„Heidi Hooligan!“ – ein großer, grüner Kranz und die längste Selbstblockadesitzdemo der Welt


Antifaschistische Blockade am Paulsplatz, 17.6.2015

Heute wollten die Freien Bürger für Deutschland, die aus Gründen un-gegendert so heißen wollen, wieder auf dem Frankfurter Römerberg ihre Meinung kundtun. Und zwar gedenken: der „Opfer des Rotfaschismus“ – es war ja schließlich 17. Juni. Heraus kam die lustigste der insgesamt, wenn wir richtig mitgezählt haben, 14. Kundgebungsversuche von vier verschiedenen PEGIDA-Grüppchen Frankfurts seit dem 5. Januar.

Ein großer grüner Kranz lehnte von vornherein drohend am Kundgebungswagen der Firma SIXT, mit dem Munds Truppe den wie immer eingepferchten Bereich des Römers befuhr. Handgezählte 20 DemonstrantInnen inkl. Familie Mund sammelten sich darum, denen etwa 350 GegendemonstrantInnen gegenüberstanden. Doch nein, es waren nur 18 „Freie Bürger“, denn zwei entpuppten sich urplötzlich als Antifas, die die Gedenkveranstaltung, an der sie als Freie Bürger verkleidet teilnahmen, urplötzlich mit einem antifaschistischen Banner störten: „Nur der kann sich als Mensch bezeichnen, der den Nazi bekämpft!„, stand darauf – riesiger Applaus! [update: Der Satz auf dem Transparent lautet: „Denn nur derjenige ist Mensch, der den Nazi bekämpft“ und stammt aus dem Lied „Der Pestdoktor“ des HipHop-Sängers ORB). Dass ein PEGIDA-Demonstrant mit Israelfahne zwei AntifaschistInnen an einer Aktion hindern will, sowas sieht man auch nicht jeden Tag: Video.
Als am Ende der Veranstaltung klar wurde, daß nun der große grüne Kranz „mit der belgischen Fahne und etwas drauf, was wir nicht lesen können„, wie ein Kommentator treffend bemerkte, an der Paulskirche niedergelegt werden sollte, war schnell klar: das muß verhindert werden. Blockaden am Nord- und Südeingang des Römer sowie dem Paulsplatz waren sehr schnell aufgebaut und hielten über Stunden stand. Denn nun begann eine Hängepartie, in deren Mittelpunkt eine immer hysterischer agierende Heidi Mund stand: erst versuchte sie, mit Kranz und Gewalt eine Polizeikette zu durchbrechen, die sie von der antifaschistischen Blockade trennte. Diese befeuerte ihren Versuch von „friedlicher und gewaltfreier“ Demokultur mit dem Sprechchor „Heidi Hooligan!„. Dann liefen Heidis Zeug_innen längere Zeit in ihrem Pferch im Kreis herum. Schließlich saß sie fast eine Stunde mit ihren immer weniger werdenden Rest-Getreuen auf dem Boden des Paulsplatzes, heulend, trotzig und wütend sowie immer weniger fähig, rational zu agieren. Das alles vor hunderten begeisterten antifaschistischen Aktiven, die inzwischen dazu übergingen, Äppler, Rindswurst, Pizza und Eis zu bestellen. Man hätte Eintrittskarten für dieses Spektakel verkaufen können.
Zum Schluß, als selbst Heidi Mund einsehen mußte, daß sie wegen der antifaschistischen Blockaden ringsherum ihren Gedenkkranz nicht vor der Paulskirche würde abwerfen können, wateten zwei Freie Bürger durch den Gerechtigkeitsbrunnen und spießten den Gedenk-Kranz, einem Schaschlik gleich, auf das Schwert der Frankfurter Justitia, die wohl kaum wußte, wie ihr geschah. Unfassbare Szenen.

Hierauf kamen die Antifas der Blockaden auf dem Paulsplatz in einer lauten und schnellen Kurzdemo auf den Römerberg zurück und forderten mit Erfolg die Polizei auf, den Star des Abends, eben jenen großen, grünen Kranz, vom Brunnen zu holen, was der Polizei mit Müh‘ und Not und vielen Versuchen, bei denen unter anderem eine polizeiliche Leiter ins Wasser des Gerechtigkeitsbrunnens platschte, dann schließlich auch ohne Amtshilfe des THW doch gelang, begleitet von Sprechchören wie „Hu-, Hu-, Hubschraubereinsatz!„: Video dieser polizeilichen Haupt- und Staatsaktion.

Heidi Mund und Ehemann wurden derweil polizeilich wegkutschiert – die Maximalstrafe für sie könnte zB. darin bestehen, daß ihnen zu Hause der aus dem Wasser gefischte große, grüne Kranz polizeilich zurückgegeben wird. Nach ihrem tätlichen Angriff auf die Polizei könnte Mund durchaus Probleme als Anmelderin künftiger „Spaziergänge“ der Freien Bürger bekommen. Im Übrigen dürfte nach dem heutigen Abend PEGIDA in Frankfurt für lange Zeit vollends der Lächerlichkeit preisgegeben sein.

Bei alledem sollte festgehalten werden: es ist Mund nicht einmal im Ansatz gelungen, ihr erklärtes Ziel zu erreichen, unsere Reihen durch eine Diskusssion über den 17. Juni 1953 zu spalten und zu verwirren. Bemerkenswert.

Für den Widerstand Ost-West wird alles das nicht so leicht gelten.
Der 20. Juni wird anders verlaufen. Wir arbeiten daran, daß er für uns noch besser wird.

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