemeinsamen Erfolg wichtig sind. Den Ort dieser Verastaltung geben wir demnächst hier bekannt.

Macht Euch bereit, orgaisiert Euch und haltet Euch auf unserer Seite oder der facebookseite NOFRAGIDA informiert über alle aktuellen Entwicklungen!

Viel Spaß und Erfog uns allen – alerta!

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