AfD: gestört und vergittert. Demnächst besucht?

Gestern abend versuchten die um PEGIDA, BFF und AfD gruppierte Kräfte mal wieder, in Frankfurt eine zuvor groß beworbene Veranstaltung durchzuführen. Nachdem man zuerst couragiert im BIKUZ Höchst angemeldet hatte, zog man sich dann doch lieber ins leichter zu sichernde Gebäude des Saalbau Gutleut zurück. Es tröpfelten etwa einhundert AfDler ein, denen 350 – 400  Antifaschist*innen verschiedener Gruppen gegenüberstanden, dazwischen wie so oft Bereitschaftspolizei und BFE.
Unter diesen Umständen konnte wie so oft von einer öffentlichen Wahlkampfveranstaltung der extrem Rechten aus der Höcke-Partei keine Rede sein: die Besucher*innen mußten teilweise von Polizeibeamt*innen zum Eingang geleitet werden, wo sie eine Leibesvisitation seitens privater Securities über sich ergehen lassen mußten, die von der AfD angeheuert worden waren. Irgendwelche nicht sowieso schon von der AfD überzeugten „besorgten Bürger“ dürften darum kaum in der Veranstaltung zu finden gewesen sein.
Über hundert Antifaschist*innen hatten zuvor den Eingang zum Absperrgitter vor dem Haupteingang durch eine Sitzblockade gesperrt, wurden aber dann geräumt. Dabei und bei der Abwehr eines fast gelungenen antifaschistischen Durchbruchs am Absperrgitter vor dem Eingang setzt die Polizei Knüppel und Reizgas ein.

Über die Veranstaltung selbst ist nicht weiter zu berichten (vgl. dazu FR, FNP). Die Mobilisierung der antifaschistischen Seite verlief erstaunlich gut für die wenige Arbeit, die dafür investiert worden war.
Den Vogel der bizarrsten Vorberichterstattung schoß mal wieder BILD ab, deren Autor von „brennenden Barrikaden im Gutleut“ oder gar einer „europaweiten Mobilisierung“ gegen diese AfD-Miniversammlung phantasiert hatte. Ob der diesen BILD-Sinn verfassende Journalist bei Abfassung seines Textes bekifft war, oder ob ihm aus Versehen der letztjährige Blockupy-Berichterstattungs-Textbaustein in die Zeilen gerutscht und das dem gegenlesenden Redakteur entgangen ist – wir werden es wahrscheinlich nie erfahren. Ist aber auch egal. Uns hat es womöglich bei der Mobilisierung geholfen.
Die Situation im Gutleut war jedenfalls nicht von Bürgerkriegsstimmung geprägt, auch wenn der FOCUS dort „Tumulte“ gesehen haben will. Aus den Fenstern umliegender Aktionen gab es sogar Applaus für uns.

Am 24.2. möchte, wie zu hören ist, die AfD eine weitere „Großveranstaltung“ dieses Typs im Nordwestzentrum durchführen. Wie man ebenfalls hört, soll es schon viele Interessent*innen geben, die den, wie zu Wahlkampfzeiten üblich, intensiven Dialog besorgter Antifaschist*innen mit der „Alternative für Deutschland“ diesmal im Saal führen möchte. Das ist dann auch deutlich wärmer als gestern.
Bereitet Euch vor: unauffällige Kleidung, ein paar nette Mitstreiter*innen, gute Argumente, Wahlkampfstimmung, Konfetti, Tröten, die Bereitschaft zum jubilierenden Dauerbeifall usw. Wir sollten darauf achten, daß unsere Proteste inhaltlich und der Form nach nicht zum berechenbaren Ritual werden.

Wohin auch immer möglicherweise diesmal die Veranstaltung verlegt worden sein sollte – wir informieren Euch hier oder über @ank_ffm sowie NoFragida auf Facebook.

 

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Ein Gedanke zu “AfD: gestört und vergittert. Demnächst besucht?

  1. Euch ist da ein kleiner Fehler unterlaufen – Die Sitzblockade wurde nicht geräumt, sie hat sich selbst aufgelöst, nachdem klar war, dass durch diesen Zugang keine AFDler in den Saal gelangen – diese kamen alle relativ ungestört durch den Nebeneingang. Ein Fakt der schon bei der letzten Veranstaltung dort festgestellt und damals zumindest zu verhindern versucht wurde. Dieses Mal gab es keiner dieser Versuche. Schade.

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