20. Juni: neuer Redner des WOW – Silvio Rösler, der Nazi-Hool aus Leipzig und dem Umfeld des NSU

Der „Widerstand Ost-West“ hat einen neuen Redner für seine Veranstaltung am kommenden Samstag in Frankfurt benannt: Silvio Rösler, frisch aus dem „Sachsensumpf“. Der Fußballfanatiker, Türsteher und Rotlichtmileuaktivist  aus Leipzig gehört zu den Netzwerkern hinter LEGIDA, der PEGIDA-Version in Leipzig, die selbst Lutz Bachmann zu rechts war. Spuren seines Wirkens führen in die Kreise um den NSU. Selbst die antifaschistischer Sympathien unverdächtige WELT schreibt in einem Artikel über die Macher hinter LEGIDA über Rösler fogendes:

Silvio Rösler, 51, ist der Netzwerker der Bewegung und in der Szene bestens bekannt. Er gehörte lange zum harten Kern der SG Leipzig-Leutzsch, einem Fußballverein mit auffällig vielen Fans aus der rechten Szene. In diesem Umfeld ist auch Thomas Gerlach sozialisiert worden, ein Rechtsextremist, der sich im Umfeld der Terrorzelle NSU bewegt hatte und deshalb in München im Prozess gegen Beate Zschäpe als Zeuge aussagen musste.

Im Internet kursierende Fotos legen die Vermutung nahe, dass Gerlach und Rösler eng befreundet sind. Doch die Legida-Führungskraft, die auch die Demonstrationen seiner Initiative beim Leipziger Ordnungsamt angemeldet hat und zum rund achtköpfigen Orga-Team gehören soll, bestreitet private Verbindungen zu Gerlach. „Er ist genau wie ich ein Fan, wir haben zusammen auf der Norddamm gestanden“, sagte Rösler jetzt der „Leipziger Volkszeitung“.

In den 90er-Jahren war Rösler allerdings auch noch in einem ganz anderen Milieu unterwegs. Als Mitinhaber der Castingagentur „Innovation East“ wollte er schönen Frauen den Weg ins Showgeschäft ebenen. Sein Geschäftsmodell sei absolut seriös, beteuerte er seinerzeit in einem Interview: „Wenn wir von vorneherein wissen, dass wir die Leute nicht vermitteln können, sind wir ganz ehrlich und sagen das. … Für sogenannte Karteileichen einfach nur eine Verwaltungsgebühr abkassieren, wie das die schwarzen Schafe der Branche machen, wollen und können wir nicht. Dafür ist uns unser guter Ruf zu schade.“

Angesichts solcher Aussagen ist es bemerkenswert, dass Rösler im April 2002 wegen eines mutmaßlichen Rotlichtdelikts ins Visier der Fahnder geriet. Der Vorgang ist in Dokumenten überliefert, die der „Welt“ zur sogenannten „Sachsensumpf“-Korruptionsaffäre vorliegen. Diesen Papieren zufolge ermittelte das für Bandenkriminalität zuständige Leipziger Polizeikommissariat 24 gegen Rösler wegen des Verdachts der Schleusung und des Menschenhandels.

Wie das Verfahren mit dem Aktenzeichen 103 Js 367 96/02 ausging, war nicht zu erfahren. Heute jedenfalls wendet sich der Legida-Mann gegen die unkontrollierte Einwanderung von Ausländern – während ihm damals vorgeworfen wurde, „gewerbsmäßig Frauen aus der Dominikanischen Republik nach Deutschland einzuschleusen, um diese der Prostitution zuzuführen“. Die Staatsanwaltschaft Leipzig will sich dazu nicht äußern, teilte der „Welt“ aber mit: „Das Bundeszentralregister weist für den Betroffenen aktuell keine Eintragungen auf. …

Nach seinem Ausflug ins Model-Business verkaufte Rösler, dem exzellente Kontakte zur Leipziger Türsteherszene nachgesagt werden, laut einer Auskunftei zunächst Versicherungen und Immobilien. Doch auch damit scheiterte er mehr oder minder. „Von Krediten wird abgeraten, eine Geschäftsverbindung gilt als riskant“, warnt eine Auskunftei. Mit dieser Einstufung ist Rösler als selbstständiger Gewerbetreibender verbrannt. Da trifft es sich gut, dass ihn seine Ehefrau, eine 20 Jahre jüngere Ukrainerin, als Berater in ihrer Energiezentrale Sachsen UG beschäftigt.

An dieser Firma, die gewerblichen und privaten Verbrauchern helfen will, Energie zu sparen, ist allerdings ebenfalls einiges dubios. Auf der Internetseite sucht man vergeblich nach konkreten Produkten und konkreten Preisen. Der Firmensitz, der auch im Handelsregister eingetragen ist, liegt mitten im Leipziger Auenwald auf dem Areal eines Sportvereins. Dort berichtet ein Mitarbeiter, der Verein habe der Energiezentrale den Raum zum 31. Dezember gekündigt. Röslers Gattin, die als geschäftsführende Gesellschafterin, will er dort nie gesehen haben.

Merkwürdig ist zudem, dass die Ukrainerin und ihr Ehemann auch nicht unter der Adresse anzutreffen sind, die sie gegenüber den Leipziger Behörden als Wohnanschrift angegeben haben. Weder auf einer Klingel noch an einem Briefkasten ist der Name des Paars verzeichnet. Dafür lebt in dem Mehrfamilienhaus ein stadtbekannter Rechtsextremist, der im Internet als „Dottore Frank“ von sich reden macht und als NPD-Mitglied in Erscheinung getreten ist.“

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